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Monatsarchiv: Februar 2012

Und, was macht die Kitschautorin so?

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Es gibt unheimlich wichtige Neuigkeiten: Ihr könnt jetzt mit eurer Lieblings-Kitschautorin chatten! Ich habe einen eigenen Channel im IRC: irc://iz-smart.net/kitschi

Außerdem (das ist wirklich wichtig) wollen Neonazis am Samstag in Münster aufmarschieren. Ich möchte dagegen protestieren, weil man fremdenfeindlichem Denken keinen Raum geben darf, und dazu aufrufen, dass ihr das auch alle tut:

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/02/27/neonazis-wollen-durch-munster-marschieren_8138

http://www.keinenmeter.de.ms/

Zum Abschluss folgt, inspiriert von meinem Abendessen, eine Kurzgeschichte.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Milchreis

Als Kind hatte Carina Milchreis immer gemocht. Sonntags hatte ihre Mutter Milchreis gekocht, alle hatten ihn zusammen gegessen, und danach war immer etwas unternommen worden. Zoo, Kino, Schwimmbad. Das hatte unglaublichen Spaß gemacht. Und es schien unglaublich lange her.

Solche Sonntagnachmittage hatte es schon seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. Eines Tages war Schluss gewesen. Carinas Vater hatte seine Sachen gepackt und war ausgezogen. Sie hatten sich zwar immer öfter angeschrien, aber die Sonntagnachmittage hatte es trotzdem gegeben und Carinas Eltern hatten ja auch gesagt, dass sie sich immer noch sehr lieb hatten.

Daran musste Carina denken, als sie mit dem Zug Richtung Norden fuhr. Ihre Mutter wollte sie unbedingt sehen und sagte, es sei etwas ganz Wichtiges. Im Abteil saß Carina ein Pärchen gegenüber, das den gemeinsamen Urlaub besprach und immer wieder Zärtlichkeiten austauschte. Carina musste an ihre Eltern denken. Sorgerechtsstreit. Komische alte Männer in komischen Sachen fragten sie, bei wem sie lieber sein wollte. Sie hatte nie irgendjemandem eine Antwort darauf gegeben. Es hatte ihr ja auch niemand gesagt, wieso ihre Eltern sich nicht mehr lieb hatten. Nach einigen Monaten wurde sie schließlich zu ihrem Vater gesteckt. Ihre Mutter sah sie von da an kaum noch. Alle zwei Wochenenden. Milchreis gab es keinen mehr.

Mit sechzehn Jahren war Carina neugierig geworden. Sie hatte endlich wissen wollen, warum ihre Eltern sich hatten scheiden lassen. Sie hatte nicht viel mehr gefunden als ein paar aussagekräftige Liebesbriefe zwischen ihrer Mutter und dem Typen, der ihr später als der neue Macker ihrer Mutter vorgestellt wurde. Natürlich hatte die Mutter andere Worte benutzt, aber Carina war mit ihm nie so richtig warm geworden.

Nach ein paar Stunden stieg sie aus dem Zug. Der Macker von Carinas Mutter holte sie am Bahnhof ab. Sie wechselten einige wenige Worte. Smalltalk mit einem Small mind, dachte sie. Als sie zu Hause angekommen waren, wartete die Mutter schon am Küchentisch. Sie hatte gekocht. Milchreis.

„Hallo, Carina! Schön, dass du wieder da bist!“ Sie versuchte, ihre Tochter zu umarmen, die sich dabei steif wie ein Brett machte. Nach einigen unbeholfenen Kommunikationsversuchen und Minuten, in denen Carina in ihrem Milchreis herumstocherte, atmete die Mutter tief durch und nahm die Hand ihres Mackers.

„Wir haben tolle Neuigkeiten!“

Carina hob ihren Kopf ein paar Millimeter. „Ach ja?“

„Ich bin schwanger! Du bekommst ein kleines Schwesterchen! Na, was sagst du nun?“

„HALBschwester. So viel Zeit muss sein.“

„Carina! Also wirklich!“ Die Mutter schaute sie missbilligend an.

„Ihr habt euch kein Stück für mein Leben interessiert. Warum sollte ich mich jetzt für Eures interessieren? Zu wem ich denn lieber wollte, habt ihr mich gefragt. Ich wollte zu keinem lieber! Aber das war euch scheißegal. Und jetzt versuchst du mit deinem Macker einen auf glückliche Familie zu machen. So wie damals, als du behauptet hast, ihr hättet euch immer noch lieb. Sogar Milchreis hast du gekocht. Glaubst du, dass ich den Scheiß jetzt noch fresse?“ Carina warf den Teller an die Wand und ließ zwei erwachsene Menschen zurück.

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Wir sind hier, wir sind laut

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…weil man uns die Freiheit klaut. So zumindest ein Spruch auf der Demo gegen Acta, die ich heute zusammen mit einigen Freunden besucht habe. Obwohl weniger Leute da waren, war die Stimmung gut und durch die geänderte Route waren wir stärker in der Öffentlichkeit. (Hoffe ich zumindest.)

Besonders beeindruckt hat mich ein alter Mann, der im Rollator mitmachte und erzählte, wie er anno dazumal auf derundder Demo denundden fertig gemacht habe. Ich fand es toll, dass er trotz seiner Beschwerden mitgelaufen ist. Viele alte Menschen sind träge und setzen sich für nichts mehr ein. Das möchte ich anders machen.

Die Demo, auf der ich heute war, war die zweite, die ich in meinem Leben besucht habe. Früher gehörte ich eher zu den Leuten, die vorbeiziehende Demonstranten ansah. Heute bin ich an solchen Leuten vorbeigegangen. Ich fragte mich, was sie dachten. Ob sie uns für Idioten hielten. Ob sie auch gerne mitgegangen wären. Oder ob sie sich ärgerten, weil wir quasi den Verkehr aufhielten.

Viele Demonstranten, darunter auch der Organisator, vermuteten, dass noch weitere Demos nötig seien. Wir dürfen auf jeden Fall nicht schlapp machen, bis Acta vom Tisch ist. Das Internet in seiner heutigen Form wäre mit diesem Abkommen nicht mehr möglich. Überdies würde es sogar zum Tod von Menschen beitragen. (http://www.ondamaris.de/?p=30451) Also: Erzählt all den Leuten, die ihr kennt, worum es da geht. Es ist sehr wichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Zeit für Zeitungen

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Heute habe ich fast sechs Stunden damit verbracht, Zeitungen zu lesen, da ich Zugang zu einigen E-Papern erhalten habe. Zuerst war die FAZ dran, dann die Süddeutsche und zuletzt der Spiegel.

Ein großes Thema in den Tageszeitungen war die gestrige Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt. Die FAZ hatte die dortigen Reden abgedruckt. (Ich frage mich, was Reden bringen sollen, aber das ist ein anderes Thema.) Das Tolle daran war: Genau das hatte die Süddeutsche Zeitung auch gemacht, deswegen musste ich nicht alles lesen. Ich kannte es ja schon.

Wieso muss es denn sein, dass überall dasselbe gezeigt wird (auch wenn es ein wichtiges Thema ist)? Sollte sich eine Zeitung nicht vielmehr durch etwas Eigenes, Einzigartiges hervortun? Ich hätte jedenfalls keine Lust, mir etwas zu kaufen, wo eh nur das Gleiche drinsteht wie bei allen anderen.

Mein erster Gedanke beim Lesen des Spiegels galt der vielen Werbung. Interessehalber habe ich mal nachgezählt, wie viel Werbung in der Zeitschrift enthalten ist. Ich kam auf 28 ganzseitige Anzeigen, dazu kommen noch zirka viereinhalb Seiten mit Anzeigen, die nicht die ganze Seite bedecken. Insgesamt sind das also 32,5 Seiten. Der Spiegel hat 152. 21,3 Prozent – das ist ja so schlimm wie im Fernsehen. „Und jetzt unterbrechen wir die Berichterstattung über die Zustände in Syrien für ein wenig Werbung!“

Ich finde es jedenfalls toll, dass es solche E-Paper gibt. In Zukunft werde ich die Zugangsmöglichkeit dazu noch weiter nutzen und evtl. über den Inhalt der Zeitungen berichten. Denn es passiert auf der Welt unheimlich viel – und es wird auch unheimlich viel Mist geschrieben, teilweise sogar in seriösen Zeitungen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Aussehen

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Eigentlich sollte ich, während ich diesen Satz schreibe, in der Schule sitzen und auf das Eintreffen des Lehrers warten. Da ich mittlerweile aber nur noch flüstern kann, habe ich mich dazu entschieden, zu Hause zu bleiben und freue mich darüber, dass ich einen Laptop habe. Dadurch verfüge ich auch im Bett über Internet.

Gestern im Unterricht sagte einer der Lehrer (Engländer), dass man in seiner Heimat, wenn man bspw. bunte Haare oder andere Klamotten hat, durchaus angesprochen wird, Komplimente bekommt und gefragt wird, wo man XY her hat. In Deutschland sei es dagegen seiner Meinung nach so, dass man dann komisch angeguckt wird und es wird über einen getuschelt. Ein Mädchen aus meiner Klasse bestätigte diese These, indem sie sagte, wenn sie jemanden mit pinken Haaren sehe, denke sie, der habe einen an der Waffel. Normalerweise wundere ich mich ja über gar nichts mehr, aber…

Ich finde es toll, wenn jemand anders aussieht als alle anderen und ein bisschen mehr Individualität kann auf keinen Fall schaden. Das ist einer der Gründe, aus denen ich das Dorfleben nicht vermisse. Dort wurde man angeschielt, wenn man nur ein bisschen anders war als die anderen. Ich will das ganz bestimmt nicht wiederhaben.

In einem der Foren, in denen ich bin, gab es eine Diskussion darüber, ob Menschen im Alter noch attraktiv sein können. Die einen sagten, sie könnten keine Menschen attraktiv finden, die ihre Eltern oder Großeltern sein könnten. Die anderen (zu denen ich auch gehöre) sagten, dass das durchaus möglich sei. Ich meine, seht euch Clint Eastwood an!

Dieser Mann, der schon bald mein Uropa sein könnte, sieht mit fast 82 Jahren noch blendend aus. Wahrscheinlich sind die Leute, die denken, im Alter wird man zwangsweise hässlich, der Grund dafür, dass es in dieser Gesellschaft so einen verdammten Jugendwahn gibt. Ich hoffe, die Menschen sehen irgendwann ein, dass Alter auch schön sein kann. Oder pinke Haare.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

„Wer nichts Schlimmes tut, hat nichts zu befürchten“

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Wie schon im vorigen Blogeintrag erwähnt, war ich gestern auf einem Treffen der Familie meines Freundes. Politische Diskussionen auf Familientreffen sind ja nie besonders schön (zumindest wenn man altersmäßig und auch sonst nicht zur Gruppe der besonders engagiert Diskutierenden gehört). Diesmal ging es jedoch.

Über eine Sache möchte ich dennoch berichten. Während einer Diskussion über Acta meinte der Patenonkel meines Freundes, er habe nicht gegen derartige Abkommen, weil er ja nichts zu verstecken habe.

Der Sinn (oder Unsinn) von Acta soll hier gar nicht diskutiert werden. Worauf es mir ankommt: Ich störe mich an dem Argument „Wenn man sich nichts zu Schulden kommen ließ, hat man nichts zu befürchten“. Das lässt sich ja nicht nur auf Acta, sondern auch auf andere Dinge anwenden. Überwachung und Vorverurteilung von Menschen ist nie gut. Und wenn der Patenonkel meines Freundes sagt, er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen – warum würde ihn Überwachung nicht stören? Es stört mich, wenn ich überwacht werde, obwohl ich nichts gemacht habe. Meiner Meinung nach ist Misstrauen gegenüber jeglichen politischen Maßnahmen, besonders gegenüber solchen, die Kontrolle anstreben, durchaus angebracht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Familie

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Da ich gestern wieder auf die Familie meines Freundes traf, gibt es heute Zitate zum Thema Familie.

Mit der Axt spaltet man Holz. Mit der Zunge eine ganze Familie. (Peter Amendt)

Familie ist quasi der genetische Zusammenschluß von Menschen, die sonst vielleicht gute Feinde geworden wären. (Frank-Markus Barwasser)

Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. (Bibel)

Jeder Autor schreibt immer auch ein Stück über sich selbst. Aber viele Teile in diesem Roman sind erfunden und haben nichts mit meiner Familie zu tun und dabei soll es auch bleiben. Der Leser soll und muss nicht wissen – das macht die Qualität eines Romans nicht aus – was autobiografisch ist und was nicht. Es ist ein Roman. (Michel Friedman)

Die Schwachen unserer Gesellschaft brauchen kein Geld, sondern Joghurt, Äpfel, Blumenkohl und weitere Lebensmittel, die Supermärkte sonst in den Müll schmeißen. Das scheint zumindest Familienministerin Kristina Schröder zu glauben. Die Tochter eines Oberamtsanwalts und einer Immobilienhändlern lächelt gütig, wenn sie als Schirmherrin der „Tafel“ Essensreste an Bedürftige verschenkt. Wenn sich Schröder dann aber bei Twitter einloggt, beweist sie, dass sie nicht nur moderne Technik, sondern auch die aktuelle Hassideologie beherrscht: „Eine Familie in Hartz IV, 2 Kinder, erhält inkl. Elterngeld 1885 € vom Staat. Netto! Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?“, fragt Schröder. Der überzeugten Perlenohrringträgerin gefällt es jedenfalls, Hartz-IV-Empfängern das Elterngeld zu streichen, sobald sie das erste von zwei geplanten Kindern in die Welt setzen. (Kathrin Hartmann)

So wie es dazu gehört, sich zu freuen, wenn ein Kind geboren wird, so selbstverständlich muss auch der Tod am Ende eines erfüllten Lebens für die Menschen stehen. Dass dies sowohl in den Familien mit ambulanter Unterstützung oder eben in den entsprechenden Hospizen möglich ist, ist mir ein ganz großes Anliegen. (Regine Hildebrandt)

Es ist für eine Frau zwischen 14 und 44 Jahren auf dieser Welt wahrscheinlicher, dass sie durch ihre eigene Familie ermordet wird, als dass sie an Malaria, an Krebs, im Krieg oder bei einem Autounfall umkommt. (Ayaan Hirsi Ali)

Die Deutschen romantisieren die Großfamilie ebenso wie sie früher den Harem romantisiert haben. Als ob dies eine heile Welt wäre, in der alle Generationen unter einem Dach leben, alle glücklich sind und sich gegenseitig respektieren. In Wahrheit sind die Strukturen völlig anders. (Necla Kelek)

Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, damit die Menschen ihrem Willen zum Kind folgen können. Dazu gehört es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu organisieren. Das heißt mehr Unterstützung bei der Erziehung und Rückkehrgarantien zum Arbeitsplatz. (Paul Kirchhof)

Eine Gesellschaft, in der die Familien mit Kindern Gefahr laufen, unter die Armutsgrenze zu rutschen, stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus. (Franz König)

Familienbeziehungen gehören einer Sphäre an, in der die sonst üblichen Regeln des Urteils und des Handelns außer Kraft gesetzt sind. Sie sind ein Labyrinth von Spannungen, Streitereien und Versöhnungen, deren Logik widerspruchsvoll ist und deren Wertmaßstäbe´ und Kriterien oft so verborgen sind, wie der gekrümmte Raum eines in sich geschlossenen Universums. (Arthur Koestler)

Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben. (Karl Kraus)

Ich ärgere mich natürlich mehr über die Privaten, in dem Sinne, dass es schon noch das schlimmere Fernsehen ist. Was dort in Zusammenhang mit den ganzen Doku-Soaps geschieht, ist erschreckend. Einer Familie, die bei „Frauentausch“ mitgemacht hat, wurde die Wohnung vom Fernsehteam gezielt verdreckt, damit die Familie asozialer wirkt als sie in Wahrheit war. Und das vor den Augen dieser Familie. Wenn die Protagonisten etwas dagegen sagen, wird mit Vertragsstrafe gedroht. Mit dieser Form von Nötigung wird mittlerweile gearbeitet. Oder die ganzen schamlosen Call-In-Abzockereien bei Neun Live oder dem „Masterquiz“ auf SuperRTL, die für mich komplett abgeschafft gehören. Das sind alles Phänomene der Privatsender, wo es fast schon ins Kriminelle abgleitet. So schlimm sind die Öffentlich-Rechtlichen noch nicht, weil sie es noch nicht dürfen. Es gibt ja klare Vorschriften. Da ich für die Öffentlich-Rechtlichen Geld bezahle, habe ich aber auch einen ganz anderen Anspruch an das Programm. (Holger Kreymeier)

Wenn man über genügend Mittel verfügt, um ein verhältnismäßig angenehmes Leben zu führen, wie das bei mir zumindest im Moment der Fall ist, wäre es kokett zu sagen, ich mache mir nichts aus Geld. Ich bin froh, dass meine wirtschaftliche Lage so ist, wie sie ist. Ich bin allerdings nicht böse oder traurig, dass ich nicht noch mehr Geld habe und tausend Leibwächter und Hubschrauber und Learjets und den ganzen Kram. Andererseits möchte ich auch nicht in der Situation sein, eine Familie zu haben und nicht zu wissen, wie ich sie ernähren soll. Heutzutage kann man ja froh sein, wenn man Arbeit hat, egal, wie die aussieht. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Auch, wenn man mal meckert über seinen Beruf. Das ist schon eine privilegierte Sache, dass man überhaupt etwas zu tun hat. (Heiner Lauterbach)

Sie konnten so viel in meinen Kopf reinhämmern, wie sie wollten, ich habe nie ihre Erwartungen erfüllt: heiraten, Kinder in die Welt setzen, einen netten Job machen. Allein der Gedanke daran machte mich krank. Ich sagte nur: „Fuck you, ihr wollt, dass ich jemand bin, der ich nicht sein will. Ich finde selbst meine Identität. Ich will sein, wie ich will.“ Ich bin das Schwarze Schaf der Familie. Bei meinem Bruder hatten sie mehr Erfolg. Er ist im Finanzbusiness. (Brian Molko)

Die ganze Familienideologie ist ein sehr regressives Konzept. Die großen Werke der Weltliteratur handeln nicht von Familienglück, sondern von Familienhorror. (Jack Nicholson)

Was ich für mich aus dem ganzen Rummel Positives ziehen kann, das sind die immer besseren Rollenangebote. Was die Bewunderung durch Fans angeht – da habe ich nicht viel von. Klar ist es schön, wenn andere dich fotografieren und Autogramme haben wollen. Aber ich kann nicht verstehen, wie manche Schauspieler das Blitzlichtgewitter richtig in sich aufsaugen. Das habe ich nie verstanden. Ich erfahre doch Liebe und Akzeptanz zu Hause, von meiner Familie, Menschen die mir nahe stehen – das ist mir wichtig. (John C. Reilly)

Das Weib wirkt in der Familie, für die Familie; es bringt ihr sein Bestes ganz zum Opfer dar; es erzieht die Kinder, es lebt das Lebens des Mannes mit; die Gütergemeinschaft der Ehe erstreckt sich auch auf die geistigen Besitztümer, aber vor der Welt kommen die eigensten Gedanken, die eigensten sittlichen Taten des Weibes meist nur dem Manne zu gut; auf seinem Namen häufen sich die Ehren, während man gar bald die Gattin vergißt, die ihm diese Ehren hat mitgewinnen helfen. (Wilhelm Heinrich Riehl)

Deutschland ist so lange kein kinderfreundliches Land, so lange junge Frauen ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie versuchen, Familie und Beruf miteinander zu verbinden. (Jürgen Rüttgers)

An einer piefigen kleinen Strandbar tummeln sich allerlei Typen, die einige Wochen lang vor jedem Rasierer geflüchtet sind, und trinken Elefantenpipi aus einer Bierpulle, wobei sie von aufgekratzten Tussis begrabbelt werden. Soll einen das etwa davon überzeugen, dass man für ein paar Monate abseits von Körperhygiene und sexuellen Hemmungen doch gern eine Bierwampe in Kauf nimmt, die man dann wieder in einigen Jahren abtrainieren muss, um bei den Mädels anzukommen, die Alkoholatem für anziehend halten und davon rattig werden?
Das ist fast so große Augenwischerei wie bei Krombacher, wo jeder verkaufte Kasten Gerstensaft einen(!) Quadratmeter Regenwald retten soll und somit im letzten Jahr eine Fläche in der Größe eines mickrigen Dorfes als Lebensraum für einige Waldameisen sicherte. Dem gegenüber stand eine Werbekampagne, die jeden in der Illusion bestärkte, deutscher Alkoholismus würde die ökologische Katastrophe verhindern.
Noch berüchtigter ist ja schon die Kaffee-Werbung, in der ein Vater seiner missratenen Lendenfrucht alles verzeiht und sämtliche Erziehungsgrundsätze über Bord wirft, sobald ihm der Sohn fehlerfrei die Ursprungsländer seiner frisch aufgebrühten Kolonialware herbetet. Fast schon automatisch fragt man sich, ob die Mutter nun wegen ihrem koffeinsüchtigen Mann abgehauen ist oder ob sie sich voller Scham von der Autobahnbrücke stürzte, weil ihr Sohn noch dussliger ist als der Hund, welcher auch immer mal wieder durch die Kulisse streift und die hässlichen Möbel anpieselt.
Dabei ist doch glückliches Familienleben so einfach, wenn man den Werbespots von Knorr und anderen Büchsenfabrikanten glauben darf. Die Mutter sitzt den ganzen Tag zu Hause, und wenn Mann und Kinder nach Hause kommen, bereitet sie gekonnt eine extravagante Schlemmerei aus der Weißblechtrommel. Zärtlich säuselt dann der Mann seiner Angetrauten ins Ohr, dass seine Sekretärin zwar viel besser im Bett sei, aber die kleine Schlampe niemals in der Lage wäre, derart liebevoll eine Nudelsuppe aufzuwärmen. (Christian Schmidt)

Im Leben eines Mannes gibt es gewisse Dinge, die er unbedingt tun sollte. Ein Haus bauen, eine Familie gründen und einen Baum pflanzen. Bisher habe ich noch nichts davon geschafft. Bei manchen Leuten wünscht man sich aber, dass sie den Teil mit der Familie nie realisiert hätten. Um es mal unverblümt zu sagen: Viele Eltern haben eine gehörige Klatsche. (Christian Schmidt)

Meiner Meinung nach sind Stolz und Ehre allerdings wie Selbstbefriedigung und Stuhlgang. Man muss selbst damit klarkommen, ohne dass man Gerichte, Anwälte, Brüder oder Hieb- und Stichwaffen zu Hilfe ruft. Im besten Fall kann man einfach entscheiden, dass das Gegenüber nur niederes Gewürm ist und gar nicht die Relevanz hat, um das Selbstwertgefühl merklich anzukratzen. Ansonsten kann man einfach zurück beleidigen, dafür gibt’s sogar einen entsprechenden Paragraphen im Strafgesetzbuch. Und wenn das nicht hilft, bleiben von einem Tanzduell bis zu einer zünftigen Prügelei immer noch genügend Alternativen. Flennend zum Anwalt (oder seiner Familie) zu rennen und um Rache zu betteln, ist dagegen einfach nur peinlich und würdelos. Und da hätten wir doch noch einen Angriff auf die Menschenwürde gefunden – allerdings einen, der nicht verboten ist. (Christian Schmidt)

Und so schaue ich fassungslos die zahllosen Fernsehdokumentationen, in denen irgendwelche Familien ihre Sachen packen und in die Ferne ziehen, ohne Sprachkenntnisse und fundiertes Wissen über Kultur und Rechtslage des beglückten Gastlandes. Viele scheinen nicht einmal zu ahnen, dass es auch außerhalb Deutschlands so etwas wie Einwanderungsregelungen gibt und es keine Bombenidee ist, mit einem Touristenvisum und (höchstens) 3000 Euro in bar eine neue Existenz aufzubauen, insbesondere wenn man nicht mal einen Job in Aussicht hat. Und auch der Plan, mit einem gebrauchten Transporter problemlos eine florierende Speditionsfirma aufzubauen, wirkt längst nicht mehr so clever, sobald die grausame Realität ihre hässlichen Krallen ausfährt und zeigt, dass die einheimischen Spediteure nicht sonderlich scharf drauf sind, von deutschen Scheinasylanten und Wirtschaftsflüchtlingen Konkurrenz zu bekommen. (Christian Schmidt)

Warum machen Verwandte sowas? Warum sagen sie jüngeren Familienmitgliedern einfach plump ins Gesicht, was sie keinem Fremden sagen würden und was sie selbst nicht hören wollen? (Christian Schmidt)

Wenn man als Frau und Mutter auch heute, an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, immer noch in der beruflichen Entwicklung gehandicapt ist, dann ist die Familienpolitik in diesem Land gründlich gescheitert. (Heidi Schüller)

Ich träume von einer Stadt, in der Kinder willkommen sind, in der sie faire Chancen haben und in der Familien und deren Kinder auch als Mieter und als Nutzer öffentlicher Plätze gerne gesehen sind. Ich träume von einer Stadt, in der man akzeptiert, dass Kinder Freiräume brauchen. (Wolfgang Schuster)

Ich bin sowieso der Meinung, dass Freundschaftsbeziehungen viel intensiver sein können als Familienbeziehungen. (Jaecki Schwarz)

Wir wollen nicht mehr nur wählen können zwischen der DDR als Unrechtsstaat und einer schalen Ostalgie. Gerade wir, die dritte Generation Ost, haben die Verantwortung, uns ein eigenes Bild von der Vergangenheit zu machen. Dazu brauchen wir die Erfahrungen unserer Eltern. Wir wollen wissen, was die DDR, die Mauer, mit uns und unseren Familien zu tun hat. […] Wir müssen einzeln und gemeinsam unsere Eltern, Lehrer und Politiker fragen, wie es war. Wir müssen auch die Stasiunterlagen-Behörde fragen, was in den Akten steht. […] Nur so können wir endlich verstehen, wie hoch der Preis war, sich in der Unfreiheit einzurichten. […] Und dann kann es gelingen, den größeren Diskurs über die deutsche Vergangenheit gerecht und gemeinsam zu führen. (Johannes Staemmler)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Wunschliste

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Ich habe festgestellt, dass sich mein Hörverstehen in Französisch deutlich bessern sollte, und ich habe neulich einen tollen Film gesehen. Aus diesen Gründen habe ich jetzt bei Amazon einen Wunschzettel angelegt in der Hoffnung, dass mir irgendeine freundliche Menschenseele diesen Film kauft:

http://www.amazon.de/registry/wishlist/3K7A7W9OYEC6F/ref=cm_wl_rlist_go_o

Ich werde von Zeit zu Zeit das Ding etwas erweitern und neue Sachen draufsetzen. (Das erinnert mich irgendwie daran, dass ich als Kind immer Zettel an den Weihnachtsmann geschrieben habe. Manchmal bekam ich das, was ich wollte, manchmal nicht.)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin