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Monatsarchiv: Mai 2013

Frauen!

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Wie immer, wenn ich alleine in der Mensa sitze, las ich mir neulich gelangweilt die auf dem Tisch liegenden Flyer durch. Der gelbe Zettel des “Referats für Lesben und andere Frauen” fiel mir besonders ins Auge. Er drehte sich darum, dass auf dem vom AStA organisierten Festival zu wenig Frauen auftreten.

Ich weiß nicht, ob das Referat für Lesben und andere Frauen das hier liest, und ich möchte das Anliegen des Referats für Lesben und andere Frauen an sich nicht verdammen. Ich würde den Damen nur gern einige Fragen stellen:

1.) Wisst ihr, wie viele Bands mit Frauenbeteiligung es hier in der Gegend gibt? (Bevor irgendwer meckert: Ich weiß es auch nicht.) Was könnte man tun, damit mehr Frauen auftreten bzw. um das Festival bei ihnen beliebter zu machen?

2.) Was soll diese Schreibung à la “Frauen*beteiligung”? Wenn ich richtig informiert bin, soll das ja bedeuten, dass damit auch Männer gemeint sind, die sich als Frauen fühlen. Aber erstens stört das den Lesefluss, zweitens hätte ich, wenn ich über Transsexuelle schreiben würde, nicht nötig, extra zu betonen, dass auch die sich angesprochen fühlen sollen. (Und drittens verwendet ihr an einer Stelle den Begriff “Künstler_innen”, seid also nicht konsequent. Aber das nur nebenbei.)

3.) Was habt ihr euch bei der Benennung eures Referats eigentlich gedacht? (Siehe Punkt 2.) Ihr seid ein “Referat für Lesben und andere Frauen” – warum nennt ihr euch nicht gleich “Frauenreferat”?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Züge und die Uni

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In den letzten paar Tagen hatte ich einige interessante Erlebnisse. Den Anfang macht eine junge Dame, die Sonntagabend im Zug hinter mir saß. Entweder bekam sie nicht mit, dass sich noch andere Leute im Waggon befanden, oder es war ihr egal. Jedenfalls wussten irgendwann alle Fahrgäste, dass sie darüber enttäuscht war, dass eine männliche Bekanntschaft namens Tobi nie ans Handy ging. Das Mädel hieß übrigens genauso wie die erste Frau meines Onkels, von der er sich irgendwann hatte scheiden lassen.

Man weiß vermutlich dann, dass ein Seminar schlecht ist, wenn nur 12 der offiziell eingetragenen 97 Teilnehmer kommen und einer von den 12 auch noch mitten in der Veranstaltung geht. Vorletzten Montag waren wir immerhin noch 20. Mir ist nicht ganz klar, warum nur so wenig Leute kamen. Meine Theorie ist: Der Vortragsstil der Dozentin ist so mies, dass sich die meisten Leute dafür entschieden haben, eine Zusammenfassung eines Textes aus der Literaturliste zu schreiben, und deswegen nicht mehr kommen müssen. Ich gehöre übrigens auch dazu und habe mich auch gefragt, warum ich eigentlich in dieser Veranstaltung saß und der Dozentin dabei zuhörte, wie sie versuchte, Ausführungen zur Politikfeldanalyse durch möglichst viele ähs zu unterbrechen. Vermutlich, weil es mir dann leichter fällt, mich zur zweiten Veranstaltung des Tages aufzuraffen. Die erst sechs Stunden später stattfindet.

Ich habe aber auch viele interessante Seminare, z.B. “Demokratietheorien”. Das heutige Referat über Carl Schmitt war sehr interessant. Am allerinteressantesten war aber: Der Dozent war gar nicht da. Ich war letzte Woche nicht da, wusste also nicht, dass der Mensch, der die Mittwochsveranstaltung hält, nicht auftauchen wird, es sollte laut meinen Kommilitonen aber der Dozent der Parallelveranstaltung am Freitag erscheinen. Tat er aber nicht. Die Arbeitsgruppe hat ihr Referat trotzdem gehalten, weil sie nächste Woche keine Zeit dafür gehabt hätten. Ich bin ja gespannt, ob der Dozent die Leute das Referat dann noch mal halten lässt. Hoffentlich nicht. (Hinter mir saßen übrigens zwei Studis, die unbedingt wollten, dass die Schmitt-Arbeitsgruppe das Referat später hält, damit sich ihr Referat nach hinten verschiebt. Sie sind nächste Woche dran. Deppen.)

In diesem Sinne:

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Facepalm-Moment des Monats

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Bevor es Pflicht wird, schwul oder lesbisch zu sein, soll man mich doch noch informieren, denn dann wandere ich aus.

Natürlich hat dieser Mensch ein Recht, so etwas zu behaupten. Aber ich habe dann auch das Recht, ihn für einen paranoiden Deppen zu halten.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Queerkultur

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Für eine Großstadt ist meine Heimatstadt ziemlich klein. Dennoch ist dort einiges los. So zum Beispiel der Gratis-Comic-Tag letzten Samstag, an dem zwei Comicläden meiner Stadt teilnahmen. Ziel des Aktionstages ist ja, die Kunden dazu anzuregen, verstärkt Comics zu lesen. Zumindest bei mir hat das auch funktioniert. Zusätzlich zu den sieben abgestaubten Gratiscomics habe ich mir vier Bände gekauft. Über einen möchte ich hier schreiben:

Michel Dufranne / Milorad Vicanovic / Christian Lerolle: Rosa Winkel

Hauptperson ist ein Mann namens Andreas Müller, der wegen seiner Homosexualität ins KZ verschleppt wird. Dort muss er Unvorstellbares erleiden. Doch entgegen seiner Hoffnungen sind die Qualen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vorbei, sodass er irgendwann eine ebenfalls verfolgte, lesbische Freundin heiratet, deren Tochter mit aufzieht und am Ende zu einem verbitterten alten Mann wird, der seinen Urenkel und einige Mitschüler aus dem Haus jagt, als sie ihn wegen eines Schulprojekts auf die KZ-Haft ansprechen.

Der Graphic Novel hat mich zutiefst bewegt. Homophobie macht mich immer traurig, aber wie ich schon schrieb – dieser Mann hat wirklich Unvorstellbares durchlebt. Besonders betroffen machte mich eine Sprechblase, in dem eine alte Frau sich gegen eine Kranzniederlegung für homosexuelle Deportierte aussprach und dabei betonte, dass Verwandte von ihr auch im KZ umgebracht worden seien, aber nicht wegen Homosexualität. Ich kann die Lektüre dieses Graphic Novels nur empfehlen. Besonders für alle Homophoben dieser Welt – in der Hoffnung, dass es bei ihnen etwas bewirkt.

In meiner Heimatstadt gibt es jedes Jahr die Veranstaltungsreihe “Gay in May” – laut der Internetseite der Stadt

das älteste kontinuierlich stattfindende schwul-lesbische Kulturfestival Deutschlands

und dieses Jahr habe ich endlich mal ein paar Veranstaltungen besuchen können. Ich werde auch noch zu einigen davon gehen. Gestern Abend war ich bei einer Unifilmvorführung, die im Rahmen von “Gay in May” stattfand, und habe mir folgenden Film angesehen:

Tomboy

Hauptperson ist ein zehnjähriges Mädchen, das sich am liebsten wie ein Junge gibt und kleidet. Nach einem Umzug nutzt sie ihre Chance und gibt sich gegenüber ihren neuen Freunden als Junge aus. Irgendwann fliegt das Ganze aus – mit bösen Folgen. Das, was ich da gesehen habe, hat mich wirklich erschüttert. Doch am Ende gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Auch diesen Film kann ich nur empfehlen. Man kann sich in die Charaktere richtig gut reinfühlen. Ein Film, bei dem man bis zum Ende des Abspanns sitzenbleibt, weil er den Zuschauer so mitnimmt.

Und, welche Comics und Filme habt ihr in letzter Zeit so konsumiert?^^

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Demokratietheorien

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Gestern Nachmittag, in der Veranstaltung mit oben genanntem Titel, galt es, die Frage “Ist das Gemeinwohl wichtiger als das Wohl des Einzelnen?” zu diskutieren. Ein Diskussionsteilnehmer tat sich dadurch hervor, dass er sagte, Menschen, die sich weigern, ihre persönlichen Daten im Rahmen des Kampfes gegen den Terror offenzulegen, seien für eventuelle spätere Terroranschläge verantwortlich und würden ihr individuelles Wohl über das der anderen stellen. Außerdem benutzte er irgendwann das von mir sehr gehasste Wort “Gutmenschentum”. Ich frage mich, ob der Mensch auch nur einmal darüber nachgedacht hat, ob die vorsorgliche Speicherung von Daten Unschuldiger nicht auch das Gemeinwohl gefährdet, da es auch eine Art von Terror ist. Wobei… vermutlich nicht – der Mensch ist in der Hochschulgruppe der Jungen Union. (Hey, es gibt dort bestimmt auch intelligente Menschen – hab bis jetzt nur keinen gefunden.) Und: Das G-Wort zu verwenden, um alle Menschen zu diskreditieren, die jenseits der eigenen Meinung stehen, ist einfach nur ätzend. Oder, wie es jemand aus meinem Lieblingsforum mal ausdrückte: “Lieber Gutmensch als Dummmensch.”

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Was ich unbedingt noch machen will

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Im IRC-Channel meiner Lieblings-Internetserie “Fernsehkritik-TV” erzählte ich vorhin, dass ich mal Klavier gespielt habe, es aber gehasst habe, und wenn ich mal wieder ein Instrument spielen würde, dann wäre es bestimmt nicht Klavier, sondern Schlagzeug. Das will ich tatsächlich irgendwann mal machen, leider habe ich momentan weder ein Schlagzeug noch einen dafür geeigneten Übungsraum. Wie auch immer, dieses Gespräch ließ mich daran denken, was ich im Leben unbedingt noch mal machen will.

Heiraten

Das ist ein Ziel, an dem ich tatsächlich schon recht nah dran bin. Ich habe den geeigneten Kerl bereits gefunden. Einige werden sich jetzt sicher fragen, warum ich das will, denn man muss ja heutzutage nicht unbedingt heiraten, um zusammen zu sein. Das stimmt natürlich – meine Eltern haben auch erst geheiratet, als ich klein war. Vielleicht hat es damit etwas zu tun, dass ich mich vor allem dann für Sachen entscheide, wenn ich weiß, dass ich sie nicht unbedingt tun muss. Und ich glaube durchaus an das Konzept, dass man lange zusammenbleibt und Verantwortung füreinander übernimmt. Außerdem würde eine Heirat das Zusammenleben, auch im Hinblick auf eventuelle gemeinsame Kinder, sehr erleichtern. Falls einer von uns mal in die Intensivstation muss oder so. Übrigens musste mein Vater, als ich geboren wurde, einen Wisch unterschreiben, dass er auch ganz bestimmt mein Vater ist und so. Ich möchte, dass mein Zukünftiger meine eventuellen Kinder auch aus dem Kindergarten abholen kann, ohne dass er Probleme kriegt.

Etwas mehr von der Welt sehen

Ich bin jemand, der sein Zuhause zwar sehr liebt, aber auch ziemlich neugierig auf den Rest der Welt ist. (Ich habe hier mal drüber geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/27/sinnkrise/) Es gibt so viele interessante Länder auf der Welt, doch bis jetzt habe ich die EU noch nie verlassen. Es gibt so viele Länder, die ich noch sehen möchte, und bei den meisten gibt es nicht mal einen spezifischen Grund: China, Japan, USA, Indien, Südafrika… Ich beneide den guten Klopfer darum, dass er schon mehrmals in Japan war. Apropos Klopfer: In den Kommentaren unter einem seiner Blogartikel fand ich dieses Blog hier, in dem ich heute mal wieder gelesen habe: http://insanityisoverrated.wordpress.com/ Seitdem hat mich das Fernweh wieder gepackt. Grummel.

Ein Buch veröffentlichen

Die Geschichte, die ich am liebsten veröffentlichen würde, ist die Sara-Reihe. Eine Person, die sie gelesen hat, hat mir das sogar direkt vorgeschlagen. Hat jemand Tipps für mich, wie ich das am besten machen kann? Eine Autorin, die ich mal angemailt habe, sagte, ein gutes Sprungbrett sei die Teilnahme an Wettbewerben. Das habe ich auch gemacht, in letzter Zeit komme ich aber nicht mehr dazu. Ich würde auch gern mal irgendeinen Verlag anschreiben und ihm mein Werk präsentieren, weiß aber nicht so ganz, wie ich da vorgehen soll. (Ich weiß, dass ich durchaus auch Books on demand und Ähnliches in Anspruch nehmen könnte, das möchte ich aber nicht.)

Diese Liste ist nicht ganz vollständig, aber ich möchte jetzt nur diese drei Dinge stellvertretend für alles andere aufzählen. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr ähnliche Pläne für die Zukunft oder wollt ihr ganz andere Sachen machen? Lasst fleißig Kommentare da.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin