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Meine letzten drei Tage

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Tagesordnungspunkt 1: Ausflug ins kleinste Bundesland Deutschlands

Mein bester Freund ist gleichzeitig auch mein zukünftiger Schwager. Er ist schon vor einer ganzen Weile zu seiner Freundin nach Hessen gezogen. Jetzt sind sie aber wieder hier in der Gegend und ich nutzte die Chance, mit den beiden und einem Freund von ihnen in das kleinste Bundesland Deutschlands zu fahren.

Wir schauten uns das Überseemuseum an, das sich gleich neben dem Hauptbahnhof befindet (genauso wie ein Stück Berliner Mauer übrigens), und ich kann den Besuch wirklich nur empfehlen. Besonders für Asien- und Afrikafans. Wir fanden dort viele interessante Exponate, z.B. eine Trage, mit der man früher Könige herumgetragen hat. Weil ich sehr neugierig bin, bin ich mal hereingeklettert. Ja, das war erlaubt. Ich fand das Ding unglaublich eng, und so groß bin ich ja nun auch nicht. Dann ist der oben erwähnte Freund reingeklettert, und der Mann ist knapp unter zwei Meter groß. Das war ein Spaß!

Nachdem ich im Museumsladen drei Bücher (über China, Indien und Afrika) und einen kleinen Reisebegleiter gekauft habe (ich schätze, ich habe die Truppe damit geringfügig aufgehalten), gingen wir in die Stadt und ließen uns an einer Grünfläche nieder, um dort Döner bzw. Produkte eines Ladens, der wie ein Verkehrsmittel heißt, zu essen. Auf einmal hatten wir dann viele Leute, die mit uns aßen. Aber nicht Döner oder Sandwiches, sondern Suppe.

Als wir mit unserer Verköstigung fertig waren, gingen wir Richtung Schnoorviertel. Unterwegs sah ich viele schöne Gebäude, bei denen ich mir aber leider nicht gemerkt habe, wie sie heißen, was mir zu Hause Probleme bei der Benennung der Fotos einbringen sollte. Im Schnoorviertel wäre ich fast arm geworden, weil es dort viele tolle Läden gibt. Gott sei Dank konnte ich mich zügeln und kaufte dann nur zwei Emailleschilder. Eins mit einem Pin-up, das sich dank verschiedener Magnete als Kalender benutzen lässt, und eins mit dem Spruch: “Auf Rücksicht aus deine Mitmenschen: Fasse dich kurz!”. Oh, und eine Kugel Jogurt-Holunder habe ich auch noch gegessen, aber das war’s dann auch wirklich.

Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof kamen wir dann noch an einem Sexshop vorbei, wo der Freund und ich Porno-Pingpong gespielt haben. Vermutlich hält uns die Verkäuferin jetzt für unreif, weil wir so viel gelacht haben.

Tagesordnungspunkt 2: “Mädchen”-Test-Special

In einer Bahnhofsbuchhandlung fanden die Freundin meines besten Freundes und ich eine Zeitschrift, die uns (und allen mithörenden Fahrgästen) die Rückfahrt versüßen sollte: das aktuelle “Mädchen”-Test-Special. Wir haben alle Tests durchgeführt, für die in den knapp zwei Stunden Zeit war. Und zwar alle, egal, welches Geschlecht wir hatten, was dann oft für Irritationen sorgte, wenn mal wieder vom Traumboy die Rede war.

Es wird deutlich, dass wir (alle mindestens 18) nicht mehr in der normalen Mädchen-Leserinnen-Welt leben. Wir kannten keinen einzigen Song aus der Frage, was unser Lieblingssong denn ist, und auch keinen Promi aus der Frage, wer denn den coolsten Style hat. Interessant auch: Das Testergebnis ist oft konträr zu unserem tatsächlichen Wesen. Ich bin z.B. angeblich eifersüchtig, dabei gehöre ich schon zu den lockereren Frauen auf diesem Planeten. Richtig bescheuert war aber das Ergebnis, das ich beim Test “Welche Rolle spielst du in deiner Klasse?” bekam:

Durch deine Unzufriedenheit eckst du bei den anderen oft an. Oder kann es sein, dass du durch dein gespieltes Desinteresse zur unfreiwilligen Außenseiterin geworden bist? Wie auch immer: Diese Rolle macht doch doch nicht glücklich, oder? Bring dich etwas mehr in die Klassengemeinschaft ein, dann hast du auch Spaß an der Schule!

Bei solch oberflächlichen Menschen, wie ich sie in meiner Klasse hatte, will ich gar nicht dazugehören!

Oder nehmen wir z.B. den Test “Die Magie der Zahlen – Das verrät dein Geburtsdatum über dich”. Da ich an einem Dritten geboren wurde, bin ich total ordnungsliebend und durchstrukturiert und sollte mir mal einen Tag in der Woche nehmen, an dem ich rein nach dem Lustprinzip lebe… bester Witz des Jahrtausends!

Tagesordnungspunkt 3: “Neues vom Süderhof”

Vor einem Jahr schrieb ich hier darüber, dass ich oben genannte Serie gucken möchte, aber nicht kann. Vielleicht hat ja einer von der ARD meinen Artikel gelesen, ich weiß es nicht. Jedenfalls startete heute eine Wiederholung und ich habe mich sehr darüber gefreut. Aber als ich die heutige Folge dann anschaute, hatte ich eher gemischte Gefühle.

In der Folge geht es darum, dass sich Peggy in einen Jungen aus dem Kinderheim verliebt und auf einmal alles in Frage stellt. Ich fasste mir innerlich alle 30 Sekunden an den Kopf. Was da für Vorurteile kamen! “Wenn man keine Eltern hat, ist es doch ganz normal, dass man Blödsinn anstellt.” Meine Computerlehrerin von der Berufsschule meinte, dass man früher in den Lebenslauf schreiben musste, was die Eltern machten, und wenn das aus obigen Gründen nicht ging, dann bekam man nur schwer eine Stelle. Grausam.

Mich wundert aber auch ein wenig, wie die Familienmitglieder miteinander umgehen. Als Peggy sich darüber aufregt, wie wenig Verständnis den Heimbewohnern entgegengebracht wird, geht keiner auf das ein, was sie sagt, sondern fragt: “Was ist denn mit dir los?” Und die Welt aus diesen auf Kindersendern laufenden Jugendserien ist eine ganz andere. Da haben Jugendliche nie die Probleme, die man normalerweise als Jugendlicher so hat, und wenn, dann lassen sie sich total einfach lösen. Mal gucken, was da noch so kommt, vielleicht blogge ich dann wieder drüber.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof kamen wir dann noch an einem Sexshop vorbei, wo der Freund und ich Porno-Pingpong gespielt haben. Vermutlich hält uns die Verkäuferin jetzt für unreif, weil wir so viel gelacht haben. <– lol! ^^

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