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Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 34

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Die Meldung, die ich heute besprechen will, stand u.a. auch in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ich habe sie in der heutigen Ausgabe der taz entdeckt. Eine 25 Jahre alte Berufsschülerin aus Einbeck legte, um sieben Tage die Schule zu schwänzen, ein angebliches Klinikattest vor. In die Vorlage aus dem Internet, die sie benutzt hatte, hatte sie so viele Rechtschreibfehler eingebaut, dass das der Schule einfach auffallen musste – Ergebnis: Anzeige wegen Urkundenfälschung. Die taz kommentierte das so:

Und die Moral von der Geschicht? Fälsche ohne Duden nicht!

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 33

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http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/510639/osnabrucks-studenten-haben-mehr-vom-semesterticket

Ich habe auf noz.de selten so einen schlechten Artikel gelesen. Das neue Semesterticket hat genau eine gute Änderung an sich – die neue Linie zwischen dem Campus Westerberg und dem Hauptbahnhof. Alles andere dürfte den meisten Nutzern überhaupt nichts bringen. Einige wenige können mit dem neuen Ticket jetzt vielleicht bis in ihr ostniedersächsisches Heimatdorf fahren, aber wäre eine Erweiterung gen Süden aufgrund der Grenzlage nicht viel sinnvoller gewesen? Man kommt in NRW maximal bis Paderborn. Ich bin enttäuscht vom AStA und ich bin enttäuscht von der NOZ sowie Herrn Stricker, weil sie einen derart unkritischen Beitrag durchgehen ließen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Es weihnachtet sehr

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(Reaktion auf diesen Eintrag: http://nightfallrowen.wordpress.com/2013/12/15/rowen-beim-weihnachtsmarkt/)

Normalerweise kann man an Sonntagen ja nicht viel machen. In der Weihnachtszeit sieht das aber etwas anders aus und so nutzte ich meine freie Zeit, um zusammen mit Rowen und meinem Freund in die größte Stadt Niedersachsens zu fahren.

Auf dem Weihnachtsmarkt, der rund um die Marktkirche angesiedelt ist, aß ich ein leckeres fleisch-, knoblauchsoßen- und zwiebelgefülltes Brötchen. Danach gingen wir in die Marktkirche. Das Gebäude sieht schon von außen toll aus. Dazu kommt noch, dass die Kirche im Gegensatz zu vielen anderen evangelischen Kirchen jeden Tag geöffnet ist. Also nichts wie rein.

Ich bin nicht so oft in großen Kirchen, von daher war ich ziemlich beeindruckt, als ich in der Marktkirche stand. Sie sieht insgesamt sehr schön aus. Hier ein Bild, das ich von den Kerzen gemacht habe (ein Brauch, den ich sehr gern mag):

Kerzen in der Marktkirche

Als Nächstes besichtigten wir die Gedenkstätte Aegidienkirche. Früher war das mal eine Kirche, bis sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Seitdem stehen die Überreste als Mahnmal da. Es war ziemlich bedrückend.

Gedenkstätte Aegidienkirche 7

Danach gingen wir zurück zum Weihnachtsmarkt, wo ich ein paar Vanillemandeln aß und meine Freunde ein wenig heißen Met tranken. Ich durfte davon probieren. Nicht zu empfehlen. Ach ja: Der Rechner, der auf Rowens letztem Bild zu sehen ist, ist meiner. Smiley mit geöffnetem Mund

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Uni, Stadtbus und Mitbewohner

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Es gibt ja viele Studenten, die sich über ihre Mensa beschweren. Ich finde meine super. Bis jetzt hatte ich aber immer nur in der Hauptmensa gegessen, um etwas mehr Abwechslung zu bekommen – die Nudelbar war unentdeckt geblieben. Bis Dienstag. Weil mir der Speiseplan der Hauptmensa nicht zusagte, probierte ich Nudeln mit Walnusspesto. Es war einfach nur göttlich. Und ich finde, bei einem Preis von 2,65 Euro kann man nicht meckern (das war ein ziemlicher Nudelberg). Ich habe mir noch zusätzlich Pesto und haufenweise Parmesan aufgetan – und ich hätte noch viele andere Sachen nehmen können. Es war super.

Mit einem randvollen Bauch ging ich ins nächste Seminar. Leider war es relativ langweilig. Der Gipfel war eine Studie, die einige Referenten anführten und derzufolge der Konsum von textbezogenen Medien die Lesekompetenz fördert.

Quelle: blog.schalanda.name

Anschließend hatte ich ein Seminar, dessen Inhalt zwar ganz interessant war, aber ich habe bei diesem Dozenten immer Schwierigkeiten, mich auf das zu konzentrieren, was er sagt, denn sobald er den Mund aufmacht, höre ich das (und er sieht Cengiz auch noch ziemlich ähnlich):

Am Mittwoch besuchte ich von der Uni aus eine Moschee. Ziel: den Islam und seine Anhänger besser kennen lernen. Ich fand es unter aller Sau, dass ich mir, als ich davon erzählte, wieder die üblichen Vorurteile à la Überfremdung und so weiter anhören durfte. (Wenn ich so dran denke, wären genau die Leute eigentlich die richtigen Kandidaten für so einen Besuch gewesen.) Der Besuch hat mir gefallen. Es hätte allerdings geholfen, wenn das Mittagsgebet nicht auf Türkisch gewesen wäre. Es war sehr interessant, dass sich die Betenden (ausschließlich Männer) immer wieder auf den Boden warfen. Das soll übrigens eine Art Unterwerfung vor Allah darstellen.

Heute ist etwas sehr Trauriges passiert. Ich war im Bus nach Hause und bemerkte auf einmal ein Mädchen, das in sein Handy schluchzte. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist ein Freund von ihr gestorben. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Denn irgendwas muss man ja tun, aber was? Man will ja auch keine indiskreten Fragen stellen. Ich habe ihr dann einfach ein Taschentuch angeboten, ich musste auch bald aussteigen.

Zu Hause gab es dann allerdings gute Nachrichten. Die Mitbewohnersuche, die letzte Woche urplötzlich begann, ist schon wieder zu Ende. Es ist ein Kerl und er ist sehr nett. Das einzige Problem: Er sieht ziemlich gut aus. Nein, nicht das, was ihr jetzt denkt – gut aussehende Leute machen mich einfach unsicher. Sobald ich ihn sah, dachte ich nur noch daran, dass meine Haare fettig sind, dass ich einen blöden Pulli anhatte, dass sich ein Speckröllchen über meinem Hosenbund befindet… schrecklich. Ich hoffe, das wird sich nicht fortsetzen, wenn er im Verlauf der nächsten sechs Wochen hier einzieht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Disketten und Idiotie

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Gestern habe ich zum ersten Mal, seit ich aus der zweitgrößten Stadt Deutschlands wiederkam, etwas unternommen, das über Essensbeschaffung hinausging. Ich hatte einen ganz schönen Tag. Er fing damit an, dass ich meinen Thalia-Gutschein, den mein Freund mir zum Geburtstag geschenkt hatte, einlöste. Für zwei Bücher: “Meine russischen Nachbarn” von Wladimir Kaminer und “Neue Nazis” von Toralf Staud und Johannes Radke. Ich bin gerade dabei, diese Bücher zu lesen, und ich muss an dieser Stelle einmal festhalten, dass ich einfach nur erschüttert darüber bin, wie stark die rechte Szene in Deutschland mittlerweile ist. Ich bin erst bei ungefähr einem Drittel des zweiten Buches, und ich habe schon x Geschichten über rechte Verbrechen und darüber gelesen, wie man versucht, sie zu ignorieren. Viele Leute scheinen immer noch zu denken, dass man Rechtsextremismus am besten loswird, wenn man ihn nicht beachtet. Dabei ist Dortmund auf die Weise zu einer Hochburg von autonomen Nationalisten geworden.

Nachdem ich den Buchhandel mit 17,98 Euro unterstützt hatte, traf ich mich mit meiner besten Freundin. Wir alle wissen, dass Disketten ein veraltetes Speichermedium sind, und einige Leute haben sich überlegt, wie man die 3,5-Zoll-Scheiben wiederverwenden kann. Antwort: Untersetzer für Gläser und Becher. Ich hatte noch einen Haufen Disketten übrig, die ich dann an meine beste Freundin weitergegeben habe. Allerdings erst, nachdem wir zusammen ausgewertet haben, was sich auf den Scheiben befand. Meinen eigenen Tower hatte es leider beim Versuch, die Teile zu lesen, zerlegt (wahrscheinlich ist das Netzteil im ihr-wisst-schon), also suchten wir in den Computerräumen der Uni nach Computern mit Diskettenlaufwerk. Und so erfuhr ich ganz nebenbei davon, was die Uni sich geleistet hat.

Ein sehr wichtiges Unigebäude wurde wegen Brandschutzbestimmungen einfach mal quasi dichtgemacht. Die Seminar-, Computerräume und Hörsäle oberhalb des Erdgeschosses dürfen gar nicht mehr genutzt werden. Die Veranstaltungen, die dort stattfinden, müssen in andere Gebäude verlegt werden und die Studenten, die sie belegt haben, müssen wahrscheinlich am Samstag in der Uni antanzen. Und die großartige und total wichtige Naturwissenschaftsbibliothek kann nur noch als Magazin genutzt werden. Ich war unglaublich sauer, als ich gestern davon gehört habe. Mein Freund meinte dazu: “Gut zu wissen, dass ich einen Großteil meines Studiums in so einer Bude verbracht habe.”

Zu Hause untersuchte ich alle Dateien, die wir von meinen alten Disketten heruntergeholt hatten. Leider konnten wir nicht mehr alles retten, aber das ist bei Teilen, die vor fünf Jahren zum letzten Mal benutzt wurden und weit älter sind, wohl nur normal. Unter den Sachen, die wir retten konnten, waren uralte Kurzgeschichten von mir und eine Tagebuchdatei, die ich angefertigt hatte, als ich vierzehn bis fünfzehn Jahre alt war. Als ich die zirka 100 Seiten las, rief ich laufend: “Oh mein Gott, ist das peinlich!” Und es stimmt. Ich hatte damals absolut null Schreibtalent und habe immer nur kitschige Geschichten geschrieben, in denen die Heldinnen ihren Traumboy fanden. Außerdem habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich vor neun Jahren ziemlich panne gewesen muss. Wenn ich nur daran denke, was ich da über den Kerl geschrieben habe, in den ich fast die ganze Gymnasialzeit unsterblich verliebt war… oh Mann. Naja, irgendwie war es doch amüsant. Aber ich würd’s nie jemandem zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin