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Tja, so ist das

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Ich bin wieder zurück in Deutschland und erstatte nachfolgend Bericht darüber, was mir auf der Reise passiert ist.

Anreise

Losgeflogen bin ich, wie schon gesagt, von Düsseldorf aus. Der Flughafen ist so groß, dass man sich dort verlaufen könnte. Die Schwebebahn, die vom Bahnhof zum Terminal führte, gefiel mir überhaupt nicht. Ruckartig und wenn ich runterguckte, wurde mir fast schwindelig. Im Warteraum am Gate hatte irgendjemand eine Süddeutsche liegen lassen, die ich gelesen habe.

Im etwa 8324. Interview, das das ZEIT-Magazin mit dem Altkanzler und ZEIT-Mitherausgeber veröffentlichte, […]

Den Satz fand ich sehr lustig. Der Flug war angenehm und ich war erstaunt, dass es den Tomatensaft (ein Getränk, das ich auch außerhalb von Flugzeugen sehr gern trinke) gratis dazu gab. Bei Ryanair sind die Preise gesalzen. Aus Bilbao wurde ich dann von einer Mitreisenden abgeholt und zusammen sind wir mit dem Bus zum Zielort gefahren. Unterwegs habe ich einen Lidl gesehen. Die Globalisierung sorgt irgendwie dafür, dass man sich auf der ganzen Welt wie zu Hause fühlen kann, so mein Eindruck. Es war übrigens cool, den Flughafen von Bilbao, den ich mir vorher bei Wikipedia angeguckt habe, in echt zu sehen. Im Bus wurde “Avatar” angedreht, allerdings auf Spanisch, sodass ich ihn nicht verstand.

Unterkunft

Es war megalaut und teilweise ein Wunder, dass ich überhaupt schlafen konnte. Die berühmte Zeile von Frank Sinatra

I wanna wake up in a city that doesn’t sleep

hätte auch auf uns zutreffen können. In den Apartments gab es Fernsehen, ich hätte aber lieber Türen für BEIDE Zimmer gehabt. Essen mussten wir selbst besorgen. Einen Wecker haben wir nicht gebraucht, da die Straßenreinigung das freundlicherweise für uns erledigt hat. Die war übrigens so eifrig, dass wir eines Tages eine Wasserpfütze bei der Haustür hatten – und zwar drinnen.

Mitreisende

Zu den meisten von ihnen kann man nicht so viel sagen, nett waren sie alle. Aufgefallen ist mir jedoch das enorme Sprachgefälle im Camp. Alle Deutschen und die Österreicherin sprachen super Englisch, der Belgier und der Franzose auch ganz gut (wenn auch mit deutlichem Akzent) und die Russinnen schlecht bis gar nicht. Eine der Russinnen hat gesagt, sie nehme am Camp teil, um ihr Englisch zu verbessern. Das geht aber nicht so gut, wenn man es nie versucht (und auch fast nichts da ist, um darauf aufzubauen). Die beiden Russinnen, die nicht in meinem Apartment untergebracht waren, haben während des jüdischen Gottesdienstes pausenlos getuschelt und an ihren Smartphones herumgespielt, unterhielten sich grundsätzlich nur auf Russisch und hielten die ganze Truppe ständig auf, weil sie alle 20 Meter Fotos von sich machen mussten und ständig zu spät kamen. Der Küchendienst war mit ihnen auch nicht gerade einfach. Ich hoffe mal, dass das nur an den Sprachproblemen lag.

Das Land

In Sichtweite des Busbahnhofs von Bilbao (und auch an der Busroute) gab es viele schöne Berge, die laut meiner österreichischen Mitreisenden aber nur Hügel sind – Bäume obendrauf und eh nicht besonders hoch. Ich habe in meiner Freizeit im Apartment viel ferngesehen und dabei bemerkt, dass alle Nahrungswerbungen mit Gesundheitshinweisen à la “Treiben Sie Sport und achten Sie auf eine gesunde Ernährung” versehen sind. Als wäre Brioche mit Kippen zu vergleichen. Außerdem habe ich auf Canal+ eine coole Sendung entdeckt, die “Zapping de la semaine” (“Zapping der Woche”) heißt und in der interessante Momente aus den vergangenen sieben Fernsehtagen gezeigt werden. (War natürlich sehr olympialastig.) Mit der Gruppe waren wir häufig am Strand, an verschiedenen Orten. Am Strand in der Nähe unseres Aufenthaltsortes konnte man nicht schwimmen, die Wellen waren einfach zu hoch. Ich bin dort nur am Rand langgelaufen und mein Rock war hinterher trotzdem klitschnass. Es hat dort aber trotzdem Spaß gemacht. Die Stadt an sich war sehr schön und wir haben eine interessante Stadtführung (auf Englisch, Gott sei Dank von einem gebürtigen Engländer) erhalten. Der Strand von Acotz hat mir nicht so gut gefallen, da ich meine Füße am heißen Sand verbrannt habe und ich den Rest des Tages nur noch unter Schmerzen gehen konnte. Das Museo San Telmo in San Sebastián kann ich nur bedingt empfehlen (zumindest für die Leute, die weder Spanisch noch Baskisch können), allerdings sollte man sich die Ausstellung über Bildschirme unbedingt ansehen. Der Strand von Socoa war sehr schön und ich habe dort wahnwitzig viele Muscheln gesammelt. Hondarribia hingegen hat mir überhaupt nicht gefallen. Dauernd waren Kanonenschüsse zu hören, weil dort gerade irgendein Fest stattfand, und meine Pizza Bolognese bestand zu 90 Prozent aus Teig.

Die Arbeit

Knüppelhart. Steine freilegen auf einem Friedhof ohne Bäume und das bei bis zu vierzig Grad Hitze. Einer Teilnehmerin ist das Feuerzeug in der Hosentasche explodiert, das sagt wohl alles. Da wurde die Dusche danach zur echten Wohltat. Nur am allerersten Tag musste wegen Regenwetter abgebrochen werden. Man erfuhr jedoch auch viel Interessantes über das jüdische Leben in der Gegend. Beispielsweise sind viele der Grabsteine auf Spanisch oder Portugiesisch verfasst (und viele Tote haben Namen, die so klingen), da die Juden vertrieben wurden. Außerdem habe ich eines Tages einen jüdischen Grabstein entdeckt, der ein falsches jüdisches Sterbedatum trug (es stellte sich irgendwann heraus, dass es doch richtig war), was die Frau etwa 200 Jahre alt gemacht hätte. Der deutsche Betreuer sagte später dazu, dass so etwas oft passierte, weil die Steinmetze die Umrechnung nicht richtig hingekriegt haben.

Sonstige Vorkommnisse

Am Tag nach der Ankunft war mir so schlecht, dass ich nicht mit zum Strand fahren konnte. So was hatte ich vor sechs Jahren schon mal, am Tag nach dem Ankunftstag in der Bretagne. Lange Reisen sind nicht schön, aber dazu gleich noch mehr. Beim ersten Strandausflug, den ich mitmachen konnte, hat eine Teilnehmerin ihre teuren Schuhe einfach irgendwo am Strand liegen lassen und sich hinterher gewundert, dass sie sie nicht mehr wiederfand. Der bereits erwähnte Gottesdienst war sehr interessant, auch wenn ich nichts verstanden habe, da er auf Hebräisch war. Eine Sache kam mir allerdings bekannt vor: Alle geben sich die Hände und sagen zueinander “Schalom Sabbat”.

Rückreise

Die Rückreise erfolgte komplett mit dem Zug. Der TGV ist, soweit ich weiß, ein sehr schneller Zug und hält irgendeinen Geschwindigkeitsrekord, davon habe ich aber nichts gemerkt, als ich mit ihm fuhr. Die zweite Klasse war jedoch sehr komfortabel (Steckdosen und ausklappbare Tische überall). Da Paris nur Kopfbahnhöfe hat, musste ich mit der Métro zum Gare du Nord weiterfahren. Die Station des Bahnhofs Montparnasse ist riesig und hat diese coolen Laufbänder. Am Gare du Nord selbst hatte ich das Vergnügen, zu beobachten, wie ein Haufen Fans und noch mehr Sicherheitsleute an den Eurostargleisen auf das französische Olympiateam warteten. Im Thalys hatte ich eine Sitznachbarin, die allerdings so gut wie gar nicht auf ihrem Platz saß, sondern immer irgendwo anders war, Gott weiß, wo. Ich war sehr froh, wieder in Deutschland zu sein (unter anderem deswegen, weil mein Geld langsam zur Neige ging). Im ICE war es unglaublich ruhig, wahrscheinlich, weil die anderen Passagiere so fertig waren wie ich. Als Reiselektüre diente mir die französische Ausgabe der Neon, die ich am Abfahrtsbahnhof gekauft habe. Ich wollte eigentlich etwas Deutsches lesen, aber es gab nur zwei deutsche Zeitungen – die eine war die Bild, die andere war die Frankfurter Allgemeine vom Vortag. Das fiel also aus. Die französische Neon war aber auch schön.

So weit, so umfangreich. Der nächste Bücherorgienteil kommt demnächst.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Reise, Reise

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Am Freitag werde ich für zwei Wochen verreisen. Es geht in eine im französischen Teil des Baskenlandes liegende Stadt, in der ich zusammen mit anderen Teilnehmern im Auftrag der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste einen jüdischen Friedhof pflegen werde. Wir werden unter anderem die Grabsteine wieder lesbar machen. Auf den dazugehörigen kleinen Hebräisch-Kurs, damit wir verstehen, was wir da bearbeiten, freue ich mich schon ganz besonders.

Nicht so erfreulich hingegen waren die zahllosen Organisationsschwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen hatte. Da wäre beispielsweise die Sache mit dem Busticket vom Flughafen zum Zielort. Ich wollte es frühzeitig kaufen, falls es Probleme gibt. Daraus wurde dann aber nichts – als Nichtspanierin musste ich entweder mit Kreditkarte, die ich nicht besitze, oder mit Paypal bezahlen. Das besaß ich zwar auch nicht, aber das kann ich mir doch ganz leicht einrichten. Dachte ich. Die leider erforderliche Aufladung des Kontos mit dem zu entrichtenden Betrag dauerte ewig. Immerhin konnte ich das durch einen bestimmten Anruf beim Kundenservice beschleunigen. Zum Ausdrucken des Tickets brauchte ich dann drei Anläufe, da die ersten beiden Male jeweils ein Teil des Tickets nicht lesbar war. Ich wurde leicht panisch, wir schrieben immerhin schon den 27. Juli, aber es hatte geklappt.

Warum Spanien, die will doch nach Frankreich, werden sich jetzt einige meiner Leser fragen. Spanien deshalb, weil ich nach Bilbao fliege – das ist auch im Baskenland, aber auf der anderen Seite der Grenze. (Nebenbei gesagt: Der Zugverkehr zwischen den beiden Städten ist echt bescheuert. Man muss bei vielen Verbindungen in der Nähe der Grenze übernachten und kommt nicht unter sieben Stunden weg, bei zirka 150 km Luftlinie. Liegt wohl an den unterschiedlichen Spursystemen.) Mein Zielort hat zwar einen Flughafen, aber es gibt von Deutschland aus nicht so viele Direktflüge – und die, die es gab, waren richtig teuer. Auf Umsteigen wollte ich verzichten. Von einer anderen Teilnehmerin habe ich dann den Tipp mit Bilbao bekommen. Dahin werde ich auch fliegen, von Düsseldorf aus übrigens. Das ist, falls es jemanden interessiert, der drittgrößte deutsche Verkehrsflughafen und 1996 gab es dort eine Brandkatastrophe wegen fehlender Sicherheitsvorkehrungen. Ich werde von dem Terminal aus losfliegen, in dem das Feuer damals gewütet hat. Schön zu wissen, nicht?

Auf jeden Fall freue ich mich darüber, dass die Lufthansa einen etwas besseren Service bietet als Ryanair. Ich darf ganze zwei Gepäckstücke umsonst mitnehmen (eins davon kommt in den Frachtraum, deswegen kann ich sogar meine drei Tuben 50er-Sonnencreme mitnehmen, die ich vorsorglich gekauft habe. Wusstet ihr übrigens, wie teuer so was ist? Gott sei Dank hatte IhrPlatz Ausverkauf.). Die Dame vom Kundenservice, mit der ich telefoniert habe, hatte einen ganz süßen, vermutlich osteuropäischen Akzent.

Morgen werde ich anfangen, zu packen, und dabei aufpassen, dass ich nicht über die 25 kg komme, die die spanische Busgesellschaft für internationale Reisen vorschreibt. Was ich nicht alles mitnehmen muss – zwei Wörterbücher beispielsweise. Eins davon für Englisch, weil das die Campsprache ist. Weil wir selber kochen werden, hab ich auch noch ein paar Rezepte zusammengestellt (und sicherheitshalber übersetzt – endlich etwas, wozu die Ausbildung gut war, haha). Ich werde auch ein kleines Buch mitnehmen, um mir alles aufzuschreiben, was ich erlebe. Das werde ich dann auch im Blog hochstellen. Ich bin ganz schön aufgeregt – das ist meine erste Auslandsreise, die ich ganz allein durchführe. Bis jetzt war ich entweder mit meiner Familie, mit meinem Freund oder mit der Schule weg. Hoffentlich klappt alles. Wenn einer eine Reise tut… hat er wahnsinnig viel zu organisieren.

Veuillez agréer l’expression de mes sentiments distinguées.

L’autrice du kitsch

(Das war Französisch.)