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Pray for Nigeria

Veröffentlicht am

Vor ziemlich genau zwei Jahren gab es in Japan ein großes Erdbeben. Viele Menschen starben oder verloren ihre Unterkunft, und auf Twitter wurde der Hashtag “#PrayforJapan” zum großen Trend. Ähnliches passiert bei jeder Katastrophe, die sich auf dem Erdball ereignet.

Ich musste daran denken, als ich gerade von einer alten Schulfreundin eine E-Mail erhielt, in der sie schrieb, dass sie und ihre Gemeinde einen Film über die in Nigeria verfolgten Christen sahen und anschließend beteten. Das störte mich. Natürlich ist der Gedanke, dass in einer religiösen Gemeinde gebetet wird, nicht ganz abartig, und man muss heutzutage wohl schon froh sein, wenn sich überhaupt jemand für etwas interessiert, was nicht im eigenen Land passiert. Doch wurde ich das Gefühl nicht los, dass die Gemeinde danach nicht mehr unternommen hat, um ihren nigerianischen Glaubensbrüdern und –schwestern zu helfen. Anstatt einfach nur zu beten, hielte ich es für wichtiger, Aktionen zu starten, und z.B. die Öffentlichkeit über die Vorgänge in Nigeria zu informieren oder Goodluck Jonathan zu kontaktieren. Das hat mich als Nicht-wirklich-Gläubige schon 2011 gestört: Man sitzt in seinem stillen Kämmerlein und betet, anstatt etwas Wirksames gegen Missstände zu tun. In der Zeit, die so ein Gebet dauerte, hätten die Pray-for-Japan-Leute fünf Euro ans Rote Kreuz spenden können. Die Kirche spielte beim Zusammenbruch der DDR eine entscheidende Rolle, und das sicher nicht nur durch pures Beten.

(Ich möchte hier keinesfalls religiösen Leuten ihr Gebet absprechen und ich will nicht behaupten, dass die von mir vorgeschlagenen Aktionen wirklich der ultimative Bringer sind. Aber wirksamer als ein Gebet sind sie allemal.)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. Ich bin Gläubig, verstehe aber diese „nur“ beterei auch nicht. Ich finde es schon gut wenn Menschen beten um damit ihr Mitgefühl und Trauer zum Ausdruck bringen, aber dass allein reicht nicht. Es muss auch etwas aktiv getan werden, nur leider verstehen das die meisten (nicht) religiösen Menschen nicht.Würde jeder im Monat nur ein paar Euros an diverse Institute spenden, sähe die Welt schon anders aus…

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