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Bewegende Geschichten und der Witz des Jahrtausends

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In der Uni bekomme ich immer wieder bewegende Geschichten mit, und sie sind nicht immer positiv. Vorletzten Mittwoch wurden wir durch die örtliche Synagoge geführt – von einer Frau mit zwei KZ-Überlebenden als Eltern. Die Frau hat als Lehrerin gearbeitet und irgendwann hatte sie mal einen Kollegen, der es witzig fand, dauernd mit dem Hitlergruß durch die Schule zu rennen. Sie ging zum Schulleiter, der antwortete: “Nehmen Sie das doch alles nicht so ernst.” Mir und noch einigen anderen Seminarteilnehmern fehlten die Worte.

Am Dienstagmorgen nahm ich an einer Sitzung zum Thema Vorurteile teil. Die Dozentin erzählte, dass kurz nach dem 11. September 2001 ein kleiner muslimischer Junge zu ihr kam, den sie damals unterrichtete, und fragte: “Ist denn jetzt zwischen uns auch Krieg?” Ich fand das so traurig.

Ein paar Stunden später musste ich aber wieder lachen: als ich in der Mensa saß. Bald wird der Studentenrat gewählt und so fand ich einen Flyer an meinem Tisch vor mit folgendem Zitat:

Du willst eine ideologiefreie Hochschulpolitik? […] Dann wähle am 5./6.02.14 die Junge Union Hochschulgruppe.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Schon wieder Einführungswoche

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Ich bin zwar jetzt schon im 3. Semester, aber weil man bei der Uni-Einführungsveranstaltung so viel Gratiszeugs abstauben kann, bin ich trotzdem hingegangen. Folgendes habe ich gekriegt:

– einen Block

– sechs Kulis

– sechs Postkarten (davon eine mit Wollfaden, die vom Studiengang “Textiles Gestalten” ausgegeben wurde und einen Witz zum Thema ‘rumspinnen’ enthielt)

– die aktuelle Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung plus Beilage “akademisches Viertel”

– zwei Bonbons

– siebzehn Tütchen mit Gummibärchen

– zwei Päckchen mit Klebezetteln

– einen Jackass-Einkaufschip

– eine Ausgabe des Magazins “Kino & Co.”

– diverse Flyer, Gutscheine und Infomaterialien

– fünf Luftballons

– zwei kleine Tuben Zahncreme

– zehn Aufkleber

– einen Schlüsselanhänger

– ein Minibuch “Meine Grundrechte in der Europäischen Union”

– ein Exemplar des Grundgesetzes

– einen Sattelschutz fürs Fahrrad

– einen biegsamen Bleistift

– ein Magazin namens “Coming out”

– eine Ausgabe des Magazins “OS.Nah”

– einen Stundenplan

– einen Studienplaner, der mir noch zugesandt wird, weil die AOK keine mehr am Stand hatte

– ein Taschenlämpchen

– drei Anstecker

– drei Stoffbeutel

– einen Keks

– einen Lolli

– ein Käppi

– eine winzige Tafel Schokolade

– einen Gratis-Sehtest (meine Dioptrienwerte haben sich nicht verändert, leider ist eine Hornhautverkrümmung dazugekommen)

– ein Smartphone-Reinigungsteil

– das Buch “Glaube im Kreuzverhör” von Lee Strobel

– ein Spielzeugauto aus Gummi

– ein Gratis-Rätsel auf einer Postkarte

– ein Päckchen Traubenzucker

– ein Lesezeichen

– ein Frisbee

– am Allerwichtigsten: ein Kondom Smiley mit geöffnetem Mund

Eines der Gummibärchen-Tütchen wurde mir vom Kerl in die Hand gedrückt, der euch bereits aus meinem Artikel “Demokratietheorien” bekannt sein dürfte (https://kitschautorin.wordpress.com/2013/05/09/demokratietheorien/). Ich begrüßte ihn mit “Na, was machstn hier Schönes?”. Er antwortete: “Gummibärchen verteilen.” Schon hatte ich noch ein Tütchen. Mir fiel auf, dass er mir keinen Junge-Union-Infozettel dazugegeben hatte. Offenbar weiß er, wo ich politisch stehe.

Später traf ich dann noch einen Freund, der Werbung für seinen Rollenspiel-Verein (http://www.rubicon-osnabrueck.de/) machte. Hier ein Auszug aus unserem Gespräch:

– Du bist aber kein Erstsemester!

– Na und? Warst du letztes Jahr doch auch nicht!

– *Denkpause* Äääähm, ich hab aber nen neuen Studiengang angefangen.

Nachdem ich dieses ganze Gratiszeug abgestaubt hatte, staubte ich ordentlich zu, und zwar, als ich zusammen mit meinen Mitbewohnern unseren Kellerraum ausräumte. Von den aktuellen WG-Bewohnern stand kaum was drin, dafür haben Vorbewohner, die ich teilweise noch nicht einmal kennen gelernt habe, uns schön viel Arbeit gemacht mit dem ganzen Zeug, das sie da gelassen haben. Das Zeug fiel in zwei Kategorien:

– der letzte Müll (bspw. Abfall von McDonald’s)

– Sachen, die noch voll in Ordnung sind und wo einfach jemand zu faul war, es mitzunehmen

Aus der letzten Kategorie habe ich mir so einige Schätze gesichert. Ich frage mich aber immer noch, wie ein Buch zum Thema “Fruchtbarkeit der Frau für eine Schwangerschaft erhöhen” (oder so ähnlich) in diesen Kellerraum kam. Bis ich dort eingezogen bin, lebten nämlich nur Männer in der WG – und die dürften das nicht unbedingt bei ihren Partnerinnen angewandt haben.

Heute kommt noch ein Blogeintrag, der sich mit LGBT-Rechten beschäftigen wird. Und es wird ein ganz besonderer: er wird nämlich dreisprachig.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Voll schwul, ey

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Ich berichtete neulich schon einmal über ein Flugblatt aus der Mensa, auf dem es um ein Festival ging. Heute fiel mir erneut etwas dazu unter die Augen. Diesmal geht es um homophobe Äußerungen einer bestimmten Band auf dem Festival, die für Aufruhr sorgten. Leider steht auf dem Flugblatt überhaupt nicht drauf, was die Band denn genau gesagt hat. Man kann an Hand der Vorderseite des Flyers

SCHWUL SCHWUL SCHWUL… bleibt als Schimpfwort eine homophobe Äußerung! Auf dem Fairytale Festival ist das ok?

nur dunkel erahnen, dass es um die Verwendung des Wortes „schwul“ als Schimpfwort geht. Was ich sehr schlimm fände, zweifellos. Aber worum zur Hölle geht es denn genau? Damit hat sich das autonome Schwulenreferat im AStA der Uni der viertgrößten Stadt Niedersachsens nicht gerade geholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin