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Haltung bewahren

Veröffentlicht am

Ich will hier mal was erzählen über meine Haltung.

Meine Haltung ist folgende: Ich bin gegen Atomkraft, weil sie meiner Meinung nach die Umwelt verpestet. Nazis haben meines Erachtens einen Riesenknack in der Birne, ich bin für die Verbesserung des Fernsehens, gegen ein Verbot von Ballerspielen und ganz bestimmt nicht konservativ. Studiengänge sind viel zu straff organisiert und die Bildzeitung würde ich nicht mal als Klopapierersatz kaufen, weil das meinen Hintern beleidigen würde.

Und ich bin der Meinung, dass es viel zu viel Homophobie auf der Welt gibt.

Warum, ist sicher verständlich – besonders, wenn man daran denkt, dass ich bisexuell bin. Selbst wenn ich es nicht wäre, würde ich gar nicht so viel fressen können, wie ich kotzen möchte, wenn ich Leute wie meinen Lehrer treffe.

Er macht Witze über unseren schwulen Außenminister, ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und heute bezeichnete er den auf Männer stehenden Dirk Bach als „Homo-Monster“. In meinen Augen ist er relativ homophob. (Falls das jemand anders sieht, bitte bei mir melden.) Und das ist eine der wenigen Sachen, die ich partout nicht abkann.

Ich hab mich im Unterricht echt zusammenreißen müssen, um nicht an die Decke zu gehen. Bin ich zu empfindlich? Springe ich zu schnell an? Wegen einer Sache, die mir wichtig ist? Weil ich selbst davon betroffen bin? Ich weiß es nicht.

Jedenfalls macht mich die Sache unheimlich fertig und ich habe keine Ahnung, was ich unternehmen soll. Mein Lehrer zieht mich pausenlos auf…

Langsam werde ich paranoid. Ich habe schon so viele schlechte Erfahrungen damit gesammelt, dass ich nicht mehr aufhören kann, daran zu denken. Es ist ja fast so, als würde ich jetzt erst feststellen, dass ich bisexuell bin.

Ich bin auch niemand, der pausenlos mit dieser Tatsache hausieren geht – das dürfen wir Nicht-Heteros uns ja gerne mal vorwerfen lassen. Deswegen habe ich es nur meinem Freund und meinen Freunden erzählt, weil ich weiß, das die mich verstehen. Meine Eltern wissen es nicht. Meine mich mitversorgenden Großeltern wissen es nicht. Werde ich es ihnen je erzählen? Oder wirft das nur ein schlechtes Licht auf mich, weil ich dann ja wieder meinen Freund betrüge und so? Und abnormal bin?

Eine meiner Bekannten verwendet gerne ein Zitat: Versucht, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt. Ich versuche jedenfalls, Intoleranz in die Schranken zu weisen. Und ich hoffe, das viele andere das auch tun.

bit.ly/9FAZrw

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/hass-aus-der-mitte-der-partei/

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/tolerant-gegen-die-intoleranz/

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/vermischtes/39880337/schwule-emanzipation-am-ende

http://www.sueddeutsche.de/politik/indien-homosexualität-nach-jahren-legal-1.80322

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. „Bin ich zu empfindlich? Springe ich zu schnell an? Wegen einer Sache, die mir wichtig ist? Weil ich selbst davon betroffen bin? Ich weiß es nicht.“

    Ich bin ein sehr geduldiger und ruhiger Mensch. Manchmal zu geduldig, manchmal zu geduldig. Aber bei sowas merk ich auch, wie mein Puls steigt. Allgemein: Umso älter ich werde umso schneller werde ich rasend bei solchen Dingen.

    Geht es dir immer noch so? Ist schließlich ein paar Jährchen her. Oder geht es dir sogar wie mir? Das es immer schlimmer wird, umso älter du wirst?

    Antwort

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