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Dankbarkeit, Teil zwei

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Ich schrieb ja bereits, dass die Leute sehr dankbar sind für das, was meine Kollegin und ich ihnen beibringen. Ich konnte das jetzt ein paar Mal öfter sehen. Eine Kursteilnehmerin fragte, ob sie früher gehen darf, weil sie ihre Tochter von der Schule abholen muss. Ich habe ihr dann erklärt, dass sie das nicht muss, weil die Busse zu Schulzeiten anders fahren als in den Ferien. Sie hat sich über meine ausführliche Erklärung so gefreut, dass sie mir auf Persisch sagte, ich sei lieb. Leider habe ich mir die Worte nicht gemerkt. (Überhaupt will ich mir mal ein paar Brocken Persisch und Arabisch reinhauen.)

Eine Dozentin hat mir mal gesagt, dass die Leute, die einem Neuankömmling Deutsch beibringen, einen besonderen Platz im Herzen haben. Uns mögen die Kursteilnehmer wohl so gern, dass sie heute Fotos mit uns machen wollten. Als ein älterer Herr unsere Gruppe bemerkte, wollte er dann 20 Euro in die Hand drücken, „so you can buy coffee“. Wir haben abgelehnt, uns aber sehr gefreut.

Auch sonst passieren auf der Arbeit sehr interessante Sachen. Ein Teilnehmer wollte sehr hilfreich sein und hat uns für das Whiteboard einen neuen Stift gegeben, der auch sehr gut schrieb… und haftete. Wir haben eine halbe Stunde gebraucht, um ihn wieder abzukriegen. Ich habe nur gehofft, dass das im Büro nebenan niemand merkt, denn wer will schon Leute beschäftigen, die Firmeneigentum beschädigen? 😀

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Dankbarkeit

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Im Leben dreht sich viel um Dankbarkeit. Und ich bin dankbar. Für meine tolle Arbeit. Es macht mir Spaß, Menschen etwas beizubringen. Und die Kursteilnehmer sind so dankbar, von mir und meiner Kollegin etwas lernen zu dürfen. Sogar in der Pause fragen sie häufig nach, wie man ein Wort schreibt oder was etwas bedeutet. Die sechsjährige Tochter eines teilnehmenden iranischen Ehepaars ist heute auf mich zugestürmt, hat mich umarmt und mir ein selbstgemaltes Bild geschenkt. Die Leute sind so dankbar. Wenn ich da an meine ehemaligen Nachhilfeschüler oder Tutanden denke…

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Geschützt: Zukunft

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Vor sechs Jahren

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Ich schrieb hier bereits, dass der Sohn meines Lieblingsdozenten an Hitlers Geburtstag seine Geschichtsprüfung schrieb. Ich selber bin 2009 zum Abitur angetreten.

Die erste Prüfung war Deutsch, am 17. April. Vor lauter Nervosität habe ich nur gelacht. Deutsch war auch das Fach, für das ich (neben Bio) am ehesten angefangen habe, zu lernen. Außerdem hatte ich in der Nacht zuvor einen Durchfall-Albtraum. Dem Lehrer haben wir erst mal ein Geburtstagslied gesungen, weil er genau an dem Termin seinen Vierzigsten gefeiert hat. Und dann ging es los. Ich weiß gar nicht mehr genau, worüber die Klausur ging, ich weiß nur, dass ich Uwe Tellkamp mit Freude boykottiert habe. Selbst der Lehrer hatte zugegeben, dass der Text schwer zugänglich war.

Am 24. April schrieb ich Französisch. Da war ich nicht so nervös wie beispielsweise bei der Deutschprüfung. Wie sich später herausstellte, sollte ich in der Klausur einen Punkt mehr haben als die bisherige Bestnote. Zu große Nervosität ist nie gut.

Den Montag drauf saß ich in Englisch. Es kam etwas von Aravind Adiga vor, mehr habe ich nicht im Kopf behalten, aber ich brachte es ganz gut hinter mich. Man sollte denken, dass es anders war, wenn man bedenkt, dass ich erst kurz vorher anfing zu lernen. Aber es ging ganz gut. Anders als die letzte schriftliche Prüfung.

Am 4. Mai musste ich Bio schreiben. Das Fach, das ich nur gewählt hatte, weil man irgendwas aus dem MINT-Bereich drin haben muss. Ich habe laufend gebetet, obwohl ich damals eigentlich gar nicht gläubig war, und musste zwischen dem Gebrabbel des Aufsicht führenden Lehrers mit den Schülern, die bei ihm noch eine Prüfung absolvieren mussten, irgendwelche Aufgaben zum Thema Landwirtschaft lösen. Ich war heilfroh, als ich da raus war.

Heute vor genau sechs Jahren stand die mündliche Prüfung an. Bei mir war das Politik. Ich kann mich an den Tag noch ganz genau erinnern. Mein Termin war für 8 h 55 angesetzt. Die Schüler, die bald drankamen, sollten in einem bestimmten Raum warten, da war aber niemand, und das, obwohl ich an dem Tag nicht die Erste war. Mit ein paar Minuten Verspätung kam ich dann in der ehemaligen Hausmeisterwohnung an, wo die Prüfung stattfand.

Ich kann sagen, dass ich über einen Lehrerwechsel niemals so froh war wie in meinem mündlichen Abiturfach – bei dem alten Knochen, der mich in der zwölften Klasse unterrichtete, hätte ich hoffnungslos versagt, so aber konnten wir relaxt reden. Es ging unter anderem um soziale Milieus. Einer der Beisitzer wollte eine Frage zur Europawahl folgendermaßen einleiten: “Sie dürfen ja am 7. Juni wählen…” “Nein, darf ich leider nicht, ich bin erst 17…”

Ich hatte früher keine Ahnung, wie genau eine mündliche Abiprüfung abläuft, also hatte ich bei der Prüfung des Bruders meiner besten Freundin zugesehen. Ich hatte mich damals verpflichtet, auch Zuhörer zuzulassen. Die bemerkt man aber gar nicht. Ich kann jedem Abiturienten empfehlen, diese Möglichkeit auch zu nutzen, man ist danach viel entspannter.

Ich weiß nicht, wie das in anderen Schulen läuft, aber bei uns bekam man die Note für die Mündliche am Tag der Prüfung. Ich hatte schon damals jede Möglichkeit genutzt, bei meinem Freund herumzuhängen – also auch an dem Tag. Das bedeutete dann aber, dass ich vier Mal die Zugstrecke zwischen Freund-Dorf und Schul-Dorf zurücklegen musste. Vier Minuten Umsteigezeit, Hetzen über eine Fußgängerbrücke. Bei der Notenvergabe war ich unglaublich nervös. Das Mädchen, das seine Note vor mir erfuhr (nicht bestanden), war sehr traurig. Später erfuhr ich, dass sie in allen Fächern durchgefallen war, weil ein naher Verwandter kurz zuvor gestorben war. Ich selber hatte mit acht Punkten bestanden und freute mich unglaublich. Der Lehrer, der mir die Note gesagt hatte, ist leider mittlerweile verstorben. Er war sehr beliebt, auch bei mir, weil er meine Mutter bequatscht hat, dass ich aus dem schwierigen Russischkurs raus darf.

Danach hieß es erst mal: warten. Ich versuchte, die Zeit bis zu den Prüfungsergebnissen so gut wie möglich auszufüllen, aber das klappte nicht immer. Als ich dann von meinem Freund zur Schule gefahren wurde, hörte ich das James-Bond-Thema, um dem Ganzen ein bisschen witzige Spannung zu verleihen. Ich hatte zuvor im Sekretariat angerufen, um zu fragen, wann genau ich erscheinen sollte. Es stellte sich heraus, dass es Fehlorganisation gab und alle schon viel früher fertig waren. Und schließlich war es soweit. Ich hatte noch einmal gebetet. Und dann schaute ich auf den Zettel.

Englisch 8 Punkte

Französisch 11 Punkte

Deutsch 6 Punkte

Biologie 2 Punkte

Politik-Wirtschaft 8 Punkte

Durchschnittsnote 3,1

Auf Grundlage der bisherigen Prüfungsergebnisse ist die Abiturprüfung bestanden.

Ich war so froh wie nie zuvor in meinem Leben. Eine unglaublich große Last fiel von mir ab. Der Schulleiter monierte noch, dass Bio ja nicht so toll gewesen sei, und ich konnte nur noch anmerken, dass ich da, wo ich hingehe, kein Bio mehr brauchen würde. Als ich vom Schulgelände Richtung Parkplatz tanzte, sang ich dann Folgendes vor mich hin:

https://www.youtube.com/watch?v=8EPj-ynLUQI

So etwas will natürlich gebührend gefeiert werden, also kümmerte ich mich irgendwann darum, wo ich ein schönes Abendkleid herkriege. Letztlich bekam ich den Traum von bordeauxfarbenem Stoff, den die Kusine meines Freundes trug, als sie ihren High-School-Abschluss feierte. Dazu muss man aber wissen: Die Gute ist größer und schlanker als ich.

Der Tag der Zeugnisverleihung und des Abschlussballs fing für mich um halb sechs an, weil ich pünktlich zur Abfahrt Richtung Gymnasium fertig frisiert sein wollte. Bei der Verleihung stellte ich dann fest, dass ich die einzige bereits Aufgedonnerte war, weil die Hühner aus meinem Jahrgang keine guten Absprachen treffen konnten. Aber gut, auf jeden Fall sah ich am besten aus. Smiley mit geöffnetem Mund Als ich von meinem Tutor das Zeugnis in meine Hände bekam, konnte ich es gar nicht glauben. Zwölf Jahre waren vorbei und ich hatte es tatsächlich geschafft.

So ganz kann ich es immer noch nicht glauben, obwohl das alles mittlerweile sechs Jahre her ist. Aber wenn sogar ich das hinbekomme, ist es machbar. Ich wünsche allen jungen Niedersachsen, die heute über Mathe brüten, am Montag über Musik und am Dienstag über Latein, viel Glück. Und natürlich auch allen anderen Prüflingen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Ich habe gerade bemerkt, dass ich mein Abi-T-Shirt trage. Ist aber Zufall.

2015, yeh

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1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

Ich würde dem Jahr glatt eine 10 geben, da das Bafögamt mich allerdings nicht mehr mag, gebe ich ihm nur eine 9.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Kurzsichtiger, außerdem habe ich eine Hornhautverkrümmung. Lustig war, wie ich das Ganze entdeckt habe – eigentlich wartete ich nur auf meinen Freund, der einen Sehtest ablegte, und tat das dann auch. Zusätzliche –0,75 – ich habe direkt eine neue Brille bestellt. Als ich sie aufsetzte, sah ich plötzlich wieder alles total scharf – wie in HD.^^

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Das Bafögamt hat entschieden, dass ich genug auf dem Konto habe und meine Eltern eh zu viel verdienen. Allerdings arbeite ich jetzt als Tutorin.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Unentschieden.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Genau kann ich das nicht sagen. Ich habe aber versucht, mich etwas zurückzuhalten.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” wurde eine selbstgestrickte Bommelmütze verlost und ich habe sie gewonnen. Oh, und ich habe mit einem durch meine Mutter geschenkten Rubbellos sechzig Schwedische Kronen gewonnen. (Aber nicht ausgegeben.)

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Das Schwimmen wurde beibehalten, zwischenzeitlich habe ich mal Jiu Jitsu an der Uni gemacht, und ich schätze, die Rennerei wegen des Umzugs kann man auch zählen.

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Der ganze Stress, den ich dieses Jahr erlitten habe, drückte mir Brust-, Kopf-, Magenschmerzen und einige Blutdruckausreißer auf. Ansonsten fällt mir nichts Nennenswertes ein.

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Siehe Frage 10.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Mitten im Endstress eine Woche nach Schweden zu fliegen.

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Ähm… zählen die Narkoserisiken bei der Magenspiegelung?

14.   Die teuerste Anschaffung?

Die Möbel, die ich vor zwei Tagen gekauft habe.

15.   Das leckerste Essen?

Vor knapp drei Wochen habe ich die Schlüssel für meine neue Wohnung bekommen, zusammen mit fleißigen Helfern einen Haufen Krams in die Wohnung gestellt, dann eine Küche bestellt und danach Nudeln mit rotem Pesto gemacht. Das war so geil.

16.   Das beeindruckendste Buch?

*denkt lange nach* Die Bibel.

17.   Der ergreifendste Film?

*denkt auch hier lange nach* “Neukölln unlimited”. Ich weiß, der ist älter, ich habe ihn aber erst jetzt gesehen. Der Film hat mich auf so viele Weisen beeindruckt. Ich war traurig, wütend, aber auch optimistisch.

18.   Die beste CD?

“Bingo” von Bela B.

19.   Das schönste Konzert?

Bela B & Smokestack Lightning feat. Peta Devlin am 5. Mai im Bielefelder Ringlokschuppen.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

22.   Zum ersten Mal getan?

Für die Uni gearbeitet. Bela B live gesehen. Bei einer Taufe mitgemacht (als Täufling). In Österreich gewesen. Das Bremer Überseemuseum besucht. Die Synagoge der viertgrößten Stadt Niedersachsens von innen gesehen. Einen Gottesdienst mit Flüchtlingen besucht. Ein Gedicht von mir veröffentlicht. Für den Störungsmelder geschrieben. Auf Uniexkursion gewesen (beinhaltend den erstmaligen Besuch einer KZ-Gedenkstätte sowie des Jüdischen Museums Berlin). Mich erfolgreich bei der Deutschen Bahn beschwert. Bei einem Adventskalender-Gewinnspiel was gewonnen. Einen Rubbellos-Gewinn gehabt. Mit Kanadiern gesprochen. In orthodoxen, einer methodistischen und reformierten Kirchen gewesen. Anhänger der Bahai-Religion kontaktiert. In Baden-Württemberg sowie auf einer katholischen Hochzeit gewesen. Einen Nachtzug benutzt. Pandas und Koalas live gesehen. Beschlossen, in einen Ort zu ziehen, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nie betreten hatte. Eine nicht erfolgreiche Online-Bestellung getätigt. Eine Bahnreise aufgrund einer Bombenentschärfung zwangsweise modifiziert. Ein wenig Gebärdensprache gelernt. Eine Langzeit-Blutdruckmessung gemacht.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

Im kleinsten Bundesland Deutschlands gewesen, ohne es nur zu durchqueren. Einige Zeit sehr viel Englisch geredet. Im Unichor gesungen.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit dem Bafögamt. Die Frage, wo ich im neuen Jahr leben werde. Umzugsstress. Die Art, wie das letztjährige Weihnachten verlaufen ist. Es war zwar schön, aber trotzdem doof.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Meine Taufe.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Das Klingonisch-Wörterbuch.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Eine neue Küche…

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Ich liebe dich und freue mich, dass du mir nach (hier Ort einfügen) folgst.”

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

“Ich liebe dich und möchte ganz lange mit dir zusammenbleiben.”

30.   Dein Wort des Jahres?

Christentum.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Umzug.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

“Topf voll Gold” und “Gekreuzsiegt”.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2015

Die Kitschautorin

Geschützt: Nikolaus

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Geschützt: Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 35

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Geschützt: Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 30

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Geschützt: Schon wieder Kirche

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Geschützt: Berlin, Berlin, ich fuhr nach Berlin

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