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Schlagwort-Archive: Gottesdienst

Abendmahl

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Als ich 2016 für drei Tage im Kloster war, nahm ich am großen Sonntagsgottesdienst teil, der dort in der Kapelle stattfand. Die Kommunion wurde ausgeteilt, ich wollte sie annehmen, doch die Schwester, die neben mir stand und um meine Konfession wusste, winkte ab. So bekam ich keine Eucharistie.

Ich gehe sehr häufig mit katholischen Menschen in deren Gottesdienste, nicht erst seit vorletztem Jahr, und wenn es an die Kommunion geht, bleibe ich grundsätzlich auf der Bank sitzen. Viele Leute sagen mir, dass ich das nicht müsste, bspw. weil keiner weiß, wer ich bin. Aber ich möchte dann einfach nicht nach vorne gehen. Ich erwarte nicht, dass das jemand versteht. Aber ich möchte da offen und ehrlich nach vorne gehen können. Und nicht nur, weil niemand weiß, dass ich evangelisch bin, oder irgendwelche Priester einfach die Anweisungen ihrer Chefs ignorieren. Solange das nicht geht, bleibe ich dann eben sitzen.

Im Einzelfall dürfen katholische verheiratete Menschen ihren evangelischen Ehepartner bereits mit zur Kommunion nehmen, wie ich gerade erfuhr. Das ist ja schon sehr gut, geht aber nicht weit genug. Ich würde z.B. auch gerne mitgehen können, wenn meine katholischen Freunde die Eucharistie empfangen.

Wenn ihr Meinungen zu diesem Thema habt, schreibt sie gerne in die Kommentare und ich antworte euch gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

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Valerie und der Priester

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Neulich bin ich auf ein interessantes Projekt gestoßen. Die atheistische Berliner Journalistin Valerie Schönian begleitet ein Jahr lang den Priester Franziskus von Boeselager. Und lernt enorm viel über ihn und seinen Glauben. Zu einigen Artikeln möchte ich jetzt meine Gedanken niederschreiben.

Zu Hause bei Franziskus im Sauerland

Valerie schreibt darüber, dass in Franziskus‘ Familie der christliche Glaube ganz selbstverständlich präsent war, anders als bei ihr. Das erinnerte mich an etwas, das mein Vater neulich gesagt hat. „Wir sind halt nicht damit aufgewachsen. Sonst wären wir vielleicht auch Christen geworden.“

Ich bin ja nun auch nicht damit aufgewachsen und habe mich trotzdem irgendwann taufen lassen, dachte ich gerade. Aber so ganz stimmt das ja auch nicht. In meiner Welt, anders als bei meinen Eltern, war der christliche Glaube ja durch Schule und Freunde durchaus präsent. Andererseits war die Mehrheit in meiner Heimat ja nicht evangelisch, sondern katholisch. Und ich habe immer gesagt, dass die Schulzeit mich dem Glauben nicht gerade näher gebracht hat. Hm.

Ich glaube, wer hier aufwächst, hat immer einen Bezug zu Gott. Man kann sich vielleicht gegen ihn entscheiden, aber ignorieren kann man die Idee von ihm nicht.

Das schreibt Valerie über Franziskus‘ Heimat, und ich glaube, bei mir in meiner kleinen Heimat nördlich der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens war das genauso. Man konnte Gott und das Christentum da gar nicht ignorieren.

Franziskus‘ Eltern sagen, dass sie ihren Kindern den katholischen Glauben schon mitgeben wollten, nur weniger streng. Irgendwann werden mein Mann und ich sicher auch Kinder haben, und wir reden jetzt schon gelegentlich darüber, wie wir das mit dem Glauben genau machen wollen. Werden sie getauft? Beten wir mit ihnen? Gehen wir mit ihnen in die Kirche und wenn ja, in welche? Kommt an Weihnachten das Christkind oder der Weihnachtsmann? Alles noch ungeklärte, aber wichtige Fragen.

Valerie schreibt darüber, dass Franziskus vor dem Essen betet und dass sie vorher niemanden kannte, der das tut. Ich kannte auch nur eine Person und selbst die tut das nicht immer. Dann war ich drei Tage im Kloster. Die Schwester, mit der ich Kontakt hatte, betet grundsätzlich vorm Essen, egal, zu welcher Tageszeit oder wer mit ihr isst. Ich finde das gewöhnungsbedürftig und ich tue es selbst auch nicht. Aber falsch finde ich das nicht unbedingt. Für die Speisen, die man hat, sollte man schon dankbar sein.

In dem Text geht es auch darum, wie ein Unfall von Franziskus‘ Schwester die Eltern wieder näher zum Glauben führte. Ich finde es toll, dass die das geschafft haben. Ich meine, ich zweifle heute noch oft genug an Gott. Gerade, wenn mir irgendwas Schlimmes passiert.

Wandmomente: Unsere Gespräche über Homosexualität stecken fest

Wenn zwei so unterschiedliche Menschen wie Valerie und Franziskus aufeinandertreffen, bleibt es ja nicht aus, dass es manchmal hakt. Ein wichtiger Punkt ist da Homosexualität. Für Valerie wie für mich, sozusagen. Ich habe lange gezögert, mich einer christlichen Kirche anzuschließen, weil ich spürte, dass da für manche Menschen eben nicht alle gleich sind.

Franziskus sagt, dass nach dem Verständnis der katholischen Kirche eine Ehe darauf ausgerichtet ist, Kinder zu bekommen. Aber es gibt ja auch Paare, die keine bekommen können oder wollen. Was ist mit denen? Die dürfen heiraten. Gleichgeschlechtliche Paare können ja auch miteinander Kinder haben, Stiefkinder oder adoptierte Kinder zum Beispiel. Warum sollen die das nicht haben dürfen?

Franziskus sagt, dass er damit niemanden oder diskriminieren will. Ich sehe das ein bisschen anders.

Er ist genauso Christ wie ich. Aber es gibt da trotzdem einen Punkt, bei dem man nicht zusammenkommen kann. Ein Wandmoment halt, wie Valerie sagt.

Vorweihnachtszeit mit einem Priester

Ich muss ja sagen, Weihnachten ähnelt bei mir eher dem Weihnachten von Valerie – mit Weihnachtsmärkten, Plätzen, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, geliebte Menschen treffen und so. Aber ein bisschen hat mich schon gestört, dass Weihnachten bei mir vergleichsweise wenig mit dem Christentum zu tun hatte die letzten Jahre. Obwohl ich ja Christin bin. Und seit 2013 Weihnachten jedes Jahr in der Kirche war. Letztes Heiligabend waren Monsieur und ich also im 23-Uhr-Gottesdienst. Und ich habe sogar aus meiner brandneuen Lutherbibel die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Monsieur hätte nicht unbedingt auf einem Kirchbesuch bestanden. Naja, er war auch lange Jahre Lektor und in seinem Leben wahrscheinlich öfter in der Kirche, als ich es je sein werde.

Als ich den Abschnitt über die Austeilung des Abendmahls las, wurde ich wieder wütend. Mich macht immer noch total krank, dass offiziell kein gemeinsames Abendmahl möglich ist. Und dass ich das vermutlich nicht mehr erleben werde.

Drei Gottesdienste und eine heilige Nacht

Weiter oben schrieb ich, dass ich es etwas schade finde, wenn Weihnachten wenig mit dem Christentum an sich zu tun hat. Nichtsdestotrotz denke ich, dass auch Nichtchristen das Weihnachtsfest feiern können. Valerie schreibt, dass es ihr um die Familie geht, und das finde ich auch gut.

Sie schreibt außerdem, dass sie beim dritten Gottesdienst verwirrt darüber ist, wann was gesungen und gemacht wird (beim letzten Gottesdienst war das ja noch ganz anders). Das Gefühl kenne ich gut. Selbst wenn ich in einen ganz normalen evangelischen Gottesdienst gehe, kenne ich einige Teile der Liturgie nicht. Und als ich im Kloster mitgebetet habe, meine Güte…

Ihr Glaube ist fast anfassbar.

Das ist, was bei mir mehr ankommt als die Worte, und das so viele Menschen an Weihnachten in die Kirche treibt, auch wenn sie sonst nie kommen.

Ich glaube, das war lange Jahre mein Problem. Glaube war für mich nie anfassbar quasi, und dann habe ich irgendwann Menschen getroffen, bei denen das anders war. Hätte ich diese Menschen nicht getroffen, wäre ich wohl keine Christin geworden.

tl;dr: Das Projekt „Valerie und der Priester“ ist sehr interessant. Es gibt viele wichtige Einsichten und ich denke, dass man viel lernen kann, wenn man Menschen kennen lernt, die ganz anders sind als man selbst. Offenheit natürlich vorausgesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

2017, endlich

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1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

2. Maximal.

2. Zugenommen oder abgenommen?

Gefuttert und ins Fitti gerannt, ich habe also keine Ahnung…

3. Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ich war vor einigen Wochen beim Optiker. Sofern ich die Brille aufsetze, habe ich 160 Prozent Sehkraft. Das ist ziemlich geil.

5. Mehr Kohle oder weniger?

Bis Mai EXTREM wenig, dann bekam ich einen neuen Job und es wurde mehr.

6. Besseren Job oder schlechteren?

Besser.

7. Mehr ausgegeben oder weniger?

Weniger, ich habe die Fahrschule endlich beenden können…

8. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” habe ich ein nettes kleines Paket mit Keksen, Tee und Badeutensilien gewonnen. 🙂

9. Mehr bewegt oder weniger?

Ungefähr 2,78 Prozent mehr.

10. Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Drei oder so…

11. Davon war für dich die Schlimmste?

Bronchiale Überempfindlichkeit. Ich habe mir über Monate die Seele aus dem Leib gehustet und musste einen Inhaler benutzen.

12. Der hirnrissigste Plan?

*denkt nach* Ein etwas riskanter Spurwechsel, der dann auch völlig verdient zum Durchfall bei der praktischen Fahrprüfung geführt hat.

13. Die gefährlichste Unternehmung?

Die letzte Blutspende.

14. Die teuerste Anschaffung?

Der Führerschein… oh, boy…

15. Das leckerste Essen?

Den Preis müssen sich einer der hiesigen Italiener, ein Italiener in Berlin-Wilmersdorf und mein Mann miteinander teilen…

16. Das beeindruckendste Buch?

„Wenn dir das Lachen vergeht“ von Willibert Pauels.

17. Der ergreifendste Film?

Ehrlich gesagt, so richtig ergreifend fand ich dieses Jahr keinen.

18. Die beste CD?

Smokestack Lightnin‘ – „Stolen Friends – Recorded in Nashville“.

19. Das schönste Konzert?

Ich war dieses Jahr auf keinem Konzert.

20. Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

21. Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Mann.

22. Zum ersten Mal getan?

Von einem Verkäufer unter Diebstahlverdacht gestellt worden. Verschiedene Gesellschaftsspiele gespielt. Einen Führerschein gemacht. Selbstständig Auto gefahren. Einen Comic im Blog hochgestellt. Meinen Namen in ein Buch bekommen. Ein Kloster besucht. Eine Predigt mitgeschrieben. Ein Handy-Zugticket gebucht. Diverse nicht jugendfreie Dinge.

23. Nach langer Zeit wieder getan?

Geschichten von mir online gestellt (und geschrieben). Eine Bachelorarbeit angefertigt. Mir einen Löffellistenwunsch erfüllt. Eine Draisinen- sowie eine Fährfahrt gemacht. Freiwillig Fisch gegessen. Nach Schleswig-Holstein und Berlin gefahren. An (und auf) der Ostsee gewesen.

24. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit der Nachbarin, Unistress, die verpasste Jobchance im März, den Streit mit meinem alten Arbeitgeber, Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme, Krankheiten bei mir und anderen, Fremdenfeindlichkeit, Trauer…

25. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit.

26. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ein Armband.

27. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Ein Tablet. Ich habe es echt schwer, meine Finger da wegzunehmen. 😀

28. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich will mit dir zusammenbleiben.“ („Sie haben bestanden“ war aber auch nicht schlecht.)

29. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

So was Ähnliches wie in Frage 28…

30. Dein Wort des Jahres?

Führerschein.

31. Dein Unwort des Jahres?

Chemotherapie.

32. Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

Die gute Erzaehlmirnix.

33. Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

https://kitschautorin.wordpress.com/2015/01/01/2015-yeh/

https://kitschautorin.wordpress.com/2016/01/02/da-hat-man-sich-grad-mal-an-2015-gewoehnt/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2017

Die Kitschautorin

Advocatus diaboli

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Neulich las ich, auf Empfehlung einer sehr netten Klosterschwester, das Buch „Wenn dir das Lachen vergeht“ von Willibert Pauels. Willibert Pauels ist Büttenredner im Kölner Karneval und katholischer Diakon. Und er hat jahrelang mit Depressionen gekämpft. Ich kann das Werk nur empfehlen. Jeder, der Informationen über diese psychische Krankheit sucht bzw. mehr darüber wissen will, ist damit gut beraten. Dennoch gab es da einige Stellen, die ich hier jetzt mal besprechen will.

Normalerweise sage ich ja immer etwas scherzhaft, dass ich Niedersächsin mit mecklenburgischem Migrationshintergrund bin. Genauso gut könnte ich jedoch sagen, ich bin Lutheranerin mit atheistischem Migrationshintergrund. Und das macht sich bei gewissen religiösen Texten immer bemerkbar.

Herr Pauels ist zum Beispiel der Meinung, dass eine atheistisch-materialistische Weltsicht, in der es keinen Geist gibt, sondern nur Materie, eine tiefe Trostlosigkeit zur Folge habe. Und da frage ich mich: Muss es das automatisch? Es gibt viele Atheisten, die mit sich und ihren Ansichten total zufrieden sind. Die eben nicht in eine große Sinnkrise geraten.

Oder kannst du deinem Kind in die Augen schauen und ihm erklären: Du, Kind, bist letztlich nichts anderes als ein Zellhaufen, der biochemisch reagiert. Und wenn ich dich lieb habe, Kind, ist auch das letztlich nichts anderes als eine biochemische Reaktion in meinem limbischen Gehirnlappen.

Man korrigiere mich, wenn ich falsch lege, aber ich interpretiere diese Stelle so, als würde er allen Atheisten unterstellen, sie könnten so etwas wie Liebe gar nicht empfinden, weil sie schließlich nicht an Gott glauben und deswegen keine Ahnung davon haben. Meine Eltern sind Atheisten und ich habe nie das Gefühl gehabt, sie würden mich oder meinen Bruder nicht lieben, nur weil ihnen laut ihrer Ansicht kein Gott Liebe ins Herz gepflanzt hat.

An einer anderen Stelle geht Herr Pauels auf die Bedeutung des Karnevals in der katholischen Welt ein. In diesem Zusammenhang schreibt er wie folgt:

Im Übrigen gehört die angebliche Leib- und Sinnenfeindlichkeit der Kirche zu den großen, aber unausrottbaren Irrtümern. Der ausgelassenste, der rauschhafteste Karneval wird in den katholischen Ländern Mittel- und Südamerikas gefeiert. Unvorstellbar etwa, dass der erotischste Tanz, der Tango, im nordamerikanischen Bible Belt erfunden worden wäre. Oder in Dschalalabad… Unvorstellbar.

Das erinnert mich daran, als ich sechs Jahre alt war. Meine Mutter hatte mir total verboten, von den Süßigkeiten im Küchenschrank zu naschen. Und genau deswegen habe ich es mit Freude getan. :3

Über Papst Benedikt schreibt er auch. Er sagt, dass die jungen Leute, die Benedikt beim Weltjugendtag zujubelten, verstanden hätten, dass es um „solche Fragen“ (gemeint sind die, naja, sehr traditionellen Positionen, die der emeritierte Papst vertritt) in der Religion nur am Rande geht. Und er zitiert sich selbst aus einer alten Zeitungskolumne:

Es war köstlich zu beobachten, mit welcher Verbissenheit kritische Medien immer wieder versuchten, die Themen Sexualmoral und Frauenpriestertum in den Mittelpunkt zu stellen, und von den Jugendlichen (die zum allergrößten Teil nicht die rigorose Sexualmoral der katholischen Kirche befolgen) ebenso regelmäßig als Antwort bekamen: Das ist mir doch egal…

Liebe Kritiker, kapiert doch endlich: All diese Punkte, die ihr mit empörter Aufgeregtheit, zum Teil auch berechtigt, thematisiert, sind aus der Perspektive einer gesunden Religiösität Randthemen.

Es ist also ein Randthema, wenn über die Hälfte der Weltbevölkerung diskriminiert wird? Wenn man gläubige Menschen nicht dazu zulässt, das Wort Gottes zu verkünden, nur weil ihnen nichts zwischen den Beinen baumelt? Wenn man junge Menschen davon abhält, ein gesundes Geschlechtsleben zu entwickeln, aufgrund total überkommener Moralvorstellungen? Wenn mein guter Freund seine große Liebe nicht heiraten darf, weil die ein Mann ist?

Da kann er noch so lange Papst Benedikt zitieren, dass jeder von Gott geliebt ist. Nach solchen Zitaten wie dem da oben glaubt man das auch nicht mehr unbedingt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Wie katholisch ist Kitschi

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Inzwischen dürfte auch der Letzte mitbekommen haben, dass ich mich sehr für Religionen interessiere. Heute begab es sich nun, dass ich den Kirchenboten durchblätterte. Eigentlich hatte ich etwas ganz Anderes gesucht, aber ich blieb an einem Selbsttest hängen, der sich da nannte „Sind Sie eigentlich noch katholisch?“.

Nun bin ich ja nicht katholisch, sondern lutherisch. Aber gerade deswegen könnte es mal ganz interessant werden für mich, dachte ich und sah mir die Sache mal genauer an.

Abgefragt wird, ob man dem katholischen Glaubensbekenntnis und seinen Teilen zustimmt (stimme zu / stimme nicht zu / weiß nicht), welche Kirchengebote man befolgt (mache ich / mache ich nicht / teilweise), ob man bestimmte Botschaften Jesu lebt (ja / nein / manchmal), welche Gebete man auswendig kann (ja / nein / ungefähr) und welchen katholischen Positionen man zustimmt (ja / nein / weiß nicht).

Beim Glaubensbekenntnis sah es noch ganz „gut“ aus. 8 von 16 Positionen konnte ich zustimmen. Vieles weiß ich nicht bzw. kann es mir nicht vorstellen. Was ich aber ganz sicher weiß: Ich glaube nicht an die „heilige katholische Kirche“, die „mehr Wahrheit in sich trägt als andere christliche Kirchen“.

Mit den Kirchengeboten hatte ich echte Probleme. Zählen Beichten nur, wenn ich sie einem Geistlichen anvertraue? Ich meine – ich weiß, dass ich das nicht muss, aber ich frage mich jetzt für die katholische Seite. Und was genau ist damit gemeint, wenn da steht „du sollst der Kirche in ihren materiellen Erfordernissen beistehen“? Ich bezahle Kirchensteuer und werfe ein paar Cent in den Beutel, wenn ich ein Kirchengebäude besichtigt habe, reicht das? Frage 3 war ganz interessant. Anscheinend ist es Pflicht eines gläubigen Katholiken, zur Todesgefahr die heilige Kommunion zu empfangen. In der Lage war ich Gott sei Dank (no pun intended) noch nie und werde es hoffentlich auch so bald nicht sein.

Die Botschaft Jesu befolge ich so naja. 77mal vergeben fällt mir schwer. Es gibt in meinem Leben bestimmte Dinge, die ich nicht verzeihen kann. Notleidenden helfe ich auch nicht immer. Und das mit dem Balken im eigenen Auge kennt ihr ja sicher. Aber was ich sehr gerne mache: Kranke besuchen. Ich weiß, wie bescheuert man sich fühlt, wenn man im Krankenhaus liegt und Angst hat, deswegen versuche ich immer, Leute zu besuchen, die sich gerade in einem solchen Haus befinden.

Von den Gebeten kann ich nur eins auswendig und den genannten Rest fast gar nicht. Das Vaterunser kann ich aber seit der Grundschule auswendig. (Lustigerweise. Damals habe ich ja gar nicht an Gott geglaubt.)

Die letzte Kategorie… war sehr geeignet dafür, mich daran zu erinnern, warum ich nicht der katholischen Kirche beigetreten bin. Das Abendmahl halte ich „nur“ für ein Erinnerungsmahl, der Papst ist für mich nicht das Oberhaupt aller Christen, meiner Meinung nach dürfen auch ruhig Frauen Priester werden, ich halte die Kommunion nicht für wichtiger als die Predigt, Ehen sind nicht unauflöslich und, das ist für mich fast am wichtigsten, ich halte Homosexualität NICHT für eine Sünde.

Und jetzt zur Auflösung…

Nein, wir sind nicht beim „großen Psychotest“ der Frauen- oder Fernsehzeitschrift. Hier gibt es keine Lösung nach Punkten. Ob Sie katholisch sind, glauben, empfinden, feiern, denken – das können nur Sie entscheiden – obwohl ein Abo der Kirchenzeitung durchaus dafür spricht! […]

Hm.

Irgendwie hat mich diese Auflösung enttäuscht – und dann auch wieder nicht. Man kann sagen, wenn Katholiken dieses und jenes glauben oder nicht, dann sind sie keine Katholiken mehr. Man kann auch sagen, Glaube lebt von Veränderungen. Ich kann dazu nur sagen: Einige Dinge müssen sich in der katholischen Kirche auf jeden Fall ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

I’m a believer

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Ich weiß, nicht alle meine Leser sind gläubig und ich verstehe gut, wenn man ein Problem mit Religionen hat, aber einen Gedanken gibt es da doch, den ich gerne mit euch teilen möchte (und der vielleicht auch für Nichtreligiöse interessant ist).

Vor sechs Tagen war ich in einem osternächtlichen Gottesdienst. Ostern und der davorliegende Karfreitag bieten sich ja an, um über den Tod nachzudenken. Und die Pastorin sagte etwas ganz Interessantes: Liebevolle Gesten wie Umarmungen können nicht ausgelöscht werden, auch nicht durch den Tod. Was haltet ihr davon?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

2015, yeh

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1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

Ich würde dem Jahr glatt eine 10 geben, da das Bafögamt mich allerdings nicht mehr mag, gebe ich ihm nur eine 9.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Kurzsichtiger, außerdem habe ich eine Hornhautverkrümmung. Lustig war, wie ich das Ganze entdeckt habe – eigentlich wartete ich nur auf meinen Freund, der einen Sehtest ablegte, und tat das dann auch. Zusätzliche –0,75 – ich habe direkt eine neue Brille bestellt. Als ich sie aufsetzte, sah ich plötzlich wieder alles total scharf – wie in HD.^^

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Das Bafögamt hat entschieden, dass ich genug auf dem Konto habe und meine Eltern eh zu viel verdienen. Allerdings arbeite ich jetzt als Tutorin.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Unentschieden.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Genau kann ich das nicht sagen. Ich habe aber versucht, mich etwas zurückzuhalten.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Im Adventskalender von “Gekreuzsiegt” wurde eine selbstgestrickte Bommelmütze verlost und ich habe sie gewonnen. Oh, und ich habe mit einem durch meine Mutter geschenkten Rubbellos sechzig Schwedische Kronen gewonnen. (Aber nicht ausgegeben.)

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Das Schwimmen wurde beibehalten, zwischenzeitlich habe ich mal Jiu Jitsu an der Uni gemacht, und ich schätze, die Rennerei wegen des Umzugs kann man auch zählen.

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Der ganze Stress, den ich dieses Jahr erlitten habe, drückte mir Brust-, Kopf-, Magenschmerzen und einige Blutdruckausreißer auf. Ansonsten fällt mir nichts Nennenswertes ein.

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Siehe Frage 10.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Mitten im Endstress eine Woche nach Schweden zu fliegen.

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Ähm… zählen die Narkoserisiken bei der Magenspiegelung?

14.   Die teuerste Anschaffung?

Die Möbel, die ich vor zwei Tagen gekauft habe.

15.   Das leckerste Essen?

Vor knapp drei Wochen habe ich die Schlüssel für meine neue Wohnung bekommen, zusammen mit fleißigen Helfern einen Haufen Krams in die Wohnung gestellt, dann eine Küche bestellt und danach Nudeln mit rotem Pesto gemacht. Das war so geil.

16.   Das beeindruckendste Buch?

*denkt lange nach* Die Bibel.

17.   Der ergreifendste Film?

*denkt auch hier lange nach* “Neukölln unlimited”. Ich weiß, der ist älter, ich habe ihn aber erst jetzt gesehen. Der Film hat mich auf so viele Weisen beeindruckt. Ich war traurig, wütend, aber auch optimistisch.

18.   Die beste CD?

“Bingo” von Bela B.

19.   Das schönste Konzert?

Bela B & Smokestack Lightning feat. Peta Devlin am 5. Mai im Bielefelder Ringlokschuppen.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

22.   Zum ersten Mal getan?

Für die Uni gearbeitet. Bela B live gesehen. Bei einer Taufe mitgemacht (als Täufling). In Österreich gewesen. Das Bremer Überseemuseum besucht. Die Synagoge der viertgrößten Stadt Niedersachsens von innen gesehen. Einen Gottesdienst mit Flüchtlingen besucht. Ein Gedicht von mir veröffentlicht. Für den Störungsmelder geschrieben. Auf Uniexkursion gewesen (beinhaltend den erstmaligen Besuch einer KZ-Gedenkstätte sowie des Jüdischen Museums Berlin). Mich erfolgreich bei der Deutschen Bahn beschwert. Bei einem Adventskalender-Gewinnspiel was gewonnen. Einen Rubbellos-Gewinn gehabt. Mit Kanadiern gesprochen. In orthodoxen, einer methodistischen und reformierten Kirchen gewesen. Anhänger der Bahai-Religion kontaktiert. In Baden-Württemberg sowie auf einer katholischen Hochzeit gewesen. Einen Nachtzug benutzt. Pandas und Koalas live gesehen. Beschlossen, in einen Ort zu ziehen, den ich zu diesem Zeitpunkt noch nie betreten hatte. Eine nicht erfolgreiche Online-Bestellung getätigt. Eine Bahnreise aufgrund einer Bombenentschärfung zwangsweise modifiziert. Ein wenig Gebärdensprache gelernt. Eine Langzeit-Blutdruckmessung gemacht.

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

Im kleinsten Bundesland Deutschlands gewesen, ohne es nur zu durchqueren. Einige Zeit sehr viel Englisch geredet. Im Unichor gesungen.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Stress mit dem Bafögamt. Die Frage, wo ich im neuen Jahr leben werde. Umzugsstress. Die Art, wie das letztjährige Weihnachten verlaufen ist. Es war zwar schön, aber trotzdem doof.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Meine Taufe.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Das Klingonisch-Wörterbuch.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Eine neue Küche…

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Ich liebe dich und freue mich, dass du mir nach (hier Ort einfügen) folgst.”

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

“Ich liebe dich und möchte ganz lange mit dir zusammenbleiben.”

30.   Dein Wort des Jahres?

Christentum.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Umzug.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

“Topf voll Gold” und “Gekreuzsiegt”.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

https://kitschautorin.wordpress.com/2014/01/01/jahresruckblick-2013/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2015

Die Kitschautorin