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Hallo. Ich bin die Kitschautorin von der Uni der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Da mich das Studium der Politik- und Erziehungswissenschaft, die Teilnahme an einem halbprofessionellen Chor, die vielen Nebenjobs in irgendwelchen Medien, die Beziehung zu einem übertrieben strebsamen Studenten der Informatik, die diversen noch zu schreibenden Hausarbeiten, das Wetter und der zu erledigende Papierkram noch nicht genug auslasten, ziehe ich die Semesterferien über noch einige Kilometer in den Norden, um ein zehnwöchiges Praktikum in der zweitgrößten Stadt Deutschlands abzuleisten. (Na, auf welche Werbung wollte ich anspielen?)

Ich werde bei einem relativ bekannten Internetportal arbeiten, das dem Namen nach damit beschäftigt ist, Politiker zu beobachten und zu berichten, wenn irgendwas falsch läuft. Ich werde u.a. für die Moderation der Internetseite und die Pressearbeit zuständig sein. Das Praktikum ist leider unbezahlt, aber ich stehe momentan finanziell ganz gut da und ich wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen. Wohnen werde ich in der Zeit bei einer Verwandten meines Freundes, die in pendelgeeigneter Entfernung zur zweitgrößten Stadt Deutschlands wohnt.

Apropos Freund – als ich von meinen Praktikumsplänen erzählte, wurde ich gefragt: “Und deinen Freund lässt du einfach so alleine?” Dabei muss man bedenken, dass 1.) man nach über fünf Jahren Beziehung auch mal eine Weile ohne einander auskommen sollte, 2.) wir uns jedes Wochenende sehen werden und 3.) er die Semesterferien über eh mit einem Studienprojekt beschäftigt sein wird.

Ansonsten ist nicht so viel passiert. Im Wesentlichen nur drei Sachen. Punkt 1: Als ich montagmorgens total fertig vom Wochenende (dazu gleich mehr) ins Bad wankte, nachdem ich vom Staubsauger meiner Mitbewohnerin geweckt wurde, begrüßte mich am Spiegel ein Klebezettel, auf dem ebendiese mir befahl, das Bad zu putzen. Das sei nach einer Geburtstagsfeier ja eigentlich auch selbstverständlich. Außerdem wies sie mich darauf hin, dass sie es satt habe, als Einzige die Wohnung zu putzen und dass ich mich nie an den Putzplan halten würde und dass wir mal darüber sprechen müssten, sie sich jetzt aber erst mal um ihre Klausuren kümmern müsste.

a) Ich habe momentan mindestens genauso viel Stress wie sie, wenn nicht noch mehr.

b) Es stimmt nicht, dass ich nie was tue. Als die taz-Leute da waren, habe ich z.B. die ganze Wohnung geputzt, obwohl das nicht auf dem Plan stand. Sogar die Balkontür und das Küchenfenster, was, seit ich hier wohne (über zwei Jahre), noch nie jemand gemacht hat.

c) Dass der Putzplan nicht funktioniert, ist nicht allein meine Schuld, wenn die Magnete “Bad” und “Küche” nicht weiterbewegt werden.

d) Man klärt so was nicht mit Klebezetteln, verdammt noch mal!

e) Was sollte eigentlich der Hinweis auf meine Geburtstagsfeier? Da waren gerade mal zwei Leute.

f) Ich war in letzter Zeit häufiger nicht da. Und wer nicht da ist, macht auch keinen Dreck.

Punkt 2: Die Auftritte des Universitätschores, dessen Mitglied ich bin. Dienstag und Mittwoch fanden sie statt, also waren fürs Wochenende davor (und für Montagabend) Proben angesetzt. Bei 30 Grad an drei Tagen hintereinander stundenlang gegen ein Orchester anzusingen, ist nicht gerade prickelnd. Das hat einige Chorsängerinnen, darunter auch ich, dermaßen geschlaucht, dass sie bei den Auftritten schlapp gemacht haben und die Bühne verlassen mussten. Dass wir die ganze Zeit stehen und uns an eine sehr unangenehme Kleiderordnung (schwarz, lange Beinbekleidung) halten sollten, hat nicht gerade geholfen. Auf der engen Bühne waren es wegen der Körperwärme der über 100 Sänger zirka 40 Grad. Mein Kreislauf hat sich davon nur langsam wieder erholt und aus Angst, dass ich erneut schlapp mache, habe ich mich etwas zu luftig angezogen. Gestern Abend hab ich mir deswegen die Seele aus dem Leib gehustet und jetzt sitze ich hier in eine Decke gehüllt und ziehe mir Spargelcremesuppe rein. Yay. (Nicht falsch verstehen, ich singe gern für den Chor und die ausgewählten Stücke waren super. Aber die Umstände waren schrecklich.)

Punkt 3: Am Mittwoch war die Statistikklausur. Ich hätte 25 Punkte zum Bestehen gebraucht und habe mit etwas Glück vielleicht 12. Aber es ist meine Schuld. Nein, nicht so, wie ihr denkt – gelernt habe ich genug. Aber ohne einen Taschenrechner konnte ich die meisten Aufgaben einfach nicht lösen. Eine Freundin hatte mir Anfang der Woche versprochen, für die Klausur ihren Rechner zu leihen. Ein paar Minuten, bevor ich ihn hätte kriegen sollen, schrieb sie mich an, dass das leider nichts wird. Und in der Mittagszeit war ich (siehe Punkt 2) zu kaputt, um in die Stadt zu latschen. Aber schließlich hätte ich mir ja auch vorher einen Taschenrechner kaufen können…

Naja, die Klausur kann ich immer noch wiederholen, also halb so schlimm. Nächsten Mittwoch hab ich noch eine mündliche Pädagogikprüfung und vier Tage später dampfe ich Richtung Norden ab. Sollte ich meinen Freund während der Praktikumszeit vermissen, ist das nicht so schlimm – ich lenke mich einfach mit der Hausarbeit über die Wiedervereinigung ab, die ich bis zum 30. September fertig haben muss. Hurrah.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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