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Adoptiere einen Tag

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Zwar habe ich es immer noch nicht geschafft, meinen Namen auf ein Buch zu bekommen, dafür aber immerhin wieder in ein Buch. Wollt ihr wissen, wie? Ich sage es euch.

Vor drei Millionen Jahren habe ich hier über das Projekt „Wurst mit Gesicht“ berichtet. Irgendwann landete bei einer meiner dortigen Bestellungen ein Zettel im Briefkasten. Der Mann, der schon das Wurstprojekt leitet, hat ein neues Projekt gestartet – „Adopt a day“. 365 Menschen sollten je einen Tag des Jahres 2014 beschreiben, den jeweilig tagesaktuellen Nachrichten gegenübergestellt. Die Idee klang ganz interessant, ich entschied mich also dafür, einen Tag zu adoptieren. Mein Wunschtag – der Tag, an dem ich getauft wurde – war leider nicht mehr frei, aber ich bekam einen anderen zugewiesen, den 29. April, also kurz nach der Taufe. Der Vorschlag hinter diesem Tag: mein Leben als frischgetaufte Christin zu beschreiben. Natürlich kam es ganz anders.

Der Autor hatte das Buch erstellt, weil er sich fragte, wie wichtig die großen Schlagzeilen für das Leben des Einzelnen sind. Ich habe mal versucht, das Ganze auszuwerten, und kam bei 365 Tagen auf 15,5, bei denen die von Dennis Buchmann ausgewählten Headlines irgendwie im Text vorkamen. Und es war nur deswegen so viel, weil in diesem Jahr eine Fußball-WM stattfand. (Wer sich fragt, wie ich auf den halben Tag kam: Bei einem Tag ging es um Fleischkonsum und eine Schlagzeile drehte sich um den Streit der Grünen über Fleischkonsum. Mein eigener Tag ist für die These, dass Nachrichten und das echte Leben nicht so ganz viel miteinander zu tun haben, ein prima Beweis. Headlines des Tages: Alstom-Übernahme, Snowden, Sparpaket in Frankreich und irgendein Russen-Radar. Nichts davon kommt in meinem Text vor.

Der Herausgeber der Chronik hat hinter den Schlagzeilen nicht angegeben, woher er diese hat. Es gab aber eine, da konnte ich mir schon denken, woher er sie hat („Hoffnung für festgefahrenes Kreuzfahrtschiff – Schumi bricht das Eis!“).

In dem Buch stehen viele traurige Geschichten. Unfälle, Krebs, Familienstreits in der Weihnachtszeit. Es gibt aber auch viele schöne. Neue Babys, bestandene Prüfungen, Treffen mit der großen Liebe. Ich kann die Lektüre dieses Werkes nur empfehlen. Wer es bestellen möchte, kann das hier tun: http://www.adoptaday.net/

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin (aber echt mal)

Religionsfeinde bitte weitergehen

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Ich habe gesagt, dass die Bibel miserabel geschrieben ist. Ich habe gesagt, dass ich nie wieder eine Kirche betrete, wenn’s nicht unbedingt sein muss. Ich habe gesagt, ich sei gottlos. Ich habe gesagt, ich sei Agnostikerin. Und mittlerweile denke ich nichts mehr davon. Wisst ihr, wie komisch man sich fühlt, wenn man auf einmal merkt, dass nichts mehr stimmt?

In den letzten Wochen hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich fragte mich, ob da nicht doch etwas ist. Und dann passierte etwas sehr Merkwürdiges. Auf einmal war da eine innere Stimme, die mir sagte, wohin es geht. Erst leise, dann immer lauter. Ich konnte nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken. Ich sah Kopftuchträgerinnen auf der Straße und dachte: “Die wissen etwas, was ich nicht weiß.” Ursprünglich wollte ich mich noch viel länger mit unterschiedlichen Religionen beschäftigen. Dann besuchte ich einen Gesprächsabend der Evangelischen Studierendengemeinde. Und auf einmal sagte mir die Stimme ganz deutlich, wohin ich gehen soll. Nachdem ich einen Online-Glaubenskurs der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgemacht und mit dem Pastor der für mich zuständigen Gemeinde aufgenommen habe, bin ich mir sicher: Ich möchte mich evangelisch taufen lassen.

Nach meinem Outing habe ich gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Der Pastor, mit dem ich gesprochen habe, ist sehr offen und interessiert. Er beantwortet mir Glaubens- und Bibelfragen und hört mir zu. Auch die Gemeinde an sich scheint recht offen zu sein. Es gab dort bereits queere Gottesdienste. Mir wurde eine bestimmte Ausgabe der Bibel nahegelegt, genauer gesagt, des Neuen Testaments plus Psalmen. Sie ist sehr gut (beim Shop bestelle ich aber nicht mehr – lange Lieferzeit, keine Versandmail). Der Text ist sehr einfach gehalten und an den Seitenrändern stehen Worterklärungen. Es gibt sogar Themenseiten – so was habe ich immer gesucht. Wer mehr darüber wissen will: http://www.basisbibel.de/home/ Und was den Inhalt angeht: Mittlerweile habe ich festgestellt, dass in der Bibel zwar viel Mist steht, aber auch sehr viele schöne Geschichten – stellvertretend sei hier die Geschichte vom verlorenen Sohn genannt.

Nicht alle sind so offen, wenn man sich einer Religion zuwendet. Das stellte ich fest, als ich auf der Suche nach Taufpaten meine Großmutter anrief – eine der wenigen evangelischen Menschen, die ich kenne, und wir stehen uns an sich relativ nahe. Doch als ich sie fragte, ob sie meine Patin werden möchte, war sie nicht gerade begeistert. Der Tenor war: Sie würde es zwar machen, fragte mich aber, ob ich mich da nicht in was verrenne, und ich müsse dann ja auch Kirchensteuer bezahlen. Mein Opa tat das Ganze gleich als Quatsch ab. Ich hoffe, dass sie ihre Meinung irgendwann ändern. Vielleicht brauchen sie einfach nur etwas Zeit.

Ich bin schon gespannt, wie meine Eltern reagieren. Am Sonntag fliege ich wieder zu ihnen. Als ich Weihnachten 2011 das letzte Mal da war, hat mein Freund am Gottesdienst in der Deutschen Kirche teilgenommen. Dieses Mal komme ich einfach mit.

Viele sind der Meinung, dass man keine organisierte Religion braucht, und ich kann das sehr gut verstehen. Ich möchte aber am Gemeindeleben teilnehmen (Gottesdienste, Chor etc.) und das Ritual der Taufe ist mir sehr wichtig. Viele Menschen haben ja so ihre Probleme damit, der Kirche anzugehören, weil dort vieles einfach nicht stimmt. Ich bin aber der Meinung, dass man trotzdem einer Kirche angehören kann. Ich bin kein Andreas Englisch, der x Sachen nennt, die in der katholischen Kirche nicht stimmen, und dann trotzdem den Papst über den grünen Klee lobt. Aus dem Grund trete ich auch nicht der katholischen, sondern der evangelischen Kirche bei.

Und um das noch mal abschließend festzustellen: Ich trete der evangelischen Kirche nicht wegen einer kirchlichen Hochzeit bei und auch nicht, weil ich mir dadurch irgendwelche Vorteile bei der Jobsuche oder Ähnlichem verschaffen will. Ich tue das, weil ich glaube. Und aus diesem Grund macht es mir auch nichts aus, dass ich irgendwann mal Kirchensteuer bezahlen muss. Es geht an etwas, das ich glaube.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 5 & Ich darf wählen

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http://www.bildblog.de/32950/er-hat-jude-gesagt/

Ich war schon immer der Meinung, dass die Vergangenheitsbewältigung der Jahre 1933 bis 1945 hierzulande nicht so gut geklappt hat. Von beiden Seiten. Jetzt ist in Bremen etwas ziemlich Ungeheuerliches passiert. Ein Bremer CDU-Politiker hatte vor kurzem ein Fastenbrechen veranstaltet, zu dem natürlich mehrheitlich Muslime, aber auch andere Personen geladen waren. Viele Vertreter der örtlichen Partei fanden dies nicht so toll. Malte Engelmann, der Vorsitzende der Jungen Union in Bremen, hat dies in einem Blogartikel kommentiert, der folgendermaßen überschrieben war (natürlich ironisch, und deswegen besonders treffend):

DEUTSCHE! Kauft nicht beim Juden!!! Äh, ich mein: HEIKO!!! Koch nicht für den Muselmann!!!

Mit „Heiko“ ist der das Fastenbrechen veranstaltende Politiker gemeint. Ich weiß nicht, ob die Öffentlichkeit einfach zu dumm ist, um Ironie zu erkennen, oder ob sie dem nationalen Berufsbetroffenheitsclub beigetreten sind. Vom Weser-Kurier bis zum Fraktionsvize regten sich jedenfalls alle so auf, dass Herr Engelmann von seinen Ämtern zurücktreten musste.

Medien sowie Politiker frage ich: Was läuft bei euch falsch? Es ist doch offensichtlich, dass Malte Engelmann keine „Nazi-Parolen“ (Zitat Weser-Kurier) verbreiten wollte, sondern die kritische Haltung zum CDU-veranstalteten Fastenbrechen kritisierte. Was soll das bitte?! Und nicht nur, dass man sich sofort wieder wie auf Kommando empört, sobald jemand „Jude“ sagt, es wird auch noch realitätsverfälschend berichtet. Oben erwähntes Medium ließ den zweiten Teil der Blogüberschrift nämlich einfach weg. Da brauchen ein paar Leute offensichtlich Nachhilfe in Ironie. Einige auch noch in vernünftiger Berichterstattung.

Und jetzt zum zweiten Teil meines Blogeintrags. (Ja, es ist ein harter Eintrag für all die Politikverdrossenen unter meinen Lesern, haha. Und das ist gut so.) Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich offiziell bei meiner Oma wohne. Und das bedeutet, dass ich gestern 1.) Briefwahl machen und 2.) dabei gleich sechs Zettel ausfüllen durfte. Die da wären:

– 2 Wahlscheine

– 1 Stimmzettel für die Wahl zum mecklenburg-vorpommerschen Landtag

– 1 Stimmzettel für die Kreistagswahl

– 1 Stimmzettel für die Landratswahl

– 1 Stimmzettel für den Bürgerentscheid zum Thema „Name für den Landkreis, der vorläufig ‚Mittleres Mecklenburg‘ heißt“

Ganz schön viel. Und ich hab alles ausgefüllt und in die passenden Umschläge sortiert, was nicht ganz einfach war. Aber ich wäre ja schön blöd, wenn ich auf die Wahl verzichten würde. Ich habe übrigens keine rechtsextremistischen Parteien gewählt, wie ich hier mal deutlich betonen möchte. Und ich möchte hiermit alle auffordern, das auch nicht zu tun. Wählt weder NPD noch Republikaner. Ich liefere mir gerade auf Twitter ein Gespräch mit einem… argh… verdammten Klappspaten, der der Meinung ist, NPD sei ja viel besser als der Rest. Wie kann man nur so dumm sein?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Der ultimative Büchereintrag

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Ich lese gerade den ultimativen Büchereintrag einer jungen Mutter durch, die ebenfalls bei WordPress bloggt (http://kugelzeit.wordpress.com/2011/06/27/bucher-tag/), und deswegen kommt jetzt meine ultimative Bücherliste „Ein Buch, das…“.

Also:

dich zum Lachen gebracht hat

Frau Freitag – Chill mal, Frau Freitag. Die Geschichten der Autorin, die an einer Schule irgendwo in Deutschland unterrichtet, sind umwerfend komisch.

dich zum Weinen gebracht hat

Andrea Schwarz – Der kleine Drache Hab-mich-lieb. Wird als Märchen für Erwachsene beschrieben, wenn ich das richtig in Erinnerung habe – und enthält eine sehr wahre Botschaft.

dich nachdenklich gemacht hat

A. J. Jacobs – Die Bibel & ich: Von einem, der auszog, das Buch der Bücher wörtlich zu nehmen. Ich versuche selbst, das Christentum und seine Anhänger besser zu verstehen. Der Autor des Buches hat einen sehr interessanten Weg gewählt und interessante Schlüsse aus seinem „gläubigen Jahr“ gezogen. Das Buch hat mir jedenfalls besser geholfen als dieses unsägliche Machwerk eines Bildkorrespondenten, welches mir die Tante meines Freundes ausgeliehen hatte.

dich nicht losgelassen hat

Christian Schmidt – Sexpanzer und Babytod: Wie wir uns manipulieren lassen. Ich wurde doch etwas nachdenklich, als ich zum Orthopäden ging, der mir über und über Akupunkturtermine aufdrückte. Zum betreffenden Arzt gehe ich nicht mehr.

dich total enttäuscht hat

Andreas Englisch – Johannes Paul II.: Das Geheimnis des Karol Wojtyla. Siehe oben. Außerdem überzeugt mich seine plötzliche Verwandlung zum Papstverehrer nicht wirklich. Er wirft am Anfang drei Tonnen (meiner Ansicht nach berechtigte) Fragen auf, die er alle nicht beantworten kann, aber hey, der Papst beendete den Kommunismus und versuchte, alle Missetaten der katholischen Kirche zu entschuldigen! So ein Quark. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass der Mensch Bildkorrespondent ist, hätte ich es übrigens gar nicht erst gelesen. Erklärt aber, warum das einzige lobende Klappentext-Werbezitat von der Bild kam.

dich überwältigt hat

Tobias Schlegl – Zu spät: So zukunftsfähig sind wir Deutschen. Einige der vom Autor geschilderten Erfahrungen machen mich wirklich traurig und wütend.

dich positiv überrascht hat

Marisha Pessl – Die alltägliche Physik des Unglücks. War ein Spontankauf, ich konnte es aber gar nicht mehr aus der Hand legen.

du nicht beenden wolltest, weil es so gut war

Christian Schmidt – Böses Hasi! Die besten Texte von Klopfers Web. Kann ich jedem nur empfehlen. Wird beworben als „Besser als die Bibel“. Stimmt auch – das ist zwar keine Kunst, möchte ich mal behaupten, aber da ist SEHR viel Luft zwischen den Büchern.

du nicht aus der Hand legen konntest

Éric-Emmanuel Schmitt – La rêveuse d’Ostende et d’autres histoires. Eine Sammlung von fünf Geschichten, die allesamt sehr spannend sind. Leider gibt es das Buch noch nicht auf Deutsch, aber das kommt bestimmt noch.

du abgebrochen hast

Die Bibel. Nach zirka fünfzig Seiten.

du als Letztes in der Schule gelesen hast

Soweit ich mich erinnern kann, gebührt „Romeo & Juliet“ von William Shakespeare die Ehre. Ich verstehe bis heute nicht, wieso mein Englisch-LK-Lehrer zwei Monate vorm Zentralabi das Werk angefangen hat (obwohl es nicht in den Lehrplänen dafür enthalten war!). Seine Begründung war: „Man kann kein Englisch-LK-Abitur machen, ohne Shakespeare gelesen zu haben.“ Damit mag er Recht haben, aber wieso hat er das Werk dann nicht in den zwei Jahren VORM Abitur drangenommen? Im Übrigen wird etwas Ähnliches für Goethes „Faust“ behauptet, aber das haben wir nie gebraucht.

du eigentlich nie lesen wolltest

Aldous Huxley – Brave new world. War irgendwann mal im Englisch-LK Pflichtlektüre. Und damals war es für mich so schwer, dass ich es fast abgebrochen hätte. Gut, dass ich mich doch da durchgekämpft habe – nicht nur wegen des Abiturs (in dem das Werk natürlich drankam), sondern auch, weil ich so irgendwann ein großartiges Werk schätzen lernte.

auf deinem Nachttisch liegt

Es liegt sicher grad ein Buch auf meinem Nachttisch, aber ich weiß nicht, welches, und auf dem Nachttisch meines Freundes liegt keins. Das Buch, das sich seinem Nachttisch am nächsten befindet, ist „The Prophet“ von Khalil Gibran. Muss ich dringend zu Ende lesen.

du unbedingt weiterlesen möchtest

Jim Davis – Garfield: Gewicht verschwendet. Mein Lieblingskater. Außerdem ist er mir ähnlich. (Haha!)

Ich erinnere mich gerade an eine Bemerkung, die meine Klassenlehrerin aus der Zehnten mal gemacht hat (meine Klassenlehrerin aus der Fünften übrigens auch): „Toll, das du so unheimlich viel liest. Ich meine, wir haben in der Klasse Leute, die haben wahrscheinlich noch nie ein Buch in die Hand genommen.“ Ich liebe Lesen, kann gar nicht ohne. Und nach meiner Bücherkauforgie Anfang letzter Woche brauche ich wahrscheinlich ein fünftes Bücherbrett. Vier hab ich schon (eins davon allerdings nur, weil ich einige Bücher besitze, die zu groß sind, um sie hochkant hinzustellen, „Ein überdimensionales Meerschwein frisst die Erde auf“ zum Beispiel).

An all meine Leser ein Tipp: Bitte nehmt ab und zu auch mal ein Buch zur Hand. Da oben stehen ein paar echt gute.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Geschützt: Die Zukunft wird nicht gemeistert…

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Leute, ey…

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Es gibt unheimlich viel Irrsinn in meinem Leben. Und es gibt unheimlich viele Irre in meinem Leben. Ich versuche, sowohl dem Irrsinn als auch den Irren aus dem Weg zu gehen. Mit wechselndem Erfolg.

Eines der großen Probleme am System Schule ist ja, dass einem dort ein Haufen Irrer begegnet, denen man nicht aus dem Weg gehen kann. Meine doofen Mitschülerinnen (die Jungs sind ja gruseligerweise so wenig, dass man sie eigentlich nicht erwähnen braucht) kann ich ja immerhin noch insofern meiden, als ich in der Zeit zwischen den Unterrichtsstunden MP3-Player benutze und nicht an den gleichen Plätzen herumhänge wie sie.

Der MP3-Player. Wenn ich ihn nicht hätte… Seit nunmehr fast fünf Jahren besitze ich (fast) durchgängig ein solches Gerät, und es hat mir schon des Öfteren das Leben gerettet. Und sogar das anderer Leute. Wenn man bedenkt, wie oft ich anderen Leuten schon an die Gurgel gegangen wäre, wenn ich das Teil nicht benutzt hätte… Mit ihm kann ich mich von all den Idioten abschotten, die mir so begegnen, und sogar die Kinder, die nicht verstanden haben, dass man Handymusik auch mit Kopfhörern hören kann, können mir nichts mehr anhaben. Aus ihm tönen dann so richtige und wahre Textzeilen wie diese:

Lass die Leute reden und lächle einfach mild / die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild / und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht / aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht

Gib mir bitte eine Chance, halt doch bitte mal den Mund / ich werde langsam taub und meine Ohren sind schon wund / ich wollt‘ dich exorzieren, doch ich kam ja nicht zu Wort / was bleibt mir jetzt noch übrig, Harakiri oder Mord?

(Die Ärzte – Lasse redn bzw. Quark)

Man merkt vielleicht schon, ich bin eine Liebhaberin exzellenter Zitate. Ich sammle sie sogar – die Sammlung umfasst bereits 33 Seiten und es wären wohl noch mehr, wenn ich mir nicht gesagt hätte, Songzeilen rauszulassen. Gerade stolpere ich über ein Zitat von Sky du Mont:

Durch das Schreiben tauche ich in meine eigene Welt ein und kann mir einen eigenen Kosmos schaffen.

Genau das gefällt mir am Schreiben. Es gibt nur ein Problem dabei: wenn ich auf Leute treffe, die meinen, in meine Texte alles hereininterpretieren zu können. Das war früher ja mal ganz lustig und sogar der Beweggrund dafür, dass ich in der LK-Unterrichtseinheit „Literaturkritik“ einen meiner Texte zur Verfügung stellte. Sollen die Leute doch denken, was sie wollen! Es gibt ohnehin nicht die richtige Interpretation. Deswegen war ich ja auch dagegen, dass man im Unterricht Texte interpretiert – weil man die Meinung des Autors nie wissen kann, man kann sie ja in den allermeisten Fällen ja nicht mehr fragen. Haarig wird es allerdings dann, wenn der Autor (resp. die Autorin) doch einmal gefragt werden kann, die total konträre Meinung des Gesprächspartners mit Argumenten widerlegt und der Gesprächspartner trotzdem stur bei seiner Meinung bleibt. Erinnert mich irgendwie an das hier:

Da bin ich echt in einem Zwiespalt: Ich will niemandem seine Meinung verbieten und Diskussionen auch nicht einfach abbrechen – aber die fordern mich ja geradezu dazu heraus.

Ich habe den Typen, der eine meiner beiden Lieblingswebseiten betreibt und das gleiche Problem hat, gefragt, wie er da nicht ausflippt – und er meinte, dass er die Leute ignoriert.

http://www.klopfers-web.de/fragdenhasen.php?action=detail&id=30929

Hm.

Wenigstens sind bald wieder Herbstferien, das nimmt mir schon mal für zwei Wochen die Hälfte all meiner Probleme. Ich werde zu meiner Oma fahren, bei ihr auf dem Sofa sitzen und Kuchen essen und den ganzen Irrsinn, der mich in der drittgrößten Stadt Niedersachsens so umgibt, einfach mal gepflegt ignorieren. So gehört sich das.

Noch’n Zitat:

Im Moment wäre ich gerne Garfield. Der ist herrlich faul, isst nur Pizza, guckt nur Fernsehen und wird gestreichelt. Da hätte ich jetzt auch Bock drauf für eine Woche.

(Jeanette Biedermann)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

P.S.

*lol*

Haltung bewahren

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Ich will hier mal was erzählen über meine Haltung.

Meine Haltung ist folgende: Ich bin gegen Atomkraft, weil sie meiner Meinung nach die Umwelt verpestet. Nazis haben meines Erachtens einen Riesenknack in der Birne, ich bin für die Verbesserung des Fernsehens, gegen ein Verbot von Ballerspielen und ganz bestimmt nicht konservativ. Studiengänge sind viel zu straff organisiert und die Bildzeitung würde ich nicht mal als Klopapierersatz kaufen, weil das meinen Hintern beleidigen würde.

Und ich bin der Meinung, dass es viel zu viel Homophobie auf der Welt gibt.

Warum, ist sicher verständlich – besonders, wenn man daran denkt, dass ich bisexuell bin. Selbst wenn ich es nicht wäre, würde ich gar nicht so viel fressen können, wie ich kotzen möchte, wenn ich Leute wie meinen Lehrer treffe.

Er macht Witze über unseren schwulen Außenminister, ist gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und heute bezeichnete er den auf Männer stehenden Dirk Bach als „Homo-Monster“. In meinen Augen ist er relativ homophob. (Falls das jemand anders sieht, bitte bei mir melden.) Und das ist eine der wenigen Sachen, die ich partout nicht abkann.

Ich hab mich im Unterricht echt zusammenreißen müssen, um nicht an die Decke zu gehen. Bin ich zu empfindlich? Springe ich zu schnell an? Wegen einer Sache, die mir wichtig ist? Weil ich selbst davon betroffen bin? Ich weiß es nicht.

Jedenfalls macht mich die Sache unheimlich fertig und ich habe keine Ahnung, was ich unternehmen soll. Mein Lehrer zieht mich pausenlos auf…

Langsam werde ich paranoid. Ich habe schon so viele schlechte Erfahrungen damit gesammelt, dass ich nicht mehr aufhören kann, daran zu denken. Es ist ja fast so, als würde ich jetzt erst feststellen, dass ich bisexuell bin.

Ich bin auch niemand, der pausenlos mit dieser Tatsache hausieren geht – das dürfen wir Nicht-Heteros uns ja gerne mal vorwerfen lassen. Deswegen habe ich es nur meinem Freund und meinen Freunden erzählt, weil ich weiß, das die mich verstehen. Meine Eltern wissen es nicht. Meine mich mitversorgenden Großeltern wissen es nicht. Werde ich es ihnen je erzählen? Oder wirft das nur ein schlechtes Licht auf mich, weil ich dann ja wieder meinen Freund betrüge und so? Und abnormal bin?

Eine meiner Bekannten verwendet gerne ein Zitat: Versucht, die Welt ein bisschen besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt. Ich versuche jedenfalls, Intoleranz in die Schranken zu weisen. Und ich hoffe, das viele andere das auch tun.

bit.ly/9FAZrw

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/hass-aus-der-mitte-der-partei/

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/tolerant-gegen-die-intoleranz/

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/vermischtes/39880337/schwule-emanzipation-am-ende

http://www.sueddeutsche.de/politik/indien-homosexualität-nach-jahren-legal-1.80322

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Die Kitschautorin