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Queerkultur

Veröffentlicht am

Für eine Großstadt ist meine Heimatstadt ziemlich klein. Dennoch ist dort einiges los. So zum Beispiel der Gratis-Comic-Tag letzten Samstag, an dem zwei Comicläden meiner Stadt teilnahmen. Ziel des Aktionstages ist ja, die Kunden dazu anzuregen, verstärkt Comics zu lesen. Zumindest bei mir hat das auch funktioniert. Zusätzlich zu den sieben abgestaubten Gratiscomics habe ich mir vier Bände gekauft. Über einen möchte ich hier schreiben:

Michel Dufranne / Milorad Vicanovic / Christian Lerolle: Rosa Winkel

Hauptperson ist ein Mann namens Andreas Müller, der wegen seiner Homosexualität ins KZ verschleppt wird. Dort muss er Unvorstellbares erleiden. Doch entgegen seiner Hoffnungen sind die Qualen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht vorbei, sodass er irgendwann eine ebenfalls verfolgte, lesbische Freundin heiratet, deren Tochter mit aufzieht und am Ende zu einem verbitterten alten Mann wird, der seinen Urenkel und einige Mitschüler aus dem Haus jagt, als sie ihn wegen eines Schulprojekts auf die KZ-Haft ansprechen.

Der Graphic Novel hat mich zutiefst bewegt. Homophobie macht mich immer traurig, aber wie ich schon schrieb – dieser Mann hat wirklich Unvorstellbares durchlebt. Besonders betroffen machte mich eine Sprechblase, in dem eine alte Frau sich gegen eine Kranzniederlegung für homosexuelle Deportierte aussprach und dabei betonte, dass Verwandte von ihr auch im KZ umgebracht worden seien, aber nicht wegen Homosexualität. Ich kann die Lektüre dieses Graphic Novels nur empfehlen. Besonders für alle Homophoben dieser Welt – in der Hoffnung, dass es bei ihnen etwas bewirkt.

In meiner Heimatstadt gibt es jedes Jahr die Veranstaltungsreihe “Gay in May” – laut der Internetseite der Stadt

das älteste kontinuierlich stattfindende schwul-lesbische Kulturfestival Deutschlands

und dieses Jahr habe ich endlich mal ein paar Veranstaltungen besuchen können. Ich werde auch noch zu einigen davon gehen. Gestern Abend war ich bei einer Unifilmvorführung, die im Rahmen von “Gay in May” stattfand, und habe mir folgenden Film angesehen:

Tomboy

Hauptperson ist ein zehnjähriges Mädchen, das sich am liebsten wie ein Junge gibt und kleidet. Nach einem Umzug nutzt sie ihre Chance und gibt sich gegenüber ihren neuen Freunden als Junge aus. Irgendwann fliegt das Ganze aus – mit bösen Folgen. Das, was ich da gesehen habe, hat mich wirklich erschüttert. Doch am Ende gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Auch diesen Film kann ich nur empfehlen. Man kann sich in die Charaktere richtig gut reinfühlen. Ein Film, bei dem man bis zum Ende des Abspanns sitzenbleibt, weil er den Zuschauer so mitnimmt.

Und, welche Comics und Filme habt ihr in letzter Zeit so konsumiert?^^

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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  1. Wenn ich dir einen guten Comic empfehlen müsste (und das muss ich – Dunkle Mächte zwingen mich dazu!), dann wäre es mit Sicherheit „Ganz allein“ von Chabouté. Ich möchte nichts von der Geschichte vorwegnehmen. Sie ist zu schön und zu traurig zugeich, um sie durch eine mäßig gute Ihaltswiedergabe zu verhunzen. Zugegeben- „Ganz allein“ ist nicht ganz billig, aber imo lohnt sich dieser Comic in jedem Fall. Und ganz besonders dann, wenn du dich darauf einlassen kannst, dass die Geschichte nicht mit der Peitsche voran getrieben wird, sondern ihre ganz eigene mitreißende Schnelligkeit in ihrer Langsamkeit hat (Klingt ein bisschen schwulstig 😀 Deswegen lohnt es sich nochmal, selbst mal reinzuschauen).

    Ein weiterer guter Comic soll ja „Mouse“ sein. Hab ich selber noch nicht gelesen, aber wenn es mir mal in die Hände fällt, werd ich auf jeden Fall zuschnappen.

    Antwort
  2. Mit dem Gratis-Comic-Tag habe ich dieses Jahr das erste Mal gehört… Ein Tag nach dem Tag! Hab ich mich geärgert.

    Aber nächstes Jahr! Hab ich mir direkt im Kalender eingespeichert.

    Antwort

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