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Archiv der Kategorie: Arbeit

In der Schule ist jeder Tag aufregend

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Tagesordnungspunkt 1: Migrationshintergrund

Wie ich – glaube ich (ich bin gerade zu faul, nachzusehen) – schon einmal erwähnte, in der Klasse, in der ich arbeite, hat fast jedes Kind einen Migrationshintergrund. Manche sogar mehrere. Und ich finde es sehr interessant, wie die Kinder selbst damit umgehen. Bis auf ein Kind sind sie alle in Deutschland geboren, die allermeisten leben auch schon ihr ganzes Leben in der gleichen Stadt. Und trotzdem bezeichnen sie sich häufig als kurdisch, türkisch, polnisch, ukrainisch und was es noch alles gibt. Ich selber würde das nicht so machen. Ich glaube, selbst meine Eltern sehen sich mittlerweile als Schweden mit deutschem Migrationshintergrund.

Wie kommt es wohl dazu, dass sich „meine“ Kinder als Kurden, Türken, Polen, Ukrainer et cetera sehen? Sie sind sicher stolz auf ihre Wurzeln, was ich nicht verkehrt finde. Doch es ist auch wichtig, dass sie hier verwurzelt sind. Was ich wiederum auch nicht wirklich bezweifle. Mein Mann hat mich jedenfalls neulich in der Schule besucht und fand es erstaunlich, dass die Kinder miteinander alle Deutsch reden. Ich sagte dann dazu: Naja, wie soll man das auch anders machen? Es sind viele unterschiedliche Länder. Zwar können viele Türkisch, viele Arabisch, viele Russisch. Aber eben nicht alle jede Sprache. Und so wird eben Deutsch gesprochen. Darüber hinaus würden die Lehrer, so denke ich zumindest, eh einschreiten, wenn die Kinder etwas anderes sprechen als Deutsch.

Oh, und ich finde übrigens manchmal auch sehr witzig, wie die Kinder mit ihrer Nichtdeutschheit umgehen. Einer der türkischen Jungen hat als Spitznamen einen urdeutschen Vornamen, da muss ich jedes Mal kichern, wenn ich das höre.

Tagesordnungspunkt 2: Karneval

Vor ungefähr einem Monat hatten die Kinder eine Faschingsfeier. Ich war genau an dem Tag krank (Bronchitis, uah), konnte den folgenden Montag aber recht genau erfahren, was sich alles an dem Tag ereignet hatte. Seit dem Montag haben wir auch eine neue Schülerin, der sich natürlich erst mal alle vorgestellt haben. Dazu gehörte beispielsweise, dass die Kinder sagen, was sie mögen oder nicht mögen. Und einer der Winzlinge sagte dann: „Ich bin traurig, wenn sich mein bester Freund als Nutellaglas verkleidet.“ Ich musste lachen. (Und ja, der Betreffende hatte sich tatsächlich als Nutellaglas kostümiert.)

Tagesordnungspunkt 3: Sushi

Neulich erzählte ich, dass ich noch nie Sushi gegessen habe. Auf Drängen der Kinder habe ich es dann mal probiert. Und ich muss sagen, es ist richtig lecker… solange kein Fisch drin ist.^^

Tagesordnungspunkt 4: Pfingsten

Eines der Kinder brauchte Hilfe bei einer Deutschaufgabe. Es wusste nicht, was Pfingsten ist. Und ich wusste nicht, wie ich es dem Mädchen erklären sollte. Wenn jemand eine gute Erklärung weiß, darf er sie mir gerne sagen. Ich habe dann nur gesagt, dass es zwei Feiertage sind, die sich dieses Jahr im Mai befinden und machen, dass die Kinder ein paar Tage schulfrei haben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Arrrbeit

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Noch ein kleiner Nachtrag zum letzten Artikel. Dass den Kindern nur British English beigebracht wird, finde ich schon komisch genug, aber dass die Lehrerin aus diesem Grund Sachen als „falsch“ bezeichnet, die es nicht sind, ist wirklich abgedreht. Mal davon abgesehen, dass sowieso kaum ein Brite wirklich das hochgestochene Englisch spricht, das einem dann hierzulande so verkauft wird. (Das hat sogar mal ein Engländer zu mir gesagt.)

Ansonsten möchte ich meine Blogleser noch fragen: Kennt ihr das, wenn man Menschen trifft, die einen automatisch zum Strahlen bringen? Ich habe einen Kollegen, der genau das tut. Am Freitag war ich etwas enttäuscht, weil er nicht im Haus war, heute schien mir dasselbe zu passieren, aber dann musste ich außerplanmäßig in den Bewegungsraum – und da strahlte er mich wieder an. Solche Momente machen meine Arbeit schön.

Und nicht nur solche: Es freut mich auch, wenn ich feststelle, dass mein Winzling ganz von alleine an seinem Matheheft arbeitet, seine Klassenkameradinnen sich freuen, wenn ich die Gruppe zur AG begleite oder eine der Lehrerinnen Zitronen-Dinkel-Muffins mitbringt. Ich mag meine Arbeit. Nichtsdestotrotz mag ich auch, wenn ich eine kurze Woche habe, weil bald Zeugnisse verteilt werden. (Bin ja gespannt, was dabei rauskommt…)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Neues Jahr, neues Glück

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Noch am Sonntag habe ich herumgejammert, dass ich garantiert nie einen Job finden werde, und am Folgetag hatte ich dann auf einmal einen. Ich habe in einer Grundschule hospitiert, als so genannte „persönliche Assistenz“ für ein Kind mit Förderbedarf, und sowohl das Kind selbst als auch die Klassenlehrerin mochten mich.

Über das Kind resp. seine Probleme möchte ich aus Datenschutzgründen nichts sagen, aber ein bisschen kann ich wohl trotzdem über meine Stelle berichten. Zunächst einmal fiel mir auf, wie unterschiedlich die Grundschule zu meiner damals ist. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Es ist (anders als bei mir) eine Ganztagsschule, und er wächst (anders als ich) in einer Großstadt auf. Es gibt aber wirklich so einige Unterschiede: Die Kinder haben Schuhe nur für die Klassenzimmer, ich hatte das nicht. Es gibt pädagogisches Personal, bei mir gab es das nicht. Es gibt einen PC-Raum, bei mir stand damals nicht ein einziger Computer im Gebäude. Es gibt eine Mensa, ich konnte nur davon träumen. Mein Schützling hat Englischunterricht, ich hatte nur so ein bisschen AG spaßeshalber. Die Lehrerin bemüht sich dort übrigens, alles auf Englisch zu sagen. Wenn das mal nicht geht, schaltet sie mit dem Wort „Klickklack“ zwischen den Sprachen hin und her. Etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Was mir auch aufgefallen ist: Die ethnische Zusammensetzung ist eine deutlich andere. Ich habe an den vier Tagen, die ich nun schon dort arbeite, viel mehr Dunkelhäutige und Asiaten gesehen als in den drei Jahren hier im Dorf. Die Zeiten haben sich wirklich geändert. Jedes Kind isst gerne Rollos und ich wusste mit 10 nicht mal, dass so was existiert.

Noch zum Englischunterricht: Die Kinder sollen anscheinend nur britisches Englisch lernen. Ich erfuhr das, als die Lehrerin „football“ dort verwendete, wo ich „soccer“ für angebrachter hielt. Laut pons.de verwenden die Briten „football“ durchaus auch für Europäischen Fußball. Wieder was gelernt. Ich war aber durchaus irritiert, als die Lehrerin mich darüber informierte, dass die Kinder nur britisches Englisch lernen sollen. Erinnerte mich etwas an eine Begebenheit aus meiner Grundschule, als ich zwei minus fünf rechnen wollte und die Lehrerin sagte, das ginge ja gar nicht, nur weil Minusrechnen damals nicht im Lehrplan stand.

Überhaupt – Lehrplan. Die Kinder haben so viel, was ich in der Grundschule noch gar nicht machen musste, und damit meine ich nicht nur Englischunterricht. Mein Einsatzort ist eine vierte Klasse, und die hat bereits gelernt, was Balkendiagramme sind. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das hatte. Heute gab es sogar eine Aufgabe, die man im Prinzip durch eine Gleichung mit zwei Unbekannten lösen muss – das hatte ich erst auf dem Gymnasium.

Die Kinder begrüßen mich alle mit großem Interesse. Sie fragen mich, wie mein Stoff-Patrick-Star aussieht, ob ich auch bunte Steine zu Hause habe, was ein bestimmter englischer Satz auf Deutsch bedeutet oder ob es Geister gibt. Und sie sind lustig. Die Klassenlehrerin fragte ein Mädchen neulich, ob eine bestimmte Aufgabe denn im Wochenplan drinstehe. Antwort: „Ja, wenn ich es eintrage.“ xD

Heute hatte ich leider nicht so viel zu tun, da ich kurz nach meinem Eintreffen erfuhr, dass der Winzling, für den ich zuständig bin, krank ist. Dennoch gab es einiges für mich zu erledigen. Ich habe zum Beispiel die Lehrerin (und die brandneue Referendarin, die aber nur für ein paar Wochen da ist…) beim Unterricht unterstützt und mit einigen Kindern Vorlesen geübt. Das hat mir richtig viel Spaß gemacht.

Bis jetzt gefällt es mir auf jeden Fall richtig gut. Klar kann sich das noch ändern, bei Grundschülern weiß man ja auch nie und jeder Tag mit ihnen ist ein Abenteuer. Aber ich bin gespannt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Endlich ist 2017 vorbei

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1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

Ich gebe nur deswegen noch eine 2, weil ich immer noch Leute habe, die an meiner Seite sind.

2. Zugenommen oder abgenommen?

Sehr hat es sich nicht verändert, denke ich… (Hoffe ich. Argh!)

3. Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich war wieder einmal beim Optiker und da wurde mir bestätigt, dass meine Sehkraft sich nicht verschlechtert hat.

5. Mehr Kohle oder weniger?

*wimmert leise*

6. Besseren Job oder schlechteren?

Unentschieden…

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

*wimmert lauter*

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” habe ich einen Schlüsselanhänger gewonnen. Allerdings kam der bis jetzt noch nicht an. Seltsam…

9. Mehr bewegt oder weniger?

Ungefähr 2,78 Prozent mehr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Vier.

(Zählt ein Schleudertrauma als Krankheit oder als Verletzung?)

11. Davon war für dich die Schlimmste?

Ein extremer Skolioseanfall, der dazu geführt hat, dass ich teilweise kaum sitzen konnte und nur noch vor mich hingeweint habe.

12. Der hirnrissigste Plan?

Trotz Krankheit einen ganzen Tag lang unterwegs sein.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Da gab’s einige, aber es war wohl doch wieder die letzte Blutspende.

14. Die teuerste Anschaffung?

Letztlich wohl mein Bachelorabschluss, wenn mans so betrachtet…

15. Das leckerste Essen?

Ein Donut aus dem Supermarkt, in dem meine Mutter früher gearbeitet hat, 20. Januar 2017.

16. Das beeindruckendste Buch?

Wie ich es am 9. Januar 2017 schon angekündigt habe: „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling.

17. Der ergreifendste Film?

„Ich bin dann mal weg“.

18. Die beste CD?

Muse – Drones.

19. Das schönste Konzert?

Ich glaube, da gewinnen ganz knapp Max Raabe & Palast-Orchester am 4. Mai 2017 in Osnabrück. War mit meiner Mama da.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

22. Zum ersten Mal getan?

  • online vorgebetet
  • einen akademischen Abschluss erlangt
  • Geschichten von mir eingesprochen
  • ein Instrument gekauft
  • Fan eines Mangas geworden
  • Kontaktlinsen gekauft
  • in Finnland gewesen
  • einen Kampfsportgrad erlangt
  • auf einem Festival gewesen (in Tateinheit mit: auf einem Festival gearbeitet, im Pressebereich eines Festivals gewesen, eine Band interviewt und ein Interview auf Englisch geführt)
  • mit Leuten hier aus dem Ort was unternommen
  • in der Heeder Gebetsstätte gewesen

23. Nach langer Zeit wieder getan?

  • in der Ostsee gebadet
  • jemanden aus dem Internet persönlich kennen gelernt
  • Kampfsport betrieben
  • in einer anderen Zeitzone gewesen
  • auf einer Hochzeit gewesen
  • in dem Ort gewesen, in dem ich 17 Jahre lang lebte
  • Nachhilfe gegeben
  • in einem Viersternehotel übernachtet
  • Ärger mit einem Kontrolleur gehabt

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Haufenweise Albträume, Krankheiten bei mir und anderen, der kleine Brand bei einer Nachbarin, Jobverlust, Unistress, Arschlöcher, Angst um meine Mutter, Stress mit dem Arbeitsamt, Trauer…

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Weiterzuleben.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ein Buch.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Ganz liebe Post.

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Dein Körper ist ein Kunstwerk und sollte nur von einem Künstler berührt werden.“

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Keine Ahnung, aber es war nicht halb so poetisch wie Nummer 28…

30. Dein Wort des Jahres?

Bachelor.

31. Dein Unwort des Jahres?

Ein bestimmter Name.

32. Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

„Valerie und der Priester“ (wenn das zählt).

33. Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

https://kitschautorin.wordpress.com/2015/01/01/2015-yeh/

https://kitschautorin.wordpress.com/2016/01/02/da-hat-man-sich-grad-mal-an-2015-gewoehnt/

https://kitschautorin.wordpress.com/2017/01/01/2017-endlich/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2018

Die Kitschautorin

Gelb ist eine warme Farbe

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Tagesordnungspunkt 1: Festivalzeit

Aus beruflichen Gründen war ich auf einem Metalfestival hier in der Nähe. Und ich hatte mehrere erste Male. Festival an sich, Pressebereich auf einem Festival, eine Band interviewen, die ich an dem Tag zudem zum ersten Mal gehört hatte… Ich war selten so kaputt und gleichzeitig hat es sich absolut gelohnt. Allein wegen der von mir interviewten Band, die jetzt my new brothers sind. (Ich würde euch ja ein Foto zeigen, allerdings weiß ich nicht, welches meine Redakteure für den Artikel verwenden, also ist das gerade schwierig…)

Tagesordnungspunkt 2: Gelb ist eine warme Farbe

Ich bin jemand, der bei wichtigen Prüfung tendenziell dazu tendiert, sehr nervös zu sein. Entsprechend nervös war ich auch diese Woche, als ich zur Gelbgurt-Prüfung im Ju Jutsu antreten musste. Ich ging fest davon aus, dass ich nicht bestehe, aber ich wollte nicht kneifen, zumal eine Mindestanzahl an Prüflingen vorgeschrieben war, die wir gerade so erreicht hatten. Also ging ich hin.

Am liebsten hätte ich begonnen, um es gleich hinter mir zu haben, aber jemand anders wurde zuvor drangenommen. Und fünf Minuten, nachdem ich schließlich antreten konnte, platzte irgendsoeine Aerobicfrau ins Dojo und fragte, warum wir die kleine Halle besetzen… weitere fünf Minuten brauchte der Trainer, um der Aerobicfrau zu erklären, wo der Trainingsplan hängt und dass wir nur diese Woche an dem Tag da sind und blablabla.

Dann konnte ich weitermachen… und musste zwei Mal unterbrechen, weil sich Anzug und Sport-BH dazu entschieden haben, mich zu trollen. Ich hoffe, niemand hat etwas gesehen… Nachdem mein Part vorbeiwar, spielte ich dann Gegnerin für einen anderen Prüfling und sie hat mich zwei Mal so hart auf die Matte geschickt, dass ich befürchtete, Kopfschmerzen zu kriegen. Ist aber nichts passiert.

Als Letztes war der Grüngurt-Prüfling dran. Was er vorführte, sah sehr beeindruckend aus… zumal er es geschafft hat, dem Gegner ein paar Schürfwunden zu verpassen, weswegen sie sich Wasser von mir geliehen haben, um die Matten zu putzen… mit durchschlagendem Misserfolg. Zusätzlich hatte mein Trainer gesehen, dass meine Gegnerin sich vorher mal die Hand überdehnt hatte, und er ist sehr fürsorglich. Also fragte er uns nach der Prüfung, ob alles in Ordnung sei. Als er mich sah, stockte er. „Bist wohl kein Prüfungsmensch, was?“ Nee.

Letzten Endes haben wir aber alle bestanden und ich fühle mich wie Beatrix Kiddo, oh yeah.

Tagesordnungspunkt 3: Gestern Abend in der Eisdiele

Trainingskamerad: Es ist so warm!

Ich: Ihr habt’s gut. Ihr könnt wenigstens oberkörperfrei rumlaufen.

Trainer: Och, DU kannst das auch! Ich bin ja auch für Femen. Brauchst ’nen Edding?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nachhilfe, noch zu erledigende Sachen und nagende Sachen

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Tagesordnungspunkt 1: Nachhilfe

Irgendwie muss ich mir mein Noch-Studentendasein finanzieren, also gebe ich mal wieder ein bisschen Nachhilfe. Derzeit gebe ich vertretungsweise Nachhilfe bei einem Zweitklässler – in Deutsch und in Mathe. Bei unserem Kennenlern-Treffen ereignete sich folgende süße Geschichte:

Du hast gesagt, du studierst Politik. Was ist das?

*überleg* Kennst du Angela Merkel?

Ja.

Die macht Politik.

Aber du willst das nicht machen, oder? Das ist nicht so gut.

Nein, lieber nicht.

Der Kleine ist wirklich lieb… außer er hat irgendwann keine Lust mehr, zu arbeiten. Bei der letzten Stunde lief es so granatenmäßig, dass der Vater irgendwann reinkam und seinem Sohn einen ellenlangen Vortrag gehalten hat. Der Kleine hat komplett zugemacht und war nicht mehr zum Mitarbeiten zu bewegen. Der Vater überlegt bereits laut, ob Nachhilfe unter den Umständen überhaupt noch Sinn ergibt.

Generell habe ich irgendwie den Eindruck, dass es bei vielen Schülern keinen Sinn ergibt. Bei vielen ist es einfach eine Frage des Konzentrieren-Wollens. Und dann flatterte mir vor kurzem noch eine Anfrage ins E-Mail-Postfach, ob ich eine Viertklässlerin in Deutsch und Mathe übernehmen könne. Unter dem Reiter „Probleme“ stand dann „keine Probleme, soll nur Wiederholung sein“. Wtf? Was sind das denn bitte für Eltern?

Tagesordnungspunkt 2: Noch zu erledigende Sachen

Vor kurzem kaufte ich mir wieder einmal ein Buch, und zwar „Die Bucket List – 500 Dinge, die man im Leben getan haben muss“ von Elise de Rijck. Erstaunlich viel von der Liste habe ich bereits getan. Zu einigen Punkten möchte ich jetzt was erzählen.

Punkt 19 – Ein Menschenleben retten

Hab ich bis jetzt nur indirekt gemacht, aber ich denke, Blutspenden zählt auch. Man wird an der Stelle im Buch gefragt, wie es sich anfühlt, ein Held zu sein. So heldenmäßig fühle ich mich gar nicht. Und ansonsten… bei meiner ersten Blutspende hab ich direkt mal den Adler gemacht, weil 530 ml Verlust für mich doch etwas viel waren. Das ist mir bis jetzt aber nur zwei Mal passiert, also what shall’s.

Punkt 30 – Unter den Sternen schlafen

Abschlusszelten nach der elften Klasse, auf einer Wiese mitten im Nirgendwo ca. 10 Kilometer von der Schule entfernt. Ich hatte kein Zelt, wollte aber (warum auch immer) trotzdem dabei sein, also pennte ich mit Schlafsack unterm Sternenhimmel. Irgendwer hatte aus irgendeinem Grund, den ich gerade nicht nachvollziehen kann, einen Pizzakarton dabei, und wir schrieben da ein Gedicht als Abschiedsgeschenk an unsere Klassenlehrerin drauf. Nebenbei habe ich furchtbar einen Jungen angeschmachtet, der aber nichts von mir wissen wollte, und hörte nonstop „Mach die Augen zu“ von den Ärzten.

Punkt 418 –  „Danke“ sagen lernen in allen Sprachen der Länder, in denen du schon gewesen bist.

Danke, thank you, merci, dziekuje, gracias, dank u wel, tack und seit neuestem auch kiitos (dazu später mehr).

Es gibt auch einige Punkte, die ich sofort als „niemals zu erledigen“ abstreichen konnte, zum Beispiel Punkt 499 – „Gesund alt werden“. Was mich zum nächsten Tagesordnungspunkt bringt…

Tagesordnungspunkt 3 – Nagende Sachen

Ich hab es bis jetzt nur einmal im Blog erwähnt, aber ich leide an einer verkrümmten Wirbelsäule. Zurzeit habe ich einen besonders heftigen Anfall. Ich hoffe, dass ich mit Muskelrelaxans und Massagen lange genug durchhalte, bis ich in zwei Wochen endlich zum Orthopäden kann. Und verfluche Gott dafür, dass er mir die Skoliose gegeben hat.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Grübeln, Gesundheit und gute Freizeitaktivitäten

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Tagesordnungspunkt 1: Grübeln

Ich habe neulich mal wieder „Ich finde Gott in den Dingen, die mich wütend machen“ von Nadia Bolz-Weber gelesen. In dem Buch redet sie ziemlich viel über Feindesliebe – etwas, über das ich selbst ziemlich viel nachgrüble. Es ist ja schon irgendwie wichtig, seine Feinde zu lieben. Aber wie weit soll das gehen? Neulich war ich an einem Punkt, wo meine Feindesliebe, wenn man das so nennen mag, ihre Grenzen erreichte. Seit einiger Zeit mache ich bei einer Art Online-Gebetsgemeinschaft mit und konnte so einige Kontakte sammeln… darunter auch ein erzkonservativer Katholik, der ständig durch komische Tweets auffällt. Es gab so einiges, was ich blöd fand. Neulich aber hat derjenige in einem Tweet alle Atheisten beleidigt. Somit auch meine ganze Familie, was ich ihm schrieb. Er antwortete, meine Familie würde das schon überstehen und es gebe ja Meinungsfreiheit. Da konnte ich nicht mehr.

Tagesordnungspunkt 2: Gesundheit

Mein Körper ist ein bisschen merkwürdig. Vorgestern hatte ich eine so starke Magenverstimmung, dass ich sicherheitshalber die 112 angerufen habe. Gestern gabs nur noch ein wenig Bauchgrummeln und heute ist alles wieder weg.

(Mir ist gerade aufgefallen, dass ich vor genau einem Jahr schon mal Magenprobleme wegen Essen hatte. Ich hoffe, das wird jetzt nicht zur Tradition.)

Wegen meines doofen Magens musste ich vorgestern das Ju-Jutsu-Training ausfallen lassen, zu dem ich seit zwei Monaten gehe. Letzte Woche gab es da schon Probleme, weil ich eine Kerze versucht und mir dabei ordentlich die Arme gezerrt habe. Ich unsportliches Ding!

Darüber hinaus, vor zwei Wochen:

Mittrainierende: Ach du Scheiße, was hast DU denn da?

In diesem Augenblick erblicke ich einen kleiner-Finger-großen, buntschillernden Fleck an meinem Oberschenkel.

Ich: Hier, guck mal!

Trainer: Ach du Scheiße, wie ist DAS denn passiert?

Ich: Könntest du beim letzten Training gewesen sein.

Trainer: Ouuuuh!

Tagesordnungspunkt 3: (noch mehr) gute Freizeitaktivitäten

Letztes Wochenende bekam ich die Gelegenheit, einen Escape Room zu besuchen. Es war wirklich unterhaltsam. Wir waren 60 Minuten in einem Raum eingesperrt und mussten unter Zuhilfenahme des Raumes versuchen, uns daraus zu befreien. Viel mehr darf ich jetzt nicht dazu sagen und zumindest bei dem Veranstalter, den ich genutzt hatte, darf ich auch nie wieder in diesen einen Raum rein. Aber es ist sehr gut und ich kann es jedem nur empfehlen.

Heute Abend werde ich arabisch essen und freue mich schon darauf. Inspiriert wurde ich dazu von meiner Arbeit, auf der es innerhalb von drei Tagen zwei Mal überraschend arabisches Essen gab. Und es ist so lecker!

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin