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Schlagwort-Archive: Forschung

Mein Dienstag

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11 h 50: Ich bin im Juristengebäude der Uni unterwegs, weil dort gleich „Gute Erziehung oder Scheitern am System?“ stattfindet. Vor mir läuft eine Frau mit blauen Haaren. Ich bin überrascht, weil man das hier normalerweise nicht sieht. (Ja, Fächerkulturen sind soziologisch nachgewiesen.) Erst später fällt mir ein, dass sie zu meinem Seminar gehört.

12 h 10: Ein Mann betritt den Seminarraum. Ich muss zugeben, ich bin überrascht. Nein, ich denke durchaus, dass Männer in der Pädagogik ihre Berechtigung haben. Aber man sieht sie halt nicht oft.

12 h 17: „Wenn ich zu leise bin, können Sie vielleicht doch das Fenster schließen.“ Problem 1: Das hilft nur bedingt, weil wir direkt am Stadtring liegen. Problem 2: Wir sitzen in einem viel zu großen Raum mit sehr hohen Decken.

12 h 42: Die Dozentin erklärt Indexikalität am Beispiel einer von ihr durchgeführten Studie. Kurzfassung: Aufgrund eines Missverständnisses mit der Studienteilnehmerin wurden Yves Rocher und Eve, die Rapperin, miteinander verwechselt.

13 h 01: „Was bedeuten die Hashtags da?“ Das sind Rauten! O tempora, o mores…

13 h 08: Die Dozentin redet über Kommunikationsprozesse. Sie sagt, im Prinzip seien die Versuche, sich in einen reinzuversetzen, immer Konstruktion und man könne sich nie sicher sein, was der andere denkt. Hilfe!

14 h 01: Der vorhin erwähnte Kerl hat übrigens ein Attest vorgelegt, weil er krank war. Sehr löblich.

16 h 00: Neumarkt. Zwei bekopftuchte Mädchen stehen im Regen. Eine hat ihren Schal über beide gebreitet, damit sie nicht ganz so schnell nass werden.

21 h 50: Das war der blödeste Cliffhanger aller Zeiten! Die Mutter eines Protagonisten bricht mit einem Schlaganfall zusammen und man erfährt nicht, was aus ihr wird. Ich bin so sauer.

(Wer noch mehr über Müllserien lesen will, bitte dranbleiben, es geht gleich weiter.)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Da hat man sich grad mal an 2015 gewöhnt

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und schon ist es wieder vorbei. Hier der Rückblick.

1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

8. Großer Scheiß und richtig tolle Sachen.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich geblieben, würde ich sagen.

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Bis Oktober extrem wenig, danach bekam ich Arbeit und es wurde mehr.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Besser.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Ein Wort: Fahrschule.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” wurde ein Buch von Nadia Bolz-Weber verlost und ich habe es gewonnen. Und ich habe eine „Tubeclash“-BluRay gewonnen. (Dabei habe ich nicht mal einen BluRay-Spieler.)

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Unentschieden…

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Stresskopfschmerzen und die Flitterwochenkrankheit.

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Ersteres.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Ähm… zählt Extremchillen?

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Mit Absatzschuhen auf eine Silvesterparty zu gehen.

14.   Die teuerste Anschaffung?

Nicht sicher. Bestimmt aber irgendwas für die neue Wohnung.

15.   Das leckerste Essen?

Das müssen Mamas Weihnachtsschinken und die Kartoffelsuppe von meinem Mann und mir untereinander ausmachen.

16.   Das beeindruckendste Buch?

„Orange is the new black“ von Piper Kerman.

17.   Der ergreifendste Film?

Ich habe dieses Jahr nicht besonders viele Filme gesehen. Ich glaube, diese Trophäe geht an „Spectre“, weil er so spannend war.

18.   Die beste CD?

„Russendisko Hits 2“.

19.   Das schönste Konzert?

Ich war dieses Jahr auf keinem Konzert.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

22.   Zum ersten Mal getan?

Internet bestellt. Eine Abschlussarbeit geschrieben. Bei einer wichtigen Prüfung durchgefallen (und das gleich zwei Mal). In Bochum gewesen. Nicht jugendfreie Dinge. Auto gefahren. Standesamtlich geheiratet (und das hoffentlich auch zum letzten Mal). Paintball gespielt (das sicher nicht zum letzten Mal). Ein wissenschaftliches Interview geführt.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

In einem Dorf gewohnt. In Polen gewesen. Eine Herrentoilette aufgesucht. Meine alte Schule besucht. Ein ehemaliges KZ besucht.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit Vodafone. Stress mit der Nachbarin. Stress mit Freunden. Spam (on- und offline). Stress durch Nazis. Religiöse Intoleranz. Fremdenfeindlichkeit im Allgemeinen. Knapp vier Monate ohne Küche. Betrunkene Fußballfans. Stutenbissigkeit. Bürokratie. Freipinkelnde Idioten. Stress mit Verwandten. Ein kaputtes Lenkradschloss. Gewisse Paketzusteller (ja, ich meine euch, Hermes). Unfähige Kassiererinnen. Faule Beamte. Einen kaputten Computer beim TÜV. Nervosität. Ewig lange Arbeitssuche. Leute, die mit mir spielen.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Einen Kurzurlaub.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Essen natürlich.

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ja, ich will.“

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Ich glaube, siehe Frage 28.

30.   Dein Wort des Jahres?

Hochzeit.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Nachbarin.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

„Nachrichten vom Abgrund der menschlichen Dummheit“.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

https://kitschautorin.wordpress.com/2015/01/01/2015-yeh/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2015

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 36

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http://www.br.de/nachrichten/csu-integration-sprache-100.html

Liebe CSU, ich möchte Ihnen jemanden vorstellen:

http://www.sozialisation.uni-osnabrueck.de/index.php/de/personen/wassillis-kassis

Dieser Mann ist im Alter von zehn Jahren aus Griechenland in die Schweiz gekommen und arbeitet seit einigen Jahren in Deutschland. Er ist ein beliebter Professor – seine Veranstaltungen sind immer voll – und wurde schon von verschiedensten Presseerzeugnissen zu seinen Forschungsprojekten interviewt. Würden Sie diesen Mann, der mit seiner Familie grundsätzlich nur Griechisch spricht, als unintegriert beschreiben?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 30

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http://www.ibtimes.com/date-rape-nail-polish-undercover-colors-changes-color-prevent-sexual-assault-1669796

Ich finde diese Idee klasse und halte sie für ein mögliches Mittel im Kampf gegen die Vergewaltigung mit K.-O.-Tropfen. Ich bekam aber Ausschlag, als ich lesen musste, dass so genannte Feministinnen dagegen sind, weil Frauen dann ja dazu gebracht werden, auf sich selbst aufzupassen, und gegen die Täter nichts unternommen wird. Was zur Hölle stimmt nicht mit euch? Ich bin Feministin und möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich von dieser Sichtweise distanzieren.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Pädagogische Forschung

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In der Veranstaltung “Einführung in qualitative und quantitative Methoden der erziehungswissenschaftlichen Forschung” erlebte ich einen traurigen Moment. Der Dozent erzählte etwas von einem vierzehneinhalbjährigen Jugendlichen, der aus dem Kosovo stammt und trotz exzellenter Noten auf die Hauptschule gehen musste. Er verlangte während eines Forschungsinterviews, man solle schreiben, er sei nicht gewalttätig. Offenbar nahmen das viele Leute an. Auch Lehrer.

Doch es gab auch lustige Momente. Als es um die Gewalt von Mädchen contra Jungs ging.

“Wie soll ein Mädchen einen Jungen schlagen?” Na, mit der Faust, wie denn sonst?

Oder als uns der Dozent klarmachen wollte, dass der Kontext stimmen muss.

Ein Masochist will nicht immer geschlagen werden. Wenn er auf der Straße plötzlich zusammengeschlagen wird, empfindet er das nicht als lustvoll. Der Kontext muss stimmen. (Studenten werden unruhig) Nein, die Universität propagiert hier keinen Masochismus.

Später am Tag besuchte ich die Premiere einer Veranstaltung, in der wir ein populärwissenschaftliches Buch (“Lob der Disziplin” von Bernhard Bueb) auseinanderpflücken werden. Und um uns zu zeigen, wie das aussehen kann, brachte die Dozentin folgenden Artikel mit: http://www.zeit.de/2014/17/perlmutter-bestseller-dumm-wie-brot Ich saß da im Seminarraum und wollte nicht glauben, dass es ernsthaft Leute gibt, die Kohlenhydrate und Gluten pauschal verdammen. Mein Lob geht an Susanne Schäfer, die das Buch besonders gut auseinanderpflückte.

Sie essen Brot, Reis, Nudeln oder Müsli? Sie trinken Saft? Sie gönnen sich ab und zu ein Bier? Dann würden Sie in einem besonderen Schnelltest schlecht abschneiden. […] Noch ungesünder könnte es aber für die Leser werden, die Perlmutters Diät durchhalten: Zu den Lebensmitteln, die man “ohne Bedenken essen” darf, zählt der Autor Rindfleisch – und empfiehlt Rezepte mit reichlich Lenden, Rippen und Steaks. Dabei haben etliche Studien erwiesen, dass rotes Fleisch das Risiko für Darmkrebs erhöht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin