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Monatsarchiv: Januar 2013

Ein Zufall, der einen Blogeintrag auslöst

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Im Radiosender, für den ich arbeite, unterhielt ich mich heute mit den Schülerpraktikanten über die Suchmaschine “yasni.de”. Ich war neugierig, was diese Suchmaschine über mich wusste, und gab meinen Namen ein. Und da fand ich heraus, dass mein Artikel über Mobbing, den ich vor einigen Monaten für den Spießer geschrieben hatte (ist in der aktuellen Ausgabe gelandet), von Spiegel Online übernommen wurde:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/mobbing-im-internet-und-in-der-schule-taeter-und-opfer-erzaehlen-a-873794-3.html

Ich habe nur zufällig herausgefunden, dass der Artikel von Spiegel Online übernommen wurde, weil die Spießer-Redaktion es versäumt hatte, mich darüber zu informieren – sowohl persönlich als auch im Kleingedruckten des Auftrags damals. (Der gute Klopfer hatte den Artikel auf Spiegel Online gelesen, hatte mir aber auch nichts gesagt. Zwinkerndes Smiley) Nun gut, ich will mich jetzt den Kommentaren zum Artikel widmen. Normalerweise lese ich ja keine Online-Kommentare, außer es geht um Sachen, die ich verantwortet hab. Wie halt den Artikel über Mobbing.

Im Folgenden zitiere ich (nicht wörtlich, sondern aus dem Gedächtnis) Thesen, die meist vielfach vertreten wurden, und gebe meine Meinung dazu wieder.

Wer sich nicht wehrt, ist selber schuld

Wie ich in meinem Artikel bereits schrieb, ist Mobbing manchmal so heftig bzw. effektiv, dass man sich nicht mehr wehren kann oder nicht weiß, wie man es tun soll. Es ist ein wenig so, als wäre man ein kleines Insekt, das unversehens bei einer Spinne im Netz landet und dort festklebt und am Ende aufgegessen wird. Diese These ist auch aus einem anderen Grund falsch. Schwäche kann ja nicht die Entschuldigung für Mobbing (oder andere Untaten) sein. Erinnert mich ein klein wenig an die Vollhonks, die, wenn eine Frau vergewaltigt wurde, behaupten: “Die hat ja voll dazu aufgefordert mit ihrem Minirock!”

Gewalt kann eine Lösung sein

Zunächst mal bin ich grundsätzlich gegen Gewalt. Und selbst wenn es in manchen Fällen doch verständlich ist, weil man einfach nicht mehr weiter weiß: Für mich wäre Gewalt keine Option gewesen. Ich war mindestens ein Jahr jünger als alle anderen, ziemlich klein und schmal, und die meisten Mobber waren männlich. Da hätte ich mit Zuhauen nicht viel ausrichten können – es wäre vermutlich ein Schneiden ins eigene Fleisch gewesen.

gerichtliche Androhungen helfen

Da muss ich zugeben, dass ich dieses Mittel nicht ausprobiert habe. Allerdings hätte eine reine Androhung in meinem Fall wohl reichen müssen, da meine Eltern, so vermute ich, kaum das Geld für einen Prozess über hatten. Und wie ein Kommentator schon richtig erkannt hatte: Oft steht Aussage gegen Aussage. Und wem glaubt man dann? Den Leuten, die in der Überzahl sind – also den Mobbern.

Mobbing ist ganz normal, es wird nie aufhören, egal, was irgendwelche Sozialpädagogen-Gutmenschen behaupten und die Opfer müssen sich verbiegen

Mobbing ist NICHT ganz normal. Es ist unheimlich grausam. Der Mensch, der die Sozialpädagogen-Gutmenschen-Formulierung verwendete (im Übrigen hasse ich das Wort “Gutmensch”), suchte wohl nur eine Entschuldigung dafür, dass er selbst nicht genug Zivilcourage hat. Und was Opfer angeht, die sich verbiegen müssen: siehe oben.

die Leute, die ich damals gemobbt habe, sind heute erfolgreiche, anerkannte Leute

Auch das ist in meinen Augen keine Entschuldigung für Mobbing. Ich will an dieser Stelle mal einen etwas abgefahrenen Vergleich wagen, in der Hoffnung, dass man versteht, was ich meine: Wenn man an irgendeinem Gebäude Brandstiftung verübt und es kamen durch Zufall keine Menschen zu Schaden, bleibt es nichtsdestotrotz gefährliche Brandstiftung. Und dass die ehemals Gemobbten heute erfolgreich sind, heißt ja nicht, dass sie nicht trotzdem enorme psychische Probleme bekamen.

Stromberg würde sagen: Schule ist Krieg.

Da muss ich definitiv zustimmen. Es war für mich wie ein einziger Krieg, es war so, als ob ich durch ein Minenfeld laufen müsste, ohne auf eine zu treten. Hat geklappt, aber manchmal war ich verdammt dicht an einer Mine dran.

Kartoffeln sind in vielen Schulen in der Unterzahl, Türken kennen unsere Gesetze nicht, bloß die Scharia

An den User “dickebank”, falls er das lesen sollte: Es ist für mich unter aller Sau, dass du sofort wieder die “Scheiß-Ausländer”-Keule rausholen musstest. Erstens hat es überhaupt nichts mit dem Thema des Artikels zu tun, zweitens fällst du auf ein blödes Klischee rein und drittens möchte ich hinzufügen, dass ich damals auf eine Schule ging, auf der es Ausländer so gut wie gar nicht gab.

Mehrere Kommentatoren erzählten, dass sie ihre ehemaligen Mobber nach vielen Jahren wiedergesehen und die Mobber scheißfreundlich getan hätten. So etwas habe ich auch erlebt. Das im Artikel erwähnte “Wasch-dich-mal”-Mädel habe ich vor einigen Monaten in der Unimensa getroffen, als ich dort meinen Freund besuchte. Es folgte freundliches Geplapper à la “Und, was machstn du so?”. Leider war ich zu freundlich, um einfach zu sagen “Lass mich” und woanders hinzugehen. Ich hätt’s tun sollen.

An den Kommentaren fand ich generell schade, dass kaum einer auf die Artikel einging, sondern die meisten einfach nur ihre generellen Erfahrungen und Meinungen zum Thema “Mobbing” abließen. Aber gut, es ist Spiegel Online, da lese ich die Kommentare ja wie gesagt eh nie, weil ich davon nichts erwarte.

Schließen möchte ich mit einer wichtigen Information: Leider hat die Redaktion für die Veröffentlichung einen Hinweis in meinem Artikel herausgekürzt, den ich an dieser Stelle wieder einfügen möchte:

Ohne meine beste Freundin und meinen Freund hätte ich die Schule wahrscheinlich abgebrochen.

Falls ihr das lest: Vielen Dank noch mal.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

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Mittlerweile wird jede dritte Ehe geschieden. Als Kitt benutzen die Leute eine unglaublich teure Hochzeit. So zumindest mein Eindruck, als ich heute die örtliche Hochzeitsmesse besuchte (mein Chef beim Radio hatte mir eine Freikarte geschenkt, die er von einer Verlosung übrig hatte).

Ich war nicht die einzige Besucherin. Als ich neben der Stadthalle aus dem Bus stieg, liefen mir aus Richtung des Parkhauses ziemlich viele Pärchen entgegen, die sich natürlich alle demonstrativ an der Hand hielten beim Laufen. Vor dem Eingang der Halle hatten zwei fette, geschmückte Werbe-Limousinen geparkt. Ich dachte schon, die seien protzig. Da hatte ich die Halle noch nicht betreten.

Ich musste mich stellenweise fast übergeben aufgrund der unglaublich teuren Sachen, die ich auf der Messe sah. Wenn man will, kann man für jeden einzelnen Teil einer Hochzeit wahnwitzig viel Kohle raushauen. Total übertriebene Fotos (reicht es denn nicht mehr aus, wie bei meinen Eltern einfach Gäste Fotos machen zu lassen, die meist eh viel besser aussehen?). Ein Fotograf, dessen Stand ich besuchte, bietet ein so genanntes “Komplettpaket”, das die Hochzeit vom Schminken bis zum letzten flüchtenden Gast begleitet, für 2000 Euro an. Ein Caterer bot ein Buffet für 80 Euro pro Nase an (wer, wenn nicht grade Trüffel oder Ähnliches im Essen enthalten sind, futtert denn an einem Abend für so viel Geld?). Das teuerste Kleid, das ich sah, wurde für 1700 Euro feilgeboten (wobei ich meinen Hintern darauf verwette, dass es da auch noch Teureres gab). Am allerschlimmsten fand ich aber die Ringe. Den teuersten, den ich erblickte, gab es für achttausend Euro. Damit könnte ich ein komplettes Studium finanzieren. Von einem Juwelier hab ich mir zwei Heftchen mit Ringen mitgenommen. Preise stehen da natürlich nirgendwo drin.

Ich verstehe auch nicht, warum man als Hochzeitspaar mittlerweile sonst wohin fahren muss, um sich zu vermählen. Am Stand eines Fotografen waren Bilder von Paaren vertreten, die sich in Norderney und am Gardasee trauen ließen. Einer der eher spärlich besuchten Stände gehörte der katholischen und der evangelischen Kirche. (Ich finde es übrigens sehr amüsant, wie viele Paare in ihrem sonstigen Leben nie in die Kirche gehen, den geistlichen Beistand bei einer Hochzeit aber auf einmal irre wichtig finden. Naja, vielleicht wollen sie auch einfach nur eine Ausrede haben, um zwei Mal feiern zu können.) Sie hatten so ein paar durchsichtige Plastikrohre aufgebaut, die mit “Liebe”, “Familie” und sonstigen Dingen beschriftet waren und wo die Messebesucher dann Kügelchen reinwerfen sollten, je nachdem, was ihnen in einer Ehe am wichtigsten war. Die Rohre “Sexualität” und “steuerliche Vorteile” waren am leersten. (Ob da nachgeholfen wurde?)

Bei einer ordentlichen Hochzeit darf natürlich auch gute Musik nicht fehlen. Irgendwann lief ich an einem Stand vorbei (das muss kurz, nachdem ich den Achttausend-Piepen-Klunker sah, gewesen sein), als ich einen Hochzeitsmusiker vernahm, der auf der Gitarre ein Lied klimperte. Fasziniert stellte ich fest, welches Lied es war: “Disturbia”. Wie passend für eine derartige Messe-Erfahrung.

An einem anderen Stand nahm ich mir eine Zeitschrift mit, die die Leser über Hochzeitsmöglichkeiten in meiner Stadt und Umgebung informieren sollte (zur Erinnerung: Ich wohne in der drittgrößten Stadt Niedersachsens.). Trotzdem las ich irgendwann Tipps über Borkum, Bad Tölz und München. Das Einzige, was mich an der Zeitschrift wirklich begeisterte, war die Hochzeits-Checkliste, die kann ich allerdings auch im Internet nachgucken und verbrauche dann nicht so viele toten Bäume dafür.

Die letzte Sache, die ich mir ansah, bevor ich schließlich flüchtete, war der Beginn der Modenschau. Das passte auch total, denn ich dachte, dass Hochzeiten mittlerweile zu einer Art Schaulaufen verkommen waren. Die Hochzeit soll ja der schönste Tag im Leben eines Menschen sein. Doch viele Menschen können offenbar nur glücklich sein, wenn sie dabei derart protzen, dass mir einfach nur schlecht wird. Wem wollen solche Leute eigentlich damit etwas beweisen? Ich will ja auch irgendwann mal heiraten, aber nach dem heutigen Tag habe ich es damit auf einmal gar nicht mehr so eilig.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

2013, omfg

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Silvester habe ich mit meinen Freunden verbracht, aber, zum ersten Mal, seit wir zusammen sind, ohne Freund. Es war trotzdem lustig. Ich habe mich auf der Wii zum Affen gemacht, “Dinner for one” und “Sylvesterpunsch” geguckt und Activity gespielt. Neben diversen anderen Sachen. Ich habe drei wichtige Sachen gelernt:

1.) Koffein hat eine ähnliche Wirkung wie Alkohol.

2.) Fritz-Cola hat sehr viel Koffein in sich.

3.) Niemals um 2 Uhr morgens noch Chili con carne futtern, wenn man sich bereits vier Stunden zuvor den Magen vollgehauen hat. (Genau ein Jahr zuvor hatte ich Probleme aufgrund von zu hohem Konsum an rohem Fleisch – ich fand es irgendwie lecker. Ich hoffe nur, das Magenverderben wird nicht zur Silvestertradition.)

Trotz allem war die Party richtig toll. Die Freundin, bei der wir gefeiert haben, hat eine richtig große Bude, die zudem sehr toll gelegen war, sodass wir richtig viele von diesen tollen bunten Silvesterknallern und –raketen sehen konnten.

Nachfolgend noch mein Jahresrückblick 2012:

1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

Ich würde es wieder einmal mit einer 7 benoten. Mir ist zwar noch größerer Scheiß als 2011 passiert, dafür habe ich es allerdings geschafft, mir zwei Lebensträume zu erfüllen: das Studium und das Ärzte-Konzert.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es ist ziemlich genau gleichgeblieben, wenn man von einer relativ kurzen Zeit gegen August absieht, aber da habe ich wohl eh bloß Wasser verloren.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich fürchte, eher kurzsichtiger, allerdings war ich auch 2012 nicht beim Augenarzt.

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Die Übersetzerabschlussprüfungen bei der IHK (an dieser Stelle ein herzliches “Fuck you” an die IHKs Düsseldorf und Dortmund) sowie die Studiengebühren haben ein riesiges Loch in mein Konto gerissen und dann habe ich zwischen der Ausbildung und dem Studium auch noch einen verdienstlosen Monat überbrücken müssen. Allerdings habe ich jetzt endlich einen vernünftigen Nebenjob als freie Mitarbeiterin beim Radio. Außerdem kriege ich den Studibafög-Höchstsatz. Fazit: Erst viiiiel weniger, dann etwas mehr.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Den besten Job ever.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Siehe Frage 5. Größte Überweisung bisher: die Studiengebühren fürs erste Semester.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Einer meiner Pressetermine war eine medienwirksame Aktion des Oberbürgermeisters, bei der er die neue Zoolotterie-Saison eröffnete und die ersten paar Lose verkaufte. Ich habe ihm auch eins abgekauft und damit eine sehr informative Zeitschrift über den Zoo gewonnen.

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Eindeutig weniger.

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Fünf (ein paar Erkältungen und Blasenentzündungen).

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Natürlich die Blasenentzündungen. Es war einfach nur nervig.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Das Studium. Hat aber trotzdem geklappt, bis jetzt jedenfalls.

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Den ganzen Tag bei stechender Sonne draußen herumzulaufen. Das hat mich ins Krankenhaus gebracht.

14.   Die teuerste Anschaffung?

Das Weihnachtsgeschenk für meinen Freund.

15.   Das leckerste Essen?

Schokopudding mit Lebkuchensoße in der Unimensa, vor ein paar Wochen.

16.   Das beeindruckendste Buch?

Wirklich beeindruckend in dem Sinne fand ich dieses Jahr kein Buch.

17.   Der ergreifendste Film?

Am nächsten dran ist da noch der erste Teil des “Hobbits”. Epische Musik und Landschaftsaufnahmen.

18.   Die beste CD?

“Ukraine do Amerika”… ist allerdings auch die einzige CD, die ich mir gekauft habe.

19.   Das schönste Konzert?

Die Ärzte, 22. Mai, Bremen, ÖVB-Arena.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

22.   Zum ersten Mal getan?

Auf einem Friedhof gearbeitet. Eine Synagoge von innen gesehen. Studiert. Als Patient in einem Krankenhaus gelegen. Diverse nicht jugendfreie Dinge.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

Ähm… ein Praktikum absolviert?

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Herzschmerz, der Stress wegen den IHK-Prüfungen und die relativ geldlose Zeit.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Siehe Frage 14.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Die tolle Geburtstagsparty.

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich liebe dich und möchte für immer mit dir zusammen sein.“

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

So ziemlich dasselbe wie bei Frage 28.

30.   Dein Wort des Jahres?

Uni.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Euro.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

CDUwatch und Bildblog.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2013

Die Kitschautorin