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Dinge, die ich aus Filmen gelernt habe

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Mein Schwager hat in seinem Zimmer ein nettes Plakat „Dinge, die ich aus ‚Family Guy‘ gelernt habe“. Ich habe mich entschlossen, das mal mit Filmen zu machen, die ich gesehen habe. (Weitere Filmvorschläge bitte in die Kommentare oder per Mail an mich.)

Die fabelhafte Welt der Amélie
Die Welt steckt voller Wunder und süßer Überraschungen.

The King’s speech
Man kann trotz eigener Mängel im Leben richtig weit kommen – wenn man gute Freunde an seiner Seite hat.

Zwei glorreiche Halunken
Wenn du schießen musst, laber nicht, sondern schieß.

The American
Schöne Landschaften sind nicht alles im Leben.

Sicko
Ich kann verflucht froh sein, in Deutschland zu leben.

Der Medicus
Meine Kirche war früher ganz schön ätzend.

Toy Story
Spielzeuge können ein Eigenleben entwickeln.

Captain America – The first Avenger
Übertriebener Patriotismus geht mir auf die Nerven. (Gut, das hab ich auch vorher schon gewusst.)

Traumschiff Surprise – Periode 1
Hier würde ich jetzt gern sagen: Filme mit Til Schweiger sind scheiße. Aber damals gings mir noch nicht auf. Außerdem gibt es zumindest einen mit ihm, der gut ist… aber da wurde er nach drei Sätzen erschossen. (Siehe unten.)

Shutter Island
Man kann seinem eigenen Kopf manchmal nicht trauen.

Die Simpsons
Dumme Menschen kommen im Leben manchmal erstaunlich weit.

Russendisko
Man kann sich überall zu Hause fühlen, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Inglourious Basterds
Christoph Waltz ist n ziemlich guter Filmbösewicht.

Django unchained
Siehe oben, außerdem, dass es manchmal sehr wichtig ist, die richtige Sprache zu sprechen.

Soloalbum
Man muss an sich selber arbeiten.

Der Vorname
Nichts ist so einfach, wie es scheint.

LOL – Laughing out loud
Schenk deine Liebe dem Richtigen!

Neukölln unlimited
Resilienz ist alles im Leben.

Who am I
Die Welt ist ganz schön klischeebehaftet.

Spectre
Egal, wie aussichtslos es aussieht, am Ende kannst du die Lage immer noch drehen.

Casino Royale
Manchen Leuten darf man nicht trauen.

Mit cineastischen Grüßen

Die Kitschautorin

Das Beste von letzter Woche bis jetze

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Tagesordnungspunkt 1: Literatur

Neulich las ich ja „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling. Vermutlich dadurch animiert lieh ich mir auf der Arbeit seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ aus. Es war wieder toll, es zu lesen. Ich könnte jetzt einiges darüber erzählen, was er geschrieben hat, aber das würde dem Werk vermutlich nicht gerecht werden, also lest es lieber selbst. Nur über eine Szene möchte ich hier mal kurz ein paar Worte verlieren.

Irgendwo in Spanien kauft sich Hape Kerkeling eine Süddeutsche und liest sie. In der Zeitung ist auch ein Artikel darüber, dass Franz Müntefering alle schwulen Politiker dazu aufforderte, sich öffentlich zu outen, weil Schwule ja nun mal Menschen wie alle anderen seien. Die CSU ist dagegen, Begründung: Sexualität sei Privatsache eines jeden. Hape Kerkeling wird zu Recht total wütend darüber. Er gibt zu bedenken, dass ja auch niemand etwas dagegen habe, wenn ein Mann und eine Frau in aller Öffentlichkeit heiraten et cetera. Im Anschluss gibt er dann noch ein paar sehr wütende Statements zum Thema „Katholische Kirche und Homosexualität“ ab. Stellvertretend sei hier dieser Satz genannt, der meine Meinung dazu im Prinzip auch komplett wiedergibt:

Glauben die ernsthaft, dass Gott genauso kleingeistig und ideologisch wie sie selber ist?

(Ich muss das Buch bald mal wieder zurückgeben… aber es gefällt mir so gut… hach.)

Pilgern steht ja auch auf meiner Löffelliste. Mal sehen, wann ich das schaffe. Ich habe ja auch noch gar keine Ahnung, wo ich gerne pilgern würde und wie lange. Und wie viel mein armer, relativ schwach trainierter Körper aushält. (Tipps gerne in die Kommentare!)

Tagesordnungspunkt 2: Zeugnisse

Ich lebe und arbeite in Niedersachsen. Vor kurzem gab es hier Zeugnisse und am Dienstag kam eine Mutter mit ihrem Sohn beim Gemeindetreff vorbei. Und ich sag mal so, ich war meiner Mutter hinterher sehr dankbar dafür, dass sie nie in meiner Anwesenheit ihren Freundinnen mein Zeugnis gezeigt und detailliert die weitere Schullaufbahn erörtert hat.

Tagesordnungspunkt 3: Schlagzeug

Am Sonntag war ich mit einem Freund unterwegs und aus dem Schaufenster des örtlichen Trödelladens grinste mich ein Schlagzeug an. Ich überlegte hin und her… das Teufelchen auf meiner Schulter hat schließlich gewonnen und ich hab das Ding gestern tatsächlich gekauft. Der Besitzer des Ladens hat sich total gefreut.

„Wie, stand das Ding so lange bei Ihnen rum?“

„Ne, aber dauernd haben Leute drauf rumgetrommelt! Und die konnten das alle nicht! Das nervt!“

Nach ein bisschen Fachsimpelei über Phil Collins und andere Musiker machten wir uns ans Einladen. Als er meinen kleinen Wagen sah, staunte er nicht schlecht. Aber (*hebt den Zeigefinger*) nach ein bisschen Tetris-Spielen passte das Ding tatsächlich komplett rein. (Auch gut zu wissen.)

Das Schlagzeug steht jetzt bei mir im Keller. Mal sehen, wo es seinen endgültigen Platz bekommt… und zwar am besten isoliert, sodass ich nicht noch mehr Stress mit der Nachbarin kriege.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Ich las gerade, dass „Der Junge muss an die frische Luft“ verfilmt werden soll… das muss ich mir unbedingt ansehen.

PPS: Weiß jemand, wo ich gute Sticks herbekomme?

Kampf dem Herztod

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Ein paar Blogger, darunter ein von mir geschätzter Rettungssanitäter, wollen eine Aktion starten, bei der über die Gefahren des Herzinfarktes aufgeklärt wird. Ich finde die Aktion gut und möchte dazu auch gern etwas erzählen.

Im Juni habe ich einen lieben Freund verloren. Von einem Tag auf den anderen war er plötzlich nicht mehr zu erreichen. Durch eine Pressemitteilung unserer Uni musste ich es dann erfahren: Er war im Alter von 26 Jahren verstorben.

Durch Nachfragen bei seinem Professor und gemeinsamen Freunden konnte ich dann in Erfahrung bringen, dass er Schmerzen in der Brust hatte, den Arztbesuch aber immer aufschob. Er hat immer gesagt: Ich warte erst mal ab, ob die Schmerzen von alleine weggehen. Wochenlang. Und dann war es zu spät. Liebe Leser: Wenn ihr Brustschmerzen habt, lasst die auf jeden Fall sofort untersuchen! Dann kann euch vielleicht noch geholfen werden.

Die wichtigsten Anzeichen für einen Herzinfarkt findet ihr hier. Für einen Herzinfarkt gibt es verschiedene Risikofaktoren, dazu gehören verschleppte Infektionen sowie Stress. Versucht also, das zu vermeiden.

Macht gerne bei der Aktion mit und lebt gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Qualifikationen

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Quelle: weknowmemes.com. Das ist übrigens das Hintergrundbild meines Tablets. Toll, nicht? ^_^

Gelegentlich arten Gespräche mit guten Freunden ja etwas aus. Heute war es nun so, dass ich eigentlich bloß einen Artikel über Änderungen im Maschinenbaustudium diskutieren wollte und plötzlich fand ich mich bei der Erstellung einer Liste über frühere Tätigkeiten der Mitglieder der Bundesregierung wieder. 😀

Ich habe ja nun studiere ja nun Politikwissenschaft. Und eine der häufigsten Fragen an mich ist, ob ich damit denn Politikerin werden will. Will ich nicht und die meisten Bundestagsabgeordneten haben in ihrem früheren Leben auch etwas anderes gemacht. Interessehalber schaute ich mal nach, wer aus der Bundesregierung was gelernt hat. Ergebnis: Wir haben eine Physikerin, einen Lehrer, eine Germanistin / Politikwissenschaftlerin (na, immerhin), eine Medizinerin, eine Finanzwirtin, zwei Soziologen, eine Mathematikerin, einen Wirtschaftspädagogen und ganze sieben Juristen.

Ich fragte mich (und meinen guten Freund), was bspw. eine Medizinerin dazu qualifiziert, Verteidigungsministerin zu werden. Antwort des guten Freundes: vielleicht der Job, den man vorher hatte. Ich habe jetzt also mal gecheckt, was die letzten Jobs der Kabinettsmitglieder waren, bevor sie ihr jetziges Amt bekamen. Ich habe jeweils den letzten Job außerhalb der Politik (willkürliche Definition: alles, was irgendwie halbwegs wichtig klang) und das letzte politische Amt aufgeführt.

http://pastebin.com/wyyxZZ7Y

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf komplette Korrektheit. Es war auch nicht immer ganz einfach zu trennen, weil Politik und Nichtpolitik teilweise parallel betrieben wurden (Thomas de Maizière ist nebenbei auch noch Honorarprofessor). Nichtsdestotrotz möchte ich jetzt einige Gedanken zu dieser Liste loswerden.

Ich konnte nicht bei besonders vielen Leuten einen Zusammenhang zwischen dem „Vorleben“ und ihrer Laufbahn als Politiker sehen. De Maizière zähle ich da als Oberleutnant der Reserve jetzt mal nicht. Nur bei Heiko Maas (Justiz) und Johanna Wanka (Kultur) passt es irgendwie richtig gut. Und warum hat nicht Gerd Müller das Ressort bekommen, das jetzt Christian Schmidt hat? Er war da vorher parlamentarischer Staatssekretär!

Wenn jemand Anmerkungen oder Fragen oder kleinliche Kritik an der Liste hat, ab damit in die Kommentare, ich freue mich.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

2017, endlich

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1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

2. Maximal.

2. Zugenommen oder abgenommen?

Gefuttert und ins Fitti gerannt, ich habe also keine Ahnung…

3. Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich war vor einigen Wochen beim Optiker. Sofern ich die Brille aufsetze, habe ich 160 Prozent Sehkraft. Das ist ziemlich geil.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Bis Mai EXTREM wenig, dann bekam ich einen neuen Job und es wurde mehr.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Besser.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

Weniger, ich habe die Fahrschule endlich beenden können…

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” habe ich ein nettes kleines Paket mit Keksen, Tee und Badeutensilien gewonnen. 🙂

9. Mehr bewegt oder weniger?

Ungefähr 2,78 Prozent mehr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Drei oder so…

11. Davon war für dich die Schlimmste?

Bronchiale Überempfindlichkeit. Ich habe mir über Monate die Seele aus dem Leib gehustet und musste einen Inhaler benutzen.

12. Der hirnrissigste Plan?

*denkt nach* Ein etwas riskanter Spurwechsel, der dann auch völlig verdient zum Durchfall bei der praktischen Fahrprüfung geführt hat.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Die letzte Blutspende.

14. Die teuerste Anschaffung?

Der Führerschein… oh, boy…

15. Das leckerste Essen?

Den Preis müssen sich einer der hiesigen Italiener, ein Italiener in Berlin-Wilmersdorf und mein Mann miteinander teilen…

16. Das beeindruckendste Buch?

„Wenn dir das Lachen vergeht“ von Willibert Pauels.

17. Der ergreifendste Film?

Ehrlich gesagt, so richtig ergreifend fand ich dieses Jahr keinen.

18. Die beste CD?

Smokestack Lightnin‘ – „Stolen Friends – Recorded in Nashville“.

19. Das schönste Konzert?

Ich war dieses Jahr auf keinem Konzert.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

22. Zum ersten Mal getan?

Von einem Verkäufer unter Diebstahlverdacht gestellt worden. Verschiedene Gesellschaftsspiele gespielt. Einen Führerschein gemacht. Selbstständig Auto gefahren. Einen Comic im Blog hochgestellt. Meinen Namen in ein Buch bekommen. Ein Kloster besucht. Eine Predigt mitgeschrieben. Ein Handy-Zugticket gebucht. Diverse nicht jugendfreie Dinge.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

Geschichten von mir online gestellt (und geschrieben). Eine Bachelorarbeit angefertigt. Mir einen Löffellistenwunsch erfüllt. Eine Draisinen- sowie eine Fährfahrt gemacht. Freiwillig Fisch gegessen. Nach Schleswig-Holstein und Berlin gefahren. An (und auf) der Ostsee gewesen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit der Nachbarin, Unistress, die verpasste Jobchance im März, den Streit mit meinem alten Arbeitgeber, Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme, Krankheiten bei mir und anderen, Fremdenfeindlichkeit, Trauer…

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ein Armband.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Ein Tablet. Ich habe es echt schwer, meine Finger da wegzunehmen. 😀

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich will mit dir zusammenbleiben.“ („Sie haben bestanden“ war aber auch nicht schlecht.)

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

So was Ähnliches wie in Frage 28…

30. Dein Wort des Jahres?

Führerschein.

31. Dein Unwort des Jahres?

Chemotherapie.

32. Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

Die gute Erzaehlmirnix.

33. Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

https://kitschautorin.wordpress.com/2015/01/01/2015-yeh/

https://kitschautorin.wordpress.com/2016/01/02/da-hat-man-sich-grad-mal-an-2015-gewoehnt/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2017

Die Kitschautorin

Advocatus diaboli

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Neulich las ich, auf Empfehlung einer sehr netten Klosterschwester, das Buch „Wenn dir das Lachen vergeht“ von Willibert Pauels. Willibert Pauels ist Büttenredner im Kölner Karneval und katholischer Diakon. Und er hat jahrelang mit Depressionen gekämpft. Ich kann das Werk nur empfehlen. Jeder, der Informationen über diese psychische Krankheit sucht bzw. mehr darüber wissen will, ist damit gut beraten. Dennoch gab es da einige Stellen, die ich hier jetzt mal besprechen will.

Normalerweise sage ich ja immer etwas scherzhaft, dass ich Niedersächsin mit mecklenburgischem Migrationshintergrund bin. Genauso gut könnte ich jedoch sagen, ich bin Lutheranerin mit atheistischem Migrationshintergrund. Und das macht sich bei gewissen religiösen Texten immer bemerkbar.

Herr Pauels ist zum Beispiel der Meinung, dass eine atheistisch-materialistische Weltsicht, in der es keinen Geist gibt, sondern nur Materie, eine tiefe Trostlosigkeit zur Folge habe. Und da frage ich mich: Muss es das automatisch? Es gibt viele Atheisten, die mit sich und ihren Ansichten total zufrieden sind. Die eben nicht in eine große Sinnkrise geraten.

Oder kannst du deinem Kind in die Augen schauen und ihm erklären: Du, Kind, bist letztlich nichts anderes als ein Zellhaufen, der biochemisch reagiert. Und wenn ich dich lieb habe, Kind, ist auch das letztlich nichts anderes als eine biochemische Reaktion in meinem limbischen Gehirnlappen.

Man korrigiere mich, wenn ich falsch lege, aber ich interpretiere diese Stelle so, als würde er allen Atheisten unterstellen, sie könnten so etwas wie Liebe gar nicht empfinden, weil sie schließlich nicht an Gott glauben und deswegen keine Ahnung davon haben. Meine Eltern sind Atheisten und ich habe nie das Gefühl gehabt, sie würden mich oder meinen Bruder nicht lieben, nur weil ihnen laut ihrer Ansicht kein Gott Liebe ins Herz gepflanzt hat.

An einer anderen Stelle geht Herr Pauels auf die Bedeutung des Karnevals in der katholischen Welt ein. In diesem Zusammenhang schreibt er wie folgt:

Im Übrigen gehört die angebliche Leib- und Sinnenfeindlichkeit der Kirche zu den großen, aber unausrottbaren Irrtümern. Der ausgelassenste, der rauschhafteste Karneval wird in den katholischen Ländern Mittel- und Südamerikas gefeiert. Unvorstellbar etwa, dass der erotischste Tanz, der Tango, im nordamerikanischen Bible Belt erfunden worden wäre. Oder in Dschalalabad… Unvorstellbar.

Das erinnert mich daran, als ich sechs Jahre alt war. Meine Mutter hatte mir total verboten, von den Süßigkeiten im Küchenschrank zu naschen. Und genau deswegen habe ich es mit Freude getan. :3

Über Papst Benedikt schreibt er auch. Er sagt, dass die jungen Leute, die Benedikt beim Weltjugendtag zujubelten, verstanden hätten, dass es um „solche Fragen“ (gemeint sind die, naja, sehr traditionellen Positionen, die der emeritierte Papst vertritt) in der Religion nur am Rande geht. Und er zitiert sich selbst aus einer alten Zeitungskolumne:

Es war köstlich zu beobachten, mit welcher Verbissenheit kritische Medien immer wieder versuchten, die Themen Sexualmoral und Frauenpriestertum in den Mittelpunkt zu stellen, und von den Jugendlichen (die zum allergrößten Teil nicht die rigorose Sexualmoral der katholischen Kirche befolgen) ebenso regelmäßig als Antwort bekamen: Das ist mir doch egal…

Liebe Kritiker, kapiert doch endlich: All diese Punkte, die ihr mit empörter Aufgeregtheit, zum Teil auch berechtigt, thematisiert, sind aus der Perspektive einer gesunden Religiösität Randthemen.

Es ist also ein Randthema, wenn über die Hälfte der Weltbevölkerung diskriminiert wird? Wenn man gläubige Menschen nicht dazu zulässt, das Wort Gottes zu verkünden, nur weil ihnen nichts zwischen den Beinen baumelt? Wenn man junge Menschen davon abhält, ein gesundes Geschlechtsleben zu entwickeln, aufgrund total überkommener Moralvorstellungen? Wenn mein guter Freund seine große Liebe nicht heiraten darf, weil die ein Mann ist?

Da kann er noch so lange Papst Benedikt zitieren, dass jeder von Gott geliebt ist. Nach solchen Zitaten wie dem da oben glaubt man das auch nicht mehr unbedingt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Berlin, Berlin, ich fuhr schon wieder nach Berlin

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Als unfreiwilliges Dorfkind liebe ich große Städte. Darüber hinaus begibt es sich, dass ich Freunde in großen Städten habe. Da liegt es ja irgendwie nahe, dass man mal in diese großen Städte fährt. Von meinem letzten Ausflug möchte ich jetzt erzählen.

Die Anreise

Man möchte sich ja auch mal was gönnen, also fuhr ich ab der nächstgrößeren Stadt mit ICEs Richtung Berlin. Ich probierte zum ersten Mal Handytickets aus und musste keine Angst haben, dass die wegen leerem Akku nicht angezeigt werden können – im ICE ist ja an jedem Platz eine Steckdose. Es funktionierte alles ganz gut, nur dass ich mich wunderte, warum meine Reservierung im „Familienbereich“ lag. Ich teilte mir den Vierer mit einer kleinen Familie, bestehend aus einem lebhaften Mädchen, der sich kümmernden Mutter und dem sich hinter englischer Literatur versteckenden Vater. Mit 20 Minuten Verspätung kam ich in Spandau an.

Ich hatte mir auf Google Maps angesehen, wo das Hotel liegt, rechnete aber nicht damit, dass ich im Dunkeln durch eine kaum beleuchtete Straße laufen musste. Rechts von mir ein Autobahnzubringer, links ein Friedhof. Und das, wo ich ein Schisser vor dem Herrn bin. Ich schaffte es aber, unversehrt im Hotel anzukommen.

Das Hotel

Es zeigte sich, dass ich Hotelbeschreibungen immer ganz genau lesen sollte. Bei der Ankunft stellte ich nämlich fest, dass ich eine Zimmerkategorie mit Etagenbad und -klo gebucht hatte. Ich wusste gar nicht, dass das in einem Dreisternehotel überhaupt möglich ist. Nun gut, wieder was dazugelernt.

Als ich dann merkte, dass das so genannte Restaurant nur für Frühstück und die Bar alles andere als einladend war, entschied ich mich, dass ich nicht mehr Zeit als nötig im Hotel verbringe. Abendessen gab es in der Stadt (siehe unten). Nach ein paar Cartoons im Fernsehen bettete ich mich auch schon zur Ruhe. Naja, zur kaum vorhandenen Ruhe. Die Fenster ließen sich nicht wirklich abdunkeln, also hatte ich das ganze schöne Licht von der A100 im Zimmer. Und laut war’s stellenweise auch.

Minimal erholt ging ich zum Frühstücksbuffet, um zu merken, dass dort anscheinend gelegentlich Taschendiebe unterwegs sind. (Mir wurde nichts geklaut, ich habe nur die Warnschilder gesehen.) Der Feta vom Buffet war anscheinend schlecht. Nun denn, wie gesagt, ich wollte dort eh nicht mehr Zeit als nötig verbringen, ich habe also schnell ausgecheckt. Wer demnächst vorhat, in Berlin zu übernachten, dem nenne ich auf Anfrage gern den Namen des Hotels, damit er dort nicht nächtigen muss.

Die Gastronomie

Ich konsultierte Google Maps, um zu schauen, wo es in Hotelnähe etwas Gutes zu futtern gibt. Italienisch mochte ich ja schon immer gern, also gewann letztlich der in Hotelnähe befindliche Italiener (auch hier gilt, dass ich auf Anfrage gern den Restaurantnamen nenne). Ich genoss eine exzellente Tomatencremesuppe und total leckere Makkaroni mit Rinderfiletstückchen. (Und einen Gratis-Amaretto.)

Die Stadt

Nach der Flucht aus dem Hotel beschloss ich, mir in meiner knapp bemessenen Zeit zumindest noch eine Sehenswürdigkeit anzusehen. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche kannte ich schon, nicht aber den nebenstehenden Neubau. Und genau den sah ich mir an. Ich bin normalerweise nicht so für moderne Kirchen, die hier hatte mir aber wirklich gut gefallen.

Spaß in der Stadt

Ich wollte am Alex einen Freund treffen. Ich war schon x Mal da und ich war sogar pünktlich, lief aber wegen der ganzen Buden trotzdem wie ein Eumel über den Platz. Nun gut, schlussendlich fand man sich… um zu merken, dass der Weihnachtsmarkt anscheinend erst ab 12 langsam zum Leben erwacht. War aber auch ein Erlebnis, mitten am Tag in einer belebten Stadt über einen ausgestorbenen Weihnachtsmarkt zu laufen.

Wir unternahmen Krams (TM) und hatten wirklich viel Spaß, unter anderem fand ich eine wirklich sehr wertvolle Zeitschrift mit dem Titel „Beef“ und wir merkten, dass gewisse Jugendzeitschriften… auch nicht weniger hirnlos sind als früher.

Die Abreise

Wir hatten uns so verquatscht, dass es am Ende verflucht knapp wurde mit dem Zug. (Dass ich nicht gesagt habe, dass ich meinen Koffer am Alex wieder abholen muss, könnte auch eine Rolle gespielt haben.) Hätte ich nicht meinen Freund dabeigehabt, der mir sagt, wie ich schnell von A nach B komme, hätte ich meinen ICE wohl verpasst. Ich hatte eine Reservierung und steige dann normalerweise auch in dem Wagen ein, wo sie ist, aber das wäre dann auch zu knapp geworden. Also war ich der Eumel, der den Verkehr im Gang aufhält.

Die Rückfahrt an sich verlief sehr unspektakulär. Neben mir saß ein sehr netter älterer Herr, der ein Buch „Quantenphysik und Spiritualität“ oder so ähnlich las. Ähm, okay.

Alles in allem war es klasse und ich hoffe, dass ich meine Großstadtvergnügungssucht bald wieder befriedigen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin