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Monatsarchiv: Dezember 2011

Silvesterprogramm

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Pro7, 11.25: Switch

WDR, 12.45: Die beliebtesten Sketche der Deutschen

SWR, 15.00: Ein Herz und eine Seele (Sylvesterpunsch)

ARD, 15.40: Dinner for one

WDR, 16.15: Sketchup – Best of

Und danach ein rauschender Abend mit den drei Fs (Feuerzangenbowle, Freunde und… äh… foll gute Spiele).

Quelle: theatron.net

Mit freundlichen Grüßen (und betrinkt euch morgen nicht zu sehr)

Die Kitschautorin

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Driving home for Christmas

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Die meisten jungen Leute fahren an Weihnachten zu ihren Eltern. Dies habe ich auch gemacht und ich war zusammen mit meinem Freund eine Woche lang bei meinen Eltern. Es würde mich mal interessieren, ob die Entfernung bei anderen auch so groß ist. In meinem Fall waren es 1200 km.

Wir waren eine Woche lang da und es war eine interessante Erfahrung. Tolle Geschenke und wahnwitzig viele Aktivitäten. Meine Eltern haben sich sehr über das Activity-Spiel gefreut, das wir ihnen geschenkt haben. Das Schwedische Fernsehen zeigte neben Filmen im Original (die nicht synchronisiert werden, da sich das für den schwedischen Markt nicht lohnt) zwei sehr vielversprechende Ansätze für Fernsehshows. In einer ging es darum, dass ein Stargast interviewt wurde und ein Koch derweil aus den Kücheninhalten etwas Gutes kochen musste. In der anderen waren Leute in einer Art Zugimitation unterwegs und auf einer Videoleinwand wurden Filme abgespielt (so eine Art „Die schönsten internationalen Bahnstrecken“), mit einigen Zusatzinformationen. Sobald die Kandidaten meinten, zu wissen, wo sie sich „befanden“, mussten sie die „Notbremse“ ziehen (je früher, desto mehr Punkte). Anschließend wurden Fragen zum jeweiligen Ort gestellt. Sehr interessant, aber ob das auch in Deutschland funktionieren würde?

Am zweiten Weihnachtsfeiertag sind meine Familie, mein Freund und ich dann zu dem Turm gefahren, von dem aus das Schwedische Fernsehen ausgestrahlt wird. Er ist ungefähr 155 Meter hoch (die genaue Höhe habe ich nicht mehr im Kopf) und verfügt auf der 30. Etage über eine Aussichtsplattform. Da war ich allerdings schnell wieder runter, ich hatte Angst da oben und der immer noch sehr starke Wind (in der Vornacht hat es in der Gegend einen Sturm gegeben, der 80000 Menschen den Strom nahm) machte es nicht besser. Jedoch haben wir ein paar schöne Fotos machen können.

Wir sind während unseres Aufenthaltes zwei Mal schwimmen gefahren und es scheint sich etwas anders zu gestalten als in Deutschland. Hier kauft sich jeder ein Schloss, mit dem er seinen Schrank in der Umkleide verschließt, außerdem müssen die Schuhe vor der Umkleide ausgezogen werden. Das war etwas kompliziert, trotzdem habe ich das Schwimmen sehr genossen. Eine Sache ist mir dabei (wie auch bei anderen Gelegenheiten) allerdings aufgefallen. Es ist sehr störend, in ein Land zu fahren, dessen Sprache man nicht beherrscht. Ich hätte die Beschriftungen gerne verstanden und war froh, dass ich wusste, durch welche Tür ich als Frau zu laufen hatte (Schwedisch ist dem Deutschen ja sehr ähnlich, in Frankreich oder so hätte solch eine Aktion nicht geklappt). Es ist wirklich blöd, sich alles von den die Sprache sprechenden Eltern übersetzen lassen zu müssen. Einmal kam während einer Autofahrt eine Reportage über islamische Mode im Radio, die ich gerne verstanden hätte, und die Nachrichten bekommt man natürlich auch gerne mit, aber das lief nur so halb. Ich hatte das Gefühl, relativ abgeschnitten zu sein vom Tagesgeschehen. Ich werde wohl noch ein paar Mal öfter nach Schweden fliegen – vielleicht sollte ich mir einige Brocken der Landessprache reinhauen.

Wenn ich kein Internet gehabt hätte, wäre ich dort hinten wahrscheinlich verloren gewesen. Und selbst das gestaltete sich etwas merkwürdig, da ich über eine schwedische Tastatur verfügte – Qwerty mit ä und ö, dafür ohne ü und ß und einige andere Zeichen waren auch vertauscht. Es hat sehr lange gedauert, bis ich mich einigermaßen dran gewöhnt hatte und in meinen Augen sah es sehr merkwürdig aus, dass ich zwei von drei Umlauten schreiben konnte…

Den Rückflug habe ich mir mit einem auf der Reise gekauften Buch versüßt: „The Bedwetter“ von Sarah Silverman. Ich bin noch nicht ganz fertig, aber es ist sehr lustig und zu empfehlen. Im Augenblick lächeln mich zwei Gutscheine für eine bekannte Buchhandelskette an und das bedeutet, dass ich im Laufe der nächsten sieben Tage den Buchladen überfallen werde, zumal meine Mutter versprochen hat, noch etwas Geld auf die Gutscheinkarte zu laden, die ich von meinem Freund gekriegt habe. Ach ja…

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2012

Die Kitschautorin

Ein ganz besonderer Geburtstag

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Vor 2011 Jahren wanderte ein Pärchen durch die Wüste und brachte in einem Stall ein Kind zur Welt, und weil das Baby ein ganz besonderes Baby war, wird dessen Geburtstag heute noch gefeiert, nicht nur von denen, die an die Existenz dieses Babys glauben und die Ursprungsbedeutung scheint vielen nicht mehr bekannt zu sein.

Media Markt wirbt mit dem Slogan „Weihnachten wird unterm Baum entschieden!“, und wenn ich mitbekomme, wie viel Geld Leute an Weihnachten raushauen, wird mir schwindelig. Nicht umsonst habe ich eine Zeitlang Weihnachten nur als Konsumfest bezeichnet. Vor einigen Jahren habe ich im Fernsehen eine Dokumentation über eine Familie aus Nordrhein-Westfalen gesehen. Der Sohn weigerte sich, mit in die Kirche zu kommen, und antwortete auf die Frage seiner Mutter, was er denn an Weihnachten feiere, mit: „Den Konsum!“ Bei vielen scheint es so zu sein.

Es ist aber auch immer interessant, zu sehen, wie unterschiedlich Leute Weihnachten feiern. Vor ein paar Tagen war im WDR die Dokumentation „Meine Kindheit in der Weihnachtszeit“ zu sehen. Befragte Zeitzeugen waren Verwandte verschiedener Prominenter sowie eine Muslima. Die Schwester von Trude Herr berichtete, wie auch in ihrer armen Familie versucht wurde, das ganz besondere Wiegenfest besonders zu gestalten, der Enkel von Konrad Adenauer hatte opulente Weihnachten, sollte aber auch immer irgendwas auswendig lernen und die Tochter eines türkischen Gastarbeiters hat ihr erstes „deutsches“ Weihnachten erst vor fünf Jahren gefeiert, aber immer einige Bräuche rund ums Fest mitgekriegt.

Die eigene Religion hat aber nicht immer was mit der Art der Feier zu tun. Eine meiner Klassenkameradinnen ist muslimisch und feiert kein Weihnachten. Ich bin „gottlos“ und tue es. Die Mutter meines Freundes (katholisch) wollte von mir wissen, wie ich denn Weihnachten feiern könnte, ich sei ja schließlich nicht christlich. (Die Übernahme fremder Bräuche bei Festen ist doch durchaus üblich, Ostern hat ja beispielsweise auch heidnische Wurzeln.) Ich habe dann erklärt, dass in unserer Familie Weihnachten als Fest der Liebe gefeiert wird und dass es im Prinzip genauso ist wie bei ihnen, nur ohne Bibellesung und Kirchbesuch.

Letztes Jahr war ich aber tatsächlich an Heiligabend in der Kirche (auch wenn das eher damit zu tun hatte, dass mein Freund an dem Abend Lektor war). Das wird sich jedoch sicher nicht wiederholen. Ich habe in diesem Jahr sehr viel über den christlichen Glauben und mein Verhältnis zur Kirche nachgedacht und ich will definitiv keine Kirche mehr betreten, wenn es nicht unbedingt sein muss. Eigentlich dürfte ich ja nicht mal herein, und selbst wenn ich es dürfte, müsste ich die Klappe halten:

In die Versammlung des Herrn darf kein Bastard aufgenommen werden, auch in der zehnten Generation dürfen seine Nachkommen nicht in die Versammlung des Herrn aufgenommen werden. (5. Mose 23,3)

Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. (1. Korinther 14,33-34)

Bis vor zwei Jahren sahen meine Weihnachten immer so aus: Um achtzehn Uhr ist Bescherung, danach gibt es Kartoffelsalat mit Bockwurst und dann sitzt man unterm Weihnachtsbaum, bewundert seine Geschenke und lässt den Fernseher laufen. Irgendwann verziehe ich mich dann aufs Zimmer, futtere einen Großteil der Weihnachtssüßigkeiten und befasse mich mit meinen Geschenken (zumindest dann, wenn es Bücher oder Ähnliches sind). Außerdem wird über die drei Weihnachtsfeiertage pausenlos Weihnachtsprogramm geguckt. Ich war total begeistert, als ich entdeckt habe, dass es die Weihnachtsfolge von Heinz Becker auch auf Youtube gibt:

2009 haben es meine Eltern nicht nach Deutschland geschafft, weil sie mittlerweile in Schweden leben und es das dortige Wetter zu der Zeit nicht zuließ. 2010 war ich die letzten paar Tage des Jahres bei meinen Großeltern und hab sie dort getroffen. Dieses Jahr nun werde ich mit meinem Freund nach Stockholm fliegen und meine dort in der Nähe lebenden Eltern besuchen. Bin schon gespannt, wie es dort wird. Auf jeden Fall wird es eine recht internetfreie Zeit und ich werde höchstens mal meine E-Mails checken. (Was in der Zeit auf Twitter alles los sein wird…) Also, bis dann und schöne Feiertage.

Mit weihnachtlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Blödchen

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Der weibliche Teenager von heute möchte natürlich wissen, was cool, in und out ist, um sich danach zu richten. Als das heißeste neue Ding werden in der Zeitschrift „Mädchen“ Stars mit großem Herz gehandelt. Natürlich ist es toll, wenn sich Stars für wohltätige Zwecke einsetzen, aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass viele Stars das nur aus purem Egoismus tun, um noch ein paar Singles bzw. Kinokarten mehr zu verkaufen, und Medien wie die „Mädchen“ helfen ihnen dabei. Übrigens besteht diese Ecke zu 80 Prozent aus Bildern. Ich möchte kotzen.

Da muß ich kotzen. […] Die Scheinheiligkeit. Am schlimmsten finde ich es, wenn dann auch noch krebskranke Kinder mit Glatze in der Sendung zur Schau gestellt werden. Da kotze ich aus Respekt vor denen, die es ernst meinen. (Harald Schmidt)

Aber sicher, Doktor Schmidt. Als eins der beiden In-Teile fiel den Redakteuren übrigens nichts Besseres als ihr eigenes blödes Extra ein (ein hässlichfarbenes Organzatäschchen), das total unclever über die Zeitschrift gestülpt wurde und sie somit blöd zum Transportieren macht. Wenn man drüber nachdenkt, eigentlich eine gute Idee, denn so nimmt die (hoffentlich zumindest) niemand aus dem Laden mit.

(Nur so nebenbei: Ich lasse auch diesmal den Twilight-Zähler wieder laufen, und diese Ausgabe verspricht eine recht große Zahl, da es ein Special gibt.)

Die Mädchen-Buchtipps sollten eher Mädchenbuch-Tipps heißen, denn um richtige Bücher geht es hier nicht. Vielleicht bin ich hier etwas zu voreingenommen, weil mich im Teenageralter schon eher die Erwachsenenabteilung interessierte, aber trotzdem finde ich die Empfehlungen nicht wirklich gut. Unten auf der Seite verraten drei Zeilen, dass die nächste „Wir-wollen-es-wissen“-Frage „Wofür sparst du dein Taschengeld?“ lauten wird. Hoffentlich nicht für solche Zeitungen.

Gestern habe ich sie mit der anderen Freundin in der Stadt rumlaufen sehen, obwohl sie meinte, dass sie lernen müsse. Was soll ich denn jetzt machen?

Liebe Nina: Mein Vorschlag wäre, aufzuhören, wie eine elende Klette an diesem Mädel herumzuhängen, denn ob Freundschaft oder Liebe: Keiner mag Kletten.

Auf der Doppelseite „Soziales Gewissen“ geht es hier um Tierversuche. Auf der nächsten Seite kann man sich aber wieder ruhig Gedanken über die Eltern machen und wieso sie einen nerven. Wer das nicht ohne Test weiß, sollte besser nie geboren worden sein.

Die Beratungstante Gabi soll einer Dreizehnjährigen erklären, was es bedeutet, wenn eine Frau einen Mann verführt. Ich glaube, die Antwort ist ihre Weise, ihr zu sagen, dass sie von Sex und derartigen Aktivitäten besser noch die Finger lassen soll:

‚Verführen‘ heißt im klassischen Sinn eine Person so zu manipulieren, dass sie sich überzeugen lässt, etwas zu machen, was sie eigentlich nicht beabsichtigt hat. So kann ein Junge ein Mädchen zum Sex verführen – und umgekehrt. Man kann Menschen aber auch zu anderen Dingen verführen, wie etwas zu kaufen oder eine Meinung anzunehmen. Vielleicht hat dich deine beste Freundin ja auch schon einmal zu etwas Verbotenem verführt […]

[…] wie z.B. die Schule zu schwänzen?

Sorry. 🙂

Nummer 7 auf meinem Twilight-Zähler vergleicht die Beziehung von Bella und Edward mit der von Kristen Stewart und Robert Pattinson. Und natürlich ist der Artikel zum Kopfschütteln.

Auf den ersten Blick sieht darum alles nach altmodischer Rollenverteilung aus. Stimmt aber nicht!

Ja, und deswegen müssen die beiden am Ende auch unbedingt heiraten und ein Kind kriegen. Ich glaub’s auch.

Mir ist aufgefallen, dass das Twilight-Special im Grunde ziemlich dünn ausgefallen ist – bestehend aus einem Poster und zwei Seiten Zeitungsartikeln. Aber wahrscheinlich ist das auch gut so.

Abschließend möchte ich noch zwei kleine Anekdoten erzählen. Die Mutter meines Freundes betreut ehrenamtlich eine kleine Bücherei und seit „Twilight“ gibt es einen unheimlichen Hype auf Vampirsagas. Kein Buch, das nicht schon versucht hätte, auf den Zug aufzuspringen und das sie nicht schon für die Bibliothek gekauft hätte. Und gestern (ich meine, es war gestern) schaute ich ins Hausaufgabenheft meiner Sitznachbarin und durfte doch dort tatsächlich eine Liebeserklärung an „Jedward“ entdecken, eine typische Jugendzeitschriftencombo. Wer nicht weiß, was das ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Jedward

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

So sieht es aus.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Gegirlter Mist

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Neulich verriss ich ja schon mal Jugendzeitschriften und weil das so viel Spaß gemacht hat, tue ich das jetzt noch mal.

Die Bravo Girl präsentiert nach einer Anzeige, die mit einem echt augenkrebsartigen Motiv versucht, Katy Perrys Parfüm zu bewerben, wieder einen Haufen Belanglosigkeiten und Müll. Den Anfang macht die übliche „Wir-schreiben-weiblichen-Teenagern-vor-welchen-Schrott-sie-kaufen-sollen“-Rubrik: „Das ist IN – das ist OUT“.

Was ist in / was ist out / die Frage ist doch falsch gestellt / wirklich in / für alle Zeit / sind Liebe und Frieden auf der Welt

Doch es gibt ein Novum auf der Seite! Bezüglich der weltbewegenden Frage, ob Strapse

cool oder mega-bäh

sind, werden die Leserinnen nach ihrer Meinung gefragt! Wow, anstatt direkt etwas vorzuschreiben, wollen die Bravo-Girl-Macher doch tatsächlich wissen, was ihre Kundinnen denken. Muss ich jetzt mein Weltbild ändern? Anscheinend nicht, denn schon auf der nächsten Seite wird der „Frisuren-Klau“ von Cheryl Cole mit folgenden Worten als „out“ betitelt:

 Den Frisuren-Klau à la Marge Simpson finden wir total uncool. Mensch Cheryl, such dir doch deinen eigenen Stil!

Wie schon gesagt, eigentlich müssten die Redakteure an einer Ironieüberdosis sterben. Zumal Cheryl Cole sich erscheinungstechnisch bei niemand anders bedienen darf, die Bravo-Girl-Macher aber schon.

Die Frau ohne Gesichtsausdrücke ist bei der Zielgruppe wohl immer noch ein sehr beliebter Star, deswegen werfe ich jetzt mal insgeheim den Twilight-Zähler an und weiter geht’s.

Die nächste Rubrik ist ganz praktisch. Falls Jungs nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben, können sie immer noch Nick fragen, denn der weiß zum Beispiel, wie Jungs Weihnachtsmärkte finden.

 Wie würde das denn kommen, wenn man einem Kumpel erzählen würde, dass man gestern einen ausgiebigen Spaziergang über den Weihnachtsmarkt mit anschließender Keks-Verköstigung unternommen hat? Es wäre mega-peinlich.

Ja. Mega-peinlich. Wenn man solche Freunde hat.

In einem etwas kleineren Artikel rät er einer Vierzehnjährigen, die sich in ihren Mathelehrer verliebt hat, nach einem anderen zu suchen.

 Gibt es da nicht einen coolen in der Parallelklasse?

Warum wird Mädchen eigentlich schon seit Jahrzehnten nahegelegt, dort nach Knutsch- und Fickpartnern zu suchen? Das Nächste ist nicht immer das Beste, was sich bestätigt, wenn ich mir mal die Leute aus meiner alten Parallelklasse anschaue.

Rihanna sieht in der Anzeige aus, als würde sie sich vor dem Fan, den sie da im Arm hat, ekeln, wenn man sich mal die Pommesgabel wegdenkt. Aber das ist immer noch schöner als das, was als Nächstes kommt. Vorsicht bei den Partyoutfits, die da beworben werden und laut Überschrift bei einem Preis von 28 Euro anfangen. Der Durchschnittspreis liegt bei 61,72 Euro und das billigste Outfit ist natürlich weit hinten im Artikel versteckt. Außerdem bestehen viele Outfits aus nicht viel mehr als einem ärmellosen Kleid.

Selbstverständlich ist es für weibliche Wesen zwischen 13 und 19 das Allerwichtigste, zu wissen, wie Jungs ticken, damit sie sich ihnen optimal und bedingungslos unterordnen können, daher erfährt man hier, was sich Jungs zu Weihnachten wünschen, und nebenbei auch noch, was sie selber verschenken.

 Hätte ich eine Freundin, dann würde ich ihr wahrscheinlich eine hübsche Kette, einen Armreif oder einen Anhänger schenken. Girls stehen doch auf Schmuck, oder?

Flo, du gnadenloser Frauenversteher, du hast uns so durchschaut.

 Ich wünsche mir von meiner Süßen dieses Jahr eine weiße „Ice-Watch“. […] Ich hab ihr jetzt so oft von meinem Wunsch erzählt, dass sie eigentlich gar keine andere Wahl mehr hat. Fies, oder? Ich bin ihr aber auch nicht böse, wenn es nicht klappt.

„Nein, Schatz, ich bin dir nicht böse, dass du mir keine Ice-Watch geschenkt hast. Nein, Schatz, Melanie und ich haben überhaupt nichts miteinander.“

Und damit die Weihnachtszeit für die Mädels so richtig schön wird, kriegen sie Tipps, wie sie im Winter Kalorien verbrennen können. So passen sie endlich in die von ihrer Lieblingszeitschrift empfohlenen Klamotten (die es in vielen Läden ja nur in Minigrößen gibt. Was war eigentlich zuerst da: das Huhn oder das Ei?).

Ich war früher ziemlich unglücklich, weil ich relativ lange keinen Freund hatte. Wenn ich mir die unzähligen Liebesgeschichten aus Mädchenzeitschriften angucke, weiß ich auch, warum. Wahrscheinlich hätte meine Mutter eher die Geschichtsseiten rausreißen sollen, die waren wohl viel schädlicher für mich. Hoffentlich kommen die Macher noch auf den Trichter, dass frau auch ohne Partner glücklich sein kann. Oder verarbeiten die da nur eigenen Frustrationen?

Wie üblich gibt es auch zwei Seiten soziales Gewissen, heute in Form eines Mädchens aus einer armen Familie, die sich beklagt, dass sie gemobbt wird, weil sie arm ist. Ein Schelm, wer dabei denkt, dass die bekannten Mädchenzeitschriften mit ihrem Kauf-dir-alles-Mögliche-Wahn dazu beigetragen haben.

Später kehrt man dann zum Alltagsgeschäft zurück und erklärt den Leserinnen, wie sich Jungs in sie verlieben. (Meiner Meinung nach nie, denn Jungs stehen auf Mädels mit Hirn.) Beim Abschnitt „Locker bleiben“ habe ich mich fast angepinkelt vor Lachen.

 Das Traumgirl-Prinzip aus Jungs-Sicht ist ganz einfach: Du sollst wie ihr bester Kumpel sein, nur dazu noch sexy. Sprich, er will mit dir kuscheln und küssen, aber eben auch abhängen, freundschaftlich raufen und mal einen Witz auf deine Kosten machen können. […] Klingt einfach, oder? Ist es auch!

Ja. Einfach bescheuert. Das Prinzip „Freundschaft + Sex = Liebe“ habe ich schon vor mindestens vier Jahren als falsch entlarvt. Und wieso sprang mir eigentlich grad die ganze Zeit das Wort „Ficken“ durch die Gedanken?

Auf Seite 64 befindet sich ein Artikel, der inspiriert von einer Internetseite Stars mit bellenden Doppelgängern vergleicht. Natürlich sehen die abgebildeten Hunde ihren Stars überhaupt nicht ähnlich, obwohl das behauptet wird. Ich musste da aber an eine andere Internetseite denken: www.catsthatlooklikehitler.com Bezüglich Justin Bieber und seinem caninen Lookalike heißt es:

 Bei so viel Coolness können wir uns kaum entscheiden, wer der Coolere von beiden ist.

Ich schon. Der Hund. Der Kristen-Stewart/Twilight-Zähler liegt übrigens überraschenderweise nur bei drei Stück.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin