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Ein paar voradventliche Gedanken

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Es gibt einen Sexshop, der einen Adventskalender anbietet und diesen zurzeit auch groß bewirbt, u.a. im Fernsehen. Auf Twitter begegnete ich nun einigen Menschen, die streng gegen die Inzusammenhangbringung dieses Kalenders und eines christlichen Festes sind. Eine von ihnen schrieb, der Kalender sei sexistisch, gotteslästernd und verstoße gegen Paragraf 166 des Strafgesetzbuches.

Ich verstehe nicht, was an dem Kalender sexistisch sein soll. Welches Geschlecht wird denn dadurch degradiert? Und dass der Kalender gotteslästernd sein soll, verstehe ich sowieso schon mal gar nicht. Einige haben mir später geschrieben, dass der Advent eine Art Fastenzeit ist und man da keine lasziven Geschenke geben sollte. Das immerhin konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen, wenn ich auch finde, dass man dann auch gleich alle gewöhnlichen Adventskalender mit Schokolade verbieten wollen sollte.

Ich finde, dass Sexualität etwas Schönes, von Gott Gegebenes ist und man das ruhig genießen darf. Da gab man mir zwar Recht, allerdings solle man vor Gott eins werden und es nicht tun wie die Kaninchen, das sei zu billig. Aber was haben Sexspielzeuge mit „tun wie die Kaninchen“ zu tun? Was soll „tun wie die Kaninchen“ überhaupt genau bedeuten? Solche Spielzeuge, wie sie im Kalender angeboten werden, können doch auch eine Partnerschaft wiederbeleben.

In diesem Zusammenhang wurde mir auch das Buch „Die Liebe, die erfüllt“ von Christopher West nahegelegt.

Jene, die der Lehre von Papst Benedikt jene Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient, werden feststellen, dass die katholische Kirche eine Vision von Liebe und Sexualität hat, die um ein Vielfaches glorreicher und erfüllender ist, als alles, was uns Sigmund Freud, Hugh Hefner oder Britney Spears jemals angeboten haben.

Bei allem Respekt, aber wenn ich Fragen zu Liebe und Sexualität habe, wende ich mich ganz sicher nicht an die katholische Kirche. Es gab und gibt viel zu viele Menschen, die mit ihrer Lustfeindlichkeit anderen Menschen das Leben versaut haben. Zu den Zeiten will ich ganz sicher nicht wieder zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Über kitschautorin

Ich bin Früh-ins-Bett-Geherin. Im Internet zu Hause. Fürs DRK als Blutspendenanmeldungshilfe aktiv. Gelernte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Gegen Atomkraft und sinnlose Verbote. Mitglied der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Politisch interessiert. Auf Flickr zu finden: https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/ Ich blogge über alles, was mich bewegt. Soll heißen: über meine Arbeit. Meine Familie. Das Fernsehen. Meine Freunde. Meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dämliche Printerzeugnisse. Bücher. Die drei Jahre in einer der schlimmsten Berufsschulen dieses Landes. Sexualität. Meine Beziehung. Die Universität. Zitate. Und alles, was ich sonst noch so erlebe. Ich mag Bücher. Nudeln. „Hör mal, wer da hämmert“. Die Ärzte. Zitate. Meine Arbeit beim Radio. Urban Priol. Volker Pispers. SpongeBob. Garfield. „Switch“. „Ein Herz und eine Seele“. Ich hasse Fremdenfeindlichkeit. Misogynie. Homo- und Frankophobie. Die meisten Sorten von Kohl (auch den aus der CDU, haha). Den Großteil des Fernsehprogramms. Armut. Arroganz. Die Bildzeitung. Leute, die anderen Leuten keine eigene Meinung gönnen. Das Wort „Gutmensch“. Fußball. Viele Politiker. Ich habe hier noch mehr über mich geschrieben: https://kitschautorin.wordpress.com/2011/04/16/alles-glanzt-so-schon-neu/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/17/11-fragen/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/07/22/immer-wieder-sonntags/ https://kitschautorin.wordpress.com/2012/03/07/mal-wieder-was-uber-mich/ https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/04/was-ich-unbedingt-noch-machen-will/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/11/fragebogen-zu-film-und-kino/ https://kitschautorin.wordpress.com/2014/04/15/nochn-fragebogen/

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  1. Schon komisch, dass es so viel Lustfeinde unter den Christen gibt. Der Bibel ist Erotik ja nun auch nicht fremd, und diese Stellen werden bestimmt nicht von diesen Leuten übermalt oder herausgerissen. Wieso ein Kalender für zwei geeignet sein soll, gemäß § 166 den öffentlichen Frieden zu stören, ist dann noch ein größeres Rätsel.
    Es gibt ja auch Bier-Adventskalender, wo jeden Tag eine andere Dose einer anderen Marke drin sein soll. (Hab ich kürzlich wieder im Kaufhaus gesehen.) Find ich schon bedenklicher als Adventskalender mit Sexspielzeug (oder Schokolade).

    Antwort
  2. NoponyCallsMeChicken

    Da muss Dir Recht geben. Vor lauter Ehrfurcht vor dem Titel als »Stellvertreter Gottes« vergessen viele, dass auch Päpste Menschen sind, deren Meinung auch nicht stärker wiegen muss als unsere. Und sie können sich widersprechen. Da kommt ein Franziskus daher und schreibt plötzlich, dass Abwechslung in der Ehehygiene zu guter Beziehungspflege gehöre.

    Antwort
  3. Was ich sehr viel komischer finde ist die Tatsache, dass der Advent, Weihnachten und Ostern von einer kirchenfernen Mehrheit komplett entkernt wurden. Ich finde es einfach schade, dass die Feiern zum wichtigsten Ereignis unserer Menschheitsgeschichte, nicht mehr ernst genommen werden und einfach nur noch Kommerz sind.

    Und ja, der Advent ist eine Fasten- und Bußzeit und Adventskalender wurden vornehmlich für KINDER gemacht, welche die lange Zeit der Erwartung eben irgendwie „aushalten“ müssen und damit vielleicht etwas besser aushalten können. Das Zeitempfinden ist im Kindesalter ein ganz anderes, als das im Erwachsenenalter. Der Referenzeitraum der Kinder mit Blick auf ihr Erlebtes ist viel kürzer, als der von Erwachsenen. Ich kann es kaum glauben, dass die vier Wochen bis Weihnachten so schnell vergehen, weil die Zeit und mein Kalender sich gefühlt immer schneller verdünnisieren. Währenddessen können es meine Kinder kaum aushalten.

    Brauchen Erwachsene, gläubige Christen, die das Element der Erwartung in dieser Fasten- und Bußzeit durchaus mal wieder etwas einüben sollten, einen Adventskalender, so wie Kinder? In einer Zeit, in der in den Geschäften und Supermärkten alles von Schokolade und kulinarischen Köstlichkeiten überquillt? In Kanada finden Haschkeks-/Cannabis-Kalender reißenden Absatz. Vielleicht ist das alles Spaß. Vielleicht aber auch ein Zeichen dafür, dass wir ein wenig den Bezug zum Glauben und eine gewissen Ernsthaftigkeit damit verloren haben. Der „liebe“ Gott, ein Baby, süß. Aber nehmen wir Ihn, und das Martyrium für uns, eigentlich noch ernst? Können wir uns selbst eigentlich noch ernst nehmen? Oder ist es nicht viel cooler, wenn man alles lustig, frei und ungezwungen sieht? Läuft.

    Antwort

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