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Schlagwort-Archive: beziehung

Abendmahl

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Als ich 2016 für drei Tage im Kloster war, nahm ich am großen Sonntagsgottesdienst teil, der dort in der Kapelle stattfand. Die Kommunion wurde ausgeteilt, ich wollte sie annehmen, doch die Schwester, die neben mir stand und um meine Konfession wusste, winkte ab. So bekam ich keine Eucharistie.

Ich gehe sehr häufig mit katholischen Menschen in deren Gottesdienste, nicht erst seit vorletztem Jahr, und wenn es an die Kommunion geht, bleibe ich grundsätzlich auf der Bank sitzen. Viele Leute sagen mir, dass ich das nicht müsste, bspw. weil keiner weiß, wer ich bin. Aber ich möchte dann einfach nicht nach vorne gehen. Ich erwarte nicht, dass das jemand versteht. Aber ich möchte da offen und ehrlich nach vorne gehen können. Und nicht nur, weil niemand weiß, dass ich evangelisch bin, oder irgendwelche Priester einfach die Anweisungen ihrer Chefs ignorieren. Solange das nicht geht, bleibe ich dann eben sitzen.

Im Einzelfall dürfen katholische verheiratete Menschen ihren evangelischen Ehepartner bereits mit zur Kommunion nehmen, wie ich gerade erfuhr. Das ist ja schon sehr gut, geht aber nicht weit genug. Ich würde z.B. auch gerne mitgehen können, wenn meine katholischen Freunde die Eucharistie empfangen.

Wenn ihr Meinungen zu diesem Thema habt, schreibt sie gerne in die Kommentare und ich antworte euch gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Fastentagebuch, Teil 1

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Ich habe keine Ahnung, ob es jemanden interessiert, möchte es aber trotzdem teilen, und daher gibt’s jetzt den ersten Teil meines Fastentagebuchs. Vorbemerkung: Ich verzichte derzeit auf Nudeln, Brot und Pizza, versuche, nur einmal am Tag warm zu essen, und außerdem drei Mal in der Woche Sport zu treiben.

Aschermittwoch, Tag 1

11:39 h

Bis jetzt fühle ich mich eigentlich ganz gut. Habe zwei Bananen und eine Mandarine gegessen. Bin leicht hungrig, aber es geht. Bin gespannt, wie es sich den Rest des Tages entwickelt.

13:58 h

Leichtes Hungergefühl. Aber es ist erträglich. Vorhin gab’s für mich ’nen Apfelschnitz. Zu Hause habe ich noch ganz viele Äpfel. Wenn sie mir pur über sind, kann ich ja einfach Apfelkuchen draus machen. Der gestern im Lehrerzimmer war echt lecker. Da waren auch Walnüsse drin. Davon hab ich zu Hause auch noch ganz, ganz viele. Ich hab noch ’ne Mandarine übrig. Und ’nen Teebeutel…

15:53 h

Verdammte Essensgerüche am Bahnhof. Ich bin umso frustrierter, weil mein Zug mindestens 15 Minuten Verspätung hat. Hab frustriert meine Mandarine gegessen. Und den Hustensaft zu mir genommen. Ich hätte sehr gerne die ganze Flasche gekippt. Und ich frage mich gerade, ob es irgendeine Vorspeise bei meinem Lieblingsitaliener geben wird, die meinen Fastenregeln nicht widerspricht.

15:58 h

Es gibt hier einen Fressladen namens „Hüftgold“. Das finde ich lustig. Vielleicht esse ich da an einem Tag, an dem ich dann abends nicht warm essen werde. Ich finde übrigens gut, dass mein Mann mich unterstützt, indem er mir das ganze Obst gekauft hat.

Donnerstag, 15. Februar, Tag 2

08:10 h

Gestern war’s beim Italiener sehr lecker. Nur dass die Vorspeisen grundsätzlich mit Brot serviert werden, ist trotzdem doof. Habe dann keine Vorspeise bestellt wie sonst üblich.

Freitag, 16. Februar, Tag 3

07:44 h

Wie ich mich einfach nur nach einem Brot sehne.

10:08 h

Was esse ich eigentlich heute Abend? Da fällt mir ein, ich wollte meinen Mann ja zum Essen einladen.

12:07 h

Vorhin im Lehrerzimmer Süßigkeiten genascht und der Mutter des Schulleiters (die auch an der Schule arbeitet) dabei zugehört, wie sie sich für die Prügelstrafe begeisterte…

Montag, 19. Februar, Tag 6

09:30 h

Ich komme ganz gut klar. Am Wochenende waren wir beim Griechen. Das Vorspeisenbrot mussten dann halt meine Freunde essen. Am Sonntag in der Bäckerei gab’s Brötchen. Das habe ich nicht als Brot gezählt.^^ Außerdem habe ich ein neues Gericht kreiert: Spam-Ei-Salat.^^

12:48 h

Ich habe Hunger. Ich habe noch eine Banane. Aber eigentlich sollte ich die nicht vor zwei essen…

Dienstag, 20. Februar, Tag 7

06:56 h

Die Banane liegt immer noch in meiner Frühstücksdose. Zusammen mit einer neuen Banane. Und wer hat gestern eigentlich eine Frischekiste in den Mitarbeiterraum gestellt? (Anmerkung: Den Kindern wird an ein paar Tagen in der Woche Obst und Gemüse von einem örtlichen Händler geliefert, damit sie ab und zu auch mal was Gesundes essen. Das kriegen sie zu Hause nämlich meist nicht.)

07:21 h

Warum hasse ich Kaffee, aber mag den Geruch davon total? (Anmerkung: Auf dem Weg zur Arbeit muss ich an einer großen Fabrik eines bekannten Kaffee-, äh, -fabrikanten vorbei.)

10:50 h

Wie ich einfach nur in die Laugenstange meines Schützlings beißen will.

14:33 h

Die Kinder haben derzeit ein Zirkusprojekt und das Lamagehege, an dem sich mein Schützling häufig aufhält, ist direkt neben der Mensa. Als ich da stand, roch es also laufend nach Fleisch. Ätzend.

Mittwoch, 21. Februar, Tag 8

10:25 h

Nüsse mitzunehmen, war ’ne ganz gute Idee.

Donnerstag, 22. Februar, Tag 9

08:36 h

Ich habe großen Hunger, weil ich noch nicht zum Essen kam. (Das ist kein Fastenzeit-Problem, sondern ein generelles.) Normalerweise esse ich halt gegen 8 Frühstück oder kurz vorher oder nachher. Aber beim aktuellen Job ist das nicht so einfach; um 8 ist Unterrichtsbeginn und ich bin meistens bis dahin noch unterwegs. Und bis zur Frühstückspause um 09:15 h zu warten, ist auch hart. Und warum hat Winzlings Mutter eigentlich die Geburtstagsdonuts vorbeigebracht, obwohl er krank ist?

Montag, 26. Februar, Tag 13

08:44 h

An die Sportregel halte ich mich bis jetzt nicht so wirklich. Allerdings ist meine Bronchitis jetzt kuriert, vielleicht klappt es ja jetzt. Außerdem muss ich dringend mal was für’s Frühstück kaufen… Am Sonntag werde ich mit Charlie Waffeln machen. Ich hab ihm schon gesagt: „Das ist ja toll für meine ‚Nur-einmal-am-Tag-warm‘-Regel.“ Woraufhin er meinte: „Sonntage sind ja keine Fastentage.“ Ich bin froh, dass ich einen katholischen Freund habe, der sich mit so was auskennt. (Falls du das liest: Nein, ich bin nicht nur deswegen froh über dich.^^)

09:00 h

Ich muss ja gestehen, dass ich nicht aus religiösen Gründen faste, sondern in der Hoffnung, dass mein Körper dann gesünder lebt und vielleicht sogar etwas besser aussieht. (Vermessen, ich weiß.) Trotzdem mache ich es jetzt. Ich bin ja gläubig, außerdem erleichtert es die Sache etwas – ich bin ja bei weitem nicht die Einzige. Ich kenne Leute, die auf Süßigkeiten verzichten. Oder von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang generell auf Essen. Könnte ich beides nie… echt Props an die Leute.^^

12:08 h

Eine der Lehrerinnen hatte Geburtstag, das war meine Rettung. Dank Butterkuchen habe ich bis zur Mittagspause durchgehalten. Da hatte ich dann ein belegtes Brötchen gegessen; die Quarkbällchen sind noch in meiner Tasche. Nach Feierabend freue ich mich sicher drüber.

Dienstag, 27. Februar, Tag 14

08:56 h

Ich bin noch komplett nüchtern, erster Hunger regt sich, aber ich hab diesmal ja was dabei. Heute Abend will ich schwimmen. Mal gucken, was ich da esse. Könnte ja dasselbe sein wie gestern, das war ganz nice (Reis mit Tomaten-Koriander-Raita). Müsste nur mehr von der Raita machen.^^ Hmm, Essen.

12:03 h

Hab Cashews intus und noch immer keine Idee, was ich essen soll heute Abend.

14:05 h

Noch mehr Nüsse. Ich will Nudeln, aaaaargh!

14:28 h

Vergesst die Nudeln, ich will mich betrinken. Würde ja sogar gehen, müsste ich nicht noch fahren.

Mittwoch, 28. Februar, Tag 15

08:12 h

Hab die Cashews intus, die ich gestern nicht gegessen habe. Hab ’n paar getrocknete Tomaten dabei. Hab mich gestern nicht betrunken, stattdessen gab’s Reis mit Tomaten-Koriander-Raita und Schwimmen. (Sport! Yay!) Die Ausgeglichenheit, die ich beim Schwimmen immer erreiche, ging trotzdem irgendwann flöten. Heute Abend ist Teamsitzung. Jede Wette schaffe ich es heute nicht mehr zum Ju Jutsu… -_-

08:43 h

Hmm, Schokoriegel… Naja. Eine der pädagogischen Mitarbeiterinnen hat Kuchen mitgebracht. Ich hoffe nur, in der Pause ist noch was übrig… Ein leichtes Hungergefühl macht sich breit. (Anmerkung: War es natürlich nicht.)

12:51 h

Getrocknete Tomaten (ganz nice) und ’ne halbe Kiwi aus der Frischekiste (sehr nice). Übrigens will mein Trainer Ju Jutsu aufgrund von Wetter absagen. Yeh.

Donnerstag, 1. März, Tag 16

12:54 h

Das Ju Jutsu fand gestern tatsächlich nicht statt. (Vielleicht gehe ich ja dann heute zum Fitti, haha!) Und getrocknete Tomaten esse ich nie wieder. Mir ist (vermutlich davon) gestern noch schlecht geworden. Und als ich heute Morgen mein Chiabrötchen aß, kam das Übelkeitsgefühl kurzzeitig wieder – Tomatensoße… Derzeit bin ich wieder leicht hungrig, aber das Chiabrötchen hat echt lange angehalten. Gleich wird’s noch Obst geben… und Muffins.

Dienstag, 6. März, Tag 21

09:07 h

Mkay. Was ist in den letzten Tagen so passiert. Ich bekam vorgestern sauleckere Waffeln. Mm, Waffeln… Merkt man, dass ich leichten Hunger habe?^^ Gleich gibt’s wieder Nüsse. Und ich hab meinen Mann gefragt, ob wir nach meinem Feierabend ins Fitti gehen. Ich muss verrückt sein.^^ Außerdem bin ich gespannt, ob das Ju Jutsu morgen stattfindet.

Mittwoch, 7. März, Tag 22

08:35 h

Wie gerne ich einfach mal wieder ein Brot essen würde… Oh Herr Jesus, wenn es dich denn gibt, steh mir bei…

Donnerstag, 8. März, Tag 23

09:06 h

Gestern nach dem eigentlichen Schultag noch ins nahegelegene Einkaufszentrum zu gehen, war ’ne Scheißidee. So viele leckere Lebensmittel, die ich alle nicht essen darf. Deswegen und weil mein Lunch irgendwann alle war, hatte ich die ganze Zeit Scheißhunger. Bis nach Hause habe ich nur durchgehalten, weil ich mir aus der Frischekiste eine Banane geklaut habe. Ein Hoch auf meinen Mann, der passend zu meinem Feierabend Pfannkuchen mit Speck gemacht hatte. Einer ist noch übrig, den esse ich gleich. Mmh. Der arme Charlie. Ich glaube, der hat gestern enorm viel von meinem omg-ich-will-dass-Ostern-ist-Gejammer abgekriegt. (Es tut mir leid!) Oh, und Ju Jutsu fiel gestern schon wieder aus. Erinnert mich daran, dass ich beim nächsten Mal frage, wann Judo stattfindet. (Shit, mir fällt gerade ein, dass ich heute ins Fitti wollte… wa-rum.)

12:03 h

Nach ’nem Tag wie heute könnte ich definitiv ’nen fetten Teller Nudeln gebrauchen.

14:34 h

Hier riecht es immer noch nach dem Tee, den sich die Erzieherin in der Mittagspause zubereitet hat. Und da der Keksaroma hat, hab ich jetzt Bock auf Kekse.

Freitag, 9. März, Tag 24

08:11 h

Die Fastenzeit war ’ne Scheißidee. Ich will einfach nur Brot und Nudeln. Es fehlt mir so sehr, dass ich gestern zum Reis Nudelsoße und Emmentaler gegessen habe. Ich will einfach nur Teigwaren! Waaah! Wenigstens geht es heute Abend wieder zum Griechen, das ist so lecker…

08:17 h

Mein armer Ehemann. Der wird heute Abend das ganze Vorspeisenbrot aufessen müssen.

09:05 h

Ich darf nicht so viel über Essen nachdenken. Ansonsten ist mein Leben nämlich ganz schön. Das mit mehr Sport in der Woche gefällt mir ganz gut. Mal sehen, wie häufig ich dann nach Ostern schaffe…

12:23 h

Gojibeeren sind ziemlich nice. Die Kinder wollten auch davon probieren. Vorhin war dann noch Verabschiedung der netten Praktikantin. Sie hat Schoko-Bananen-Muffins mitgebracht. Sehr lecker. Ich freue mich auf den Griechen… Dolmadakia mit Tzatziki… ❤ ❤ ❤

In der Schule ist jeder Tag aufregend

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Tagesordnungspunkt 1: Migrationshintergrund

Wie ich – glaube ich (ich bin gerade zu faul, nachzusehen) – schon einmal erwähnte, in der Klasse, in der ich arbeite, hat fast jedes Kind einen Migrationshintergrund. Manche sogar mehrere. Und ich finde es sehr interessant, wie die Kinder selbst damit umgehen. Bis auf ein Kind sind sie alle in Deutschland geboren, die allermeisten leben auch schon ihr ganzes Leben in der gleichen Stadt. Und trotzdem bezeichnen sie sich häufig als kurdisch, türkisch, polnisch, ukrainisch und was es noch alles gibt. Ich selber würde das nicht so machen. Ich glaube, selbst meine Eltern sehen sich mittlerweile als Schweden mit deutschem Migrationshintergrund.

Wie kommt es wohl dazu, dass sich „meine“ Kinder als Kurden, Türken, Polen, Ukrainer et cetera sehen? Sie sind sicher stolz auf ihre Wurzeln, was ich nicht verkehrt finde. Doch es ist auch wichtig, dass sie hier verwurzelt sind. Was ich wiederum auch nicht wirklich bezweifle. Mein Mann hat mich jedenfalls neulich in der Schule besucht und fand es erstaunlich, dass die Kinder miteinander alle Deutsch reden. Ich sagte dann dazu: Naja, wie soll man das auch anders machen? Es sind viele unterschiedliche Länder. Zwar können viele Türkisch, viele Arabisch, viele Russisch. Aber eben nicht alle jede Sprache. Und so wird eben Deutsch gesprochen. Darüber hinaus würden die Lehrer, so denke ich zumindest, eh einschreiten, wenn die Kinder etwas anderes sprechen als Deutsch.

Oh, und ich finde übrigens manchmal auch sehr witzig, wie die Kinder mit ihrer Nichtdeutschheit umgehen. Einer der türkischen Jungen hat als Spitznamen einen urdeutschen Vornamen, da muss ich jedes Mal kichern, wenn ich das höre.

Tagesordnungspunkt 2: Karneval

Vor ungefähr einem Monat hatten die Kinder eine Faschingsfeier. Ich war genau an dem Tag krank (Bronchitis, uah), konnte den folgenden Montag aber recht genau erfahren, was sich alles an dem Tag ereignet hatte. Seit dem Montag haben wir auch eine neue Schülerin, der sich natürlich erst mal alle vorgestellt haben. Dazu gehörte beispielsweise, dass die Kinder sagen, was sie mögen oder nicht mögen. Und einer der Winzlinge sagte dann: „Ich bin traurig, wenn sich mein bester Freund als Nutellaglas verkleidet.“ Ich musste lachen. (Und ja, der Betreffende hatte sich tatsächlich als Nutellaglas kostümiert.)

Tagesordnungspunkt 3: Sushi

Neulich erzählte ich, dass ich noch nie Sushi gegessen habe. Auf Drängen der Kinder habe ich es dann mal probiert. Und ich muss sagen, es ist richtig lecker… solange kein Fisch drin ist.^^

Tagesordnungspunkt 4: Pfingsten

Eines der Kinder brauchte Hilfe bei einer Deutschaufgabe. Es wusste nicht, was Pfingsten ist. Und ich wusste nicht, wie ich es dem Mädchen erklären sollte. Wenn jemand eine gute Erklärung weiß, darf er sie mir gerne sagen. Ich habe dann nur gesagt, dass es zwei Feiertage sind, die sich dieses Jahr im Mai befinden und machen, dass die Kinder ein paar Tage schulfrei haben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Ein paar voradventliche Gedanken

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Es gibt einen Sexshop, der einen Adventskalender anbietet und diesen zurzeit auch groß bewirbt, u.a. im Fernsehen. Auf Twitter begegnete ich nun einigen Menschen, die streng gegen die Inzusammenhangbringung dieses Kalenders und eines christlichen Festes sind. Eine von ihnen schrieb, der Kalender sei sexistisch, gotteslästernd und verstoße gegen Paragraf 166 des Strafgesetzbuches.

Ich verstehe nicht, was an dem Kalender sexistisch sein soll. Welches Geschlecht wird denn dadurch degradiert? Und dass der Kalender gotteslästernd sein soll, verstehe ich sowieso schon mal gar nicht. Einige haben mir später geschrieben, dass der Advent eine Art Fastenzeit ist und man da keine lasziven Geschenke geben sollte. Das immerhin konnte ich noch einigermaßen nachvollziehen, wenn ich auch finde, dass man dann auch gleich alle gewöhnlichen Adventskalender mit Schokolade verbieten wollen sollte.

Ich finde, dass Sexualität etwas Schönes, von Gott Gegebenes ist und man das ruhig genießen darf. Da gab man mir zwar Recht, allerdings solle man vor Gott eins werden und es nicht tun wie die Kaninchen, das sei zu billig. Aber was haben Sexspielzeuge mit „tun wie die Kaninchen“ zu tun? Was soll „tun wie die Kaninchen“ überhaupt genau bedeuten? Solche Spielzeuge, wie sie im Kalender angeboten werden, können doch auch eine Partnerschaft wiederbeleben.

In diesem Zusammenhang wurde mir auch das Buch „Die Liebe, die erfüllt“ von Christopher West nahegelegt.

Jene, die der Lehre von Papst Benedikt jene Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient, werden feststellen, dass die katholische Kirche eine Vision von Liebe und Sexualität hat, die um ein Vielfaches glorreicher und erfüllender ist, als alles, was uns Sigmund Freud, Hugh Hefner oder Britney Spears jemals angeboten haben.

Bei allem Respekt, aber wenn ich Fragen zu Liebe und Sexualität habe, wende ich mich ganz sicher nicht an die katholische Kirche. Es gab und gibt viel zu viele Menschen, die mit ihrer Lustfeindlichkeit anderen Menschen das Leben versaut haben. Zu den Zeiten will ich ganz sicher nicht wieder zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

This is the end

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Als ich in der, äh, 11. Klasse oder so war, sind wir ins Berufsinformationszentrum in die damals noch drittgrößte Stadt Niedersachsens gefahren. Ich schlenderte durch die Reihen, in denen Ordner mit Berufsinformationen standen, und griff mir etwas aus dem Ressort Ausbildung. Meine Klassenlehrerin fragte: „Was machst du hier? Du solltest auf jeden Fall studieren!“

Ich wollte das auch immer tun, aber irgendwas sagte mir, dass ich doch lieber eine Ausbildung suchen sollte. Ich habe auf die Stimme gehört. Warum, wusste ich lange nicht. Mittlerweile weiß ich: Es war Angst.

Ich hing drei Jahre in einer Ausbildung fest, die mir absolut nicht zusagte, die ich aber nicht abbrach, weil ich nicht wusste, was ich sonst tun sollte. Ich rechnete mir aus, dass ich mein weiteres Leben wohl als Sachbearbeiterin in irgendeinem Unternehmen fristen würde. Nichts gegen diese Art von Berufen, aber ich spürte – vor allem gegen Ende der Ausbildung -, dass das nicht mein Weg sein konnte. Und dann passierte etwas Merkwürdiges.

Ich erinnerte mich auf einmal wieder daran, wie ich in der 12. Klasse einige Vorlesungen besucht hatte. Und nachdem ich lange nicht gewusst hatte, was  ich nach Ende der Ausbildung tun sollte, wurde es auf einmal sonnenklar. Ein Studium war immer mein Traum gewesen, und ich wusste genau: Wenn ich jetzt nicht damit anfangen würde, würde ich es nie schaffen. Direkt am ersten Tag der Anmeldezeit bewarb ich mich.

Ich weiß immer noch, wie glücklich ich war, als am 6. August 2012 der Bescheid kam, dass ich angenommen war. Und wie ich im Oktober 2012 mit großen Augen durch die Gebäude lief. Die folgenden Jahre waren ein harter Kampf. Ich musste vieles lernen. Ich war froh, dass ich meine Freunde hatte, auf die ich zählen konnte. Meine Familie unterstützte mich auch, wofür ich ihr, wie ich hier einmal betonen möchte, sehr dankbar bin. Aber es war eben auf eine andere Art. Studiert hat aus meiner Familie keiner, ich bin die Erste.

Als ich mit meinem Bachelorvater während der Exkursion beim Frühstück saß, sagte ich ihm: „Ich bin die Ausnahme von Ihrer Regel“, und meinte damit mein Arbeiterkind-Studenten-Dasein. Er antwortete, er habe keinesfalls sagen wollen, dass Arbeiterkinder nicht studieren können, nur, dass sie es schwerer haben. Nichts anders wollte ich ausdrücken. Hätte ich keine Freunde gehabt, die studieren (und die großenteils älter sind als ich, also vieles schon durchgemacht hatten), wäre es auch bedeutend schwerer gewesen.

Schwer genug war es eh. Ich hatte viel zu kämpfen. Mit der Studienordnung, mit meinen Krankheiten, mit meiner Angst, es nie zu schaffen. Als ich den Bescheid bekam, dass ich bei der ersten Bachelorarbeit durchgefallen war, wollte ich abbrechen. Und dann rief ich meine Mutter an. Sie sagte, wenn ich jetzt nicht weitermache, werde ich es für immer bereuen. Da hatte sie mich leider.

Ich startete einen neuen Versuch, der auch nicht so gut war, aber immerhin hatte ich bestanden. Ich musste Seminare anhängen, mit Dozenten in Kontakt treten, die die Uni längst verlassen hatten, mit fast vier Jahren Verspätung einen Praktikumsbericht schreiben, das Politik-Prüfungsamt um Anrechnung bestimmter Seminare anbetteln und zwischendurch dachte ich immer wieder, dass ich es nicht schaffe. Als letzte Woche die letzte fehlende Hausarbeitsnote eintraf, war ich so nervös, dass ich erst mal einen heftigen Skolioseanfall bekam. Ich rechnete fest damit, dass ich durchgefallen war. Und was soll ich sagen – es war eine 2,3.

Selbst nach diesem letzten fehlenden Fitzelchen dachte ich, dass den Leuten bestimmt noch irgendwas auffällt, was mich am Abschluss hindert. Und jetzt habe ich es geschafft. Ich habe es tatsächlich geschafft. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen.

Der eine oder andere wird sich jetzt denken: Warum ist die so misstrauisch? Warum vertraut die so wenig in sich selbst? Tja, das mit dem Vertrauen in mich selbst war schon immer ein Problem, und das Misstrauen entstand u.a. daraus, dass ich mich schon oft kurz vorm Ziel glaubte und dann doch wieder irgendein Mist passierte. Aber jetzt habe ich es geschafft. Am Montag darf ich mein Zeugnis abholen und Buchstaben hinter meinem Namen führen.

Wer wissen will, was ich jetzt als Nächstes anstelle: Langfristig einen Job suchen (vorzugsweise im sozialen Bereich), kurzfristig einem Haufen von Leuten danken. Ich fange hier mal an:

Ich danke meinem Mann, den ich sehr liebe und der immer wieder für mich da ist. Ich danke meinen Freunden, die mir immer wieder Mut zugesprochen und meine Panikanfälle der letzten Wochen und Monate geduldig ausgehalten haben. Ich danke meiner Familie, die mir immer wieder gesagt hat, dass sie an mich glaubt, und ohne die ich wahrscheinlich mein Studium abgebrochen hätte. Ich danke Anja (@thesismum), die mir mit Quellen für meine oben erwähnte Hausarbeit geholfen hat. Ich danke Miriam (@VitusTochter), die mir während eines meiner Tiefpunkte eine sehr liebe Postkarte geschickt hat. Ich danke Charlie, der wie so viele andere all meine Launen ausgehalten hat. Ich danke Sineb El-Masrar, die mich durch einen Fernsehauftritt auf mein Bachelorarbeitsthema gebracht hat (ich finde Ihr aktuelles Buch übrigens toll!). Ich danke capconio, dem besten Pony der Welt. Ich danke den Leuten aus der #twomplet und der #twaudes, die immer wieder für mich gebetet haben. Ich danke dem Pastor, der mich getauft hat, für seine offenen Ohren. Und ich danke all den anderen Leuten, die mir auf meinem Weg geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kitschautorin, B.A.

Müllserien

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Ich schaue gerne Müllserien, ich gebe es zu. Ich sehe nicht nur gern „In aller Freundschaft“, ich gucke auch noch gern den Ableger „Die jungen Ärzte“. Grottig gemacht, mit grottigen Schauspielern, und das alles auch noch gebührenfinanziert. Serientechnisch habe ich einen absolut schlechten Geschmack. Ich weiß, ich würde auch viel lieber „Game of Thrones“, „Breaking bad“ oder irgendeine andere Serie gucken, die meine Altersgenossen gern mögen, aber das gibt mir alles nichts, und so mag ich eben Müllserien.

Hab ich schon gesagt, dass ich das früher nicht mal zugeben wollte? Ist aber so. Zugeben kann ich es mittlerweile, und ich gucke es immer noch gern, auch wenn es halt Müllserien sind.

Aber irgendwie kriegen sie mich. Samstag wurde meine Lieblingsfolge der jungen Ärzte wiederholt. Wen’s interessiert: Die da. http://www.daserste.de/unterhaltung/serie/in-aller-freundschaft-die-jungen-aerzte/sendung/ja-zum-leben-folge-77-100.html Mein Lieblingsassistenzarzt rettet einem Patienten auf dramatische Weise das Leben – der sonst eher ängstliche Elias wächst über sich hinaus. Und die Beziehung zwischen Theresa und Dr. Lindner beschäftigt mich nach wie vor.

Ach, ich bin nicht zu retten. Aber naja, aufgrund meiner Kurzgeschichten habe ich eh schon einen Spitznamen bekommen, der aus meinem Nachnamen und dem Vornamen Rosamunde besteht. Dann passt mein Seriengeschmack ja voll dazu.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Träume

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Ich freue mich ja schon, wenn das nächtliche Kopfkino mal keine Albträume abspielt. Was in den letzten beiden Nächten bei mir abging, ist aber schon ein klein wenig abgedreht.

Meine Lieblingsserie – oder eine davon – ist ja nun „In aller Freundschaft“. Der Großteil meiner Leser guckt diese Serie vermutlich nicht, also sei hier nur kurz erwähnt, dass es in dieser Serie eine Figur gibt, die Sarah heißt und die nicht-immer-sehr-beliebte Verwaltungsdirektorin der Klinik ist. In der Nacht zu gestern träumte ich also, dass Sarah als Praktikantin im Klinikbetrieb mitmacht, weil sie diesen näher kennen lernen will. Währenddessen bekommt sie den Hass aller Angestellten ab, weil in der Klinik (in meinem Traum) unglaublich viel schiefläuft. Irgendwann bekommt Sarah dann mit, dass über sie verbreitet wird, sie habe das Kind von Achim abgetrieben. (In Wirklichkeit hat sie es verloren.) Sie rächt sich dann an den Leuten, indem sie sie gegen eine sich schließende Aufzugtür laufen lässt.

Letzte Nacht hatte ich dann folgenden Traum: Eine Klassenkameradin vom Gymnasium hat mich gemobbt. Der Lehrer, welcher zufällig TomSka war, wollte schlichten, als ich mich prügelnderweise verteidigen wollte. (Nebenbei bemerkt haben wir mit ihm Englisch gesprochen, weil er nur Englisch versteht. Ob das im echten Leben so ist, weiß ich nicht.) Irgendwann waren er und ich dann alleine und haben versucht, miteinander zu schlafen, wobei ich aufgrund meines Beziehungsstatus große Bedenken hatte.

Manchmal ist mein Kopf echt merkwürdig. Für manche Dinge gibt es keine Erklärung, auch wenn man vorm Zubettgehen „In aller Freundschaft“ schaut. Oder TomSka.

Mit freundlichen Grüßen und schlaft nächste Nacht gut

Die Kitschautorin