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Lasst nichts gegen mich kommen

Veröffentlicht am

Die Griechen glaubten, dass es eine Beleidigung der Götter sei, zu glauben, dass es nicht mehr schlimmer kommen könne, und immer, wenn das jemand denkt, lassen sie es noch schlimmer kommen, als Beweis, dass es eben doch geht.

Als bekennende Pessimistin weiß ich das, und es ist mir normalerweise auch bewusst. Und doch habe ich diesen Fehler anscheinend wieder begangen.

Letztes Jahr kam ich frisch vom Gymnasium und dachte, es könne keine schlimmeren Zicken geben als die, mit denen ich Abitur gemacht habe. Denkste.

Im ja ach so tollen Fach Schreibtechnik kam die Frage auf, wie man Ortsteile in Adressen anzugeben hat. In diesem Zusammenhang wollte die Lehrerin wissen, wer in einem Ortsteil wohnt und wie dies angegeben wird. Ich verteidigte meine Variante damit, dass meine Oma (bei der ich ja wohne) die ordnungsgemäße Funktion der Zustellung bestätigte. Woraufhin meine Lehrerin entgegnete: „Ja, meine Oma schreibt aber auch noch die Postleitzahlen von vor 15 Jahren.“

Nun mag ja jeder von diesem Spruch halten, was er will. Ich fand ihn blöd. Noch dümmlicher fand ich allerdings das Gelächter des Hühnerstalls, der sich „meine Klassenkameradinnen“ schimpfen darf. Als ich sie direkt fragte, was daran so lustig sei, riefen sie sogleich: „Mein Gott, wir lachen über die Lehrerin und nicht über dich! Du musst nicht immer alles auf dich beziehen! Meine Fresse!“

Mal von der Frage abgesehen, ob ich jetzt zu empfindlich bin oder nicht: Wenn sich sogar die Lehrerin, die von ihren Schülern sicher einiges gewohnt ist, fragt, wie zickig die Mädels denn heute drauf sind, dann stellt sich doch die Frage, mit was für Leuten ich eigentlich zur Schule gehe. Aber was will man auch von Menschen erwarten, die sich jedes Wochenende einen ansaufen, ihr belangloses Leben aufbauschen, als sei es das interessanteste von der Welt, und auf die Frage, ob sie mal leiser sein könnten, stumpf mit „Nein“ antworten?

So langsam fühle ich mich wie Alex aus „Mein Leben & Ich“, die ihre Mitschüler ausnahmslos für Idioten hielt. Wenigstens kann ich in den Pausen auf einen MP3-Player zurückgreifen. Alex konnte das nicht.

Doch die ganze Sache hat auch was Gutes: Ich erinnere mich daran, dass es zutreffende Bibelzitate gibt. Stichwort: Den Balken im eigene Auge sieht man nicht. Gut, dass bald wieder Herbstferien sind.

In diesem Sinne:

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. Das mit der Mitschülerinnen kenne ich. So ging es mir damals auch in der Ausbildung. Die Schule fand ich ätzend und da wurde es nicht besser und oft fragte ich mich: „Wie hat die überhaupt das Abitur geschafft?!“

    Antwort

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