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Ein ganz besonderer Geburtstag

Veröffentlicht am

Vor 2011 Jahren wanderte ein Pärchen durch die Wüste und brachte in einem Stall ein Kind zur Welt, und weil das Baby ein ganz besonderes Baby war, wird dessen Geburtstag heute noch gefeiert, nicht nur von denen, die an die Existenz dieses Babys glauben und die Ursprungsbedeutung scheint vielen nicht mehr bekannt zu sein.

Media Markt wirbt mit dem Slogan „Weihnachten wird unterm Baum entschieden!“, und wenn ich mitbekomme, wie viel Geld Leute an Weihnachten raushauen, wird mir schwindelig. Nicht umsonst habe ich eine Zeitlang Weihnachten nur als Konsumfest bezeichnet. Vor einigen Jahren habe ich im Fernsehen eine Dokumentation über eine Familie aus Nordrhein-Westfalen gesehen. Der Sohn weigerte sich, mit in die Kirche zu kommen, und antwortete auf die Frage seiner Mutter, was er denn an Weihnachten feiere, mit: „Den Konsum!“ Bei vielen scheint es so zu sein.

Es ist aber auch immer interessant, zu sehen, wie unterschiedlich Leute Weihnachten feiern. Vor ein paar Tagen war im WDR die Dokumentation „Meine Kindheit in der Weihnachtszeit“ zu sehen. Befragte Zeitzeugen waren Verwandte verschiedener Prominenter sowie eine Muslima. Die Schwester von Trude Herr berichtete, wie auch in ihrer armen Familie versucht wurde, das ganz besondere Wiegenfest besonders zu gestalten, der Enkel von Konrad Adenauer hatte opulente Weihnachten, sollte aber auch immer irgendwas auswendig lernen und die Tochter eines türkischen Gastarbeiters hat ihr erstes „deutsches“ Weihnachten erst vor fünf Jahren gefeiert, aber immer einige Bräuche rund ums Fest mitgekriegt.

Die eigene Religion hat aber nicht immer was mit der Art der Feier zu tun. Eine meiner Klassenkameradinnen ist muslimisch und feiert kein Weihnachten. Ich bin „gottlos“ und tue es. Die Mutter meines Freundes (katholisch) wollte von mir wissen, wie ich denn Weihnachten feiern könnte, ich sei ja schließlich nicht christlich. (Die Übernahme fremder Bräuche bei Festen ist doch durchaus üblich, Ostern hat ja beispielsweise auch heidnische Wurzeln.) Ich habe dann erklärt, dass in unserer Familie Weihnachten als Fest der Liebe gefeiert wird und dass es im Prinzip genauso ist wie bei ihnen, nur ohne Bibellesung und Kirchbesuch.

Letztes Jahr war ich aber tatsächlich an Heiligabend in der Kirche (auch wenn das eher damit zu tun hatte, dass mein Freund an dem Abend Lektor war). Das wird sich jedoch sicher nicht wiederholen. Ich habe in diesem Jahr sehr viel über den christlichen Glauben und mein Verhältnis zur Kirche nachgedacht und ich will definitiv keine Kirche mehr betreten, wenn es nicht unbedingt sein muss. Eigentlich dürfte ich ja nicht mal herein, und selbst wenn ich es dürfte, müsste ich die Klappe halten:

In die Versammlung des Herrn darf kein Bastard aufgenommen werden, auch in der zehnten Generation dürfen seine Nachkommen nicht in die Versammlung des Herrn aufgenommen werden. (5. Mose 23,3)

Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. (1. Korinther 14,33-34)

Bis vor zwei Jahren sahen meine Weihnachten immer so aus: Um achtzehn Uhr ist Bescherung, danach gibt es Kartoffelsalat mit Bockwurst und dann sitzt man unterm Weihnachtsbaum, bewundert seine Geschenke und lässt den Fernseher laufen. Irgendwann verziehe ich mich dann aufs Zimmer, futtere einen Großteil der Weihnachtssüßigkeiten und befasse mich mit meinen Geschenken (zumindest dann, wenn es Bücher oder Ähnliches sind). Außerdem wird über die drei Weihnachtsfeiertage pausenlos Weihnachtsprogramm geguckt. Ich war total begeistert, als ich entdeckt habe, dass es die Weihnachtsfolge von Heinz Becker auch auf Youtube gibt:

2009 haben es meine Eltern nicht nach Deutschland geschafft, weil sie mittlerweile in Schweden leben und es das dortige Wetter zu der Zeit nicht zuließ. 2010 war ich die letzten paar Tage des Jahres bei meinen Großeltern und hab sie dort getroffen. Dieses Jahr nun werde ich mit meinem Freund nach Stockholm fliegen und meine dort in der Nähe lebenden Eltern besuchen. Bin schon gespannt, wie es dort wird. Auf jeden Fall wird es eine recht internetfreie Zeit und ich werde höchstens mal meine E-Mails checken. (Was in der Zeit auf Twitter alles los sein wird…) Also, bis dann und schöne Feiertage.

Mit weihnachtlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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  1. und auch Weihnachten hat heidnische Wurzeln (auch wenn wikipedia das bestreitet)… über Media Markt rege ich mich seit Wochen auf… und ich beneide dich um Schweden 😉
    In diesem Sinne: frohe Weihnachten

    Antwort
  2. Pingback: Ich will noch nicht schlafen | Nachrichten vom Abgrund der menschlichen Dummheit

  3. Bei uns war es ähnlich mit Heiligabend. Wir sind gegen 18 Uhr raus gegangen weil da der Weihnachtsmann kam und die Geschenke brachte. Merkwürdigerweise sind nur Vati und ich spazieren gegangen.. Mutti kam nie mit. 😀
    Da waren wir jedesmal in der Kirche kurz gucken und trafen unterwegs immer ein anderen Vater mit Kind.
    Mit der Kirche habe ich aber auch gar nichts am Hut.

    Antwort

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