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500 Ideen

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Vor ein paar Jahren habe ich ein wunderbares Buch gekauft. Es trägt den Titel „500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern“, wurde von Shary Reeves, Jan Hofer (ja, der Tagesschau-Moderator) und Dieter Kronzucker (ja, der Journalist) herausgegeben, und zu einigen dieser Ideen will ich jetzt ein bisschen was aufschreiben.

Idee 11 – Zu cool für Müll

Bevor ich diese Idee gelesen hatte, hatte ich Eis immer nur im Becher bestellt, weil ich die Waffel nicht mochte. Aber jetzt bestelle ich mein Kugeleis nur noch mit Waffel – und sie schmeckt mir komischerweise sogar seitdem!

Idee 21 – Beim China-Imbiss Bäume retten

Ich hatte eigentlich nie viel asiatisch gegessen, bis ich freie Mitarbeiterin bei einem Radiosender wurde – und die bestellten sich dauernd was zum Mitnehmen beim Chinesen um die Ecke. Weil mir das Plastikbesteck da auf die Nerven ging, habe ich mir irgendwann wunderschöne Essstäbchen gekauft.

Idee 50 – Lehrer loben (beigesteuert von Prof. Dr. rer. nat. habil. Astrid Beckmann)

Der Frau, die in der ersten und zweiten Klasse meine Klassenlehrerin war, habe ich einen Brief geschickt, in der ich ihr erklärt habe, was für eine tolle Lehrerin sie mir war. Geantwortet hat sie bis jetzt noch nicht, aber vielleicht kommt das noch. Ansonsten war ich vor zweieinhalb Monaten auf dem Schulfest meines alten Gymnasiums. Was ich gegenüber meiner Lehrerin aus der Neunten und Zehnten nach zwei Cola-Rum herausgekriegt habe, war: „Sie sind cool!“ Was ich eigentlich damit sagen wollte, war „danke, dass Sie sich für mich eingesetzt haben“. Und das hat sie. Sie hat einem Mädchen, das keine Freunde in der Klasse hatte, gesagt, dass es toll ist, weil es so intelligent ist. Und sie hat sich dafür eingesetzt, dass dieses Mädchen nicht sitzenbleibt, weil es sich so hängen ließ.

Idee 63 – Nicht für die Schule, sondern für das Leben (beigesteuert von Lisa Bund)

Wenn ich irgendwo Müll auf dem Boden sehe, nehme ich ihn nicht jedes Mal mit – grundsätzlich sollte jeder seinen Müll selbst entsorgen. Eine Ausnahme mache ich aber: wenn der Müll so liegt, dass jemand darauf ausrutschen könnte. Ich bin auf der Kölner Domplatte mal auf einem Flyer ausgerutscht und habe mir den Fuß verknackst. Das sollte keinem anderen passieren.

Idee 67 – Behinderte Kinder in normale Schulen integrieren (beigesteuert von Andrea Nahles)

Mein ganzer Beruf dreht sich darum. Eine wichtige und sinnvolle Arbeit. Man sollte behinderten Menschen alle Chancen zukommen lassen. Umso wütender macht es mich, wenn man immer wieder versucht, meiner Profession die Relevanz abzusprechen.

Idee 107 – Schönen guten Tag noch (beigesteuert von Katharina Gast)

Meine Mutter hat fast zwanzig Jahre lang als Verkäuferin gearbeitet, ich habe Verkäuferinnen im Freundeskreis. Sie freu(t)en sich sehr, wenn die Kunden nicht bloß muffig, sondern auch etwas freundlich waren. Verbessert(e) ihren Tag.

Idee 117 – Offenheit statt Angst (beigesteuert von Hülya Özkan)

Mein Leben ist definitiv besser geworden, seit ich weiß, wie gastfreundlich Syrer sind. Oder wie gut Iraner kochen können. Oder wie sie über ihre Heimat denken. Oder wie man auf Persisch fragt, wie es einem geht (und antwortet).

Idee 125 – Lachen hilft (beigesteuert von Kester Schlenz)

Natürlich gibt es Dinge, gegen die können Witze nichts ausrichten, aber ich glaube, ein guter Freund von mir hat sich schon gefreut, als ich mich am Telefon mit einer total dummen Ansage meldete und das Ganze ein paar Minuten lang aufrechterhielt. Den Arbeitsstress schien er hinterher nicht mehr ganz so schlimm zu finden. Und ich denke, an jenem einen Tag DDR-Witze nachzuschlagen, war auch besser für mich, als mir weiter Sorgen über diverse Dinge zu machen.

Idee 127 – Sei wirkungsstark wie ein kleiner Vulkan (beigesteuert von Gerlis Zillgens)

Als ich im Unichor sang, starrte ich monatelang immer wieder auf den Nacken eines hübschen Mädels, die dort ein Tattoo trug. Motiv: ein Herz mit integriertem Gleichheitszeichen und dem Wort „equality“. Irgendwann nahm ich all meinen Mut zusammen und sagte ihr nach der Probe, wie cool ich ihr Tattoo fände. Das Strahlen, als sie danke sagte, wars definitiv wert.

Idee 129 – Rechtzeitig umdenken

Gesine Schwan rät: „Versuche, in jedem Gegner den möglichen Partner zu entdecken.“ Als ich das las, musste ich an eine Geschichte von vor ein paar Jahren denken. Ich führte im mittlerweile leider geschlossenen sozialen Netzwerk Neon.de eine erbitterte Diskussion mit jemandem, der eine gleichgeschlechtliche Ehe nicht Ehe nennen wollte. Dieser Mann ist heute einer meiner besten Freunde.

Idee 163 – Kavalier sein (beigesteuert von Marc Dumitru)

Irgendein Abend während meiner Schwangerschaft, ich hatte was mit einem Freund unternommen und wollte danach mit Öffentlichen weiter zu meinen Schwiegereltern fahren. Er brachte mich zum Bahnhof, leider kamen wir etwas zu spät dort an. Aber anstatt mich dort allein eine knappe Stunde warten zu lassen, wartete er mit mir, bis der nächste Zug da war. Und als ich am Zielbahnhof ankam, holte mein Schwiegervater mich dort ab. Mit dem Auto. Damit ich die knapp fünfhundert Meter nicht selbst laufen musste.

Idee 240 – Schnelle Frische

Das ist eine Idee, gegen die ich mal etwas sagen muss, als jemand, der jahrelang gemobbt wurde. Wenn mir jemand ein Minzbonbon anbietet, ist mein erster Gedanke nicht „oh, cool, nehm ich mal“, sondern „der will mir sagen, dass ich stinke“. Und dann habe ich Flashbacks. Ob jetzt ungerechtfertigt oder nicht.

Idee 241 – Echt bei sich selbst ankommen

Auch diese Idee überzeugt mich nicht hundertprozentig. Birgitta Weizenegger plädiert dafür, sich nicht in der virtuellen Welt zu verstecken. Sie selbst habe das lange gemacht, aber es habe sie nicht weitergebracht, im Gegenteil.

Dazu muss ich sagen: Wer im echten Leben jahrelang nur Ablehnung und Gegenwind erfahren hat, ist über das Internet sehr froh. Man kann dort relativ gefahrenlos Menschen kennen lernen, und das wiederum hat mir in der echten Welt sehr weitergeholfen.

Idee 487 – Lesen bringt Frieden

Eva Jung plädiert in Anlehnung auf ein Zitat von Mahatma Gandhi dafür, die Bibel zu lesen, denn dies habe Potenzial, die Welt wirklich zu verbessern. Ich bin zwar Christin, aber ich denke auch, dass „meine“ heilige Schrift nicht automatisch dazu taugt, die Welt zu verbessern. Es kommt auf den Menschen an, der sie liest, und der nutzt sie vielleicht eher als Anlass für Kreuzzüge oder Homophobie.

Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Ab damit in die Kommentare.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Bewegende Geschichten und der Witz des Jahrtausends

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In der Uni bekomme ich immer wieder bewegende Geschichten mit, und sie sind nicht immer positiv. Vorletzten Mittwoch wurden wir durch die örtliche Synagoge geführt – von einer Frau mit zwei KZ-Überlebenden als Eltern. Die Frau hat als Lehrerin gearbeitet und irgendwann hatte sie mal einen Kollegen, der es witzig fand, dauernd mit dem Hitlergruß durch die Schule zu rennen. Sie ging zum Schulleiter, der antwortete: “Nehmen Sie das doch alles nicht so ernst.” Mir und noch einigen anderen Seminarteilnehmern fehlten die Worte.

Am Dienstagmorgen nahm ich an einer Sitzung zum Thema Vorurteile teil. Die Dozentin erzählte, dass kurz nach dem 11. September 2001 ein kleiner muslimischer Junge zu ihr kam, den sie damals unterrichtete, und fragte: “Ist denn jetzt zwischen uns auch Krieg?” Ich fand das so traurig.

Ein paar Stunden später musste ich aber wieder lachen: als ich in der Mensa saß. Bald wird der Studentenrat gewählt und so fand ich einen Flyer an meinem Tisch vor mit folgendem Zitat:

Du willst eine ideologiefreie Hochschulpolitik? […] Dann wähle am 5./6.02.14 die Junge Union Hochschulgruppe.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Schon wieder Einführungswoche

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Ich bin zwar jetzt schon im 3. Semester, aber weil man bei der Uni-Einführungsveranstaltung so viel Gratiszeugs abstauben kann, bin ich trotzdem hingegangen. Folgendes habe ich gekriegt:

– einen Block

– sechs Kulis

– sechs Postkarten (davon eine mit Wollfaden, die vom Studiengang “Textiles Gestalten” ausgegeben wurde und einen Witz zum Thema ‘rumspinnen’ enthielt)

– die aktuelle Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung plus Beilage “akademisches Viertel”

– zwei Bonbons

– siebzehn Tütchen mit Gummibärchen

– zwei Päckchen mit Klebezetteln

– einen Jackass-Einkaufschip

– eine Ausgabe des Magazins “Kino & Co.”

– diverse Flyer, Gutscheine und Infomaterialien

– fünf Luftballons

– zwei kleine Tuben Zahncreme

– zehn Aufkleber

– einen Schlüsselanhänger

– ein Minibuch “Meine Grundrechte in der Europäischen Union”

– ein Exemplar des Grundgesetzes

– einen Sattelschutz fürs Fahrrad

– einen biegsamen Bleistift

– ein Magazin namens “Coming out”

– eine Ausgabe des Magazins “OS.Nah”

– einen Stundenplan

– einen Studienplaner, der mir noch zugesandt wird, weil die AOK keine mehr am Stand hatte

– ein Taschenlämpchen

– drei Anstecker

– drei Stoffbeutel

– einen Keks

– einen Lolli

– ein Käppi

– eine winzige Tafel Schokolade

– einen Gratis-Sehtest (meine Dioptrienwerte haben sich nicht verändert, leider ist eine Hornhautverkrümmung dazugekommen)

– ein Smartphone-Reinigungsteil

– das Buch “Glaube im Kreuzverhör” von Lee Strobel

– ein Spielzeugauto aus Gummi

– ein Gratis-Rätsel auf einer Postkarte

– ein Päckchen Traubenzucker

– ein Lesezeichen

– ein Frisbee

– am Allerwichtigsten: ein Kondom Smiley mit geöffnetem Mund

Eines der Gummibärchen-Tütchen wurde mir vom Kerl in die Hand gedrückt, der euch bereits aus meinem Artikel “Demokratietheorien” bekannt sein dürfte (https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/09/demokratietheorien/). Ich begrüßte ihn mit “Na, was machstn hier Schönes?”. Er antwortete: “Gummibärchen verteilen.” Schon hatte ich noch ein Tütchen. Mir fiel auf, dass er mir keinen Junge-Union-Infozettel dazugegeben hatte. Offenbar weiß er, wo ich politisch stehe.

Später traf ich dann noch einen Freund, der Werbung für seinen Rollenspiel-Verein (http://www.rubicon-osnabrueck.de/) machte. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch:

– Du bist aber kein Erstsemester!

– Na und? Warst du letztes Jahr doch auch nicht!

– *Denkpause* Äääähm, ich hab aber nen neuen Studiengang angefangen.

Nachdem ich dieses ganze Gratiszeug abgestaubt hatte, staubte ich ordentlich zu, und zwar, als ich zusammen mit meinen Mitbewohnern unseren Kellerraum ausräumte. Von den aktuellen WG-Bewohnern stand kaum was drin, dafür haben Vorbewohner, die ich teilweise noch nicht einmal kennen gelernt habe, uns schön viel Arbeit gemacht mit dem ganzen Zeug, das sie da gelassen haben. Das Zeug fiel in zwei Kategorien:

– der letzte Müll (bspw. Abfall von McDonald’s)

– Sachen, die noch voll in Ordnung sind und wo einfach jemand zu faul war, es mitzunehmen

Aus der letzten Kategorie habe ich mir so einige Schätze gesichert. Ich frage mich aber immer noch, wie ein Buch zum Thema “Fruchtbarkeit der Frau für eine Schwangerschaft erhöhen” (oder so ähnlich) in diesen Kellerraum kam. Bis ich dort eingezogen bin, lebten nämlich nur Männer in der WG – und die dürften das nicht unbedingt bei ihren Partnerinnen angewandt haben.

Heute kommt noch ein Blogeintrag, der sich mit LGBT-Rechten beschäftigen wird. Und es wird ein ganz besonderer: er wird nämlich dreisprachig.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Voll schwul, ey

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Ich berichtete neulich schon einmal über ein Flugblatt aus der Mensa, auf dem es um ein Festival ging. Heute fiel mir erneut etwas dazu unter die Augen. Diesmal geht es um homophobe Äußerungen einer bestimmten Band auf dem Festival, die für Aufruhr sorgten. Leider steht auf dem Flugblatt überhaupt nicht drauf, was die Band denn genau gesagt hat. Man kann an Hand der Vorderseite des Flyers

SCHWUL SCHWUL SCHWUL… bleibt als Schimpfwort eine homophobe Äußerung! Auf dem Fairytale Festival ist das ok?

nur dunkel erahnen, dass es um die Verwendung des Wortes „schwul“ als Schimpfwort geht. Was ich sehr schlimm fände, zweifellos. Aber worum zur Hölle geht es denn genau? Damit hat sich das autonome Schwulenreferat im AStA der Uni der viertgrößten Stadt Niedersachsens nicht gerade geholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin