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Geschützt: Ausflüge

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Berlin, Berlin, ich fuhr schon wieder nach Berlin

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Als unfreiwilliges Dorfkind liebe ich große Städte. Darüber hinaus begibt es sich, dass ich Freunde in großen Städten habe. Da liegt es ja irgendwie nahe, dass man mal in diese großen Städte fährt. Von meinem letzten Ausflug möchte ich jetzt erzählen.

Die Anreise

Man möchte sich ja auch mal was gönnen, also fuhr ich ab der nächstgrößeren Stadt mit ICEs Richtung Berlin. Ich probierte zum ersten Mal Handytickets aus und musste keine Angst haben, dass die wegen leerem Akku nicht angezeigt werden können – im ICE ist ja an jedem Platz eine Steckdose. Es funktionierte alles ganz gut, nur dass ich mich wunderte, warum meine Reservierung im „Familienbereich“ lag. Ich teilte mir den Vierer mit einer kleinen Familie, bestehend aus einem lebhaften Mädchen, der sich kümmernden Mutter und dem sich hinter englischer Literatur versteckenden Vater. Mit 20 Minuten Verspätung kam ich in Spandau an.

Ich hatte mir auf Google Maps angesehen, wo das Hotel liegt, rechnete aber nicht damit, dass ich im Dunkeln durch eine kaum beleuchtete Straße laufen musste. Rechts von mir ein Autobahnzubringer, links ein Friedhof. Und das, wo ich ein Schisser vor dem Herrn bin. Ich schaffte es aber, unversehrt im Hotel anzukommen.

Das Hotel

Es zeigte sich, dass ich Hotelbeschreibungen immer ganz genau lesen sollte. Bei der Ankunft stellte ich nämlich fest, dass ich eine Zimmerkategorie mit Etagenbad und -klo gebucht hatte. Ich wusste gar nicht, dass das in einem Dreisternehotel überhaupt möglich ist. Nun gut, wieder was dazugelernt.

Als ich dann merkte, dass das so genannte Restaurant nur für Frühstück und die Bar alles andere als einladend war, entschied ich mich, dass ich nicht mehr Zeit als nötig im Hotel verbringe. Abendessen gab es in der Stadt (siehe unten). Nach ein paar Cartoons im Fernsehen bettete ich mich auch schon zur Ruhe. Naja, zur kaum vorhandenen Ruhe. Die Fenster ließen sich nicht wirklich abdunkeln, also hatte ich das ganze schöne Licht von der A100 im Zimmer. Und laut war’s stellenweise auch.

Minimal erholt ging ich zum Frühstücksbuffet, um zu merken, dass dort anscheinend gelegentlich Taschendiebe unterwegs sind. (Mir wurde nichts geklaut, ich habe nur die Warnschilder gesehen.) Der Feta vom Buffet war anscheinend schlecht. Nun denn, wie gesagt, ich wollte dort eh nicht mehr Zeit als nötig verbringen, ich habe also schnell ausgecheckt. Wer demnächst vorhat, in Berlin zu übernachten, dem nenne ich auf Anfrage gern den Namen des Hotels, damit er dort nicht nächtigen muss.

Die Gastronomie

Ich konsultierte Google Maps, um zu schauen, wo es in Hotelnähe etwas Gutes zu futtern gibt. Italienisch mochte ich ja schon immer gern, also gewann letztlich der in Hotelnähe befindliche Italiener (auch hier gilt, dass ich auf Anfrage gern den Restaurantnamen nenne). Ich genoss eine exzellente Tomatencremesuppe und total leckere Makkaroni mit Rinderfiletstückchen. (Und einen Gratis-Amaretto.)

Die Stadt

Nach der Flucht aus dem Hotel beschloss ich, mir in meiner knapp bemessenen Zeit zumindest noch eine Sehenswürdigkeit anzusehen. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche kannte ich schon, nicht aber den nebenstehenden Neubau. Und genau den sah ich mir an. Ich bin normalerweise nicht so für moderne Kirchen, die hier hatte mir aber wirklich gut gefallen.

Spaß in der Stadt

Ich wollte am Alex einen Freund treffen. Ich war schon x Mal da und ich war sogar pünktlich, lief aber wegen der ganzen Buden trotzdem wie ein Eumel über den Platz. Nun gut, schlussendlich fand man sich… um zu merken, dass der Weihnachtsmarkt anscheinend erst ab 12 langsam zum Leben erwacht. War aber auch ein Erlebnis, mitten am Tag in einer belebten Stadt über einen ausgestorbenen Weihnachtsmarkt zu laufen.

Wir unternahmen Krams (TM) und hatten wirklich viel Spaß, unter anderem fand ich eine wirklich sehr wertvolle Zeitschrift mit dem Titel „Beef“ und wir merkten, dass gewisse Jugendzeitschriften… auch nicht weniger hirnlos sind als früher.

Die Abreise

Wir hatten uns so verquatscht, dass es am Ende verflucht knapp wurde mit dem Zug. (Dass ich nicht gesagt habe, dass ich meinen Koffer am Alex wieder abholen muss, könnte auch eine Rolle gespielt haben.) Hätte ich nicht meinen Freund dabeigehabt, der mir sagt, wie ich schnell von A nach B komme, hätte ich meinen ICE wohl verpasst. Ich hatte eine Reservierung und steige dann normalerweise auch in dem Wagen ein, wo sie ist, aber das wäre dann auch zu knapp geworden. Also war ich der Eumel, der den Verkehr im Gang aufhält.

Die Rückfahrt an sich verlief sehr unspektakulär. Neben mir saß ein sehr netter älterer Herr, der ein Buch „Quantenphysik und Spiritualität“ oder so ähnlich las. Ähm, okay.

Alles in allem war es klasse und ich hoffe, dass ich meine Großstadtvergnügungssucht bald wieder befriedigen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Geschützt: Auslandsbericht

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12 von 12 mal anders, Teil 2

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Mit freundlichen Grüßen

Die GIFKitschautorin

 

Da hat man sich grad mal an 2015 gewöhnt

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und schon ist es wieder vorbei. Hier der Rückblick.

1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

8. Großer Scheiß und richtig tolle Sachen.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich geblieben, würde ich sagen.

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Bis Oktober extrem wenig, danach bekam ich Arbeit und es wurde mehr.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Besser.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Ein Wort: Fahrschule.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” wurde ein Buch von Nadia Bolz-Weber verlost und ich habe es gewonnen. Und ich habe eine „Tubeclash“-BluRay gewonnen. (Dabei habe ich nicht mal einen BluRay-Spieler.)

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Unentschieden…

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Stresskopfschmerzen und die Flitterwochenkrankheit.

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Ersteres.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Ähm… zählt Extremchillen?

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Mit Absatzschuhen auf eine Silvesterparty zu gehen.

14.   Die teuerste Anschaffung?

Nicht sicher. Bestimmt aber irgendwas für die neue Wohnung.

15.   Das leckerste Essen?

Das müssen Mamas Weihnachtsschinken und die Kartoffelsuppe von meinem Mann und mir untereinander ausmachen.

16.   Das beeindruckendste Buch?

„Orange is the new black“ von Piper Kerman.

17.   Der ergreifendste Film?

Ich habe dieses Jahr nicht besonders viele Filme gesehen. Ich glaube, diese Trophäe geht an „Spectre“, weil er so spannend war.

18.   Die beste CD?

„Russendisko Hits 2“.

19.   Das schönste Konzert?

Ich war dieses Jahr auf keinem Konzert.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

22.   Zum ersten Mal getan?

Internet bestellt. Eine Abschlussarbeit geschrieben. Bei einer wichtigen Prüfung durchgefallen (und das gleich zwei Mal). In Bochum gewesen. Nicht jugendfreie Dinge. Auto gefahren. Standesamtlich geheiratet (und das hoffentlich auch zum letzten Mal). Paintball gespielt (das sicher nicht zum letzten Mal). Ein wissenschaftliches Interview geführt.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

In einem Dorf gewohnt. In Polen gewesen. Eine Herrentoilette aufgesucht. Meine alte Schule besucht. Ein ehemaliges KZ besucht.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit Vodafone. Stress mit der Nachbarin. Stress mit Freunden. Spam (on- und offline). Stress durch Nazis. Religiöse Intoleranz. Fremdenfeindlichkeit im Allgemeinen. Knapp vier Monate ohne Küche. Betrunkene Fußballfans. Stutenbissigkeit. Bürokratie. Freipinkelnde Idioten. Stress mit Verwandten. Ein kaputtes Lenkradschloss. Gewisse Paketzusteller (ja, ich meine euch, Hermes). Unfähige Kassiererinnen. Faule Beamte. Einen kaputten Computer beim TÜV. Nervosität. Ewig lange Arbeitssuche. Leute, die mit mir spielen.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Einen Kurzurlaub.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Essen natürlich.

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ja, ich will.“

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Ich glaube, siehe Frage 28.

30.   Dein Wort des Jahres?

Hochzeit.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Nachbarin.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

„Nachrichten vom Abgrund der menschlichen Dummheit“.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

https://kitschautorin.wordpress.com/2015/01/01/2015-yeh/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2015

Die Kitschautorin

Vielleicht noch ein schöner Abend

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Ich habe die Kursteilnehmer, deren Unterkunft gebrannt hat, noch am Freitagabend besucht. Und es war trotz aller Schwierigkeiten noch ein recht schöner Abend. Ich habe den ersten Tee meines Lebens bekommen, der mir wirklich geschmeckt hat. Sie verstehen ja nicht so gut Deutsch, sie haben mir aber die Packungen gezeigt. Es stellte sich heraus, es war Schwarztee… mit Zimt. Zimt! Das ist also das Geheimnis.

Sie haben mir gezeigt, was sie sich gerne im deutschen Fernsehen ansehen. Es sind viele Cartoons dabei, von Disney und so. Und einer hat mir gezeigt, was er früher in Syrien gearbeitet hat. Seifenherstellung.

Als ich sagte, dass ich nach Hause müsse wegen Hunger, lud man mich wild gestikulierend dazu ein, doch dazubleiben. Ich bekam so leckeres Essen, dass ich sagte, beim nächsten Mal bringe ich meinen Mann mit. (Reis mit Kartoffeln, Sultaninen und Hähnchen, Hummus mit wahnwitzig viel Knoblauch, Tomaten-Gurken-Minze-Salat und ein Tomatengericht, dessen Namen ich leider vergessen habe.) Man hat mir dann noch was mitgegeben, damit er es auch mal probieren kann. Und die Jungs sind so unglaublich höflich, haben mich durch alle Türen zuerst gehen lassen und mir das Essen nach draußen getragen zum Fahrrad. Man hat mir sogar angeboten, mich noch nach Hause zu bringen, das habe ich dann aber abgelehnt.

Wir hatten wirklich gute Gespräche. Teilweise hat der Besuch (noch so eine tolle Sache, die bekamen unglaublich viel Besuch) gedolmetscht, aber als der weg war, ging es trotzdem gut. Was ihr Deutsch nicht kann, erledigen Gesten. Man braucht gar nicht so viel.

Viele Leute, denen ich von meiner Arbeit erzählt habe, fragten, ob es denn mit den Teilnehmern keine Berührungsängste gebe, meine Kollegin und ich seien doch schließlich Frauen. Da kann ich nur sagen: ist überhaupt nicht so. Es sind zwei Ehepaare im Kurs, die anderen hören uns zu, lernen mit uns und man gibt uns sogar die Hand. Von der Gastfreundschaft der Jungs bin ich jedenfalls begeistert und werde sie sicher noch mal besuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nachtrag 29. November 2020: Bitte unterstützt dieses Projekt.

Geschützt: My big fat German wedding

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Geschützt: Eine Hochzeit, die ist lustig, eine Hochzeit, die ist schön

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Krümelmonster, Teil 13

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Ich hatte einfach keine Lust mehr. Erst passierte mir die Sache mit Lea, dann ließ Hannes mich einfach links liegen, obwohl wir so eine schöne Nacht miteinander verbracht hatten, und zu allem Überfluss verhielt sich Aurélie total ignorant, so, als wäre ihr nur ihr eigenes Leben etwas wert.

Ich rannte aus der Uni, vorbei an mich verwundert anstarrenden Studenten und sonstigen Unileuten. Es war mir egal, was sie dachten. An der Straße hielt ich einmal kurz inne, weil ich überlegen musste, wo ich hinwollte. Wo wollte ich eigentlich hin? Das wusste ich nicht. Ich bog einmal in die der Sonne entgegengesetzte Richtung ab. Rechts, geradeaus, rechts, links, die Weihnachtslichter passierend. So dunkel war es doch noch gar nicht, wieso leuchteten all die Lichterketten bereits?

Stromverschwendung. Ich lief über einige Brücken und spürte die brennenden Blicke der Leute, die in den Straßen herumliefen. Konnten die sich nicht um ihre eigenen Leben kümmern? Es ging sie nichts an, was mir gerade passierte!

Die Luft war kalt und brachte meine Lungen fast zum Platzen, doch das bekam ich gar nicht richtig mit. Zu wütend war ich über diese ganze Situation. Warum musste immer mir so etwas passieren? Hatte ich mich irgendwie falsch verhalten? Ich war mir keines Fehlers bewusst, der den da oben im Himmel, wenn es ihn denn wirklich gab, irgendwie verärgert haben könnte. Ich wünschte mir, dass Lea wieder aus dem Krankenhaus käme, sie sich entscheiden würde, was das Baby betraf, Hannes mich endlich wieder wahrnehmen würde, und Aurélie endlich zur Vernunft käme, und wusste gleichzeitig, dass all das nie geschehen würde. Diese Zicke von zweitbester Freundin würde es niemals auf die Reihe kriegen mit Freddy und den anderen und selbst wenn meine Schwester bald aus dem Krankenhaus herauskäme, sie würde die Entscheidung bis zum letzten Moment hinauszögern. Und für den Mann, in dessen Armen ich vorletzte Nacht zum ersten Mal das Paradies erlebt hatte, würde ich auf ewig ein Niemand bleiben. Nur ein weiteres Häkchen in der Liste der von ihm vernaschten Frauen.

Ich fühlte mich wie eine Idiotin. Deutlich hörte ich Annas Worte im Ohr. Pass bloß auf, dass du dich nicht in den Typen verliebst. Der ist der reinste Fraueneroberer. Das hatte mich da nicht interessiert. Hätte es aber wohl sollen. Ich hatte doch an Lea gesehen, was passierte, wenn ein Pärchen im Feuer der Leidenschaft seine Selbstkontrolle verlor. Zwar war ich nicht schwanger (wir hatten ja zweifach verhütet, Pille und Lümmeltüte), aber dennoch war ich ein emotionales Wrack.

Ich lief weiter. Eine alte Oma saß auf einer Parkbank und fütterte Tauben. Sie rief: „Wenn Sie sich beeilen, kriegen Sie den Zug noch!“

Den Zug? Da sah ich das Hauptbahnhofsgebäude vor mir auftauchen. Ich steuerte es hastig an, ich wusste gar nicht mehr richtig, was ich tat. Ich lief einfach hoch zu den Gleisen und setzte mich in den erstbesten Zug. Hauptsache weg aus dieser Stadt.

Ich wollte hier nicht mehr bleiben. Mir war hier irgendwie zu viel Nervenaufreibendes passiert. Es war mir auch egal, wohin dieser Zug fuhr. Hauptsache, er fuhr mich aus dieser Stadt weg.

„Guten Tag, die Fahrkarten bitte!“, hörte ich auf einmal eine Stimme.

Da war ich wieder bei vollem Bewusstsein. Verdammt! Auch das noch! In welchem Zug war ich? Ich musste ganz schnell hier raus. Ich sah mich um. Es war ein Regionalzug.

„Dieser Zug, wohin fährt der?“, fragte ich eine Mitreisende. Die ältere Dame nannte den Namen einer mir unbekannten Stadt. „Und über welche Städte fährt dieser Zug?“, wollte ich wissen. „Über Wetzlar zum Beispiel, da muss ich hin.“

Wetzlar? Moment mal, hatte ich, ohne es zu wissen, den Zug nach Hause genommen? Wie konnte ich so etwas nicht wissen? Ich war höchst verwirrt und gleichzeitig total erleichtert. Mein Semesterticket galt bis dorthin noch und so reichte ich es dem mittlerweile bei uns angekommenen Kontrolleur, zusammen mit meinem Personalausweis. Der Kontrolleur bedankte sich und ging weiter.

„Sind Sie etwa in den falschen Zug gestiegen?“, fragte mich meine ältliche Sitznachbarin. Verwundert ob ihrer unerwarteten Ansprache zuckte ich zusammen. „Neinnein“, antwortete ich schnell, „ich bin hier richtig.“ Dann sah ich aus dem Fenster und betrachtete nachdenklich die vorbeiziehenden Häuser.

Nach knapp einer Stunde stieg ich in meiner Heimatstadt aus dem Zug. Der Schnee lag dick auf den Wegen und knirschte unter meinen Stiefeln, als ich langsam nach Hause ging. Es sah hier ganz anders aus und doch so vertraut. Ich lief durch die Hauptstraße und die Siedlung, vorbei am Metzger, einem Blumenladen und der Praxis meiner Mutter, die sich nur ein paar hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt an einer Kreuzung befand. Ich bog in meine Straße ein.

Auf einmal ertönte laut Musik. They will not force us, they will stop degrading us… Das war mein Handy! Verwundert drückte ich auf die Annahmetaste.

„Hallo?“

„Hallo, Sara, hier ist deine Oma!“

„Oh, hallo, Oma…“

„Na, wie geht es dir?“

„Ganz gut…“

„Ganz gut?“ Oma lachte herzhaft. „Na, das klingt ja sehr begeistert. Was machst du denn gerade? Hast du Stress mit der Uni?“

„Naja, es geht, das Politikseminar ist jetzt vorbei, ich war gerade arbeiten…“

„Na dann. Aber pass auf, dass du immer schön lernst, damit du auch gute Noten kriegst.“ Ja, das war die alte Oma. „Wo bist du denn gerade?“

„Naja…“ Ich überlegte, was ich antworten sollte. „Eigentlich bin ich kurz vorm Haus…“

„Wie, vorm Studentenwohnheim?“

„Nein, guck mal aus dem Fenster…“

Ich sah zirka fünfzig Meter entfernt, wie Oma die Vorhänge zur Seite zog und aus dem Fenster blickte.

„Na, dann komm mal schnell her, Telefonieren zum Handy ist ja teuer!“

„Okay, bis gleich.“

„Ja, tschüss!“ Ich legte auf und ging schnell zur Tür. Dort drückte ich auf die Klingel.

Oma machte auf. Mama stand neben ihr. „Hallo, Sara, na? Schön, dass du wieder hier bist!“ Sie umarmten mich beide.

Ich trat ins Haus und legte meine Kleidung ab. Mir stieg ein wunderbarer Geruch in die Nase. Ich schnupperte. „Ist das etwa dein berühmter Apfelkuchen?“

„Nein, heute habe ich den gekauft, weil ich heute etwas früher zum Sport muss“, erklärte Oma. „Ist das schlimm?“

Ja. „Nein, das ist schon in Ordnung. Ich hab sowieso nicht so viel Hunger.“

Wir setzten uns aufs Sofa.

„Ist alles mit dir in Ordnung? Du siehst so blass aus.“

„Nein“, versicherte ich meiner Mutter. „Ich bin nur noch etwas müde von der Arbeit. Es war heute ziemlich anstrengend.“ Das war nicht mal gelogen.

Geschützt: Wurst mit Gesicht

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