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Hör mal, wer da schreibt

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Hallo, liebe Leute! Ich lebe noch, bin nur derzeit sehr beschäftigt (womit, erzähle ich euch ein andermal. Vielleicht.).

Gelegentlich finde ich aber noch die Zeit, mich mit unsinnigen Themen zu beschäftigen, und so sende ich euch heute den mit Abstand am bestesten recherchierten Blogeintrag aller Zeiten – Geschlechterrollen in „Hör mal, wer da hämmert“. Kennt die Serie überhaupt noch irgendjemand von euch?

Naja, wie auch immer, es war über Jahre meine Lieblingsserie und da die ja im Grunde ein einziges Abfeiern des Männerseins ist, drängt sich das Geschlechterthema da förmlich auf. Meine konfusen Notizen zu acht Jahren dieser Sitcom möchte ich euch nun in halbwegs geordneter Aufmachung darbieten.

So sind Männer

– Ihnen gehört das Haus, also sind sie der Bestimmer.
– Wenn ihre Frau sich über die Doppelbelastung Arbeit – Familie aufregt, sagen sie „Du musst doch nicht arbeiten!“.
– Männer sind stark. (Deswegen gibt Tim zunächst nicht zu, dass er sich nach dem Schleppen einer schweren Truhe die Leiste gezerrt hat.)
– Sie sind die großen Verführer, was Tim in einige Probleme stürzt.
– Wenn Frauen von Menstruation erzählen, reagieren Männer megaempfindlich. (Außerdem haben sie keine Ahnung von Monatshygiene-Artikeln. Oder wie der weibliche Körper überhaupt funktioniert.)
– Laut dem Buch, das Tim in Folge 8/14 schreibt, stellen sich Männer ihren Ängsten. (Frauen tun das also nicht?)
– In einer Ausgabe von „Tool Time“ gibt es ein ’salute to men‘ (als wäre die Sendung nicht schon ein einziges^^). Männlich sind demnach beispielsweise Armee / Navy, Hunde-Mögen und Filme wie „True Grit“ und „Spartacus“.

So sind Männer nicht

– Sie wissen nicht, wie ein Geschirrspüler funktioniert. Zumindest musste Jill es Tim erklären. (Und als er es dann weiß, baut er ihn um, denn das Gerät ist ihm zu unmännlich. Immerhin ist Tim aber grundsätzlich dafür, dass Männer im Haushalt helfen, wenn er es auch oft Jill überlässt.)
– Der Nachbar Wilson weiß, dass man für unterschiedliche Anlässe unterschiedliche Schuhe braucht. Als er sein Wissen über unterschiedliche Formen der Fußbekleidung demonstriert, wird er von Tim schief angeguckt. Ähnliches passiert, als Al beweist, dass er mehr Farbtöne als der Klischee-Mann unterscheiden kann. (Bei Autofarben wäre das aber auf einmal akzeptiert…)
– Sie mögen kein Ballett. Zumindest ist Tim dieser Ansicht, und es gibt einen Riesenstreit, als er mit Mark zum Ballett gehen soll (der darauf durchaus Lust hatte), ihn dann aber lieber zum Basketball mitnimmt. Jill ist enttäuscht von Tim, da sie ihre Söhne nicht nur männertypischen Dingen aussetzen möchte, und Tim da nicht mitzieht. Als Randy für die Schülerzeitung über das Ballettteam seiner Schule schreibt, sagt Tim sinngemäß, dass es nicht normal sei, sollte Randy sich für Ballett interesssieren.
– Sie trauern nicht, jedenfalls nicht mit Tränen. Tim hält das für unmännlich. (Wobei er sich da später durchaus korrigiert.)
– Sie backen keine Cupcakes.
– Tims ältester Sohn Brad benutzt in Folge 4/26 Makeup, um seine Hautunreinheiten zu kaschieren. Tim ist dagegen, Brads Brüder Randy und Mark machen sich über Brad lustig.
– Männer interessieren sich nicht für Dinge wie Bücher oder Jazztanz.
– Als Tim mit einer seiner Nichten „Teeparty“ spielt, sagt er ihr, sie solle das nicht seinen Freunden im Werkzeugladen erzählen. Den Nachmittag mit ihr mochte er, was allerdings letztlich auch mit stereotypem Mädchen- / Jungenverhalten zu tun hat („Jungen wollen raufen, Mädchen tun mehr Dinge wie Geschichten erzählen“).

So sind Frauen

– Bei „Tool Time“ sind Mädels im Prinzip nur zum Präsentieren da. Dabei kann zumindest Heidi deutlich mehr, denn laut Tim ist diese Elektrikermeisterin. Fun fact: Wegen so einer Sache ist Pamela Anderson, die das vormalige Tool-Girl Lisa gespielt hatte, sogar aus der Serie ausgestiegen. Heidi bzw. Debbe Dunning bekam dann etwas mehr Raum, aber viel war es auch nicht.
– Es gibt aber auch starke Frauen bei „Hör mal, wer da hämmert“. Eine solche ist Jill, die ihrem Ehemann Tim so manches Mal Paroli bietet und ihren Kopf durchsetzt, schließlich sogar nach x Jahren Hausfrauendasein eine neue Karriere startet. Sie wird als Feministin dargestellt, als sie z.B. mit einschlägiger Literatur gesehen wird oder ihren Söhnen beibringt, dass Frauen auch Rechte haben. Ein anderes Beispiel für eine starke Frau in der Serie ist Jills Freundin Karen. Sie kebbelt sich des Öfteren mit Tim, weil die seiner Machowelt etwas entgegensetzt („Natürlich haben Männer viel geschaffen, sie haben ja auch alle Arbeitsplätze“). Sie kann zwar zuweilen etwas aggressiv klingen, wenn sie bspw. allen Männern aggressive Tendenzen unterstellt, aber oft genug ist sie einfach nur der Spiegel, der Tim vorgehalten wird.
– Frauen sind manierlich (während Männer sich ruhig danebenbenehmen dürfen).
– Sie teilen sich anders mit als Männer, nämlich subtiler (was so manches Mal zu Streit führt).
– Frauen, die sich durchsetzen, laufen schnell Gefahr, als Drachen gesehen zu werden. Beispiel: Wanda, Staffel 2, Folge 4.
– Frauen wollen alle Singles verkuppeln. Beispiel: Jill in derselben Folge. Aber sie tut das nicht nur da. Sie verkuppelt eine ihrer Dozentinnen mit Wilson, weil „so eine wundervolle Frau nicht allein sein sollte“. (Mit anderen Worten: Ihrer Meinung nach brauchen Frauen unbedingt einen Partner.)
– Frauen mögen die Farbe Pink (und Männer Schwarz).
– Sie wollen alles zu Tode diskutieren.
– Hat hier jemand mal von dem Begriff „maternal gatekeeping“ gehört? Nein? Na gut. Auf jeden Fall, Jill zeigt, dass sie auch dazu fähig ist. Sie ist beispielsweise der Ansicht, dass Mütter manche Dinge besser können als Väter aufgrund einer speziellen Bindung zum Kind.
– Oft wird von Frauen aber auch verlangt, dass sie Arbeit UND Familie wuppen. (Warum muss Jill kochen, wenn sie wegen ihres Studiums viel um die Ohren hat? Und warum schätzt ihre Familie ihr Essen dann nicht?) Als Tim sich dann doch mal erbarmt und ein paar Wochen mal mehr tut als sie, erwartet er dafür dann so ungefähr den Nobelpreis.^^ Den bekommt er verständlicherweise nicht von Jill, der Dank dafür ist, dass er in einer Tool-Time-Ausgabe alle Frauen inkl. seiner eigenen als Meckertanten darstellt, die man austricksen muss, um seine Ziele zu erreichen.
– Bügeln ist Frauensache, sagt Tim.
– Er sagt außerdem, dass sie ihre Partner dazu zwingen, sich emotional zu öffnen.
– Als Tim sich einmal mit Heidi streitet, regt er sich darüber auf, dass Frauen überemotional seien und man es ihnen nicht recht machen könne.

So sind Frauen nicht

– Sie verstehen Männer im Allgemeinen nicht.
– Sie haben keine Ahnung von Autos (was trotz zahlreicher Gegenbeispiele geglaubt wird).
– Sie können keine Häuser bauen (auch hier gibt es Gegenbeispiele, die nicht helfen).
– Sie können kein scharfes Essen ab. (Heidi rächt sich umgehend für diese falsche Annahme.)

Und sonst so?

– Tim verzapft viel Blödsinn (wer hätte das nach all diesen Anmerkungen gedacht?^^), zeigt sich aber häufig einsichtig. Oft geschieht dies nach einem Gespräch mit Wilson, der als so eine Art Mentor für Tim (und viele andere Figuren) fungiert.
– Wenn Männer und Frauen etwas miteinander unternehmen, wird immer davon ausgegangen, dass sie etwas miteinander haben.
– In unzähligen Ausgaben von „Tool Time“ lästert Tim über seine Frau bzw. Frauen im Allgemeinen. Ein Höhepunkt: Er schnappt sich zwei Zuschauer und zieht mit denen richtig ausführlich über Frauen her, nur weil die eben so sind, wie sie sind.
– Alle möglichen Gegenstände und Dinge müssen „für Männer“ produziert oder umgestaltet werden, weil die normalen zu doof sind. Dies gilt u.a. für Haushaltsreinigungsgeräte, Bade- und Schlafzimmer.
– In Folge 20 wird darüber debattiert, ob Frauen Smokings tragen dürfen, Jill will einen solchen zu einem Opernabend mit Tim tragen, er mokiert sich darüber. Schlussendlich trägt sie ihn aber doch und er ist überrascht davon, wie gut er ihr steht.
– In Folge 2/14 eröffnet Jill ein eigenes Konto, auf das ihr Gehalt als freie Journalistin eingeht. Tim gefällt das überhaupt nicht. Es entbrennt ein Streit darüber, wem was gehört und wer die Macht worüber hat, da Tim der Familienernährer ist, Jill nur ein kleines Gehalt verdient, aber auch gerne Mitspracherechte haben will.
– Die Rosa-Hellblau-Falle existiert (vermutlich wenig überraschend) auch bei „Hör mal, wer da hämmert“. In Folge 3/1 taucht eine rosa Decke auf, die Jill gehäkelt hatte, als sie mit Mark schwanger war. Sie hatte auf ein Mädchen gehofft. Als Tim das seinen beiden älteren Söhnen verrät, machen die sich über Mark lustig.
– Tim kann schlecht akzeptieren, wenn Frauen auf einem männertypischen Gebiet, bspw. als Vorarbeiter auf einer Baustelle, mehr Ahnung haben. Er haut dann Vorurteile raus („hat bestimmt keinen Respekt bei männlichen Kollegen“), sexistische Sprüche (z.B. übers Aussehen) und gaaaanz viele herablassende Kommentare („brauchen Sie die Hilfe von einem starken Mann?“).
– In Folge 5/15 begleitet Jill Tim zu einem Aufenthalt auf einer Militärbasis. Er findet, Frauen hätten da nichts zu suchen – und das, obwohl Jill die Tochter eines Colonels ist und an dem Aufenthalt sehr viel Freude hat, zumindest so lange, bis Tim es ihr vermiest. Ihr wird ermöglicht, einen Panzer zu fahren, und Tim macht ihr die Freude daran zunichte, weil sie es besser kann als er.
– Tim soll sich auf Wunsch von Jill vasektomieren lassen, er ist zunächst nicht sehr offen. Seine Freunde im Werkzeugladen denken, man ist dann kein Mann mehr. Tim lässt sich zu einem Besuch in einer urologischen Praxis überreden, und als er feststellt, dass es sich um eine Ärztin handelt, macht er sofort zu, denn eine Frau könne Männer ja nicht angemessen „da unten“ behandeln. Er ist Argumenten nicht zugänglich, fragt Jill, was sie denn von Schmerzen da unten verstehe, und als sie die Geburtsschmerzen der Kinder aufbringt, ist er genervt. Jill musste sich all die Jahre ihrer Beziehung allein um Verhütung kümmern und es sieht so aus, als würde das so weitergehen. Ironischerweise hilft ihm dann einer der Freunde aus dem Werkzeugladen, Tims Meinung zu ändern – Harry, der eine Vasektomie hatte, das in seinem Laden aber nicht zugeben wollte.
– Interessant wird dies, als Jill sich aus medizinischen Gründen einer Totalhysterektomie unterziehen muss: Sie fühlt sich danach nicht mehr als Frau. Tim macht ihr aber klar, dass zu einer Frau mehr gehört als Eierstöcke, Gebärmutter und die Möglichkeit, Kinder zu kriegen.
– In einer Folge gibt es einen Streit, als festgestellt wird, dass Brads damalige Freundin Angela alle Hausarbeiten für ihn erledigt. Tim macht weniger im Haushalt als Jill und das bisschen, was er macht, auch nur um des häuslichen Friedens willen. Er zeigt sich nicht besonders bereit, Brad klarzumachen, dass der sich falsch verhält, aber schlussendlich tut er es doch.
– In Folge 7/24 ist Jill zu Gast in einer Talkshow mit dem Thema „Erfolgreiche Frauen“. Tim und seine Freunde sehen die Talkshow im Werkzeugladen. Als eine der talkenden Frauen erzählt „Ich bekam ein Jobangebot und mein Mann interessierte sich nur dafür, wer dann kocht“, fragt Harry, was daran falsch sei. Jill versucht, das Verhalten der jeweiligen Ehemänner zu erklären. Tim erscheint in ihrer Darstellung zunächst verständnisvoll (unterstützte Jill grundsätzlich in ihrer Berufswahl), dann wie ein Idiot (verständnislose erste Reaktion auf Studienwahl, hält Psychologie im Allgemeinen für Schwindel, Midlife-Crisis und verletzlicher Zustand). Seine Freunde und die Besucher eines Fitnesscenters, in dem die Sendung lief, machen sich daraufhin über Tim lustig. Tim und Jill fetzen sich heftig. Daraufhin kommt zur Sprache, dass Tim sich in „Tool Time“ regelmäßig über Jill auslässt, was ja etwas gaaaanz anderes sei. Als Jill mit Wilson über die Geschehnisse redet, wird ihr klar, dass all das passiert ist, weil sie glaubte, sich vor den anderen Frauen mit ihrem Psychologie-Wissen und besseren Stories beweisen zu müssen.
– Vielleicht am interessantesten ist das Serienende. Tim kündigt bei Binford, gleichzeitig bekommt Jill ein Jobangebot als Familientherapeutin in einer Hunderte von Meilen entfernten Stadt. Logisch, dass da umgezogen werden müsste. Tim möchte das aber nicht und Jill ist darüber enttäuscht, zumal sie sich 20 Jahre lang immer nur nach seiner Karriere ausgerichtet hat. Letztlich willigt Tim aber doch ein.

Puh.

Fazit

Die Serie lief von 1991 bis 1999. Natürlich findet man da sehr häufig noch klassisches oder klischeehaftes Männer- / Frauenverhalten, stellenweise ist das so extrem, dass man sich darüber aufregen will. Ich muss aber sagen: Für eine Serie aus den Neunzigern finde ich „Hör mal, wer da hämmert“, was Geschlechterthemen anbelangt, ziemlich fortschrittlich. Immer wieder tauchen Figuren auf, die aus den klassischen Rollen ausbrechen. Immer wieder wird sich dafür ausgesprochen, dass Männer und Frauen ihre Differenzen beilegen. Jill darf ein Leben außerhalb der Familie haben (wenn da auch viel verbesserungswürdig ist, aber ich will nicht zu viel erwarten). Und ganz großartig ist natürlich das Serienende, in dem sich Tim karrieremäßig nach seiner Frau richtet.

Habt ihr Fragen, Anmerkungen oder Kritik? Rein damit in die Kommentare (oder meinetwegen meinen Maileingang, auch wenn der mal wieder überquillt).

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Da hat man sich grad mal an 2015 gewöhnt

Veröffentlicht am

und schon ist es wieder vorbei. Hier der Rückblick.

1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

8. Großer Scheiß und richtig tolle Sachen.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich geblieben, würde ich sagen.

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Bis Oktober extrem wenig, danach bekam ich Arbeit und es wurde mehr.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Besser.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Ein Wort: Fahrschule.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” wurde ein Buch von Nadia Bolz-Weber verlost und ich habe es gewonnen. Und ich habe eine „Tubeclash“-BluRay gewonnen. (Dabei habe ich nicht mal einen BluRay-Spieler.)

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Unentschieden…

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Stresskopfschmerzen und die Flitterwochenkrankheit.

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Ersteres.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Ähm… zählt Extremchillen?

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Mit Absatzschuhen auf eine Silvesterparty zu gehen.

14.   Die teuerste Anschaffung?

Nicht sicher. Bestimmt aber irgendwas für die neue Wohnung.

15.   Das leckerste Essen?

Das müssen Mamas Weihnachtsschinken und die Kartoffelsuppe von meinem Mann und mir untereinander ausmachen.

16.   Das beeindruckendste Buch?

„Orange is the new black“ von Piper Kerman.

17.   Der ergreifendste Film?

Ich habe dieses Jahr nicht besonders viele Filme gesehen. Ich glaube, diese Trophäe geht an „Spectre“, weil er so spannend war.

18.   Die beste CD?

„Russendisko Hits 2“.

19.   Das schönste Konzert?

Ich war dieses Jahr auf keinem Konzert.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

22.   Zum ersten Mal getan?

Internet bestellt. Eine Abschlussarbeit geschrieben. Bei einer wichtigen Prüfung durchgefallen (und das gleich zwei Mal). In Bochum gewesen. Nicht jugendfreie Dinge. Auto gefahren. Standesamtlich geheiratet (und das hoffentlich auch zum letzten Mal). Paintball gespielt (das sicher nicht zum letzten Mal). Ein wissenschaftliches Interview geführt.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

In einem Dorf gewohnt. In Polen gewesen. Eine Herrentoilette aufgesucht. Meine alte Schule besucht. Ein ehemaliges KZ besucht.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit Vodafone. Stress mit der Nachbarin. Stress mit Freunden. Spam (on- und offline). Stress durch Nazis. Religiöse Intoleranz. Fremdenfeindlichkeit im Allgemeinen. Knapp vier Monate ohne Küche. Betrunkene Fußballfans. Stutenbissigkeit. Bürokratie. Freipinkelnde Idioten. Stress mit Verwandten. Ein kaputtes Lenkradschloss. Gewisse Paketzusteller (ja, ich meine euch, Hermes). Unfähige Kassiererinnen. Faule Beamte. Einen kaputten Computer beim TÜV. Nervosität. Ewig lange Arbeitssuche. Leute, die mit mir spielen.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Einen Kurzurlaub.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Essen natürlich.

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ja, ich will.“

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Ich glaube, siehe Frage 28.

30.   Dein Wort des Jahres?

Hochzeit.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Nachbarin.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

„Nachrichten vom Abgrund der menschlichen Dummheit“.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

https://kitschautorin.wordpress.com/2015/01/01/2015-yeh/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2015

Die Kitschautorin

Studentenmädchenreport, Tag 58

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Ich habe immer noch tierische Angst, dass mein Studium wegen irgendeiner lächerlichen Sache in die Länge gezogen wird. Heute wäre es fast soweit gewesen.

Als ich der Dame vom Prüfungsamt (sie heißt übrigens so wie eine gewisse Märchenfigur, die gern für Schnee sorgt) mitteilte, ich wolle meine Bachelorarbeit beantragen, teilte sie mir mit, mir würden acht Punkte fehlen. In der Prüfungsordnung hatte ich nur davon gelesen, dass man insgesamt 120 Punkte haben muss, wenn man anfangen will. Nicht aber davon, dass ich 54 Punkte in dem Fach brauche, in dem ich  schreiben will. Nun gut, dachte ich mir, schaue ich halt, wie ich die fehlenden acht am schnellsten kriege. Ergebnis: Sämtliche relativ leicht zu kriegenden Punkte lagen in einem Bereich namens “Profilbildung”.

*kleiner Exkurs*

In einem Studium muss man sich irgendwann auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren. Im 2-Fächer-Bachelor-Teilstudiengang Erziehungswissenschaft gibt es dafür den so genannten Bereich “Profilbildung”, auch genannt “Profilbereich”. Man kann Sachen aus folgenden fünf Gebieten wählen:

– Sozialpädagogik

– Heterogenität: Geschlecht, soziale Lage, ethnische Herkunft

– Schultheorie und Schulentwicklung

– Erziehungs-, Bildungs- und Sozialisationstheorien

– Frühe Kindheit

*Exkurs Ende*

Belegt hatte ich Veranstaltung aus den drei erstgenannten Gebieten. In der studentischen Beratung hatte man mir gesagt, das sei völlig okay, aber wer weiß, ob die das im Dekanat genauso sehen? Letztlich wurde es aber anstandslos abgenommen. Ich habe in dem Bereich eine Gesamtnote von 1,8. Das würde mir keiner abnehmen, der weiß, welche Noten ich auf dem Gymnasium hatte. Ich glaube es ja selber nicht.

Das Ganze läuft jetzt so weiter: Ich habe meinen Teil des Zulassungsantrags ausgefüllt und im Sekretariat meines Lieblingsdozenten abgegeben. Er als Erstprüfer und meine Zweitprüferin müssen ihre Unterschrift druntersetzen, ich gebe den Antrag im Dekanat oder bei der Frau mit dem märchenfigurähnlichen Namen ab und ein paar Wochen später habe ich die offizielle Schreibzeit.

Die  Sekretärin meines Lieblingsdozenten versprach, ihm den Antrag schnell zu geben. Allerdings hat sie keine Ahnung, ob das passieren wird, bevor er und ich und ein Haufen junger Menschen am Sonntag gen Polen aufbrechen. (Hoffen wir mal, dass ich das kann. Momentan besteht die geringe Chance, dass die Zerrung an meinem Bein in Wahrheit eine Thrombose ist. Ich schreibe morgen mehr, entweder hier oder auf Twitter.)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: “Wer ist Ihr Zweitprüfer?” Ich nenne den Namen. “Diese Frau ist mir nicht bekannt.” “Dochdoch, sie ist in der Interkulturellen Pädagogik.” “Ist diese Frau überhaupt in der Prüferliste?” Ich sage, dass mein Lieblingsdozent sie mir empfohlen hat. “*blätter* Ja, in der Tat, da steht sie. Ich kenne diese Frau nicht.” Smiley mit geöffnetem Mund

PPS: Soeben erreicht mich die Nachricht, dass die Exkursion wegen eines Missverständnisses mit dem Busunternehmen erst einen Tag später losgeht. Fängt ja gut an…

2015, yeh

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1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

Ich würde dem Jahr glatt eine 10 geben, da das Bafögamt mich allerdings nicht mehr mag, gebe ich ihm nur eine 9.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Kurzsichtiger, außerdem habe ich eine Hornhautverkrümmung. Lustig war, wie ich das Ganze entdeckt habe – eigentlich wartete ich nur auf meinen Freund, der einen Sehtest ablegte, und tat das dann auch. Zusätzliche –0,75 – ich habe direkt eine neue Brille bestellt. Als ich sie aufsetzte, sah ich plötzlich wieder alles total scharf – wie in HD.^^

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Das Bafögamt hat entschieden, dass ich genug auf dem Konto habe und meine Eltern eh zu viel verdienen. Allerdings arbeite ich jetzt als Tutorin.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Unentschieden.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Genau kann ich das nicht sagen. Ich habe aber versucht, mich etwas zurückzuhalten.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” wurde eine selbstgestrickte Bommelmütze verlost und ich habe sie gewonnen. Oh, und ich habe mit einem durch meine Mutter geschenkten Rubbellos sechzig Schwedische Kronen gewonnen. (Aber nicht ausgegeben.)

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Das Schwimmen wurde beibehalten, zwischenzeitlich habe ich mal Jiu Jitsu an der Uni gemacht, und ich schätze, die Rennerei wegen des Umzugs kann man auch zählen.

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Der ganze Stress, den ich dieses Jahr erlitten habe, drückte mir Brust-, Kopf-, Magenschmerzen und einige Blutdruckausreißer auf. Ansonsten fällt mir nichts Nennenswertes ein.

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Siehe Frage 10.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Mitten im Endstress eine Woche nach Schweden zu fliegen.

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Ähm… zählen die Narkoserisiken bei der Magenspiegelung?

14.   Die teuerste Anschaffung?

Die Möbel, die ich vor zwei Tagen gekauft habe.

15.   Das leckerste Essen?

Vor knapp drei Wochen habe ich die Schlüssel für meine neue Wohnung bekommen, zusammen mit fleißigen Helfern einen Haufen Krams in die Wohnung gestellt, dann eine Küche bestellt und danach Nudeln mit rotem Pesto gemacht. Das war so geil.

16.   Das beeindruckendste Buch?

*denkt lange nach* Die Bibel.

17.   Der ergreifendste Film?

*denkt auch hier lange nach* “Neukölln unlimited”. Ich weiß, der ist älter, ich habe ihn aber erst jetzt gesehen. Der Film hat mich auf so viele Weisen beeindruckt. Ich war traurig, wütend, aber auch optimistisch.

18.   Die beste CD?

“Bingo” von Bela B.

19.   Das schönste Konzert?

Bela B & Smokestack Lightning feat. Peta Devlin am 5. Mai im Bielefelder Ringlokschuppen.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

22.   Zum ersten Mal getan?

Für die Uni gearbeitet. Bela B live gesehen. Bei einer Taufe mitgemacht (als Täufling). In Österreich gewesen. Das Bremer Überseemuseum besucht. Die Synagoge der viertgrößten Stadt Niedersachsens von innen gesehen. Einen Gottesdienst mit Flüchtlingen besucht. Ein Gedicht von mir veröffentlicht. Für den Störungsmelder geschrieben. Auf Uniexkursion gewesen (beinhaltend den erstmaligen Besuch einer KZ-Gedenkstätte sowie des Jüdischen Museums Berlin). Mich erfolgreich bei der Deutschen Bahn beschwert. Bei einem Adventskalender-Gewinnspiel was gewonnen. Einen Rubbellos-Gewinn gehabt. Mit Kanadiern gesprochen. In orthodoxen, einer methodistischen und reformierten Kirchen gewesen. Anhänger der Bahai-Religion kontaktiert. In Baden-Württemberg sowie auf einer katholischen Hochzeit gewesen. Einen Nachtzug benutzt. Pandas und Koalas live gesehen. Beschlossen, in einen Ort zu ziehen, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nie betreten hatte. Eine nicht erfolgreiche Online-Bestellung getätigt. Eine Bahnreise aufgrund einer Bombenentschärfung zwangsweise modifiziert. Ein wenig Gebärdensprache gelernt. Eine Langzeit-Blutdruckmessung gemacht.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

Im kleinsten Bundesland Deutschlands gewesen, ohne es nur zu durchqueren. Einige Zeit sehr viel Englisch geredet. Im Unichor gesungen.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit dem Bafögamt. Die Frage, wo ich im neuen Jahr leben werde. Umzugsstress. Die Art, wie das letztjährige Weihnachten verlaufen ist. Es war zwar schön, aber trotzdem doof.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Meine Taufe.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Das Klingonisch-Wörterbuch.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Eine neue Küche…

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Ich liebe dich und freue mich, dass du mir nach (hier Ort einfügen) folgst.”

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

“Ich liebe dich und möchte ganz lange mit dir zusammenbleiben.”

30.   Dein Wort des Jahres?

Christentum.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Umzug.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

“Topf voll Gold” und “Gekreuzsiegt”.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2015

Die Kitschautorin

Stöckchen oder nicht Stöckchen

Veröffentlicht am

Vor einiger Zeit musste ich an das hier denken, und auch wenn mir das Stöckchen keiner zugeworfen hat, würde ich gern damit spielen.

12 Dinge, die dich ärgern

– Fremdenfeindlichkeit

– Homophobie

– Misogynie

– Krieg

– Leute, die, wenn sie einen Zug wegen einer Bombenentschärfung nicht nehmen können, sich lang und breit über die Unzuverlässigkeit der Bahn ärgern oder zig Mal erwähnen, dass sie schneller gewesen wären, wenn sie den Bus XY genommen hätten statt des Schienenersatzverkehrbusses

– wenn Züge zu spät kommen, weil die Bahn am falschen Ende spart und Gegengleise abbaut

– die Unfähigkeit der Betreuer in meinem bevorzugten Uni-Computerraum

– auf Gläubige herabblickende Menschen

– wenn mein Smartphone mitten in einer langweiligen Vorlesung leergeht

– die Engstirnigkeit gewisser alter Menschen

– das für mich zuständige Bafögamt

– Leute, die glauben, Depressionen könne man ganz einfach behandeln

11 Dinge, ohne die du nicht leben könntest

– Wasser

– Essen

– angemessene Temperaturen

– Mediziner

– Liebe

– Internet

– Bücher

– Schlaf

– Gott

– meinen schwarzen Kajal

– mein Smartphone

10 Dinge, auf die du dich freust

– endlich mit meinem Freund zusammenzuwohnen

– meine Bachelorarbeit

– das Abendessen

– die nächste Sitzung vom Gebärdensprachkurs

– den 4. Dezember

– den nächsten Gottesdienst mit meinem Lieblingspastor

– endlich diese Monty-Python-Sendung zu gucken, die ich vor vier Wochen aufnehmen ließ

– die Masterzeugnisverleihung eines gewissen Informatikers

– irgendwann mal Kinder zu haben

– den nächsten Urlaub

9 Dinge, die du täglich trägst

– einen BH

– eine Armbanduhr

– meine Brille

– einen Slip

– einen Titanring mit Diamant (mein Verlobungsring)

– mein Essen ins Zimmer

– Zweifel an der Zukunft

– meine Dreckwäsche irgendwohin

– einen Silberring (Geschenk von meiner Mutter)

8 Serien bzw. Filme, die du immer wieder schauen könntest

– “The King’s speech”

– “Ein Herz und eine Seele”

– “Die fabelhafte Welt der Amélie”

– “Hör mal, wer da hämmert”

– “Spongebob Schwammkopf”

– “Zwei glorreiche Halunken”

– “Der Vorname”

– “LOL – Laughing out loud”

7 Objekte, die du täglich anfasst

– Klopapier

– meinen Laptop

– die Fernbedienung meines DVD-Players

– meinen DVD-Player

– die Steckdosenleiste, an der mein Laptop, das dazugehörige Hub und mein DVD-Player hängen

– Besteck

– Gebäck

6 Dinge, die du jeden Tag tust

– aufs Klo gehen

– sprechen

– im Internet surfen

– lesen

– kochen

– an die Uni denken

5 Lebensmittel, ohne die du nicht leben könntest

– Nudeln

– Schokolade

– Erdbeeren

– Käse

– Tomaten

4 Menschen, mit denen du gerne mehr Zeit verbringen würdest

– die lustigen Leute von Alsterfilm

– meine beste Freundin

– mein bester Freund (der gleichzeitig auch mein zukünftiger Schwager ist, ist das nicht cool?)

– seine Freundin

3 deiner momentanen Lieblingslieder

– Muse – Hysteria

– Postmodern Jukebox feat. Robyn Adele Anderson – Talk dirty

– Pet Shop Boys – Go west

2 Menschen, die dein Leben sehr beeinflusst haben

– mein Vater

– seine Mutter

1 Mensch, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen könntest

– mein Freund

So, fühlt euch frei, eure Meinung dazu oder eure eigenen Fragebogen-Füllungen in die Kommentare zu schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Mein 2004

Veröffentlicht am

Frau Nessy hat mir ein Jahr zugelost, zu dem ich was aus meinem Leben erzählen soll, und das tue ich doch gerne.

2004

Alter

12 bzw. 13 Jahre.

Aufenthaltsort

Ein kleines Dorf nördlich der damals noch drittgrößten Stadt Niedersachsens.

Beruf

Schülerin der achten bzw. neunten Klasse eines Gymnasiums. Erstaunlich, dass ich es noch in die neunte Klasse geschafft habe, ich bekam damals meinen ersten blauen Brief. Mein Dad hat ihn in der Küche aufgehängt, damit ich immer daran erinnert werde, mich ab jetzt mehr anzustrengen (was nicht geklappt hat). Im neuen Schuljahr bekam ich zum ersten Mal Politikunterricht, der aber aufgrund einer verplanten, kettenrauchenden Lehrerin nicht so gut war. Ich habe die Schule damals insgesamt gehasst, weil ich mich ständig gelangweilt und so gut wie keine Freunde hatte. Eher so das Gegenteil davon.

Beziehung

Ich war so einige Male verliebt, von einer Beziehung aber leider weit entfernt. Wer will auch ein Mädel mit hässlicher Frisur und schiefen Zähnen, die noch dazu viel jünger ist als man selbst? Rückblickend kann ich aber froh sein, dass nie was draus geworden ist, die Kerle waren charakterlich alle Ärsche.

Haare

Siehe oben. Ich erinnere mich dunkel, dass ich damals ein Experiment mit kupferroter Tönung gewagt habe. Ansonsten: aschblond und Länge so ungefähr bis zu den Schultern.

Urlaub

Irgendwo in Südschweden (mal wieder).

Bemerknis 1

Eines der wenigen Highlights in diesem Jahr: die Eröffnung eines Internetcafés direkt neben der Schule. Wir hatten ja kein Internet und ich habe fortan mein ganzes Geld dort gelassen, bis ich Leute kannte, bei denen ich das Internet nutzen konnte. Damals wie heute fand ich das Internet total klasse.

Bemerknis 2

Ich war damals die totale Fernseheule. Meine Eltern haben irgendwann versucht, meinen Fernsehkonsum zu unterbinden. Ich habe allerdings schnell herausgefunden, wo der Schlüssel zum Wohnzimmer ist, wie ich die Anlage wieder an den Strom anschließe und wann ich gucken kann, ohne dass meine Eltern was davon merken. Ich habe mir damals Sachen angeguckt, von denen ich heute nicht mehr glauben kann, dass ich sie jemals gut fand, z.B. “Freunde – Das Leben beginnt” und “Die Abschlussklasse”.

Weiterführende Literatur

Ich habe fünf Jahre nach dem hier besprochenen Jahr Abitur gemacht – hier der Artikel über meinen Jahrgang. Was nicht drinsteht: Der Schulleiter wollte uns die Abishirts verbieten, weil er den Spruch “Scheiß auf Abi – ich werd Pirat!” respektlos fand. Er war aber schon vorher nicht als guter Schulleiter bekannt – er hat einem Jungen aus dem Jahrgang unter mir einen mehrtägigen Schulverweis erteilt, nur weil der ein T-Shirt mit “obszönen Worten” trug, und für die Beschwerde eines Abiturienten, er sei in der mündlichen Prüfung ungerecht behandelt worden, hat er sich einfach mal null interessiert. Mittlerweile hat er allerdings die Schule gewechselt. (Die Armen…)

Sollte jemand von den Lesern Lust haben, daran teilzunehmen – nur zu! Einfach einen Kommentar hinterlassen, ich lose dann ein Jahr zu.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Krümelmonster, Teil 21

Veröffentlicht am

Ich fühlte mich ganz verändert. Ich lief durch die Welt wie auf Zehenspitzen, ein bisschen, als schwebte ich über dem Boden.Vielleicht würde ich bald bereuen, was Kati und ich da gestern gemacht hatten. Vielleicht würde ich mich dann zum Teufel dafür wünschen, was ich da einfach unternommen hatte, es als kindlich und unüberlegt betrachten. Ich hatte ja nicht bedacht, dass Hannes, genauso wie Kati es nun schon mehrmals getan hatte, Rache nehmen und mir damit schaden könnte. War das alles wirklich richtig gewesen? In dem Moment wusste ich nur, dass es für mich richtig gewesen war, da ich mich jetzt viel besser fühlte und mit der Geschichte quasi abgeschlossen hatte. Erstaunlich eigentlich.

Mit Kopfhörern in den Ohren hatte ich meine Beine wie üblich gegen den Tisch vor mir gelehnt und schaute verträumt an die Decke. Verträumt ist vielleicht nicht das richtige Wort, ich ließ einfach meine Gedanken schweifen. Vor fünf Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich so etwas mal erleben würde. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie mein Leben zum jetzigen Zeitpunkt aussehen würde. Damals bekamen all meine Klassenkameradinnen ihre ersten festen Freunde, während ich mit Anna auf dem Schulhof in der Ecke herumstand und abgeklärt über all die Tussen urteilte. Zu der Zeit konnte ich noch nicht ahnen, wann ich meine erste Erfahrung mit der Liebe haben würde und dass sie so eine Enttäuschung werden würde. Aurélie hatten wir damals erst kennengelernt, kaum zu glauben, dass wir jetzt mit ihr befreundet waren. Wir hatten sie da für genauso ein blödes Huhn gehalten wie die anderen Mädchen aus unserer Klasse. Erst später hatten wir festgestellt, dass sie doch schwer in Ordnung war. Vor fünf Jahren hatte Lea in einer schweren spätpubertären Krise gesteckt und jeden Tag mit Auszug von zu Hause gedroht. Und was war? Ich zog eher aus als sie. Ich hätte vor fünf Jahren auch nie gedacht, dass Lea jetzt schwanger werden würde. So früh? Nie im Leben. Die Leute bekamen doch immer später Kinder.

Mitten in meine Gedanken hinein klingelte mein Handy. Ich zuckte zusammen, hatte nicht mitbekommen, wie spät es war und ob die Vorlesung schon angefangen hatte. Gott sei Dank noch nicht. Mein Handy meldete eine SMS von – Lea. Wieso schrieb sie mir eine SMS? Hätte sie nicht einfach zu meinem Hörsaal rübergehen können? Ach ja, stimmte ja, heute hatte sie ja nur Vorlesungen auf einem anderen Campus. Wäre vermutlich etwas zu viel, mal eben acht Kilometer hin und zurück zu rennen.

Hast du heute Abend Zeit? Ich muss etwas ganz Wichtiges mit dir besprechen!, schrieb sie. Ich wurde schlagartig aufgeregter. Was konnte dieses Wichtige sein, über dass sie mit mir reden wollte? Hatte es etwas mit ihrem Baby zu tun?

Wie wäre es mit heute Abend um acht? Bring Aurélie und Anna mit!

Ich war mir total unklar darüber, was Lea mit uns besprechen wollte. Konnte es mit ihrem Baby zu tun haben, wenn die beiden dabei sein durften? Warum nicht? Aurélie und Anna waren doch schließlich auch ihre Freundinnen. Ich simste hin und her mit Anna, die einen Raum über mir saß, soweit ich wusste, Aurélie, die heute erst um elf Uhr in der Uni sein musste, und meiner Schwester. Schließlich hatten wir uns auf halb neun – Anna konnte nicht früher – in der WG geeinigt, aber abschließen konnte ich mit dem Thema noch lange nicht. Falls ich vorher nur leicht verträumt war, so war ich jetzt stark abgelenkt und spielte in meinem Kopf unendlich viele Szenarien von dem durch, was ich an diesem Abend erleben würde.

Wieso erwartete mich von einem Moment auf den anderen wieder so etwas Schwerwiegendes? Furchtbar war das! Am laufenden Band passierten in meinem Leben auf wenige Tage komprimiert so furchtbar viele Dinge. Inzwischen ging ich fest davon aus, dass Lea uns dreien mitteilen wollte, ob sie das Baby behalten wollte oder nicht. Doch warum sollte sie diese Entscheidung so schnell fällen? Sie hatte doch erst vor kurzem festgestellt, dass sie schwanger war.

In raschen Rückblenden zog dieser Tag an meinem inneren Auge vorbei. Gero und ich im rasenden Krankenwagen, Lea bleich und ohnmächtig vom Schock auf der Liege, an Maschinen angeschlossen, Wiederbelebungsversuche. Gero und ich total aufgeregt vor lauter Panik und schließlich der Arzt, der uns auf seine verschwurbelte Art mitteilte, dass Lea im dritten Monat schwanger sei.

Im dritten Monat…

Wollte sie etwa abtreiben? Wenn ja, dann würde sie es bald tun müssen, rechnete ich aus. Ich konnte es mir irgendwie nicht vorstellen. Vielleicht wollte ich es mir auch einfach nicht vorstellen. Natürlich kam das Baby einfach zum total falschen Zeitpunkt. Die beiden steckten mitten im Lehramtsstudium und wollten nächstes Jahr den ersten Abschluss machen. Geld hatten sie auch kaum, unabhängig waren sie nicht wirklich. Und trotzdem war da in mir irgendwo ein kleiner Kern, der sich wünschte, dass sie ihr Kind trotzdem haben wollten.

„Sag mal, wieso bist du eigentlich so unaufmerksam?“, sprach mich das nervige blonde Mädel aus meiner Arbeitsgruppe an, nachdem ich mich halb nervös, halb wahnsinnig durch den Tag geschleppt hatte. „In den letzten paar Tagen hast du doch so gut mitgearbeitet.“

Sie klang wie Frau Heidemayer, die Lehrerin, die mir die gesamte Kursstufe zur Hölle gemacht hatte. „Wahrscheinlich geht das in deinen Kopf nicht rein, aber es gibt Menschen, die so etwas wie ernsthafte Probleme haben! Dass man da nicht aufpasst, ist vielleicht verständlich!“, fuhr ich sie an. Sie wich zurück. „Tschuldigung, kann ich doch nicht wissen! Wieso sagst du denn nichts?“

„Weil es niemanden etwas angeht!“

Ich versuchte, mich für den Rest der Sitzung zusammenzureißen, was mir nicht richtig gelang.

Dementsprechend nervös kam ich um kurz nach halb neun an der WG meiner guten Freundinnen Anna und Aurélie an. Allein. Lea wollte aus irgendwelchen Gründen getrennt von mir anreisen. War das überhaupt das richtige Wort? Was wusste ich denn?

Bevor ich ins Treppenhaus ging, atmete ich tief durch. Bei meiner Ankunft saßen alle bereits im Wohnzimmer. Die Glieder peinlich ordentlich sortiert. So, wie wir früher immer am Esstisch sitzen sollten, woran wir uns natürlich nie gehalten hatten. Gero war ebenfalls anwesend.

Eine Zeit lang saßen alle nur da und sagten kein Wort. Irgendwann räusperte sich Lea und setzte an: „Na ja, ich hab euch heute alle versammelt, weil Gero und ich mit euch reden müssen…“

„Ja, es geht um etwas sehr Wichtiges…“, fuhr Gero fort.

Nun gut, das wussten wir ja schon. „Worum geht es denn?“, fragte ich ungeduldig.

„Es geht um etwas, das unser ganzes Leben verändern wird. Na ja“ – Gero korrigierte sich – „eigentlich hat es unser Leben schon verändert.“ Lea nickte.

Also ging es um das Baby. Mein Herz klopfte noch schneller, wenn das überhaupt noch möglich war. Jetzt würde sich alles entscheiden.

„Anna, Aurélie, ihr habt es sicher schon mitbekommen – ich bin schwanger“, sprach Lea aus. Die Angesprochenen nickten. „Am Anfang war ich total verzweifelt.“

„Wir beide“, warf Gero ein.

„Ja, klar. Ich meine, wir beide sind erst 22 und jetzt hat es uns so überrascht.“ Lea seufzte. „Was soll man in so einer Situation schon machen? Es kam wirklich aus heiterem Himmel.“

„Also, eins habe ich noch nicht verstanden“, sagte Aurélie, „warum ist euch das eigentlich passiert? Habt ihr nicht verhütet oder wie?“

„Doch, ich habe die Pille genommen“, erklärte Lea, „aber sie hat nicht gewirkt. Wahrscheinlich habe ich sie nicht vertragen. Jedenfalls habe ich das nicht gewusst und deswegen hab ich das ja auch erst so spät gemerkt. Ich bin schon im dritten Monat!“

„Im dritten Monat?“, echote Aurélie erstaunt.

„Ja, und deswegen hab ich mich auch ganz schnell entscheiden müssen.“ Lea räusperte sich. „Willst du es ihnen sagen oder soll ich?“ Sie sah Gero an.

Ich versuchte, in ihren Gesichtern zu lesen. Neutral waren sie, ohne jedes Indiz für das, was gleich kommen würde. So sehr ich mich anstrengte, ich konnte kein Zeichen erkennen.

Im Zimmer war es so leise, dass man einer Feder beim Auf-den-Boden-Fallen hätte zuhören können. Keiner sagte ein Wort.

„Na ja… wie soll ich sagen“, ergriff Gero schließlich das Wort. Schlagartig zogen sich seine Mundwinkel nach oben, und bevor ich das irgendwie deuten konnte, rief er: „Wir wollen das Baby bekommen! Ich werde Vater!“

Wir brachen in Jubel aus. Lea und Gero umarmten sich, ich stürmte vor Freude allen Personen im Raum nacheinander in den Arm und konnte es vor Glück gar nicht fassen: „Du wirst Vater, das heißt, du wirst Mutter, das heißt, ich werde Tante! Super!“

Eilig langte Gero hinter die Sofaecke, um fünf Gläser und eine Flasche Sekt hervorzuholen. Alkoholfrei, damit Lea auch etwas davon trinken konnte. Wir stießen an:

„Auf das Baby!“

„Auf die werdenden Eltern!“