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Euch euer Glaube und mir mein Glaube

Veröffentlicht am

Die Mutter meines Freundes hat zwei Geschwister. Der Bruder hat eine Lebensgefährtin und die Schwester ist seit über vierzig Jahren verheiratet (sie ist sechzig Jahre alt). Und alle waren sie gestern zu Besuch.

Ich wünschte mir an mehreren Punkten des Abends, ich wäre irgendwo anders gewesen. Leider war mein Freund zeitweise weg, da er Lektor in der Kirche war. Zeitweise musste ich auch einfach mal weg.

Aber der XY hat ja schon acht Monate geheiratet, nachdem seine Frau gestorben ist, und die neue Frau war da im vierten oder fünften Monat. Die Kinder können das nicht gut haben.

Das soll ja jeder machen, wie er will. Wir wollen nicht lästern.

Na, wer entdeckt den Fehler?

Als ich wieder da war, war der übliche Klatsch Gott sei Dank schon abgehakt und man unterhielt sich über andere Dinge. Ich versuchte, oben erwähnte Lebensgefährtin davon zu überreden, Blut spenden zu gehen und erklärte ihr, wie das alles abläuft. Sie zeigte sich auch recht interessiert.

Gerade als ich, unter anderem durch das leckere Essen (das muss man meiner Schwiegermutter in spe lassen, sie ist eine super Köchin), mit dem Abend recht zufrieden war, wurde ich eines Besseren belehrt. Und wie ich belehrt wurde, ich habe tatsächlich einiges gelernt.

Normalerweise halte ich mich aus Diskussionen über den Islam und Integration heraus. Ich weiß genau, dass es am Ende immer sehr hitzig wird und Leute Vorurteile raushauen, dass man sich an den Kopf fasst. Besonders der Mann der Schwester meiner Schwiegermutter in spe hat sich da sehr hervorgetan. Ich habe die Diskussion viel zu spät verlassen. Hinterher saß ich in der Küche und fragte mich, wie solch eine haarsträubende Diskussion bloß entstehen konnte. Erst wollte es mir eine ganze Zeit nicht einfallen, dann rief ich mir ins Gedächtnis, dass das Ganze aus einem Gespräch über Vornamen für Kinder entstand und besagter Onkel irgendwann anfing, lauter türkische und arabische Namen vorzuschlagen.

Du wirst sehen, irgendwann sind wir soweit!

Ich hatte bemerkt, dass der ältere Bruder meines Freundes und die Tante sich in die Küche zurückgezogen hatten, und irgendwann stieß ich dann zu ihnen. Dort entwickelte sich eine sehr interessante und – was ich ehrlich gesagt nicht erwartet hätte – vorurteilsfreie Diskussion über Gott, Glauben, Religion und damit verbundene Werte. So etwas hatte ich bei der Runde am Esstisch vermisst – dass Leute sich zuhören und unterschiedliche Einstellungen akzeptieren. Ob jetzt bezüglich des Islams oder des Christentums – Kommunikation ist alles. Wir sollten mit den Leuten sprechen, anstatt sie gleich zu verurteilen. Ich frage mich allerdings, ob ich mit dem Onkel jemals wieder über den Islam sprechen kann oder werde. Als ich ihm von einer ehemaligen (deutschen) Mitschülerin erzählte, die zum Islam konvertiert ist und (freiwillig) ein Kopftuch trägt, sagte er nur, die täte ihm Leid und wie man so was nur freiwillig machen könne. (Er ist Katholik; gibt es da nicht auch bestimmte Regeln, denen er sich freiwillig „unterwirft“?)

Ich finde, man sollte sich nicht unbedingt auf die Dinge besinnen, die trennen, sondern auf die, die vereinen.

Wer Gutes vollbringt, soll Besseres als das erhalten.

Preisfrage: Stammt dieses Zitat aus der Bibel oder dem Koran?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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