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Monatsarchiv: August 2014

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 29

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http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/500073/afd-petry-will-volksentscheid-uber-abtreibung

Ja, ganz tolles Überleben des Volkes, in dem dann massenhaft Kinder groß werden, nur weil nicht abgetrieben werden durfte und die das jeden Tag durch ihre Eltern spüren…

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Altersdiskriminierung

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Und da denkt man, es würde honoriert werden, wenn sich junge Menschen mal in ein alkoholfreies Zelt wagen. Und das mit der Stellensuche kenne ich auch. Man soll total jung sein, aber alles können und haben (und idealerweise für fast umsonst arbeiten).^^

Rowen Nightfalls Blog

Heute war ich auf dem Stoppelmarkt, einer Art großen Kirmes mit allen möglichen Attraktionen. (Das Ding ist so beliebt, dass es eine eigene Zughaltestelle und dieses Jahr erstmalig einen eigenen Funkmasten bekommt, der vorher auf dem Wacken eingesetzt wurde. Zumindest hatte das die Zeitung letzte Woche behauptet.) Wie das so ist, irgendwann bekommt man Hunger und sucht sich eine passende Fressbude.

Sollte ich lieber Asia-Pfanne oder Pilze oder Spießbratenbrötchen nehmen? First World Problems. Irgendwann habe ich dann den Weg in ein Zelt gefunden, wo es günstig Kartoffelsalat und Bockwurst gab! Der Name „Alkoholfreies Zelt“ konnte mich nicht abschrecken; wacker fand ich mir einen Platz und wartete auf die Bedienung. Draußen regnete es ohnehin, also hatte ich Zeit. An der Zeltwand stand, dass die Einnahmen herzkranken Kindern zugute kamen – noch eine gute Sache.

Wie ich da saß fiel mir auf, dass das Durchschnittsalter locker bei 45 lag – nach unten…

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Ruhe in Frieden, Robin Williams

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Ein Mann kommt zum Doktor und sagt, er sei depressiv und das Leben sei hart und grausam. Er fühle sich allein in einer gefahrvollen Welt, wo die kommenden Dinge vage und ungewiss sind. Der Doktor sagt: “Einfach zu behandeln. Der große Clown Pagliacci tritt heute auf. Sehen Sie ihn sich an. Er wird Sie aufmuntern.” Der Mann bricht in Tränen aus und sagt: “Aber Doktor… ich bin Pagliacci.”

Robin Williams hat sich umgebracht. Er war depressiv (und alkoholsüchtig). Ich hatte zwar nie Selbstmordgedanken, weiß aber trotzdem, wie es sich anfühlt, wenn man vor lauter Traurigkeit nicht mehr weiterweiß.

Vor etwas mehr als vier Monaten gab es ein Treffen mit der Familie meines Freundes. Ich weiß nicht mehr genau, warum, aber es wurde auch über Depressionen und damit zusammenhängende Selbstmorde gesprochen. Ein Anwesender meinte, da könne man sich doch ganz einfach behandeln lassen. Ich war damals so wütend, dass ich leider kein Wort herausgekriegt habe. Am liebsten hätte ich ihm ins Gesicht geschrien, wie schwer es ist, sich aus einer Depression herauszustrampeln und dass es nicht gerade hilft, wenn man Leuten so etwas an den Kopf wirft. Ich bereue, dass ich es nicht getan habe.

Heute Morgen entdeckte ich in meinem Posteingang eine Aufforderung, eine Petition zu unterschreiben, was ich auch sofort gemacht habe. Der Fox-News-Moderator Shep Smith hat Robin Williams einen Feigling genannt. Die Ersteller der Petition fordern dazu auf, dass dieser Mann gefeuert und das gesamte Personal zu den Themen “Psychische Krankheiten” und “Selbstmord” fortgebildet wird. Ich unterstütze dieses Anliegen, weil Smiths Äußerung ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen ist, die am Boden liegen und Hilfe brauchen. Außerdem muss sensibler über Selbstmorde berichtet werden. Wer noch unterschreiben möchte: http://act.sumofus.org/go/5368?t=2&akid=6598.828161.I_IGCn

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Meine letzten drei Tage

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Tagesordnungspunkt 1: Ausflug ins kleinste Bundesland Deutschlands

Mein bester Freund ist gleichzeitig auch mein zukünftiger Schwager. Er ist schon vor einer ganzen Weile zu seiner Freundin nach Hessen gezogen. Jetzt sind sie aber wieder hier in der Gegend und ich nutzte die Chance, mit den beiden und einem Freund von ihnen in das kleinste Bundesland Deutschlands zu fahren.

Wir schauten uns das Überseemuseum an, das sich gleich neben dem Hauptbahnhof befindet (genauso wie ein Stück Berliner Mauer übrigens), und ich kann den Besuch wirklich nur empfehlen. Besonders für Asien- und Afrikafans. Wir fanden dort viele interessante Exponate, z.B. eine Trage, mit der man früher Könige herumgetragen hat. Weil ich sehr neugierig bin, bin ich mal hereingeklettert. Ja, das war erlaubt. Ich fand das Ding unglaublich eng, und so groß bin ich ja nun auch nicht. Dann ist der oben erwähnte Freund reingeklettert, und der Mann ist knapp unter zwei Meter groß. Das war ein Spaß!

Nachdem ich im Museumsladen drei Bücher (über China, Indien und Afrika) und einen kleinen Reisebegleiter gekauft habe (ich schätze, ich habe die Truppe damit geringfügig aufgehalten), gingen wir in die Stadt und ließen uns an einer Grünfläche nieder, um dort Döner bzw. Produkte eines Ladens, der wie ein Verkehrsmittel heißt, zu essen. Auf einmal hatten wir dann viele Leute, die mit uns aßen. Aber nicht Döner oder Sandwiches, sondern Suppe.

Als wir mit unserer Verköstigung fertig waren, gingen wir Richtung Schnoorviertel. Unterwegs sah ich viele schöne Gebäude, bei denen ich mir aber leider nicht gemerkt habe, wie sie heißen, was mir zu Hause Probleme bei der Benennung der Fotos einbringen sollte. Im Schnoorviertel wäre ich fast arm geworden, weil es dort viele tolle Läden gibt. Gott sei Dank konnte ich mich zügeln und kaufte dann nur zwei Emailleschilder. Eins mit einem Pin-up, das sich dank verschiedener Magnete als Kalender benutzen lässt, und eins mit dem Spruch: “Auf Rücksicht aus deine Mitmenschen: Fasse dich kurz!”. Oh, und eine Kugel Jogurt-Holunder habe ich auch noch gegessen, aber das war’s dann auch wirklich.

Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof kamen wir dann noch an einem Sexshop vorbei, wo der Freund und ich Porno-Pingpong gespielt haben. Vermutlich hält uns die Verkäuferin jetzt für unreif, weil wir so viel gelacht haben.

Tagesordnungspunkt 2: “Mädchen”-Test-Special

In einer Bahnhofsbuchhandlung fanden die Freundin meines besten Freundes und ich eine Zeitschrift, die uns (und allen mithörenden Fahrgästen) die Rückfahrt versüßen sollte: das aktuelle “Mädchen”-Test-Special. Wir haben alle Tests durchgeführt, für die in den knapp zwei Stunden Zeit war. Und zwar alle, egal, welches Geschlecht wir hatten, was dann oft für Irritationen sorgte, wenn mal wieder vom Traumboy die Rede war.

Es wird deutlich, dass wir (alle mindestens 18) nicht mehr in der normalen Mädchen-Leserinnen-Welt leben. Wir kannten keinen einzigen Song aus der Frage, was unser Lieblingssong denn ist, und auch keinen Promi aus der Frage, wer denn den coolsten Style hat. Interessant auch: Das Testergebnis ist oft konträr zu unserem tatsächlichen Wesen. Ich bin z.B. angeblich eifersüchtig, dabei gehöre ich schon zu den lockereren Frauen auf diesem Planeten. Richtig bescheuert war aber das Ergebnis, das ich beim Test “Welche Rolle spielst du in deiner Klasse?” bekam:

Durch deine Unzufriedenheit eckst du bei den anderen oft an. Oder kann es sein, dass du durch dein gespieltes Desinteresse zur unfreiwilligen Außenseiterin geworden bist? Wie auch immer: Diese Rolle macht doch doch nicht glücklich, oder? Bring dich etwas mehr in die Klassengemeinschaft ein, dann hast du auch Spaß an der Schule!

Bei solch oberflächlichen Menschen, wie ich sie in meiner Klasse hatte, will ich gar nicht dazugehören!

Oder nehmen wir z.B. den Test “Die Magie der Zahlen – Das verrät dein Geburtsdatum über dich”. Da ich an einem Dritten geboren wurde, bin ich total ordnungsliebend und durchstrukturiert und sollte mir mal einen Tag in der Woche nehmen, an dem ich rein nach dem Lustprinzip lebe… bester Witz des Jahrtausends!

Tagesordnungspunkt 3: “Neues vom Süderhof”

Vor einem Jahr schrieb ich hier darüber, dass ich oben genannte Serie gucken möchte, aber nicht kann. Vielleicht hat ja einer von der ARD meinen Artikel gelesen, ich weiß es nicht. Jedenfalls startete heute eine Wiederholung und ich habe mich sehr darüber gefreut. Aber als ich die heutige Folge dann anschaute, hatte ich eher gemischte Gefühle.

In der Folge geht es darum, dass sich Peggy in einen Jungen aus dem Kinderheim verliebt und auf einmal alles in Frage stellt. Ich fasste mir innerlich alle 30 Sekunden an den Kopf. Was da für Vorurteile kamen! “Wenn man keine Eltern hat, ist es doch ganz normal, dass man Blödsinn anstellt.” Meine Computerlehrerin von der Berufsschule meinte, dass man früher in den Lebenslauf schreiben musste, was die Eltern machten, und wenn das aus obigen Gründen nicht ging, dann bekam man nur schwer eine Stelle. Grausam.

Mich wundert aber auch ein wenig, wie die Familienmitglieder miteinander umgehen. Als Peggy sich darüber aufregt, wie wenig Verständnis den Heimbewohnern entgegengebracht wird, geht keiner auf das ein, was sie sagt, sondern fragt: “Was ist denn mit dir los?” Und die Welt aus diesen auf Kindersendern laufenden Jugendserien ist eine ganz andere. Da haben Jugendliche nie die Probleme, die man normalerweise als Jugendlicher so hat, und wenn, dann lassen sie sich total einfach lösen. Mal gucken, was da noch so kommt, vielleicht blogge ich dann wieder drüber.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin