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So ist das Leben

Veröffentlicht am

Mein Leben war in letzter Zeit nicht gerade einfach. Aber wirklich fies war der letzte Dienstag. Und der war schulfrei…

Und das ist nur passiert, weil ich zur Zeit fieberhaft auf der Suche nach einem WG-Zimmer bin. Wenn ich keine Besichtigung gehabt hätte, hätte ich mich auch nicht aus dem Haus wagen müssen, und dann hätte ich mir auch keine Zwei-Kilometer-Rutschpartie über Blitzeis antun müssen. Die Rückenschmerzen, die so schlimm waren, dass ich nicht mehr sitzen konnte, gab’s gratis dazu. Auch schön, wenn du erst durch einen Mega-Umfall davon erfährst, dass die ganze Stadt von einer glatten Eisschicht überzogen ist.

Wo wir gerade bei Unfällen sind: Ich war neulich Blut spenden. (Wobei das meiste Blut ja gar nicht an Unfall-, sondern Krebspatienten geht.) Ich hab es unheimlich gut vertragen, was mich selbst ein bisschen überrascht hat, denn ich hatte bei den vorherigen Spenden manchmal Probleme. Ansonsten kann ich nur sagen: Leute, geht selbst unbedingt mal hin! Jeder kann es irgendwann mal brauchen. Schneller, als man denkt.

Für die Leute, die noch nicht so genau Bescheid wissen, wie das geht, will ich den Ablauf einer Blutspende hier mal erläutern:

Der allererste Schritt ist die Anmeldung. Man geht hin und sagt: Hallo, ich möchte gern Blut spenden. Dann gibt man seinen Spenderausweis ab (sofern man schon einen hat) und kriegt einen Bogen zum Ausfüllen. Da stehen Fragen zur bisherigen medizinischen Geschichte drauf, z.B. „Vertrugen Sie Blutentnahmen bisher ohne Probleme?“ oder „Hatten Sie jemals AIDS?“ Wenn man den ausgefüllt hat, geht es zur Blutfarbstoffmessung. Da kriegt ihr einen Pieks in den Finger (oder ins Ohrläppchen). Wenn der Wert okay ist, dürft ihr zum Einzelgespräch mit dem Arzt gehen. Dort wird der medizinische Fragebogen besprochen und  der Arzt entscheidet, ob ihr spenden dürft oder nicht. Wenn ihr dürft, holt ihr euch noch euer Spendezubehör ab und entscheidet, ob euer Blut für Patienten verwendet werden darf oder nicht (vertraulicher Selbstausschluss möglich). Dann geht es schon zur Spende.

Es ist eigentlich überhaupt nichts dabei. Ihr liegt zehn bis fünfzehn Minuten auf der Liege und euch wird 530 ml Blut abgenommen. Wenn ihr einen normalen Kreislauf habt, solltet ihr das ohne Probleme vertragen. Anschließend ruht ihr euch kurz aus und holt dann die Energie, die ihr durch Blutverlust verloren habt (wow, was für ein Nebensatz), durch Essen und (!das ist ganz wichtig!) viel Trinken wieder rein.

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass man sich viel besser fühlt, wenn man in Begleitung hingeht. Ist immer gut, wenn man während der Spende jemanden zum Quatschen hat. Dann ist einem nicht so langweilig. Mein Freund hat sich jedenfalls immer ganz lieb um mich gekümmert. Ich wünschte, ich könnte jetzt bei ihm sein.

Wie ich das meine? Nun, zum Einen waren meine letzten vier Tage ziemlich stressig, ich hatte gestern beispielsweise sechs WG-Termine und kam erst um neun nach Hause. Zum Anderen muss ich noch gut zwei Stunden in einem halb baufälligen Gebäude mit lauter Zicken verbringen. Wenn ich nicht die letzten beiden Stunden schwänzen würde, wäre es noch mehr. Irgendwie muss ich mal eine Technik entwickeln, Leute gezielt zu überhören. Sonst habe ich keine Chance. (Ist es ein schlechtes Anzeichen, wenn man bei bestimmten Leuten „Dumme Zicke“ denkt, sobald sie den Mund aufmachen?)

Wenigstens feiere ich heute Abend eine Party. Ich habe nämlich die Zulassung zur Abschlussprüfung bekommen. Das ist zwar jetzt schon vier Wochen her, aber wie das eben so ist, wenn man mit einer großen Anzahl von Leuten feiern will: Es ist sauschwierig, einen Termin zu finden. Tja, und heute ist es eben soweit. Ein Grund zum Feiern ist die Zulassung jedenfalls wirklich. Ich war am Tag der Prüfung ein echtes Nervenbündel und außerdem fest davon ausgegangen, dass ich sie nicht bestehe. So kann man sich irren. Ich habe mit der Gesamtnote „gut“ bestanden. Mein Zeugnisdurchschnitt ist noch besser, er liegt bei 1,6. Erstaunlich, wie plötzlich der Schnitt nach oben gehen kann, wenn man plötzlich alle fiesen Fächer (Biologie *hust*) nicht mehr machen muss. Ich freue mich jedenfalls sehr darüber – wenigstens eine Sache in meinem Leben, die nicht so fies verläuft wie alle anderen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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