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Blödchen

Veröffentlicht am

Der weibliche Teenager von heute möchte natürlich wissen, was cool, in und out ist, um sich danach zu richten. Als das heißeste neue Ding werden in der Zeitschrift „Mädchen“ Stars mit großem Herz gehandelt. Natürlich ist es toll, wenn sich Stars für wohltätige Zwecke einsetzen, aber irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass viele Stars das nur aus purem Egoismus tun, um noch ein paar Singles bzw. Kinokarten mehr zu verkaufen, und Medien wie die „Mädchen“ helfen ihnen dabei. Übrigens besteht diese Ecke zu 80 Prozent aus Bildern. Ich möchte kotzen.

Da muß ich kotzen. […] Die Scheinheiligkeit. Am schlimmsten finde ich es, wenn dann auch noch krebskranke Kinder mit Glatze in der Sendung zur Schau gestellt werden. Da kotze ich aus Respekt vor denen, die es ernst meinen. (Harald Schmidt)

Aber sicher, Doktor Schmidt. Als eins der beiden In-Teile fiel den Redakteuren übrigens nichts Besseres als ihr eigenes blödes Extra ein (ein hässlichfarbenes Organzatäschchen), das total unclever über die Zeitschrift gestülpt wurde und sie somit blöd zum Transportieren macht. Wenn man drüber nachdenkt, eigentlich eine gute Idee, denn so nimmt die (hoffentlich zumindest) niemand aus dem Laden mit.

(Nur so nebenbei: Ich lasse auch diesmal den Twilight-Zähler wieder laufen, und diese Ausgabe verspricht eine recht große Zahl, da es ein Special gibt.)

Die Mädchen-Buchtipps sollten eher Mädchenbuch-Tipps heißen, denn um richtige Bücher geht es hier nicht. Vielleicht bin ich hier etwas zu voreingenommen, weil mich im Teenageralter schon eher die Erwachsenenabteilung interessierte, aber trotzdem finde ich die Empfehlungen nicht wirklich gut. Unten auf der Seite verraten drei Zeilen, dass die nächste „Wir-wollen-es-wissen“-Frage „Wofür sparst du dein Taschengeld?“ lauten wird. Hoffentlich nicht für solche Zeitungen.

Gestern habe ich sie mit der anderen Freundin in der Stadt rumlaufen sehen, obwohl sie meinte, dass sie lernen müsse. Was soll ich denn jetzt machen?

Liebe Nina: Mein Vorschlag wäre, aufzuhören, wie eine elende Klette an diesem Mädel herumzuhängen, denn ob Freundschaft oder Liebe: Keiner mag Kletten.

Auf der Doppelseite „Soziales Gewissen“ geht es hier um Tierversuche. Auf der nächsten Seite kann man sich aber wieder ruhig Gedanken über die Eltern machen und wieso sie einen nerven. Wer das nicht ohne Test weiß, sollte besser nie geboren worden sein.

Die Beratungstante Gabi soll einer Dreizehnjährigen erklären, was es bedeutet, wenn eine Frau einen Mann verführt. Ich glaube, die Antwort ist ihre Weise, ihr zu sagen, dass sie von Sex und derartigen Aktivitäten besser noch die Finger lassen soll:

‚Verführen‘ heißt im klassischen Sinn eine Person so zu manipulieren, dass sie sich überzeugen lässt, etwas zu machen, was sie eigentlich nicht beabsichtigt hat. So kann ein Junge ein Mädchen zum Sex verführen – und umgekehrt. Man kann Menschen aber auch zu anderen Dingen verführen, wie etwas zu kaufen oder eine Meinung anzunehmen. Vielleicht hat dich deine beste Freundin ja auch schon einmal zu etwas Verbotenem verführt […]

[…] wie z.B. die Schule zu schwänzen?

Sorry. 🙂

Nummer 7 auf meinem Twilight-Zähler vergleicht die Beziehung von Bella und Edward mit der von Kristen Stewart und Robert Pattinson. Und natürlich ist der Artikel zum Kopfschütteln.

Auf den ersten Blick sieht darum alles nach altmodischer Rollenverteilung aus. Stimmt aber nicht!

Ja, und deswegen müssen die beiden am Ende auch unbedingt heiraten und ein Kind kriegen. Ich glaub’s auch.

Mir ist aufgefallen, dass das Twilight-Special im Grunde ziemlich dünn ausgefallen ist – bestehend aus einem Poster und zwei Seiten Zeitungsartikeln. Aber wahrscheinlich ist das auch gut so.

Abschließend möchte ich noch zwei kleine Anekdoten erzählen. Die Mutter meines Freundes betreut ehrenamtlich eine kleine Bücherei und seit „Twilight“ gibt es einen unheimlichen Hype auf Vampirsagas. Kein Buch, das nicht schon versucht hätte, auf den Zug aufzuspringen und das sie nicht schon für die Bibliothek gekauft hätte. Und gestern (ich meine, es war gestern) schaute ich ins Hausaufgabenheft meiner Sitznachbarin und durfte doch dort tatsächlich eine Liebeserklärung an „Jedward“ entdecken, eine typische Jugendzeitschriftencombo. Wer nicht weiß, was das ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Jedward

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)

So sieht es aus.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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  1. Ich mag ja eigentlich Vampirgeschichten und ich fand die Biss-Reihe gar nicht so verkehrt, als mir eine Freundin davon erzählte. Dann kamen die Filme… Seit dem begnüge ich mich nur mit Vampiren aus Buffy … 😀

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