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Den Müll wegbringen

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Mein Freund und ich waren heute bei „Keinen Meter den Nazis!“ in Münster und es war ein sehr interessantes Erlebnis. Wir waren relativ früh da, also fanden wir zunächst recht wenig Leute vor (es dürften aber immer noch mehr gewesen sein als bei der letzten Demo gegen Acta in meiner Heimatstadt). Ich habe mich umgeschaut und dabei festgestellt, dass sich eine recht breite Schicht zum Protest gegen Nazis versammelt hat. Viele junge Menschen, aber auch viele mittelalte und ältere Menschen. Natürlich haben viele Verbände und Parteien auf der Gegendemo für sich Werbung gemacht. Gesehen habe ich unter anderem:

–          attac

–          die Grünen

–          die SPD

–          die ödp

–          die Christlich-Demokratischen Arbeitnehmer

–          die Jungliberalen

Es versammelten sich immer mehr Menschen an „unserem“ Standort, und später habe ich von der dortigen Kundgebung des DGB als der Hauptkundgebung gelesen. Eine Bahnlinie befand sich dort, und so kam es, dass irgendwann jeder vorbeifahrende Zug angepfiffen und –gebuht wurde, da die Leute wohl dachten, in den Zügen befänden sich Nazis. Wirklich gesehen hat man (wir zumindest) aber keine – alles war von der Polizei abgesperrt, außerdem ging der Naziaufmarsch mit erheblicher Verspätung los.

Im Bus auf dem Weg zum Bahnhof begegneten wir einigen Chaoten, die wohl vorhatten, sich „mit den Faschos zu kloppen“, was aber von den Polizisten unterbunden wurde, u.a. durch Zuhilfenahme von Pfefferspray. Als ich, wieder zu Hause, im Internet recherchierte, habe ich auch erfahren, dass es wohl an anderen Orten auf dem Protestgelände zu Gewalt gekommen ist und dass deswegen direkt eine Demo gegen Polizeigewalt angeschlossen wurde. Ich kann dazu nicht so viel sagen, da ich nicht dabei war – ich finde es nur traurig, dass Proteste immer wieder in Gewalt ausarten.

Sehr schön fand ich hingegen, dass die Zahl der Gegendemonstranten die Zahl der Nazis um ein Vielfaches überstieg. Die Rede war von 300 Rechten und 4000 bis 5000 „Gegen-Rechten“. Es war sehr toll, sich unter lauter Menschen zu befinden, die sich fremdenfeindlichem Gedankengut entgegenstellten. Mein Freund und ich haben dort einen Münsteraner türkischer Herkunft getroffen, der etwas sehr Interessantes sagte:

Ich habe Beziehungen mit ostdeutschen Neonazis. Die behaupten immer: Ihr Ausländer nehmt uns unsere Jobs weg! Einmal hat das wieder einer zu mir gesagt. Da habe ich meinen Kittel ausgezogen, ihm hingehalten und gesagt: Hier, arbeite! Er hat gesagt: Iih, nein, da mache ich mich ja schmutzig.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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  1. Auch wenn von den Neonazis nichts zu sehen war (stattdessen jede Menge Mannschaftswagen der Polizei), schön war’s trotzdem und ich denke, es hat sich gelohnt.

    Ein paar Impressionen finden sich hier (bis nächstes Jahr oder so, wenn ich den Platz für andere Bilder brauche – irgendwann sollte ich mir mal eigenen Webspace zulegen):
    http://www.oxp.de/Album/52931_6

    Antwort
  2. Pingback: Linke versus Polizei | rumphorst

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