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Warum ich von Mittwochabend bis Sonntagabend nicht online war

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Ich hänge sehr gerne im Internet herum. Am Mittwochabend verabschiedete ich mich von meinen zahllosen Onlinefreunden mit der Bemerkung „Bis morgen“. Da wusste ich noch nicht, dass ich am nächsten Tag, dem Donnerstag, einen unfreiwillig internetlosen Tag verbringen würde. Das Internet in meiner Bude spackt schon eine ganze Weile. Am Donnerstag schließlich funktionierte es überhaupt nicht, weswegen ich keine Gelegenheit mehr hatte, ins Internet zu gehen, bevor ich Richtung Nordosten abdüste. Mittlerweile sind wir uns in unserer WG einig, dass wir uns einen neuen Router anschaffen wollen.

Nach einer unglaublich schlaflosen Nacht machten mein Freund und ich uns Freitagmorgen früh auf, um die Eltern meiner Mutter zu besuchen. Großmütter sind ja im Allgemeinen dafür bekannt, hervorragende Köchinnen zu sein (meine Oma mütterlicherseits ist sogar gelernte Köchin), was ich schon Freitagmittag wieder feststellen durfte, als ich mich mit einem viel zu vollen Bauch auf die Couch legte. Erstaunlich, dass mein Appetit so groß war, wenn man sich überlegt, welche Sendung beim Mittagessen lief („Shopping queen“, VOX). Am Freitagnachmittag besuchten wir fünf (meine Mutter war auch dabei) noch meine anderen Großeltern, über die ich im Blog ja schon häufiger berichtet habe. Ich ärgerte mich über einen Brief des Krankenhauses, in das ich Mitte August eingeliefert worden war. Denen war doch tatsächlich nach einem halben Jahr noch eingefallen, dass sie die Praxisgebühr für meine Behandlung haben wollten. Da dürften die Verwaltungskosten ja höher gewesen sein als das zu erwartende Geld.

Mein Freund und ich wurden in der leerstehenden Wohnung meines Onkels einquartiert und verbrachten den Abend vorm Fernseher. Er löste die Kreuzworträtsel in den Klatschzeitschriften meiner Oma. (Meiner Meinung nach kann man die Dinger auch für nichts anderes gebrauchen als fürs Rätseln.) Im WDR lief „Vorfahren gesucht“ mit Joey Kelly. Ich finde Ahnenforschung unheimlich spannend, die Sendung gefiel mir also richtig gut. Danach schaute ich einfach weiter WDR und Horst Lichter dabei zu, wie er durch NRW cruiste. Er hatte unter anderem eine junge Familie besucht, die in zwei umgebauten Bahnwaggons lebt. Wer mehr darüber wissen will: http://www.wdr.de/tv/lichtersschnitzeljagd/sendungsbeitraege/2013/0308/index.jsp

Der Samstag war zunächst ziemlich anstrengend. Mir wurde u.a. beim Essen befohlen, doch z.B. mal in den Spiegel zu gucken und zu lächeln oder auch einfach mal so zu lächeln, denn „diese ewige Grummelei, das kann ja nicht angehen“. Wenn man das mal so einfach wegkriegen könnte. Samstagabend wurde dann eine große Belastungsprobe für meinen Magen. Mein Großvater hatte zum Essen ins indische Restaurant des Ortes geladen anlässlich seines Geburtstages. Das Essen war vorverlegt worden, damit mein Freund und ich auch teilnehmen konnten, wir mussten gestern schon wieder wegfahren. Ich hatte mich schon vorm eigentlichen Essen mit Papadam vollgestopft. Darauf kamen dann noch Hähnchenbrust mit Rahmsoße und zwei Kugeln Eis (Schoko und Jogurt-Waldbeer).

Wieder zurück, schauten mein Freund und ich uns „Comedystreet“ an. Ich fand es wirklich unterhaltsam. Ab 22 Uhr liefen dann die ganzen Gags, die Menschen unter 16 Jahren nicht mitkriegen dürfen, wobei ich mich wieder einmal fragte, was denn daran so schlimm sein sollte. Das „Schlimmste“ war ein Paar nackte Frauentitten. Ich bin mir sicher, unter-16-Jährige haben davon eh schon genug gesehen.

Am Sonntag überreichten wir meinem Opa sein Geburtstagsgeschenk, über das er sich sehr freute: ein kunstvoll bemaltes Bierglas. Wahnsinnig viel passierte an dem Tag auch nicht mehr, denn mein Freund und ich fuhren zurück nach Hause. Es wundert mich wirklich, dass die Züge pünktlich fuhren, wenn man bedenkt, wie viel Schnee überall lag. (Meine Mutter hatte mich schon um ungefähr elf Uhr darüber informiert, dass unser Zug keine Verspätung aufwies. Allerdings war der da noch längst nicht losgefahren.) Überhaupt wundert es mich, dass das schlechte Wetter ausgerechnet an dem Tag wieder einsetzte, als wir losgefahren waren. Wir sind schuld. Ha.

Während dieser ganzen dreieinhalb Tage (oder so) war ich nicht im Internet. Sicher hätte ich mir den W-Lan-Schlüssel von meinem Opa besorgen können, der mitterweile auch sehr begeistert im Internet unterwegs ist, aber ich wollte nicht. Während des viertelstündigen Aufenthaltes im Hamburger Hauptbahnhof hatte ich versucht, mich ins ungesicherte W-Lan einzuloggen, um schnell meine E-Mails abzurufen, aber leider funktionierte irgendwas nicht, und so musste ich noch drei Stunden warten, bis ich feststellen konnte, dass ich eh fast nur Newsletter und Spam bekommen hatte.

Zum Abschluss noch eine nette Anekdote vom Essen im indischen Restaurant: Ich war total gerührt, als ich feststellte, dass meine Kusine und die Tochter der Verlobten meines Onkels immer zusammen aufs Klo gingen, wie Frauen das halt so machen. Sie sind neun Jahre alt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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  1. Erstaunlich, dass mein Appetit so groß war, wenn man sich überlegt, welche Sendung beim Mittagessen lief („Shopping queen“, VOX). <– Genau deswegen. Du hast dich mit Essen abgelenkt! 😀

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