RSS-Feed

Vielleicht noch ein schöner Abend

Veröffentlicht am

Ich habe die Kursteilnehmer, deren Unterkunft gebrannt hat, noch am Freitagabend besucht. Und es war trotz aller Schwierigkeiten noch ein recht schöner Abend. Ich habe den ersten Tee meines Lebens bekommen, der mir wirklich geschmeckt hat. Sie verstehen ja nicht so gut Deutsch, sie haben mir aber die Packungen gezeigt. Es stellte sich heraus, es war Schwarztee… mit Zimt. Zimt! Das ist also das Geheimnis.

Sie haben mir gezeigt, was sie sich gerne im deutschen Fernsehen ansehen. Es sind viele Cartoons dabei, von Disney und so. Und einer hat mir gezeigt, was er früher in Syrien gearbeitet hat. Seifenherstellung.

Als ich sagte, dass ich nach Hause müsse wegen Hunger, lud man mich wild gestikulierend dazu ein, doch dazubleiben. Ich bekam so leckeres Essen, dass ich sagte, beim nächsten Mal bringe ich meinen Mann mit. (Reis mit Kartoffeln, Sultaninen und Hähnchen, Hummus mit wahnwitzig viel Knoblauch, Tomaten-Gurken-Minze-Salat und ein Tomatengericht, dessen Namen ich leider vergessen habe.) Man hat mir dann noch was mitgegeben, damit er es auch mal probieren kann. Und die Jungs sind so unglaublich höflich, haben mich durch alle Türen zuerst gehen lassen und mir das Essen nach draußen getragen zum Fahrrad. Man hat mir sogar angeboten, mich noch nach Hause zu bringen, das habe ich dann aber abgelehnt.

Wir hatten wirklich gute Gespräche. Teilweise hat der Besuch (noch so eine tolle Sache, die bekamen unglaublich viel Besuch) gedolmetscht, aber als der weg war, ging es trotzdem gut. Was ihr Deutsch nicht kann, erledigen Gesten. Man braucht gar nicht so viel.

Viele Leute, denen ich von meiner Arbeit erzählt habe, fragten, ob es denn mit den Teilnehmern keine Berührungsängste gebe, meine Kollegin und ich seien doch schließlich Frauen. Da kann ich nur sagen: ist überhaupt nicht so. Es sind zwei Ehepaare im Kurs, die anderen hören uns zu, lernen mit uns und man gibt uns sogar die Hand. Von der Gastfreundschaft der Jungs bin ich jedenfalls begeistert und werde sie sicher noch mal besuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Advertisements

Über kitschautorin

Ich bin eine junge Frau, die in der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens studiert und der Liebe wegen recht weit pendelt. Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich arbeite hauptberuflich als Politik- und Pädagogikstudentin. Nebenberuflich als Karla Kolumna eines örtlichen Radiosenders und einiger anderer Medien. Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

Eine Antwort »

  1. Das ist doch toll. LaPecorella und ich treffen uns nächste Woche auch mit einer syrischen Familie, um ihnen dann beim Deutschlernen helfen zu können (d.h. wenn ich es irgendwann mal zum Bürgeramt schaffe, um mein polizeiliches Führungszeugnis anzufordern)

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: