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Schlagwort-Archive: behinderte

La mer

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Ich war zum fünften Mal in Frankreich sowie zum jeweils ersten Mal in Monaco und Italien.

Montag

An diesem Tag erfolgte der Hinflug, ausgehend vom drittgrößten Flughafen Deutschlands, und wir flogen zum drittgrößten Flughafen Frankreichs. (Jetzt wisst ihr auch, in welcher Gegend ich mich rumgetrieben habe, haha.) Aufgrund der Zeit, zu der wir unterwegs gewesen waren, hatten wir noch genug Zeit, um schwimmen zu gehen und lecker zu essen. Wir nächtigten gute 600 Meter entfernt vom Strand von Juan-les-Pins. Dort ist es wirklich schön. Kleine Fischchen leben im Meer, die Temperatur war für den September wirklich angenehm. Wenn man möchte, kann man dort seine Sachen in Schließfächer einschließen (man braucht Ein-Euro-Stücke) und danach beruhigt baden gehen. Abends genossen wir ein gutes Restaurant (auf Anfrage nenne ich gerne den Namen) und ich war wirklich verwundert, dass dort gratis Leitungswasser in Karaffen gereicht wurde. Das würde man in Deutschland nie erleben. Auf dem Weg zum Restaurant gab es noch ein kleines Abenteuer: Ich dolmetschte für ein polnisches Urlauberehepaar, das mangels Französischkenntnissen die Rückfragen der pompiers nicht verstand. Da denkt man, man hat seine Ausbildung umsonst gemacht, und dann so was…

Dienstag

An diesem Tag besichtigte ich Nizza. Dies war leider nicht so schön, wie ich gehofft hatte. Es gibt dort derzeit viele Baustellen, und die Kirchen, die ich besichtigen wollte (die deutsche und die russische), waren nicht offen. Ich schaute mir dann einfach noch Notre-Dame an. Architektonisch war das zwar sehr schön, aber ich fühlte mich dort in religiösem Sinne nicht wirklich willkommen. Es vermittelte halt nicht wirklich das Gefühl eines von-Gott-angenommen-Seins. Es schien mir so, als läge der Fokus mehr darauf, keine Sünden zu begehen und Gott bzw. Jesus bzw. Maria ausführlich und demütig anzubeten. (Dass dort, wie in vielen katholischen Kirchen, die Ehe ausdrücklich nur als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau gesehen wird, hilft auch nicht.)

Mittwoch

An diesem Tag besichtigte ich Monaco. Eine Sache, die mir auffiel, die aber natürlich verständlich ist: x Sicherheitsmänner. Da gibts halt viele Reiche (und natürlich die Fürstenfamilie), auf die und deren Habseligkeiten muss man ja aufpassen. Ansonsten gibt es in Monaco schöne Kirchen, in einer davon befindet sich Grace Kellys Grab. Sehr komisch fand ich, dass ihr Grab über und über mit Blumengestecken zugestellt war (man konnte kaum ihren in Latein geschriebenen Namen lesen!), und bei Rainier standen nur ein paar Einzelblumen.

Ich war auch auf dem Friedhof, der sich direkt an der französischen Grenze befindet. Eine sehr nette Mitarbeiterin erklärte mir den Weg zur Urnengrabstelle eines bekannten Schauspielers. Sehr rührend fand ich das kleine Spielzeugauto, das jemand dort drapiert hatte.

Donnerstag

An diesem Tag besichtigte ich Ventimiglia. Ventimiglia, das auf Französisch Vintimille heißt, ist eine kleine Stadt mit etwa 24000 Einwohnern, die direkt an der italienisch-französischen Grenze liegt. Schon bei der Anreise fiel mir auf: Bis Monaco ist der im Übrigen exzellent klimatisierte Regionalzug knallvoll, danach ziemlich leer. (Rückfahrt ähnlich.) Was ich nicht verstehe, denn Ventimiglia ist sehr schön. Und außerdem billiger als Nizza oder Monaco. Man braucht allerdings gute Knie, denn die Stadt ist ziemlich höhenunterschiedlich. Auch die Füße werden sehr trainiert, denn der örtliche Strand ist ein Steinstrand. (Zumindest dort, wo ich war…) Aber es hat mir sehr gefallen. Ich spreche kein Italienisch, dies war aber kein großes Problem, denn aufgrund der Grenzlage kommt man mit Französisch ganz gut durch.

Mein Abendessen erfolgte wieder in Juan-les-Pins, in einem anderen guten Restaurant. Die Kellnerin ließ mich erröten, denn ich sprach ihrer Ansicht nach so gut Französisch, dass sie mich für eine Französin hielt, bis ich das korrigierte. Naja, wenn ich nur Essen bestelle, kann ich das auch relativ unfallfrei…

Freitag

Morgens genoss ich noch ein wenig den Strand, bis ich mich am Vormittag auf die Rückreise machte. Nette Stewardessen, aber leider hing mein Koffer eine Weile irgendwo fest. Und auf der Autobahn war Stau, aber das ist freitagnachmittags im Ruhrgebiet wohl normal.

Und sonst so?

Wenn Deutsche urlauben, müssen sie ja immer schauen, was anders ist als daheim. Ich kann hier zuvorderst die Pflanzenwelt nennen. Ich habe noch nie dort geurlaubt, wo es Eukalyptus gibt, und auch Palmen sehe ich eher selten. Ansonsten kann ich noch das französische Bahnwesen nennen. Sehr positiv hervorheben kann ich, dass am Schalter per Schild gebeten wird, Schwangere, alte und körperbehinderte Menschen vorzulassen. Warum allerdings eine Fahrt nach Monaco billiger war als eine Fahrt nach Nizza, habe ich nicht ergründen können. Aber die Postkarten nach Deutschland waren mit zwei Tagen ziemlich schnell. Und billiger als Schweden – Deutschland (1,30 gegenüber umgerechneten 2,14).

Insgesamt kann ich einen Urlaub in dieser Ecke der Welt sehr empfehlen, aber nehmt Geld mit, ihr werdet es brauchen. Nicht nur, wenn ihr in Monaco im Casino hängt, und nein, das hab ich nicht mal gemacht.

Veuillez agréer l’assurance de mes sentiments distingués.

Die Kitschautorin

PS: Liebe Grüße an das nette Mädel im Zug nach Monaco, die einen FCKAFD-Aufkleber hatte!

PPS: Blutdruckmessen in französischen Apotheken ist kostenlos. Sollte man sich in Deutschland mal merken. Da muss man meist bezahlen.

Nazis und Austauschstudenten

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Ich war schon immer der Meinung, dass die Vergangenheitsbewältigung in punkto Nationalsozialismus nicht so gut geklappt hat. Aber selten war es so deutlich wie in der vorletzten Sitzung des Seminars „Eichmann in Jerusalem“. Eugen Steimle, ranghoher Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und verantwortlich für Massenmorde in der Sowjetunion, wurde zuerst zum Tode und dann zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, wovon er sechs Jahre absaß. Nach der Freilassung arbeitete er als Gymnasiallehrer für Deutsch (!) und Geschichte (!!). Werner Heyde, einer der Hauptorganisatoren der Euthanasiemorde, konnte nach dem Krieg als Arzt praktizieren. Das gehört zu den Gründen, aus denen ich mir immer an den Kopf fasse, wenn mal wieder irgendjemand behauptet, man solle die Nazizeit doch langsam mal vergessen. Wie kann man so was nur vergessen?

Derselbe Dozent, der das Eichmann-Seminar gibt, ist auch für das Seminar „Integration oder Assimilation?“ verantwortlich. Vor kurzem beschäftigten wir uns ja mit Sarrazin. Der Dozent überlegte, was er in der letzten Sitzung mit uns anstellt, meinte aber, dass wir uns Sarrazin als Gast wohl nicht leisten könnten, denn der nehme 15000 Euro. 15000 Euro für so einen Müll. Wow. Wir alle wissen ja, dass es Fremdenfeindlichkeit nicht nur in Deutschland gibt. In der Schweiz (dem Land, aus dem unser Dozent kommt) gibt es eine von der SVP ausgehende Initiative gegen die „Masseneinwanderung“ der Deutschen. Am 9. Februar soll es sogar einen Volksentscheid darüber geben. Und so, wie’s aussieht, liegen die Antideutschen vorn.

Bevor mein Dozent in der Schweiz lebte, kam er aus Griechenland. Auch die Familie seiner Frau stammt daher. Sein Schwiegervater war mal Austauschstudent in Österreich und lebte dort bei einer alten Nazitante, die die ganze Zeit Nazilieder vor sich hersang. Unwissend, was das alles bedeutete, nahm der damals junge Mann die Lieder in sich auf. Zig Jahre später trifft dieser mittlerweile alt gewordene Mann auf den Freund seiner Enkelin. Er bekommt mit, dass dieser Deutscher ist. Und um sich mit ihm gut zu stellen, singt der alte Mann eins der Lieder aus seiner Untermieter-Zeit. Das kam nicht so gut an.

Heute hatte ich nun wieder eine Sitzung „Eichmann in Jerusalem“. Diesmal ging es u.a. um die Kollaboration in Frankreich. Und ich war eine von ganzen zwei Studenten, die sich schon vor dem Referat mit diesem Thema beschäftigt haben. Eine Studentin, die in Basel zur Schule gegangen ist, erklärte sogar, dass das Ganze bei ihr im Unterricht niemals thematisiert wurde. Schockierend.

Es gibt natürlich auch lustige Momente in meinem Studium. In einem meiner Seminare gibt es einen Erasmus-Studenten aus Spanien. Mit Vornamen heißt er Jesús, was immer wieder Anlass für verschiedene Witze ist. Beispiel: Er fehlte in der letzten Sitzung vor Weihnachten und meine Dozentin äußerte sich folgendermaßen:

Jetzt ist bald Weihnachten und ausgerechnet heute ist Jesús nicht da.

Die Dozentin hat in der letzten Sitzung aber auch eine furchtbare Geschichte erzählt: Sie hat mal (in Gedenken an ihre Mutter, die sich selbst vorwarf, nicht genug für die Rettung der Sinti und Roma getan zu haben) Stolpersteine verlegen lassen. Als sie sah, dass diese dreckig geworden waren, putzte sie die Steine. Es kamen Leute an und haben sie gefragt: „Müssen Sie das machen? Sind Sie Hartz IV?“

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 16 & mein Wochenende

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http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/66927236/friedrich-warnt-neonazis-unterwandern-ostdeutschland

Wenn wir unsere Waren überall in der Welt verkaufen wollen, müssen wir uns auch gegenüber an unserem Land interessierten Menschen offen zeigen.

1.) Sagt derselbe Mann, der letztes Jahr verkündete, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört.

2.) Petra Pau merkte schon ganz richtig an, dass er zu ökonomistisch denkt. Es wäre jedenfalls ziemlich schäbig, nur weltoffen zu sein, weil man anderen Leuten was verkaufen will.

Wo wir gerade bei Nazis waren: Gestern war ich in Köln und habe mir zusammen mit einigen Freunden das NS-Dokumentationszentrum angesehen. In dem Gebäude war früher das Gestapogefängnis und die Gedenkstätte im Keller war wirklich bedrückend. Man sah die Inschriften von Häftlingen, die Botschaften in die Wände geritzt hatten. Hoffnungsvolle, verzweifelte, kämpferische Botschaften. In der Dauerausstellung konnte man sich Interviews mit Menschen anhören, die von Nazis verfolgten Gruppen angehören bzw. angehörten. Ich hatte mir gerade etwas über Homosexuelle angehört, als ich plötzlich entdeckte, dass irgendein, sorry für den Ausdruck, Arschloch ein Hakenkreuz samt “Heil Hitler” in die Wand geritzt hatte. Wer macht so was?

Den Besuch des NS-Dokumentationszentrums kann ich jedenfalls nur empfehlen. Nachdem ich da war, war ich noch etwas in der Stadt unterwegs. Kurz bevor sich unsere Reisegruppe am Bahnhof treffen wollte, rutschte ich auf einem Flyer aus und fiel hin. Immerhin kann ich jetzt wieder einigermaßen gehen. Ich überlege gerade noch, ob ich zum Arzt gehe.

Mein Wort zum Sonntag:

1.) Passt auf, dass sich die Jahre 1933 bis 1945 nicht wiederholen.

2.) Lasst Müll nicht einfach auf dem Boden liegen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Arbeit & Beziehungen

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Wenn man eine Arbeit mag, dann ist es keine Arbeit. (Anders Jonas Ångström)

Das Spiel gleicht einer Erholung, und da man nicht ununterbrochen arbeiten kann, bedarf man der Erholung. (Aristoteles)

Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten. (Aristoteles)

Auf seine Mitarbeiter zählen zu können ist wesentlich wichtiger, als sie aufzählen zu können. (Aba Assa)

Der Union fehlt es an Respekt vor hart arbeitenden Menschen. (Kurt Beck)

Die Menschen dürfen nicht zum Spielball ökonomischer Interessen werden. Sie müssen auch an den erarbeiteten Werten beteiligt werden. (Kurt Beck)

Wenn es zu Hause nicht mehr stimmt, stürzt man sich in die Arbeit. (Boris Becker)

Arbeit: eines der Verfahren, durch die A Eigentum für B erwirbt. (Ambrose Bierce)

Wenn Arbeit alles wäre, gäbe es keinen Lebenssinn für Behinderte, keinen mehr für Alte und noch keinen für Kinder. (Norbert Blüm)

Ich brauchte das Schreiben als Ventil, als Unterhaltung, als Befreiung. Als Sicherheit. Ich brauchte sogar die verdammte Arbeit, die es mir machte. (Charles Bukowski)

Arbeiten sind angenehm, wenn sie getan sind. (Cicero)

Faulheit ist die Furcht vor bevorstehender Arbeit. (Cicero)

Schau dir die armen Dödel an, die am Montagmorgen zur Arbeit schlurfen müssen! Hahaha, ihr armen Dödel! Ihr müsst zur Arbeit und ich nicht, weil ich eine Katze bin! Wenn ich nicht ich wäre, würde ich mich nicht sehr gerne mögen, glaube ich! (Jim Davis)

Nein, ich werde nicht nachgeben. Ich werde weitermachen. Ich werde bis zum Ende arbeiten. (Eduard VII. von England)

Nichts ist fürchterlicher, als alle Tage von morgens bis abends etwas tun zu müssen, was einem widerstrebt. Und je menschlicher der Arbeiter fühlt, desto mehr muss ihm seine Arbeit verhasst sein, weil er den Zwang, die Zwecklosigkeit für sich selbst fühlt, die in ihr liegen. (Friedrich Engels)

Frauen werden innerhalb der katholischen Kirche ohne jeden Zweifel diskriminiert. […] Frauen müssen innerhalb der katholischen Kirche hart arbeiten. Dass sie dennoch nichts, aber auch gar nichts zu sagen haben, bekamen sie im Jahr 1994 ganz offiziell mitgeteilt. Bei der Diskussion um die Reform der Orden sollte nicht eine einzige Frau vertreten sein. 75 Prozent aller Ordensmitglieder sind wie gesagt Frauen. (Andreas Englisch)

Weil Denken die schwerste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich auch nur wenige damit. (Henry Ford)Armes Menschengeschlecht! aus welchen Abgründen hast du dich noch emporzuarbeiten! (Georg Forster)

Die Aristokratie ist der Bund, die Vereinigung derer, welche genießen wollen, ohne zu schaffen, leben wollen, ohne zu arbeiten, alle Ämter begehren, ohne sie ausfüllen zu können, alle Ehren beanspruchen, ohne sie verdient zu haben: das ist Aristokratie! (Maximilien Foy)

Mein Großvater sagte mir einst, dass es zwei Sorten von Menschen gäbe. Die, die arbeiten und die, die sich die Lorbeeren für diese Arbeit einheimsen. Er sagte mir, ich solle versuchen in der ersten Gruppe zu sein; es gäbe dort viel weniger Konkurrenz. (Indira Gandhi)

Jede Politik, auf welche Ideologie sie sich sonst auch berufen mag, ist verlogen, wenn sie die Tatsache nicht anerkennt, dass es keine Vollbeschäftigung für alle mehr geben kann und dass die Lohnarbeit nicht länger der Schwerpunkt des Lebens, ja nicht einmal die hauptsächlichste Tätigkeit eines jeden bleiben kann. (André Gorz)

Bei der Arbeit magst du singen, / Das verleiht der Arbeit Schwingen. (Anastasius Grün)

Man darf nie das Gefühl haben, dass man im politischen Geschäft ein Star wäre, sondern man hat verdammt noch mal seine Arbeit zu machen. (Karl-Theodor zu Guttenberg)

An nichts gewöhnt man sich so schnell wie an das langsame Arbeiten. (Ernst R. Hauschka)Was hier die Wirtschaft spart, zahlt später die Gesellschaft tausendfach zurück. [über Kinderarbeit] (Lewis Hine)

Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen. (Victor Hugo)

Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, damit die Menschen ihrem Willen zum Kind folgen können. Dazu gehört es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu organisieren. Das heißt mehr Unterstützung bei der Erziehung und Rückkehrgarantien zum Arbeitsplatz. (Paul Kirchhof)

Ich habe auch mal auf dem Bau gearbeitet. Eines Tages stand ich plötzlich vor einem Filmset und dachte mir, dass ich lieber bei denen wäre. (Oliver Korittke)

Meine Eltern haben mir beigebracht, hart zu arbeiten. Und Geduld zu haben, um die Ziele, die man sich setzt, zu erreichen. Ich brauchte lange Zeit, um zu verstehen, dass man Geduld braucht, dass man sich nicht entmutigen lassen darf, wenn es nicht sofort klappt. (Floyd Landis)Wenn man über genügend Mittel verfügt, um ein verhältnismäßig angenehmes Leben zu führen, wie das bei mir zumindest im Moment der Fall ist, wäre es kokett zu sagen, ich mache mir nichts aus Geld. Ich bin froh, dass meine wirtschaftliche Lage so ist, wie sie ist. Ich bin allerdings nicht böse oder traurig, dass ich nicht noch mehr Geld habe und tausend Leibwächter und Hubschrauber und Learjets und den ganzen Kram. Andererseits möchte ich auch nicht in der Situation sein, eine Familie zu haben und nicht zu wissen, wie ich sie ernähren soll. Heutzutage kann man ja froh sein, wenn man Arbeit hat, egal, wie die aussieht. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Auch, wenn man mal meckert über seinen Beruf. Das ist schon eine privilegierte Sache, dass man überhaupt etwas zu tun hat. (Heiner Lauterbach)

Jedes hungernde, frierende Kind, jedes ausgebeutete Kind ist ein Raub der Bourgeoisie an der Arbeiterklasse. (Kurt Löwenstein)

Mit Waffen erlangt man keinen Frieden. Er beginnt eher damit, indem man einem Menschen Arbeit, Essen auf dem Tisch und Menschenwürde gibt. Um dieses Ziel [Anm: den Frieden] zu erreichen, kommen dabei Investitionen in Menschen die zentrale Rolle zu – in Bildung, Gesundheitswesen, Straßen, Brücken und Schulen – diese tragen zur Problemlösung bei und wir tätigen diese Investitionen. (Gloria Macapagal-Arroyo)

Ich bin Schauspielerin und Mutter. Beides ist für mich total zu trennen. Es gehört zu meiner Arbeit über Filme, die ich drehe und Projekte, die ich mache zu sprechen. Dazu gehören aber nicht meine Kinder. (Heike Makatsch)

Durch das Zuviel-Arbeiten sündigt man am Leben und an der Arbeit selber. (Paula Modersohn-Becker)

Wenn man sich durch die Filme blättert, an denen ich gearbeitet habe, sieht man, dass ich ein Spezialist für Western, Liebesfilme, politische Filme, Actionfilme, Horrorfilme und so weiter war. Mit anderen Worten: Ich bin gar kein Spezialist, weil ich alles gemacht habe. Ich bin ein Musikspezialist. (Ennio Morricone)

Erholung ist die Würze der Arbeit. (Plutarch)

Könnte ich leben, ohne zu arbeiten, ich wäre das glücklichste Wesen unter der Sonne. (Franziska zu Reventlow)

Junge Feministinnen müssen Alice Schwarzer für viel dankbar sein, zum Beispiel dafür, dass Frauen ihre Männer nicht mehr fragen müssen, ob sie arbeiten gehen dürfen. (Charlotte Roche)

Daß das Weib, wie es die Natur geschaffen und wie es der Mann gegenwärtig heranzieht, sein Feind ist und nur seine Sklavin oder seine Despotin sein kann, nie aber seine Gefährtin. Dies wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit. (Leopold von Sacher-Masoch)

Wenn der Kapitalismus nicht imstande ist, die Arbeitermassen der Welt zu ernähren, hat er keine Existenzberechtigung. (Hjalmar Schacht)

Bill Gates schrieb in seiner Biographie, dass er seine Studienzeit im Wesentlichen mit dem Pokern und dem Programmieren ausgefüllt hätte, seine Klausuren bestand er nur, weil er in den Tagen vor der Klausur büffelte. Er hat sein Jurastudium nie beendet, weil er schließlich Microsoft gründete und sein Hobby zum Beruf machte. Rudi Carrell stöhnte einmal, dass es doch ein so harter Job wäre, Menschen zum Lachen zu bringen, worauf Dieter Hallervorden erwiderte, dass Carrell ja mal zum Ausgleich im Bergwerk arbeiten könnte, um herauszufinden, was wirklich harte Arbeit ist. Paris Hilton und Verona Pooth kriegen Geld dafür, dass sie doof sind. (Christian Schmidt, www.klopfers-web.de)

Egal wie mies die Bezahlung ist, sie rechtfertigt nicht die Zerstörung von fremdem Eigentum, erst recht nicht, wenn der Eigentümer des geschundenen Objekts mit den schlechten Arbeitsbedingungen überhaupt nichts zu tun hat. Man könnte ja auch mal ausprobieren, ob denn ein Geringverdiener einer Tankstelle Verständnis erfährt, wenn er aus Frust über seinen mickrigen Stundenlohn einem Kunden volle Möhre in die Klöten tritt. Man lässt seinen persönlichen oder beruflichen Frust nicht an den Kunden oder ihrem Eigentum aus. (Christian Schmidt)

Ein weiterer Traumberuf von vielen pubertierenden Jungs ist es, Pornodarsteller zu werden. Ich glaube, es gibt keinen Beruf, bei dem Traum und Wirklichkeit so weit auseinander liegen. Die Kerle müssen ständig ihren Körper fit halten, auf Kommando eine Erektion kriegen und sie halten, und beim Rammeln dürfen sie nicht einmal so agieren, wie es ihnen gerade Lust macht, sondern so, dass die Kamera den besten Einblick bekommt. Orgasmus nach Laune ist auch nicht angesagt, stattdessen schüttelt man sich auf den letzten Metern selbst die Nudel trocken, damit die Sahne auf dem Hintern oder dem Gesicht der Dame oder des Herrn landet. Die Pornodarstellerinnen machen die ganze Sache für die Herren noch erniedrigender – erst mal kriegen sie weitaus mehr Geld pro Szene, und zweitens weiß man genau, dass sie jetzt zwar lauthals bekunden, dass sie den Job aus Spaß machen und immer und alle Orgasmen echt wären, aber nach drei Jahren und dem Ausstieg aus der Pornoszene rumflennen, wie scheiße das alles gewesen wäre und sie alle Freudenschreie gespielt hätten. Und für Frauen ist die Arbeit auch nicht besser: Immer rasiert und feucht sein, ständig keuchend hyperventilieren, ohne ohnmächtig zu werden, und dauernd den eigenen Stolz und diverse andere Dinge runterschlucken, während irgendwelche Typen versuchen, Sätze wie „Oh ja, du kleine Dreckfotze, saug mir die Ficksahne aus den Eiern“ erotisch klingen zu lassen. Dann doch lieber Straßenfeger. (Christian Schmidt)

Ganz besonders große Hemmungen hat man ja beim Wegwerfen von Büchern. Bücher – so ist es uns inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen – werden nicht weggeschmissen. Lieber verschenkt man sie oder spendet sie an die Bibliothek, aber man traut sich nicht, die schwere Arbeit eines Schriftstellers der Altpapiertonne zu übereignen. Im letzten Jahrhundert hatte man sich hierzulande zwar kurz angewöhnt, so manche Literatur öffentlich in Scheiterhaufen endzulagern, aber im Prinzip sind wir ein Volk mit tiefstem Respekt vor gebundenen Papierstapeln. (Christian Schmidt)

Theoretisch ist die Fusion zweier Unternehmen eine Zusammenführung gleichberechtigter Partner zu einem größeren Betrieb. In der Praxis kauft ein Betrieb den anderen einfach auf und nennt das Fusion, damit die Manager des anderen Betriebs kein schlechtes Gewissen bekommen, wenn sie das Geld zählen, welches sie nach dem überteuerten Verkauf der Aktien ihres Unternehmens einnehmen. Bei einer Fusion sollen vor allem Synergieeffekte optimal ausgenutzt werden. Auf Deutsch heißt das, dass es billiger ist, wenn eine Abteilung einfach die Arbeit beider Firmen erledigt und die entsprechende Abteilung des anderen Fusionspartners dichtgemacht wird. Das wird normalerweise so umgesetzt, dass ein Teil der produktiven Kräfte (Jupp, Klaus und Herbert, die am Fließband stehen) gefeuert wird, während die Manager nahezu komplett übernommen werden, weil der Konzern ja nun viel größer ist und demnach mehr gemanagt werden müsse. (Christian Schmidt)

Verkehrsbetriebe sind aber wirklich eine Klasse für sich, insbesondere die BVG in Berlin. Wie in anderen Städten auch stellt sie Arbeitslose als Kontrolleure ein. An sich hab ich nichts dagegen, Arbeitslose in Lohn und Brot zu setzen. Aber muss man unbedingt auch ungehobelte Halbaffen damit beauftragen, direkten Kontakt mit Fahrgästen zu haben? Ganz egal ob man eine Karte hat oder nicht, es gibt gewisse Grobiane, die sich nicht auf die herkömmliche, fordernde Frage nach einem Fahrschein beschränken, sondern einem dazu gleich noch auf die Pelle rücken, als wenn man körperliche Misshandlungen fürchten müsse, sollte man keine Beförderungsberechtigung erworben haben. Ich mag vielleicht verweichlicht sein, aber ich denke, dass Kontrolleure die Fahrgäste zuerst immer als Menschen sehen sollten, die indirekt den Kontrolleurslohn bezahlen und somit auch eine freundliche Behandlung verdienen. (Es gibt auch uniformierte Kontrolleure bei der BVG. Die riegeln gern mal professionell einen U-Bahnhof ab und kontrollieren dann jeden, der aussteigt. Einer dieser Knaben hat es nicht mal für nötig befunden, mich anzuschauen.) (Christian Schmidt)

Viele Kinder wollen zum Beispiel Eisverkäufer werden. Eisverkäufer zu sein ist doof. Man steht mit seinem Wagen herum, lauter nervige Großföten bezahlen mit verklebten Münzen, sind zu blöd, Stracciatella auszusprechen, manschen die Eiskugeln dann irgendwelchen Leuten an die Kleidung und verteilen den Rest in ihrem Gesicht – und wenn’s dann wieder etwas kälter wird, ist man arbeitslos, hängt an der Flasche und überlegt, sich den Schädel weg zu pusten. (Christian Schmidt)

Alles ist darauf ausgerichtet, daß man sich selbst verzehrt – die ganze Art, in der diese Gesellschaft funktioniert. Sehen Sie sich doch um, sprechen Sie mit jemandem über sein Leben oder seine Arbeit, drehen Sie den Rundfunk oder das Fernsehen an, und es wird sagen: ‚Friß dich selbst auf. Vorwärts, friß dich auf – knirsch, knirsch.‘ (Alan Sillitoe)

Dass der Arbeiter für seine Arbeit auch einen Lohn haben muss, ist eine Theorie, die heute allgemein fallen gelassen worden ist. (Kurt Tucholsky)

Hausarbeit ist so leicht, dass sie in psychiatrischen Heilanstalten traditionell von jenen Schwachsinnigen erledigt wird, die zu keiner anderen Tätigkeit mehr taugen. (Esther Vilar)

Intelligente Leute arbeiten nicht freiwillig in einer Atmosphäre von Missachtung und Beschimpfungen. (Jimmy Wales)

Irren ist menschlich, sagte der Igel als er von der Klobürste stieg. Ich aber sage, irren ist männlich, wenn sie glauben, daß Sex das Wichtigste in einer Beziehung ist. (Rose von der Au)

Ich hoffe, dass in einer Beziehung auch die kritischen Betrachtungen möglich sind. (Michel Friedman)

Treue ist das Wichtigste in einer Beziehung. (Gundula Gause)

Das Einzige, wonach wir mit Leidenschaft trachten, ist das Anknüpfen menschlicher Beziehungen. (Ricarda Huch)

In einer Beziehung darf man nicht versuchen, Recht zu behalten. (Claus Kleber)

In innigen Beziehungen wird auch innig gestritten. (Anna Thalbach)

Auch denken heute viele, Viagra sei ein Allheilmittel. Wenn ein Mann mit einer Erektion vom Boden bis zur Decke nach Hause kommt, zuvor aber nie das Geschirr abgewaschen, immer ihren Geburtstag vergessen und sie nie zum Essen ausgeführt hat, dann wird diese Frau ihm schon sagen, wohin er sich seine Erektion stecken kann. Die zwischenmenschliche Beziehung muss stimmen, wenn der sexuelle Verkehr klappen soll. (Ruth Westheimer)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin