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Schlagwort-Archive: Deutsche Bahn

La mer

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Ich war zum fünften Mal in Frankreich sowie zum jeweils ersten Mal in Monaco und Italien.

Montag

An diesem Tag erfolgte der Hinflug, ausgehend vom drittgrößten Flughafen Deutschlands, und wir flogen zum drittgrößten Flughafen Frankreichs. (Jetzt wisst ihr auch, in welcher Gegend ich mich rumgetrieben habe, haha.) Aufgrund der Zeit, zu der wir unterwegs gewesen waren, hatten wir noch genug Zeit, um schwimmen zu gehen und lecker zu essen. Wir nächtigten gute 600 Meter entfernt vom Strand von Juan-les-Pins. Dort ist es wirklich schön. Kleine Fischchen leben im Meer, die Temperatur war für den September wirklich angenehm. Wenn man möchte, kann man dort seine Sachen in Schließfächer einschließen (man braucht Ein-Euro-Stücke) und danach beruhigt baden gehen. Abends genossen wir ein gutes Restaurant (auf Anfrage nenne ich gerne den Namen) und ich war wirklich verwundert, dass dort gratis Leitungswasser in Karaffen gereicht wurde. Das würde man in Deutschland nie erleben. Auf dem Weg zum Restaurant gab es noch ein kleines Abenteuer: Ich dolmetschte für ein polnisches Urlauberehepaar, das mangels Französischkenntnissen die Rückfragen der pompiers nicht verstand. Da denkt man, man hat seine Ausbildung umsonst gemacht, und dann so was…

Dienstag

An diesem Tag besichtigte ich Nizza. Dies war leider nicht so schön, wie ich gehofft hatte. Es gibt dort derzeit viele Baustellen, und die Kirchen, die ich besichtigen wollte (die deutsche und die russische), waren nicht offen. Ich schaute mir dann einfach noch Notre-Dame an. Architektonisch war das zwar sehr schön, aber ich fühlte mich dort in religiösem Sinne nicht wirklich willkommen. Es vermittelte halt nicht wirklich das Gefühl eines von-Gott-angenommen-Seins. Es schien mir so, als läge der Fokus mehr darauf, keine Sünden zu begehen und Gott bzw. Jesus bzw. Maria ausführlich und demütig anzubeten. (Dass dort, wie in vielen katholischen Kirchen, die Ehe ausdrücklich nur als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau gesehen wird, hilft auch nicht.)

Mittwoch

An diesem Tag besichtigte ich Monaco. Eine Sache, die mir auffiel, die aber natürlich verständlich ist: x Sicherheitsmänner. Da gibts halt viele Reiche (und natürlich die Fürstenfamilie), auf die und deren Habseligkeiten muss man ja aufpassen. Ansonsten gibt es in Monaco schöne Kirchen, in einer davon befindet sich Grace Kellys Grab. Sehr komisch fand ich, dass ihr Grab über und über mit Blumengestecken zugestellt war (man konnte kaum ihren in Latein geschriebenen Namen lesen!), und bei Rainier standen nur ein paar Einzelblumen.

Ich war auch auf dem Friedhof, der sich direkt an der französischen Grenze befindet. Eine sehr nette Mitarbeiterin erklärte mir den Weg zur Urnengrabstelle eines bekannten Schauspielers. Sehr rührend fand ich das kleine Spielzeugauto, das jemand dort drapiert hatte.

Donnerstag

An diesem Tag besichtigte ich Ventimiglia. Ventimiglia, das auf Französisch Vintimille heißt, ist eine kleine Stadt mit etwa 24000 Einwohnern, die direkt an der italienisch-französischen Grenze liegt. Schon bei der Anreise fiel mir auf: Bis Monaco ist der im Übrigen exzellent klimatisierte Regionalzug knallvoll, danach ziemlich leer. (Rückfahrt ähnlich.) Was ich nicht verstehe, denn Ventimiglia ist sehr schön. Und außerdem billiger als Nizza oder Monaco. Man braucht allerdings gute Knie, denn die Stadt ist ziemlich höhenunterschiedlich. Auch die Füße werden sehr trainiert, denn der örtliche Strand ist ein Steinstrand. (Zumindest dort, wo ich war…) Aber es hat mir sehr gefallen. Ich spreche kein Italienisch, dies war aber kein großes Problem, denn aufgrund der Grenzlage kommt man mit Französisch ganz gut durch.

Mein Abendessen erfolgte wieder in Juan-les-Pins, in einem anderen guten Restaurant. Die Kellnerin ließ mich erröten, denn ich sprach ihrer Ansicht nach so gut Französisch, dass sie mich für eine Französin hielt, bis ich das korrigierte. Naja, wenn ich nur Essen bestelle, kann ich das auch relativ unfallfrei…

Freitag

Morgens genoss ich noch ein wenig den Strand, bis ich mich am Vormittag auf die Rückreise machte. Nette Stewardessen, aber leider hing mein Koffer eine Weile irgendwo fest. Und auf der Autobahn war Stau, aber das ist freitagnachmittags im Ruhrgebiet wohl normal.

Und sonst so?

Wenn Deutsche urlauben, müssen sie ja immer schauen, was anders ist als daheim. Ich kann hier zuvorderst die Pflanzenwelt nennen. Ich habe noch nie dort geurlaubt, wo es Eukalyptus gibt, und auch Palmen sehe ich eher selten. Ansonsten kann ich noch das französische Bahnwesen nennen. Sehr positiv hervorheben kann ich, dass am Schalter per Schild gebeten wird, Schwangere, alte und körperbehinderte Menschen vorzulassen. Warum allerdings eine Fahrt nach Monaco billiger war als eine Fahrt nach Nizza, habe ich nicht ergründen können. Aber die Postkarten nach Deutschland waren mit zwei Tagen ziemlich schnell. Und billiger als Schweden – Deutschland (1,30 gegenüber umgerechneten 2,14).

Insgesamt kann ich einen Urlaub in dieser Ecke der Welt sehr empfehlen, aber nehmt Geld mit, ihr werdet es brauchen. Nicht nur, wenn ihr in Monaco im Casino hängt, und nein, das hab ich nicht mal gemacht.

Veuillez agréer l’assurance de mes sentiments distingués.

Die Kitschautorin

PS: Liebe Grüße an das nette Mädel im Zug nach Monaco, die einen FCKAFD-Aufkleber hatte!

PPS: Blutdruckmessen in französischen Apotheken ist kostenlos. Sollte man sich in Deutschland mal merken. Da muss man meist bezahlen.

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Gesundheit

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Ich bin grad zu faul, nachzusehen, ob ich es im Blog schon mal geschrieben habe, aber den Satz „Dafür sind Sie eigentlich noch viel zu jung“ kann ich nicht mehr hören. Der Nephrologe hat ihn am Freitag trotzdem gesagt. Nephrologe?, fragt ihr vielleicht. Nun, man wollte wissen, warum ich mit 27 (okay, bereits, als ich 26 war…) schon unter zu hohem Blutdruck leide. So was kann auch internistische oder Nierenkramsursachen haben. Ihr wollt wissen, was es bei mir war? Ich sage es euch. Ich esse zu viel Salz. Ich war etwas baff, als ich das gehört habe. Aber klar, so was kann passieren (es gab eine Folge von Müllserie Nr. 1, die sich um so was drehte…). Immerhin nichts Schlimmes. Ich reduziere nun also meinen Fertiggerichtekonsum, salze nicht mehr so viel nach und all das und dann kriege ich das schon wieder in den Griff. Vielleicht kann ich dann ja sogar auf die Tabletten verzichten. Ganz nebenbei habe ich mir noch drei schöne Schürfwunden geholt, als ich in der Nähe der Praxis gestürzt bin. (Props an die Apothekerinnen und meinen Ehemann, die mich ganz toll versorgt haben.)

Apropos „in der Nähe der Praxis“. Ich habe ja im März schon mal über meinen leichten Rochus auf Gesundheitsminister Jens Spahn geschrieben. Der ist seitdem auch nicht wirklich verflogen. Ich habe gerade noch einmal nachgesehen – ich wohne etwas über 60 Kilometer von der nephrologischen Praxis entfernt. (Es gibt zwar eine nähere, aber die ist über Monate hinweg ausgebucht.) Diese 60 Kilometer muss ich mit dem Auto zurücklegen – ganz toll, wenn man wegen eines Bluttests nüchtern aufkreuzen muss -, weil die Bahnverbindung eine Katastrophe ist. Die medizinische Versorgung hier auf dem Land ist furchtbar. Bedingt durch verschiedene Freunde, die in letzter Zeit Eltern geworden sind, habe ich mich gefragt, was einmal sein wird, sollte ich jemals Mutter werden. Ich wohne im einzigen Landkreis Niedersachsens ohne Entbindungsstation.

Herr Spahn, wie möchten Sie die medizinische Versorgung auf dem Land verbessern? Wie wollen Sie dafür sorgen, dass es insgesamt genug Ärzte gibt? Wie wollen Sie dafür sorgen, dass es auf dem Land mehr Kreißsäle gibt? Das würde ich wirklich gerne wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

12 von 31

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Ich nehme mir ständig vor, dass ich wieder einmal an „12 von 12“ teilnehme, schaffe das aber nie. Da ich mir gleichzeitig aber denke, dass der eine oder andere vielleicht gerne mal sehen würde, wie ein normaler Tag so bei mir aussieht, mache ich jetzt einfach „12 von 31“ (also letzten Freitag^^). Let’s-a-go!

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Ausflüge

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Ich war schon immer ein großer Fan von Volksfesten. Und so musste ich nicht lange überlegen, als ein sehr lieber Freund (falls du das liest: ja, ich meine dich :P) mich fragte, ob ich mit ihm auf eines der größten Feste Deutschlands gehen will.

Drei Stunden unterwegs auf Eisenbahnschienen, aber für gute Freunde (gen. Maskulinum) tue ich so was. Und dann gab es in einem der Züge noch eine Überraschung, weil ich dort auf den Priester von „Valerie und der Priester“ getroffen bin. Er war sehr nett und wünschte mir zum Abschied Gottes Segen. Ich bin gerade wieder einmal schwer am Zweifeln, was Glaubensdinge angeht (was er nicht wissen konnte), und gerade deswegen fand ich es… irgendwie gut.

Irgendwann kam ich nun also in der Stadt an, in der besagtes sehr großes Volksfest stattfindet. Dieses Fest ist einem Heiligen gewidmet, dessen Reliquien im örtlichen Dom liegen (sollen). Ergo gibt es auch Gottesdienste zu diesem Anlass und auf meinen Wunsch gingen wir in einen solchen. Ich fand es sogar gut… bis es eine Fürbitte gab, die den Verstorbenen gewidmet wurde. Eigentlich nicht weiter ungewöhnlich. Aber nicht schön für jemanden, der viel zu früh zwei Freunde verloren hat.

Es gibt viele, die meinen, Glaube ist nur dazu da, sich die Welt einfach zu machen, und es gibt sicherlich auch viele, auf die diese Aussage zutrifft, aber bei mir ist das absolut nicht so. Ich zerbreche mir schwer den Kopf darüber, was auf der Welt aus welchem Grund wie ist, und das habe ich an diesem Donnerstag, an dem ich im Dom saß, ganz deutlich gemerkt.

Nun, trotz allem Nachdenken konnte ich das Fest sehr genießen und kann anderen auch nur sehr empfehlen, da hinzugehen. Es gibt tonnenweise tolle Buden, man kann auf Konzerte gehen. Und wenn man will, sogar in die Kirche.

Nun gibt es schöne Ausflüge und nicht so schöne. (Ich weiß, ich erzähle damit den meisten Lesern dieses Blogs etwas unvorstellbar Neues.) Wegen Bluthochdrucks zu irgendwelchen weit entfernten Ärzten zu müssen, gehört sicher zu den nicht so schönen. Meine Docs sagen, dass mein Herz vollkommen okay ist, also muss bei mir jetzt alles Nierenmäßige untersucht werden.

Problem 1: Ich wohne auf dem Land.

Problem 2: Ich bin, was Termine angeht, so ziemlich an die Schulferien gebunden.

Mit viel Glück bekam ich also gestern, drei Tage vor Wiederbeginn des Unterrichts, einen Nephrologentermin in einer sechzig Kilometer entfernten Stadt. Die Verbindung mit Öffentlichen ist eine Katastrophe, also fuhr ich gestern eine Stunde Auto.

Dass die Praxis gegenüber des dortigen Krankenhauses ist, verwunderte mich nicht weiter. Beim Kardiologen habe ich schon gemerkt, dass so was häufig zusammenfällt (der ist IM Krankenhaus). Es hatte am Telefon geheißen, ich müsse mich auf Wartezeit einstellen, also nahmen der mich begleitende Ehemann und ich das Wartezimmer des Nephrologen in Augenschein. Mir fiel sofort auf, wie viel Literatur es dort gab und es wurde sogar Mineralwasser bereitgestellt. In der Praxis wird allerdings auch Dialyse durchgeführt, also warten da wohl sehr viele Menschen sehr lange…

Nach vielleicht zwanzig Minuten – ich hatte nach der Ansage mit deutlich mehr gerechnet – kam ich dann dran und ich will nicht sagen, was bei mir rauskam, es ist nicht gut, könnte aber bedeutend schlimmer sein anscheinend. Zumindest war es kein großes Problem, dass ich erst in den Herbstferien wieder so wirklich kann für weitere Untersuchungen. Bin ja gespannt, was dann rauskommt. Möge Gott mir beistehen, so er denn existiert.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Sie isch aus Dütschland

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Diesen Satz habe ich über Pfingsten häufiger mal gehört. Da besuchte ich ein südliches Nachbarland von Deutschland. (Nein, nicht Österreich.)

Hinweg

Ich nahm Freitag (nach der Arbeit – was hat mich da geritten?) den Nachtzug nach Basel. Samstagmorgens kam ich da an und stieg in einen Zug Richtung Ostschweiz um. Besonders viel geschlafen habe ich dort leider nicht. Ansonsten kann ich noch anmerken, dass ich den Zug von Basel Richtung Ostschweiz viel cooler fand als den vorherigen. Warum? Panoramafenster.

Was anders ist als in Deutschland

Eine Menge. Zuvordest nenne ich mal: die Sprache! Selbst wenn Schweizer Hochdeutsch sprechen, ist doch einiges anders. Beispielsweise werden viele Gallizismen verwendet. Aber ich spreche ja Französisch, für mich ist das kein großes Problem. Was noch anders ist: Preise und Einkommen. In der Schweiz ist es durchaus möglich, als Paar von einem einzigen Gehalt zu leben, und dass Frühstückengehen dort 15 Franken und mehr kosten kann, juckt keinen. Die Züge sind weitgehend pünktlich, was ich super finde, das Sozialverhalten ist ein deutlich anderes – und das Essen dort ist klasse. (Den Aufstrich einer gewissen Kakaomarke habe ich mir sogar mit nach Hause genommen.) Oh, und der Strom ist auch anders – wenn man Pech hat, passen die Stecker der deutschen Geräte nicht in die Schweizer Dosen…

Was ich so gesehen habe

In der Stadt, die ich besucht habe, steht eine reformierte Kirche, die mal purifiziert und dann wieder entpurifiziert wurde. Oben auf dem Kirchturm war ich auch. Ansonsten habe ich diese Stadt von noch weiter oben gesehen – und von dort auch den relativ nahen Bodensee.

Rückweg

Der Rückweg erfolgte am Dienstag, und zwar tagsüber. Ich fuhr nach Zürich, von Zürich in meine Heimatstadt und von dort in mein Heimatdorf. Cool war, dass es im Eurocity Steckdosen gab, und zwar Schweizer UND deutsche. An jedem Platz. Da kann sich die Deutsche Bahn mal ne Scheibe von abschneiden! Am Zürcher HB war ich total eingeschüchtert, weil er mir so schick vorkam. Am Bahnhof der Stadt, die ich besucht hatte, redeten die Kontrolleure miteinander Französisch, was mich etwas verwunderte, da ich ja in der deutschsprachigen Schweiz einstieg. Das Zugrestaurant war klasse, ich aß dort Tessiner Polenta mit Ratatouille, sehr zu empfehlen.

Alles in allem war das ein klasse Ausflug, ich danke meinen Gastgebern für ihre Gastfreundschaft und komme gerne wieder. (Wenn auch vielleicht mit dem Flugzeug, ein halber Tag im Zug schlaucht doch ganz schön…)

Grüezi von der Kitschautorin

Ich liebe diese Stadt, als ob sie mein Mädel wär

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Ich mag Berlin. Leider habe ich es letztes Jahr nicht geschafft, hinzufahren, aber als ich erfuhr, dass Postmodern Jukebox da spielen, kannte ich kein Halten mehr. Sowie ich wieder Geld auf dem Konto hatte, habe ich eine Konzertkarte gekauft. Und wo ich schon mal da war, habe ich auch noch ein paar andere Sachen gemacht. Aber der Reihe nach.

Postmodern Jukebox sind eine ziemlich coole Truppe, die auf Youtube aktiv ist und da moderne Pop- und Rocksongs meist swingig und jazzig nachspielt. Ich hatte mir immer mal vorgenommen, auf eins ihrer Konzerte zu gehen, was bislang dadurch erschwert wurde, dass die Leute aus den USA kommen. Aber aktuell touren sie durch Europa. Auch in Deutschland standen mehrere Stops auf dem Plan und da ich Freunde und Bekannte in Berlin habe (und die Stadt einfach immer einen Besuch wert ist), wurds dann der.

Nach einem kleinen Zwischenstopp im Hotel und bei einem ganz guten Italiener um die Ecke ging es los zum Konzert. Die Location war schon ziemlich cool und auf der Bühne haben Postmodern Jukebox eine Riesenparty gefeiert. Vom ganzen Mittanzen taten mir hinterher die Füße weh und ich war froh um meine Turnschuhe. Wer sich einen Eindruck von der Musik verschaffen will: Dies war die zweite Nummer, die beim Konzert gespielt wurde.

Die folgenden beiden Tage verbrachte ich u.a. mit Menschen aus dem so genannten *Anführungszeichengeste* Internetz. Ich besichtigte beispielsweise eine Ausstellung zur Nordsüd-S-Bahn. Am drolligsten fand ich ein Foto aus der Nazizeit, bei dem einem festlich geschmückten S-Bahn-Zug lauter Leute den Hitlergruß machten. Letzten Sonntag war ich dann im Berliner Zoo und schaffte es endlich, die Pandas zu sehen. Das war cool, auch wenn die beiden nur dasaßen und Bambus gefressen haben.

Nach dem zoologischen Besuch machte ich mich dann auf Richtung Hohenschönhausen. Ich hatte mir immer mal vorgenommen, die Gedenkstätte des ehemaligen Stasigefängnisses zu besichtigen. Es war dort sehr bedrückend. Man hat uns erzählt, wie die Gefangenen gefoltert wurden. Die Haftbedingungen. Die Zellen hat man uns gezeigt. Und dem Einführungsfilm war zu entnehmen, dass die Verantwortlichen nach der Wende dafür kaum belangt wurden. Es war so bitter.

Als ich aus der Gedenkstätte rausging, freute ich mich, dass ich das einfach so konnte im Gegensatz zu den ganzen Gefängnisinsassen. Ich ging zurück zur Straßenbahn, setzte mich dann in eine S-Bahn, eine Regionalbahn, einen ICE, einen IC und einen RE. Dann war ich wieder daheim. Mal sehen, wann ich wieder nach Berlin fahre.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Fastentagebuch, Teil 1

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Ich habe keine Ahnung, ob es jemanden interessiert, möchte es aber trotzdem teilen, und daher gibt’s jetzt den ersten Teil meines Fastentagebuchs. Vorbemerkung: Ich verzichte derzeit auf Nudeln, Brot und Pizza, versuche, nur einmal am Tag warm zu essen, und außerdem drei Mal in der Woche Sport zu treiben.

Aschermittwoch, Tag 1

11:39 h

Bis jetzt fühle ich mich eigentlich ganz gut. Habe zwei Bananen und eine Mandarine gegessen. Bin leicht hungrig, aber es geht. Bin gespannt, wie es sich den Rest des Tages entwickelt.

13:58 h

Leichtes Hungergefühl. Aber es ist erträglich. Vorhin gab’s für mich ’nen Apfelschnitz. Zu Hause habe ich noch ganz viele Äpfel. Wenn sie mir pur über sind, kann ich ja einfach Apfelkuchen draus machen. Der gestern im Lehrerzimmer war echt lecker. Da waren auch Walnüsse drin. Davon hab ich zu Hause auch noch ganz, ganz viele. Ich hab noch ’ne Mandarine übrig. Und ’nen Teebeutel…

15:53 h

Verdammte Essensgerüche am Bahnhof. Ich bin umso frustrierter, weil mein Zug mindestens 15 Minuten Verspätung hat. Hab frustriert meine Mandarine gegessen. Und den Hustensaft zu mir genommen. Ich hätte sehr gerne die ganze Flasche gekippt. Und ich frage mich gerade, ob es irgendeine Vorspeise bei meinem Lieblingsitaliener geben wird, die meinen Fastenregeln nicht widerspricht.

15:58 h

Es gibt hier einen Fressladen namens „Hüftgold“. Das finde ich lustig. Vielleicht esse ich da an einem Tag, an dem ich dann abends nicht warm essen werde. Ich finde übrigens gut, dass mein Mann mich unterstützt, indem er mir das ganze Obst gekauft hat.

Donnerstag, 15. Februar, Tag 2

08:10 h

Gestern war’s beim Italiener sehr lecker. Nur dass die Vorspeisen grundsätzlich mit Brot serviert werden, ist trotzdem doof. Habe dann keine Vorspeise bestellt wie sonst üblich.

Freitag, 16. Februar, Tag 3

07:44 h

Wie ich mich einfach nur nach einem Brot sehne.

10:08 h

Was esse ich eigentlich heute Abend? Da fällt mir ein, ich wollte meinen Mann ja zum Essen einladen.

12:07 h

Vorhin im Lehrerzimmer Süßigkeiten genascht und der Mutter des Schulleiters (die auch an der Schule arbeitet) dabei zugehört, wie sie sich für die Prügelstrafe begeisterte…

Montag, 19. Februar, Tag 6

09:30 h

Ich komme ganz gut klar. Am Wochenende waren wir beim Griechen. Das Vorspeisenbrot mussten dann halt meine Freunde essen. Am Sonntag in der Bäckerei gab’s Brötchen. Das habe ich nicht als Brot gezählt.^^ Außerdem habe ich ein neues Gericht kreiert: Spam-Ei-Salat.^^

12:48 h

Ich habe Hunger. Ich habe noch eine Banane. Aber eigentlich sollte ich die nicht vor zwei essen…

Dienstag, 20. Februar, Tag 7

06:56 h

Die Banane liegt immer noch in meiner Frühstücksdose. Zusammen mit einer neuen Banane. Und wer hat gestern eigentlich eine Frischekiste in den Mitarbeiterraum gestellt? (Anmerkung: Den Kindern wird an ein paar Tagen in der Woche Obst und Gemüse von einem örtlichen Händler geliefert, damit sie ab und zu auch mal was Gesundes essen. Das kriegen sie zu Hause nämlich meist nicht.)

07:21 h

Warum hasse ich Kaffee, aber mag den Geruch davon total? (Anmerkung: Auf dem Weg zur Arbeit muss ich an einer großen Fabrik eines bekannten Kaffee-, äh, -fabrikanten vorbei.)

10:50 h

Wie ich einfach nur in die Laugenstange meines Schützlings beißen will.

14:33 h

Die Kinder haben derzeit ein Zirkusprojekt und das Lamagehege, an dem sich mein Schützling häufig aufhält, ist direkt neben der Mensa. Als ich da stand, roch es also laufend nach Fleisch. Ätzend.

Mittwoch, 21. Februar, Tag 8

10:25 h

Nüsse mitzunehmen, war ’ne ganz gute Idee.

Donnerstag, 22. Februar, Tag 9

08:36 h

Ich habe großen Hunger, weil ich noch nicht zum Essen kam. (Das ist kein Fastenzeit-Problem, sondern ein generelles.) Normalerweise esse ich halt gegen 8 Frühstück oder kurz vorher oder nachher. Aber beim aktuellen Job ist das nicht so einfach; um 8 ist Unterrichtsbeginn und ich bin meistens bis dahin noch unterwegs. Und bis zur Frühstückspause um 09:15 h zu warten, ist auch hart. Und warum hat Winzlings Mutter eigentlich die Geburtstagsdonuts vorbeigebracht, obwohl er krank ist?

Montag, 26. Februar, Tag 13

08:44 h

An die Sportregel halte ich mich bis jetzt nicht so wirklich. Allerdings ist meine Bronchitis jetzt kuriert, vielleicht klappt es ja jetzt. Außerdem muss ich dringend mal was für’s Frühstück kaufen… Am Sonntag werde ich mit Charlie Waffeln machen. Ich hab ihm schon gesagt: „Das ist ja toll für meine ‚Nur-einmal-am-Tag-warm‘-Regel.“ Woraufhin er meinte: „Sonntage sind ja keine Fastentage.“ Ich bin froh, dass ich einen katholischen Freund habe, der sich mit so was auskennt. (Falls du das liest: Nein, ich bin nicht nur deswegen froh über dich.^^)

09:00 h

Ich muss ja gestehen, dass ich nicht aus religiösen Gründen faste, sondern in der Hoffnung, dass mein Körper dann gesünder lebt und vielleicht sogar etwas besser aussieht. (Vermessen, ich weiß.) Trotzdem mache ich es jetzt. Ich bin ja gläubig, außerdem erleichtert es die Sache etwas – ich bin ja bei weitem nicht die Einzige. Ich kenne Leute, die auf Süßigkeiten verzichten. Oder von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang generell auf Essen. Könnte ich beides nie… echt Props an die Leute.^^

12:08 h

Eine der Lehrerinnen hatte Geburtstag, das war meine Rettung. Dank Butterkuchen habe ich bis zur Mittagspause durchgehalten. Da hatte ich dann ein belegtes Brötchen gegessen; die Quarkbällchen sind noch in meiner Tasche. Nach Feierabend freue ich mich sicher drüber.

Dienstag, 27. Februar, Tag 14

08:56 h

Ich bin noch komplett nüchtern, erster Hunger regt sich, aber ich hab diesmal ja was dabei. Heute Abend will ich schwimmen. Mal gucken, was ich da esse. Könnte ja dasselbe sein wie gestern, das war ganz nice (Reis mit Tomaten-Koriander-Raita). Müsste nur mehr von der Raita machen.^^ Hmm, Essen.

12:03 h

Hab Cashews intus und noch immer keine Idee, was ich essen soll heute Abend.

14:05 h

Noch mehr Nüsse. Ich will Nudeln, aaaaargh!

14:28 h

Vergesst die Nudeln, ich will mich betrinken. Würde ja sogar gehen, müsste ich nicht noch fahren.

Mittwoch, 28. Februar, Tag 15

08:12 h

Hab die Cashews intus, die ich gestern nicht gegessen habe. Hab ’n paar getrocknete Tomaten dabei. Hab mich gestern nicht betrunken, stattdessen gab’s Reis mit Tomaten-Koriander-Raita und Schwimmen. (Sport! Yay!) Die Ausgeglichenheit, die ich beim Schwimmen immer erreiche, ging trotzdem irgendwann flöten. Heute Abend ist Teamsitzung. Jede Wette schaffe ich es heute nicht mehr zum Ju Jutsu… -_-

08:43 h

Hmm, Schokoriegel… Naja. Eine der pädagogischen Mitarbeiterinnen hat Kuchen mitgebracht. Ich hoffe nur, in der Pause ist noch was übrig… Ein leichtes Hungergefühl macht sich breit. (Anmerkung: War es natürlich nicht.)

12:51 h

Getrocknete Tomaten (ganz nice) und ’ne halbe Kiwi aus der Frischekiste (sehr nice). Übrigens will mein Trainer Ju Jutsu aufgrund von Wetter absagen. Yeh.

Donnerstag, 1. März, Tag 16

12:54 h

Das Ju Jutsu fand gestern tatsächlich nicht statt. (Vielleicht gehe ich ja dann heute zum Fitti, haha!) Und getrocknete Tomaten esse ich nie wieder. Mir ist (vermutlich davon) gestern noch schlecht geworden. Und als ich heute Morgen mein Chiabrötchen aß, kam das Übelkeitsgefühl kurzzeitig wieder – Tomatensoße… Derzeit bin ich wieder leicht hungrig, aber das Chiabrötchen hat echt lange angehalten. Gleich wird’s noch Obst geben… und Muffins.

Dienstag, 6. März, Tag 21

09:07 h

Mkay. Was ist in den letzten Tagen so passiert. Ich bekam vorgestern sauleckere Waffeln. Mm, Waffeln… Merkt man, dass ich leichten Hunger habe?^^ Gleich gibt’s wieder Nüsse. Und ich hab meinen Mann gefragt, ob wir nach meinem Feierabend ins Fitti gehen. Ich muss verrückt sein.^^ Außerdem bin ich gespannt, ob das Ju Jutsu morgen stattfindet.

Mittwoch, 7. März, Tag 22

08:35 h

Wie gerne ich einfach mal wieder ein Brot essen würde… Oh Herr Jesus, wenn es dich denn gibt, steh mir bei…

Donnerstag, 8. März, Tag 23

09:06 h

Gestern nach dem eigentlichen Schultag noch ins nahegelegene Einkaufszentrum zu gehen, war ’ne Scheißidee. So viele leckere Lebensmittel, die ich alle nicht essen darf. Deswegen und weil mein Lunch irgendwann alle war, hatte ich die ganze Zeit Scheißhunger. Bis nach Hause habe ich nur durchgehalten, weil ich mir aus der Frischekiste eine Banane geklaut habe. Ein Hoch auf meinen Mann, der passend zu meinem Feierabend Pfannkuchen mit Speck gemacht hatte. Einer ist noch übrig, den esse ich gleich. Mmh. Der arme Charlie. Ich glaube, der hat gestern enorm viel von meinem omg-ich-will-dass-Ostern-ist-Gejammer abgekriegt. (Es tut mir leid!) Oh, und Ju Jutsu fiel gestern schon wieder aus. Erinnert mich daran, dass ich beim nächsten Mal frage, wann Judo stattfindet. (Shit, mir fällt gerade ein, dass ich heute ins Fitti wollte… wa-rum.)

12:03 h

Nach ’nem Tag wie heute könnte ich definitiv ’nen fetten Teller Nudeln gebrauchen.

14:34 h

Hier riecht es immer noch nach dem Tee, den sich die Erzieherin in der Mittagspause zubereitet hat. Und da der Keksaroma hat, hab ich jetzt Bock auf Kekse.

Freitag, 9. März, Tag 24

08:11 h

Die Fastenzeit war ’ne Scheißidee. Ich will einfach nur Brot und Nudeln. Es fehlt mir so sehr, dass ich gestern zum Reis Nudelsoße und Emmentaler gegessen habe. Ich will einfach nur Teigwaren! Waaah! Wenigstens geht es heute Abend wieder zum Griechen, das ist so lecker…

08:17 h

Mein armer Ehemann. Der wird heute Abend das ganze Vorspeisenbrot aufessen müssen.

09:05 h

Ich darf nicht so viel über Essen nachdenken. Ansonsten ist mein Leben nämlich ganz schön. Das mit mehr Sport in der Woche gefällt mir ganz gut. Mal sehen, wie häufig ich dann nach Ostern schaffe…

12:23 h

Gojibeeren sind ziemlich nice. Die Kinder wollten auch davon probieren. Vorhin war dann noch Verabschiedung der netten Praktikantin. Sie hat Schoko-Bananen-Muffins mitgebracht. Sehr lecker. Ich freue mich auf den Griechen… Dolmadakia mit Tzatziki… ❤ ❤ ❤