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Schon wieder Kirche

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Ich freue mich immer darüber, wenn es Gottesdienste gibt, die ein wenig anders sind, und so begab ich mich gestern in den Vorgarten einer reformierten Kirche, wo ein ökumenischer Gottesdienst stattfand. Drei Konfessionen! Draußen! Mit anschließendem Grillen! (Und einem sehr lebhaften deutsch-britischen Täufling, der auf dem Programmheft herumkaute und durch das klimpernde Armband der Mutter beruhigt werden musste.)

Das Gebäude, in dessen Vorgarten der Gottesdienst stattfand, wird normalerweise als Jugendkirche genutzt. Ich wusste das und trotzdem fand ich es interessant, zwei Discokugeln darin zu erblicken. (Fotos auf Flickr.)

Mit dem lutherischen Pastor, der auch schon den Flüchtlingsgottesdienst vor einigen Monaten veranstaltete (ich berichtete), unterhielt ich mich im Anschluss. Die Predigt war Flüchtlingen gewidmet. Mittlerweile wird für einige der schlimmsten hiesigen Fälle Kirchenasyl eingerichtet. Wir fragten uns, wie es immer noch sein kann, dass einige Leute dem “Boot-ist-voll”-Gelaber anhängen. Er meinte, dass man, anstatt immer nur an die Masse der Flüchtlinge zu denken, vielmehr Einzelschicksale zeigen müsste. Ich sah darin eine Parallele zum Gedenken an die von den Nazis Verfolgten. Die Masse der Opfer berührt mich nicht wirklich (auch wenn ich es natürlich schlimm finde), aber wenn ich etwas über eine Frau höre, der auf der Straße das Baby entrissen und umgebracht wurde, muss ich fast weinen.

Es gibt ja auch viele Leute, die glauben, Fremdenfeindlichkeit sei mit NS-Deutschland untergegangen. Dass das nicht so ist, zeigt eine Studie, über die ich mit dem Pastor sprach. Hier ein Link dazu: http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/587/0207-lo-studie Mein Dozent, der die Studie mitverantwortet hat, wurde im Anschluss an die Veröffentlichung antisemitisch beschimpft. Er ist übrigens griechisch-orthodox.

Als ich dem Pastor den Link mailte, passierte übrigens etwas Interessantes: In seiner Antwort fragte er mich, ob ich Verwandte in Chile hätte, es gebe dort Leute mit meinem (recht seltenen) Nachnamen. Ich weiß davon zwar nichts, aber wenn doch, wäre das doch total interessant! Muss dem mal nachgehen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Mir ist gerade etwas zu oben genannter Frau eingefallen. Der Pastor hatte die Frau kennen gelernt, als er in Antwerpen arbeitete. In der Gemeinde gab es auch einen ehemaligen Nazi. Sie sagte, sie könne nicht verzeihen. Ich finde das eine höchst spannende Frage! Kann man so was verzeihen? Ich bin ganz ehrlich: Ich könnte es bestimmt nicht.

Nachtrag vom 10. Juni 2014: Hat zwar nichts mit dem Thema dieses Artikels zu tun, aber ich würde mich freuen, wenn ihr diesen Link aufruft und mir möglichst viele Sterne gebt. Ist ein Wettbewerb und ich würde gern gewinnen. Infos findet ihr auf der Webseite.

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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