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Zwei Piefkes in Wien

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Was macht man, wenn man gerade den Arsch voll mit irgendwelchen zu erledigenden Sachen hat? Genau, man fährt für ein paar Tage in die österreichische Hauptstadt und nimmt den Lebensabschnittsgefährten mit.

Nachdem ich zwischenzeitlich etwas Frust geschoben hatte, weil ich Angst hatte, die Reise wird bestimmt nicht toll, freute ich mich wieder darauf, weg zu sein, weil der Mann, der uns den Koffer geliehen hatte, meinte, uns unbedingt darauf aufmerksam machen zu müssen, dass wir das Namensschild nicht abmachen dürfen. Ich bin jetzt 23, lebe seit fünf Jahren nicht mehr bei meinen Eltern und habe in diesen fünf Jahren die meiste Zeit nebenbei gearbeitet. Für wie unselbstständig hält der Mann mich eigentlich?

Die Reise an sich war auch wirklich toll, ich war u.a. in diversen Kirchen, im Jüdischen Museum und konnte Pandas live beobachten. Verzichtbar war nur die Zugfahrt. Auf der Hinfahrt nervte eine Nürnbergerin, die nicht verstand, dass wir nachts doch ganz gern das Licht im Abteil ausmachen würden, auf der Rückfahrt standen wir eine halbe Stunde lang an einem hessischen Provinzbahnhof herum. Weil ich irgendwann dann doch mal fünf Minuten geschlafen habe, habe ich nicht mitbekommen, dass die Verspätung wieder aufgeholt wurde, und hatte Angst, wir bekämen den Anschlusszug in der niedersächsischen Landeshauptstadt nicht mehr. Ach ja, die (Liege-)Sitze waren total unbequem. Beim nächsten Mal nehme ich ein Bett, scheiß auf Mehrkosten.

Die Reise war definitiv interessant. Gelernt habe ich unter anderem, dass es Vapiano auch in Österreich gibt, dass Wiener die Sache mit “Rechts stehen – links gehen” bei Rolltreppen noch ernster nehmen als Hamburger und dass der Zentralfriedhof trotz seines Namens an der Wiener Stadtgrenze liegt.

Da ich aus Wien nicht verschwinden wollte, ohne Sachertorte gegessen zu haben, genehmigten wir uns ein Stück davon. Als die Bedienung fragte, ob wir auch Schlagobers dazuwollten, wusste mein Freund gar nicht, was sie meinte. Jetzt weiß ers – fürs nächste Mal.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. „Ich bin jetzt 23, lebe seit fünf Jahren nicht mehr bei meinen Eltern und habe in diesen fünf Jahren die meiste Zeit nebenbei gearbeitet. Für wie unselbstständig hält der Mann mich eigentlich?“

    In unserem Dänemarkurlaub, den ich mal erwähnte, wurden wir auch darauf hingewiesen, dass wenn wir das Haus verlassen zuschließen sollen. Waaaaaaaaaaaaaas? Man verschließt Türen wenn man das Haus verlässt? Wieso hat man mir das erst mit 22 gesagt? Und mit 24 habe ich erst gelernt wie man Rührei macht! Unfassbar! (Am Rande bemerkt: Ich habe 5 Jahrelang kochen gelernt und bin in einer Gaststätte groß geworden…)

    Antwort

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