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Juden und Kroaten

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Im Studium sollte man sich die Veranstaltungen aussuchen, die einen thematisch am meisten interessieren. Ich bin sehr glücklich mit meiner Auswahl, allerdings hatte die auch zur Folge, dass ich gestern wegen eines Seminars (“Biografien von Migranten der ersten Generation und ihrer Kinder”) zwei Termine wahrnehmen musste. Aber ich habe es recht gern getan.

Meine Hausarbeit zwecks Erwerb von Leistungspunkten möchte ich über das jüdische Leben in der viertgrößten Stadt Niedersachsens schreiben. Mir wurde von der Dozentin nahegelegt, doch die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht zu besuchen. Ich musste stehen, weil der Andrang so groß war. Aber das war schnell vergessen. Die Reden der letzten beiden Oberbürgermeister waren gut, die Schüler, die die Gedenkfeier gestalten durften, warfen viele interessante Fragen auf. Wäre man damals Nazi gewesen? Was kann man tun, damit so was nie wieder passiert?

Auf die Feier an sich folgte noch eine Kranzniederlegung dort, wo früher mal die Synagoge war. Der Kantor der örtlichen jüdischen Gemeinde trug ein Gebet vor, von dem ich nichts verstanden habe, außer Auschwitz, Treblinka, Majdanek. Es war sehr eindrucksvoll, denn er hat eine Wahnsinnsstimme. Er hätte gar kein Mikrofon gebraucht. Wer sich selbst davon überzeugen will: Ich habe gerade herausgefunden, dass er einen Youtubekanal hat (www.youtube.com/user/BaruchChauskin). Oder hört euch die ersten paar Sekunden meines Beitrags an: http://osradio-podcast.de/2012/09/11/judischer-abend-im-felix-nussbaum-haus/

Nachdem ich mich von der Feier erholt hatte, musste ich schon wieder los, diesmal ging es in ein bosnisches Restaurant (wir waren auf Suche nach Spuren der Gastarbeiter aus dem früheren Jugoslawien). Das Essen (bei mir war es Peperonata, also Reis mit Fleisch und Soße) war sehr lecker. Allerdings ist das Restaurant wohl nichts für Leute, die kein Fleisch essen wollen. Denen wären nur die Vorspeisen geblieben. Die Restaurantbesitzerin war sehr nett und beantwortete bereitwillig alle Fragen über ihre kroatische Herkunft.

Das war’s für heute von mir. Ich muss gleich noch mal in die Uni und lasse mir dort etwas über Pädagogik in der Nazizeit und über die EU erzählen. Mal sehen, ob dort was Spannendes passiert. In der EU-Veranstaltung bestimmt nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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