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Schon wieder eine schrottige Zeitschrift

Veröffentlicht am

Ich weiß nicht, der wievielte Blogeintrag das nun ist, der Jugendzeitschriften kritisiert, und vieles wiederholt sich einfach, doch in bester Bildblog-Manier halte ich hier einige Fehltritte fest, die so vielleicht schon mal, in einigen Fällen auch auf jeden Fall schon passiert sind.

Du bist toll vs. Schlankheitswahn

Auf der Titelseite fängt es gleich an. Tipps für ein gutes Selbstbewusstsein werden direkt unter Atemübungen für die Traumfigur angekündigt.

Auf der „In-&-Out“-Seite freuen sich die Macher des Magazins, dass es Mode mit Fruchtaufdrücken gibt, weil die keine Kalorien hat. Und die Germanys-Next-Topmodel-Siegerin Lovelyn Enebechi will uns weismachen, dass sie sich ein Shirt von Heidi Klum gekauft hat, weil die so toll ist. Und nicht nur das: Leserinnen wird erst ans Herz gelegt, bei dem schönen Wetter doch mal ein Eis zu genießen, nur um einen Tipp loswerden zu können, wie man die Kalorien am besten… loswird.

Die Bravo Girl empfiehlt den Leserinnen all diesen Kalorienkrams nicht, damit die gesund leben. Das wäre ja noch okay. Yoga, Badminton und Co. werden nur nahegelegt, damit man schlank aussieht. Auf einem Zweiseiter wird über eine Sechzehnjährige berichtet, die an Adipositas leidet. Natürlich fehlt der passende Schnelltest nicht. Die Fragen sind enorm schwammig formuliert und der Hinweis, dass das keine Diagnose durch einen Arzt ersetzt, fehlt.

Die Boys

Die Bravo Girl liefert eine enorm schlecht gemachte Anleitung, um Jungs im Freibad abzuchecken. Wenn die Recht haben, bedeutet das, dass:

  • Spezialsonnencreme auf einen eitlen Typen hinweist
  • das Modell der Sonnenbrille erklärt, auf welche Art Mädchen er steht
  • die Badehose den Charakter verrät
  • eine gemischte Clique auf einen Casanova hindeutet
  • das, was er isst, und seine Kussart miteinander zu tun haben

Wenn ich mal versuche, all die Kriterien auf meinen Freund anzuwenden, heißt das, ich soll ihn auf total unterschiedliche Art und Weise ansprechen, er ist eitel, schickt mir häufig Herz-Emojis auf Whatsapp, ist viel zu nett, baggert aber auch total häufig Mädels an und steht auf wildes Geknutsche mit leichten Bissen. Äh, ja. Und was mache ich mit der Sonnenbrillenfrage? Er trägt nie eine.

Die Zeitschrift versucht auch, zu erklären, wo sich Traumprinzen möglicherweise rumtreiben. Hundebesitzer soll man so ansprechen: „Oh, ist der süß! Darf ich den mal streicheln?“

Hehe.

Dr. Sommer wird von einer Dreizehnjährigen konsultiert, die ihren sechzehnjährigen Schwarm fast geküsst hätte, bevor der sich mit den Worten „Du bist so süß, aber das geht nicht, ich mach mich sonst strafbar!“ zurückzog. Hand hoch: Wer glaubt noch, dass er bloß auf nette Art sagen wollte: „Du bist mir viel zu jung“?

Fazit

Die Freundin meines besten Kumpels hat sich die Zeitschrift nur gekauft, um das Extra (zwei Haargummis) abzustauben. Für mehr ist das Ding echt nicht zu gebrauchen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. Eine gemischte Clique deutet auf einen Casanova hin? Oh Gott, gut, dass ich das jetzt weiß! Sonst hätte es passieren können, dass ich an einen Mann gerate, der sich tatsächlich auch in der Lage fühlt, Frauen REIN FREUNDSCHAFTLICH zu begegnen! Man stelle es sich vor! /o\

    Ansonsten: nette Rubrik. Ich kaufe mir Jugendzeitschriften nur, wenn ich auf Festivals fahre. Darüber kann man so schön lachen, auch wenn es eigentlich nur traurig ist 🙂

    Antwort

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