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Ausflüge

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Ich war schon immer ein großer Fan von Volksfesten. Und so musste ich nicht lange überlegen, als ein sehr lieber Freund (falls du das liest: ja, ich meine dich :P) mich fragte, ob ich mit ihm auf eines der größten Feste Deutschlands gehen will.

Drei Stunden unterwegs auf Eisenbahnschienen, aber für gute Freunde (gen. Maskulinum) tue ich so was. Und dann gab es in einem der Züge noch eine Überraschung, weil ich dort auf den Priester von „Valerie und der Priester“ getroffen bin. Er war sehr nett und wünschte mir zum Abschied Gottes Segen. Ich bin gerade wieder einmal schwer am Zweifeln, was Glaubensdinge angeht (was er nicht wissen konnte), und gerade deswegen fand ich es… irgendwie gut.

Irgendwann kam ich nun also in der Stadt an, in der besagtes sehr großes Volksfest stattfindet. Dieses Fest ist einem Heiligen gewidmet, dessen Reliquien im örtlichen Dom liegen (sollen). Ergo gibt es auch Gottesdienste zu diesem Anlass und auf meinen Wunsch gingen wir in einen solchen. Ich fand es sogar gut… bis es eine Fürbitte gab, die den Verstorbenen gewidmet wurde. Eigentlich nicht weiter ungewöhnlich. Aber nicht schön für jemanden, der viel zu früh zwei Freunde verloren hat.

Es gibt viele, die meinen, Glaube ist nur dazu da, sich die Welt einfach zu machen, und es gibt sicherlich auch viele, auf die diese Aussage zutrifft, aber bei mir ist das absolut nicht so. Ich zerbreche mir schwer den Kopf darüber, was auf der Welt aus welchem Grund wie ist, und das habe ich an diesem Donnerstag, an dem ich im Dom saß, ganz deutlich gemerkt.

Nun, trotz allem Nachdenken konnte ich das Fest sehr genießen und kann anderen auch nur sehr empfehlen, da hinzugehen. Es gibt tonnenweise tolle Buden, man kann auf Konzerte gehen. Und wenn man will, sogar in die Kirche.

Nun gibt es schöne Ausflüge und nicht so schöne. (Ich weiß, ich erzähle damit den meisten Lesern dieses Blogs etwas unvorstellbar Neues.) Wegen Bluthochdrucks zu irgendwelchen weit entfernten Ärzten zu müssen, gehört sicher zu den nicht so schönen. Meine Docs sagen, dass mein Herz vollkommen okay ist, also muss bei mir jetzt alles Nierenmäßige untersucht werden.

Problem 1: Ich wohne auf dem Land.

Problem 2: Ich bin, was Termine angeht, so ziemlich an die Schulferien gebunden.

Mit viel Glück bekam ich also gestern, drei Tage vor Wiederbeginn des Unterrichts, einen Nephrologentermin in einer sechzig Kilometer entfernten Stadt. Die Verbindung mit Öffentlichen ist eine Katastrophe, also fuhr ich gestern eine Stunde Auto.

Dass die Praxis gegenüber des dortigen Krankenhauses ist, verwunderte mich nicht weiter. Beim Kardiologen habe ich schon gemerkt, dass so was häufig zusammenfällt (der ist IM Krankenhaus). Es hatte am Telefon geheißen, ich müsse mich auf Wartezeit einstellen, also nahmen der mich begleitende Ehemann und ich das Wartezimmer des Nephrologen in Augenschein. Mir fiel sofort auf, wie viel Literatur es dort gab und es wurde sogar Mineralwasser bereitgestellt. In der Praxis wird allerdings auch Dialyse durchgeführt, also warten da wohl sehr viele Menschen sehr lange…

Nach vielleicht zwanzig Minuten – ich hatte nach der Ansage mit deutlich mehr gerechnet – kam ich dann dran und ich will nicht sagen, was bei mir rauskam, es ist nicht gut, könnte aber bedeutend schlimmer sein anscheinend. Zumindest war es kein großes Problem, dass ich erst in den Herbstferien wieder so wirklich kann für weitere Untersuchungen. Bin ja gespannt, was dann rauskommt. Möge Gott mir beistehen, so er denn existiert.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Arrrbeit

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Noch ein kleiner Nachtrag zum letzten Artikel. Dass den Kindern nur British English beigebracht wird, finde ich schon komisch genug, aber dass die Lehrerin aus diesem Grund Sachen als „falsch“ bezeichnet, die es nicht sind, ist wirklich abgedreht. Mal davon abgesehen, dass sowieso kaum ein Brite wirklich das hochgestochene Englisch spricht, das einem dann hierzulande so verkauft wird. (Das hat sogar mal ein Engländer zu mir gesagt.)

Ansonsten möchte ich meine Blogleser noch fragen: Kennt ihr das, wenn man Menschen trifft, die einen automatisch zum Strahlen bringen? Ich habe einen Kollegen, der genau das tut. Am Freitag war ich etwas enttäuscht, weil er nicht im Haus war, heute schien mir dasselbe zu passieren, aber dann musste ich außerplanmäßig in den Bewegungsraum – und da strahlte er mich wieder an. Solche Momente machen meine Arbeit schön.

Und nicht nur solche: Es freut mich auch, wenn ich feststelle, dass mein Winzling ganz von alleine an seinem Matheheft arbeitet, seine Klassenkameradinnen sich freuen, wenn ich die Gruppe zur AG begleite oder eine der Lehrerinnen Zitronen-Dinkel-Muffins mitbringt. Ich mag meine Arbeit. Nichtsdestotrotz mag ich auch, wenn ich eine kurze Woche habe, weil bald Zeugnisse verteilt werden. (Bin ja gespannt, was dabei rauskommt…)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Das Beste von letzter Woche bis jetze

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Tagesordnungspunkt 1: Literatur

Neulich las ich ja „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling. Vermutlich dadurch animiert lieh ich mir auf der Arbeit seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ aus. Es war wieder toll, es zu lesen. Ich könnte jetzt einiges darüber erzählen, was er geschrieben hat, aber das würde dem Werk vermutlich nicht gerecht werden, also lest es lieber selbst. Nur über eine Szene möchte ich hier mal kurz ein paar Worte verlieren.

Irgendwo in Spanien kauft sich Hape Kerkeling eine Süddeutsche und liest sie. In der Zeitung ist auch ein Artikel darüber, dass Franz Müntefering alle schwulen Politiker dazu aufforderte, sich öffentlich zu outen, weil Schwule ja nun mal Menschen wie alle anderen seien. Die CSU ist dagegen, Begründung: Sexualität sei Privatsache eines jeden. Hape Kerkeling wird zu Recht total wütend darüber. Er gibt zu bedenken, dass ja auch niemand etwas dagegen habe, wenn ein Mann und eine Frau in aller Öffentlichkeit heiraten et cetera. Im Anschluss gibt er dann noch ein paar sehr wütende Statements zum Thema „Katholische Kirche und Homosexualität“ ab. Stellvertretend sei hier dieser Satz genannt, der meine Meinung dazu im Prinzip auch komplett wiedergibt:

Glauben die ernsthaft, dass Gott genauso kleingeistig und ideologisch wie sie selber ist?

(Ich muss das Buch bald mal wieder zurückgeben… aber es gefällt mir so gut… hach.)

Pilgern steht ja auch auf meiner Löffelliste. Mal sehen, wann ich das schaffe. Ich habe ja auch noch gar keine Ahnung, wo ich gerne pilgern würde und wie lange. Und wie viel mein armer, relativ schwach trainierter Körper aushält. (Tipps gerne in die Kommentare!)

Tagesordnungspunkt 2: Zeugnisse

Ich lebe und arbeite in Niedersachsen. Vor kurzem gab es hier Zeugnisse und am Dienstag kam eine Mutter mit ihrem Sohn beim Gemeindetreff vorbei. Und ich sag mal so, ich war meiner Mutter hinterher sehr dankbar dafür, dass sie nie in meiner Anwesenheit ihren Freundinnen mein Zeugnis gezeigt und detailliert die weitere Schullaufbahn erörtert hat.

Tagesordnungspunkt 3: Schlagzeug

Am Sonntag war ich mit einem Freund unterwegs und aus dem Schaufenster des örtlichen Trödelladens grinste mich ein Schlagzeug an. Ich überlegte hin und her… das Teufelchen auf meiner Schulter hat schließlich gewonnen und ich hab das Ding gestern tatsächlich gekauft. Der Besitzer des Ladens hat sich total gefreut.

„Wie, stand das Ding so lange bei Ihnen rum?“

„Ne, aber dauernd haben Leute drauf rumgetrommelt! Und die konnten das alle nicht! Das nervt!“

Nach ein bisschen Fachsimpelei über Phil Collins und andere Musiker machten wir uns ans Einladen. Als er meinen kleinen Wagen sah, staunte er nicht schlecht. Aber (*hebt den Zeigefinger*) nach ein bisschen Tetris-Spielen passte das Ding tatsächlich komplett rein. (Auch gut zu wissen.)

Das Schlagzeug steht jetzt bei mir im Keller. Mal sehen, wo es seinen endgültigen Platz bekommt… und zwar am besten isoliert, sodass ich nicht noch mehr Stress mit der Nachbarin kriege.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Ich las gerade, dass „Der Junge muss an die frische Luft“ verfilmt werden soll… das muss ich mir unbedingt ansehen.

PPS: Weiß jemand, wo ich gute Sticks herbekomme?

Magie im Alltag

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Hier meine einfachen Tipps für mehr Magie im Alltag.

  • sich ein Fläschchen Seifenblasen schnappen und lospusten
  • Free Hugs
  • guten Straßenmusikern zuhören – in Osnabrück gibt es manchmal einen Geiger, der ist super
  • auf den Spielplatz gehen und sich wieder wie ein Kind fühlen
  • Musik unter alles drunterlegen, was man erlebt
  • nachts oder frühmorgens auf sein. Ich bin das recht selten, aber wenn, bin ich jedes Mal begeistert. Die Nacht hat ihren ganz eigenen Charme, genauso wie der frühe Morgen. Schreiben klappt in der Zeit häufig auch gut.
  • tanzen
  • (Leute an)lächeln

Wenn euch noch mehr einfällt, schreibts gern in die Kommentare.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurzes Lebenszeichen

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Tagesordnungspunkt 1: Bachelorarbeitsgabenkrams and shit

Hallo. Ich lebe noch. (Wen das nicht freut, der möge bitte diesen Blog verlassen.^^)

Am 31. Juli war offizielle Deadline für die Abgabe meines zweiten Bachelorarbeitsversuches. Abgegeben habe ich aber am 29. Juli, weil ich das Ding einfach weghaben wollte.

An dem Tag ging die Bachelorarbeit auch in Druck. Leider konnte ich sie nicht mehr persönlich im Prüfungsamt Erziehungswissenschaft abgeben, weil der Copyshop bei der Bindung Mist gebaut hat und erst eine halbe Stunde fertig war, nachdem das Prüfungsamt geschlossen hatte. Glücklicherweise hatte ich den Tipp mit der Poststelle der Uni bekommen und konnte sie da abliefern. So war ich nicht erneut darauf angewiesen, sie mit der Post zu schicken (was beim letzten Mal enorm schief ging) oder erst Montag abzugeben (ja, das wäre erlaubt gewesen).

Und jetzt beginnt die große Warterei. Ich hoffe einfach, dass ich diesmal bestehe. Wenn ich nicht bestehe, ist mein Leben erst mal zu Ende.

Tagesordnungspunkt 2: Urlaub and shit

Ich befinde mich seit dem 1. August offiziell für zwei Wochen in Urlaub. Ich weiß, dass man normalerweise bei einer neuen Stelle erst nach einem halben Jahr Urlaubsanspruch hat und im August bei mir an sich viel auf der Arbeit passiert, aber es musste einfach sein und es ging dann auch anstandslos durch. Die Zeit habe ich dann genutzt, um zwei nördlich von mir wohnende Freunde zu nerven besuchen. Ich fands sehr lustig, ich hoffe, mein Gegenüber auch.^^

(Ich finde es übrigens außerdem sehr lustig, wie ich trotz Urlaub immer noch arbeitsmäßig von Tagesordnungspunkten rede. Naja, egal.)

Tagesordnungspunkt 3: Twitterkrams and shit

Ein User, mit dem ich regelmäßig auf oben genannter Plattform kommuniziere, erwähnte mich dankend in seinem Werk („für die interessanten Twitterkonversationen“). Ähm, okay.

Mit freundlichen Grüßen

Die hier hoffentlich bald wieder öfter schreibende Kitschautorin

Fangirlzeit

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Wie jeder wissen dürfte, bin ich großer Fan der Ärzte (der Berliner Band). Farins und Belas Solowerke schätze ich sehr und so war mir Farins Gewinnspiel „Buch des Monats“ seit langem ein Begriff. Die Reihe wird jetzt leider beendet, es gab aber ein Abschieds-Gewinnspiel. Ich hatte die Sache bereits vergessen, als heute Post aus Berlin in meinem Briefkasten war:

Bleistift und Radiergummi

Auch wenn’s nicht der Hauptgewinn ist, so freut’s mich doch.

Schon vorher hatte es für mein Fangirl-Herz Gelegenheit gegeben, höher zu schlagen, denn ich habe mir ein Ticket für die NipponCon bestellt. Ich möchte nämlich unbedingt mal die Jungs von Applewar treffen, die zu meinen Lieblings-Youtubern zählen. Und vielleicht lerne ich ja auch viele interessante Teile der japanischen Kultur kennen.^^

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

My big fat German wedding

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Schlaf vorher

Bei mir enorm schlecht. Von Monsieur weiß ich allerdings, dass er recht gut geschlafen hat.

Größter Nervositätspunkt

Als meine Eltern und ich schon eine Weile Richtung Ort des Geschehens unterwegs waren und ich meinen Vater bitten musste, das Fenster herunterzufahren, weil mir so schlecht war.

Die Standesbeamtin

Ich habe ja, unter anderem von meinem Fahrlehrer, gehört, dass die Standesbeamten in der viertgrößten Stadt Niedersachsens schrecklich sein sollen – unpersönlich und zickig. Das war in diesem Fall aber gar nicht so. Sie hat uns gefragt, wie lange wir schon zusammen sind, und ein schönes Gedicht rezitiert. Sie sah übrigens auch sehr gut aus, weswegen ein alleinstehender Freund hinterher fragte, ob ich ihn nicht mit ihr bekannt machen kann. 😀

WTF-Moment

Der war nicht bei mir. Schwager Nummer zwei hat sich aber darüber gewundert, was für einen merkwürdigen Wohnsitz ich habe. Ich musste es ihm dann erklären. Gott sei Dank ist diese Kindergeldgeschichte ja auch bald vorbei.

Schönster Moment

Als er Ja sagte. Dass er in seine Rede im Restaurant eine Anspielung auf Al Borland eingefügt hat, war aber auch nicht schlecht.

Rührendster Moment

Die Lieblingstante von Monsieur kam im Trauzimmer zu mir zum Gratulieren und ich konnte deutlich sehen, dass sie Tränen in den Augen hatte.

Ungewöhnlichster Moment

Als ich zum ersten Mal von Monsieur als meinem Mann sprach.

Die Fotografin

Sie hat sehr schöne Bilder gemacht… nur die ersten paar sind vermutlich nicht gut geworden, weil sie uns vorm Tor des Standesamtes haben wollte und da wir mittags geheiratet haben, schien die Sonne genau drauf.

Das Restaurant

Wir haben uns ein mexikanisches Restaurant ausgesucht, in dem wir zuvor schon mit meinen Eltern gespeist haben. Das Hauptkriterium war: Jeder kann oder darf dort essen – mein Vater verträgt weder Gluten noch Jodsalz; in unserem Freundeskreis gibt es Vegetarier und Fruktoseintolerante. Wir haben kein Menü vorgegeben, jeder durfte bestellen, was er wollte. Komplimente gab es vor allem für die Steaks und den einen Nachtisch (Vanilleeis mit Kahlúa). Ich selbst hatte einen Burrito, der sehr lecker war, aber auch scharf. Sehr scharf. Außerdem Nachos mit Guacamole, von denen irgendwie jeder am Tisch was haben wollte.

WTF-LOL-Moment

Mein, äh, Mann und ich wurden von der Fotografin in den kleinen Gang zwischen Standesamt und benachbarter Kirche gebeten, damit wir dort auch noch schöne Fotos machen konnten. Als wir dabei waren, merkte ich, dass ein gewisser Herr, der gut 21 Jahre älter ist als ich, heimlich Fotos aus dem Trauzimmerfenster heraus gemacht hat. 😀

Lustigster Moment

Da gab es viele, aber ich glaube, die Ehre gebührt dem Moment, in dem wir die Glückwunschkarte von Schwager Nummer eins gelesen haben… er hat Homer Simpson zitiert. „Und wenn du dein Essen nicht mehr schaffst, so esse ich es für dich auf.“

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Level up

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Ein ausführlicher Bericht folgt morgen.

Mit glücklichen Grüßen

Die Kitschautorin

Meine letzten vier Tage

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Die Woche fing sehr gut und sehr aufregend an. Montagmittag konnte ich endlich die Hausarbeit abliefern, die mir das Wochenende versaut hatte. Und abends ging es in die Stadt, die es nicht gibt, und ich sah mir meinen  zweitliebsten Rockstar an, den ich seit meiner Grundschulzeit vergöttere. Ihr wollt mir nicht glauben? Dann seht selbst:

https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/13952799507/

Die Musik war klasse. Ich muss sie mir unbedingt noch besorgen – das Tour-T-Shirt habe ich bereits. Und ich schwöre es euch: Er hat mich angelächelt. Als er eine Country-Rock-Version von “Don’t you want me” (Human League) anstimmte und ich eine der in diesem Augenblick relativ wenigen begeistert mittanzenden Menschen im Publikum war. Ich bin glücklich.

Mittwochvormittag konnte ich mir im Rahmen des Seminars “Praktische Filmanalyse” den Film “Die zwölf Geschworenen” ansehen. Und ich kann ihn nur weiterempfehlen. Die Atmosphäre, die während der Beratungssitzung herrschte, war bedrückend. Es war bedrückend, wie sich bis fast ganz zum Schluss einige Leute der Wahrheit verschließen wollten und ihre Beschränktheit zeigen. Der Film war spannend. Ich würde ihn durchaus noch mal ansehen.

Zum Abschluss noch was zum Lachen: Ich bin heute, wie immer, wenn ich mehrere Tage hintereinander keine Uni habe, zu meinem Freund gefahren. Im Hauptbahnhof meiner Stadt wunderte ich mich darüber, dass, als ich ankam, kein einziger Zug Verspätung hatte. Zwei Sekunden später das hier:

https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/14139492505/in/photostream/

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Danke für die aufmunternden Worte, die auf meinen letzten Blogeintrag folgten. Soll ich den vierten Teil der Sara-Reihe hochstellen?

Zum letzten Mal minderjährig, Teil 5

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Zwei Wochen später stand ich mit zirka hundert anderen Schülern, darunter meine Schwester Lea, sowie den Begleitpersonen an einem Gleis des Bahnhofs und gähnte herzhaft, denn es war schon ziemlich spät und ich hatte lange nicht mehr geschlafen.

Alle waren total aufgedreht. Besonders die männlichen Vertreter diskutierten angeregt über den Alkoholkonsum während der Fahrt. Wenn sie sich dabei bewegten, hörte man das Klirren der Bierflaschen in ihren Rucksäcken, die sie sich schon für die Hinfahrt besorgt hatten.

Die Hin- und die Rückfahrt waren jeweils in die Nacht gelegt, damit wir schlafen konnten. Die würden bestimmt alles andere machen, als Schlafen, dachte ich. Dabei galt die Parisfahrt als Schulfahrt, somit war Alkohol strengstens untersagt. Natürlich wusste jeder, dass sich so ganz vermutlich eh niemand daran halten würde.

Na ja, wie auch immer.

Wie ich gerade schon erwähnt habe, ist Lea auch mitgefahren. Über die genauen Gründe bin ich mir heute immer noch nicht so ganz im Klaren; vermutlich hatte sie unser Zuhause ebenfalls satt.

Es kann aber auch sein, dass es an diesem braunäugigen Schönling lag, der in ihren Deutschkurs ging und ebenfalls mitfuhr. Sie unterhielt sich gerade mit ihm und streute immer mal wieder ein Lachen oder ein geschicktes Schütteln ihrer Haare ein. Da hatten wir es wieder: Paris, die Stadt der Liebe. Hoffentlich würde sie nicht den Reinfall ihres Lebens erleben.

Bei Aurélie hofften Anna und ich ja darauf, damit sie endlich wieder normal wurde. Sie war am Aufgedrehtesten von allen und scheute sich auch nicht, die Lehrer mit ihrem gesamten Familienhintergrund zu beladen. Ich musterte ihre Gesichter. Beide versuchten, ihr Desinteresse gekonnt zu überspielen; Frau Lacombe durch gelegentliche Fragen und Herr Nowitzki durch sein altbekanntes charmantes Lächeln.

Wieso war Herr Nowitzki eigentlich die männliche Begleitperson? Soweit ich wusste, unterrichtete er doch gar kein Französisch. Ich ging mal kurz zu den dreien und fragte ihn: „Wie kommt es eigentlich, dass Sie auf dieser Exkursion mitfahren?“

„Nun“, antwortete mein Deutschlehrer, „von den anderen männlichen Lehrern hatte niemand Zeit. Und da ich zur Hälfte Franzose bin, habe ich mich bereit erklärt, mitzufahren. Ich wurde ja auch so nett gebeten…“ Hier drehte er sich zu Frau Lacombe um und lächelte sie an, worauf sie lachte.

Oh Mann, dachte ich, denn wie bereits erwähnt, sah sie meiner Mutter sehr ähnlich. Zu Hause würde es sicher nicht so locker-flockig abgehen wie hier am Bahnsteig. Bestimmt machten sich meine Eltern gegenseitig Vorwürfe, weil sie mir erlaubt hatten, mitzufahren. Lea hatte für diese Fahrt ja keine elterliche Erlaubnis mehr gebraucht, die Glückliche.

„Also, das finde ich ja unheimlich interessant, dass Sie zur Hälfte Franzose sind, Herr Nowitzki. Bei mir war es ja so, dass meine Oma…“ Und schon hatte Aurélie das Thema zurück auf die französischen Wurzeln ihrer Familie gebracht.

Wie würde sie wohl die Hauptstadt des Landes finden, auf das sie seit kurzem so abfuhr? Nicht, dass wir ihr etwas Schlechtes wünschten, aber ich hoffte wirklich, dass bei ihr die Situation eintreffen würde, die Anna bereits vorausgesagt hatte.

Ich ging zu Anna, die sich gerade einen Schokoriegel aus dem Automaten neben den Fahrplänen zog.

„Guck mal“, sagte ich und nickte zum französischen Trio herüber. „Jetzt, wo wir ihr unser Desinteresse gezeigt haben, nagelt Aurélie andere fest.“

Anna sah zum Grüppchen herüber. „Tja“, antwortete sie nur.

„Na ja, vielleicht macht sie das nur, weil sie beleidigt ist. Einfach stumpf wegzugehen, das war von uns wohl auch nicht so ganz in Ordnung.“

„Ja, das habe ich auch schon gedacht“, gab Anna achselzuckend zu. Wir setzten uns auf eine noch freie Metallbank, etwas abseits von den anderen.

„Am besten sprechen wir sie gleich mal an, wenn wir im Zug sitzen“, schlug ich vor.

„Okay“, stimmte Anna zu. „Ich bin mir sicher, sie versteht das, wenn wir es ihr erklären.“

Zehn Minuten später traf der Regionalzug ein, der uns nach Frankfurt am Main bringen sollte. Dort würden wir in den Nachtzug nach Paris umsteigen.

Anna und ich schafften es, als die Ersten einzusteigen, um uns gute Plätze zu sichern. Wir ergatterten einen Vierer und setzten uns so hin, dass ich nicht rückwärts fahren musste. Denn ich hasse Rückwärts-Fahren, vor allem im Zug.

Aurélie betrat den Zug und ging in unsere Richtung. „Hey, Aurélie, willst du dich nicht zu uns…“, rief Anna, doch Aurélie ging an uns vorbei, ohne uns auch nur anzugucken.

„…setzen“, beendete Anna den Satz und fuhr fort: „So viel dazu. Die ist sauer, hundertprozentig. Eine von uns sollte nachher mal hingehen und mit ihr reden.“

„Stimmt. Ich werde das machen, denn schließlich war es ja meine Idee, einfach wegzugehen“, schlug ich vor.

Anna warf ein: „Ich hätte dich aufhalten können“, und grinste dabei schief. „Wir sollten es beide machen.“

„Na gut.“

In diesem Augenblick betrat Lea den Zug. Sie besprach noch irgendeine letzte Sache mit diesem braunäugigen Schönling von vorhin, dann ging er nach hinten zu seinen Freunden und sie ging nach vorne, zu uns. Natürlich lächelte Lea ihn noch einmal besonders verführerisch an, bevor sie sich trennten.

Danach setzte sie sich auf den Platz, der eigentlich für Aurélie bestimmt gewesen war. „Ach, ist das schön, drei Tage von zu Hause weg zu sein“, seufzte meine große Schwester glücklich.

„Ich bin auch froh darüber“, meinte ich lauernd, „nur ist bei mir kein einsachtzig großer Kerl daran schuld.“

„Sei nicht so neugierig, kleine Schwester“, entgegnete Lea und gab mir einen Stups auf die Nase. „Du bist noch viel zu jung für so was.“ Sie lachte.

„Was heißt hier klein“, verneinte ich entschieden, „ich bin nur einen Zentimeter kleiner als du und anderthalb Jahre jünger. Genauer gesagt, ein Jahr, fünf Monate, drei Wochen, einen Tag, vier Stunden und drei Minuten.“

Lea und Anna fingen schallend an zu lachen. „Mit welchem Taschenrechner hast du das ausgerechnet?“, fragten sie zum Scherz.

„Ha, ha, ha. Aber ich bin so froh, dass ich von zu Hause weg bin, ganz ehrlich. Das Gezoffe hätte ich keinen Tag länger ausgehalten.“

„Das sehe ich ganz genauso. Ich hoffe übrigens immer noch, dass Mama das Angebot von ihrer Freundin nicht annimmt. Das würde doch die gesamte Haushaltsplanung durcheinander schmeißen.“

„Mir ist es relativ egal, wie sie sich entscheidet. Ich kann beides verstehen“, äußerte ich meine Meinung. „Hauptsache, es gibt hinterher keinen Streit.“

„Wenn eure Ma nicht wieder arbeitet, wird sie vielleicht für den Rest ihres Lebens darüber jammern, was sie für eine großartige Chance hatte, die sie nicht genutzt hat“, gab Anna zu bedenken.

„Auch wieder wahr“, antwortete Lea nachdenklich.

Überraschend kam Aurélie zurück. „Hi, worüber redet ihr gerade? Tut mir Leid, dass ich einfach an euch vorbeigerauscht bin, aber ich musste mir unbedingt eine Info über Europareisen besorgen.“ Auf dem Bild war der Eiffelturm abgebildet.

Anna und ich tauschten einen Blick. Es sah so aus, als hätte Aurélie das gerade ernst gemeint.

„Wir reden über zu Hause“, begann ich.

„Was war denn los?“, fragte Aurélie.

„Unsere Mutter hat ein Angebot von einer Freundin bekommen. Es geht darum, dass sie in deren Arztpraxis miteinsteigt, was bedeutet, dass sie wieder arbeitet.“

„Oh“, machte unsere Freundin.

„Ich bin total dagegen“, musste Lea natürlich gleich wieder ihre Meinung kundtun.

„Aber was meinst du dazu?“, wollte Aurélie wissen.

„Mir ist es relativ egal“, antwortete ich. „Das Einzige, was mir an der ganzen Sache nicht gefällt, ist, dass sich zu Hause alle deswegen zoffen.“

„Phh“, kam es aus Leas Ecke. Sie zog die Augenbrauen hoch. Zweifellos dachte sie an den Streit von vor ein paar Wochen. Seitdem herrschte bei uns zu Hause so dicke Luft, dass man sie mit dem Messer hätte schneiden können. Wenn wir uns sonst beim Abendessen trafen, hatten wir immer miteinander geredet, über Schule, Arbeit, die aktuelle Politik oder sonstwas. Jetzt wurde nur noch das Nötigste ausgetauscht.

„Lange hätte ich es zu Hause auch nicht mehr ausgehalten“, erzählte Lea. „Deswegen bin ich mitgefahren.“

„Stimmt. Aber das kann nicht der Hauptgrund gewesen sein“, bemerkte ich spitz und nickte währenddessen in die Ecke, in der dieser eine Typ von vorhin saß. Der schien sich auch tüchtig über diese Reise zu freuen, denn er guckte Lea die ganze Zeit an. Immer, wenn eine von uns zurückschielte, tat er so, als würde er nur eine Fliege beobachten oder so ähnlich.

„Ach, hör auf“, brummte meine große Schwester.

Im Zug von Wetzlar nach Frankfurt versuchten wir, ein wenig zu schlafen, was uns aber natürlich überhaupt nicht gelang. Der Hauptgrund dafür waren die Jungs, die irgendwelche Lieder sangen und ab und an ihre Bierflaschen klirren ließen. Natürlich so, dass Frau Lacombe und Herr Nowitzki es nicht bemerkten. Aber die waren ohnehin abgelenkt, denn sie schäkerten miteinander und lachten häufig. Grund Nummer zwei dafür, dass wir im Regionalexpress nicht schlafen konnten.

Na ja, nicht so schlimm. Die Fahrt dauerte eh nicht lange. Um drei vor elf, also drei Minuten zu früh, fuhr der Zug in den Frankfurter Hauptbahnhof ein.

Unsere Reisegruppe ging sofort geschlossen zum Gleis, an dem wir gleich in den Nachtzug einsteigen sollten. Da wir aber zu früh waren, stand der Zug noch nicht bereit.

Ermattet stellte ich meine riesengroße Reisetasche und den Rucksack erst einmal auf dem Boden ab und setzte mich dann auf denselbigen. Ich atmete aus.

Da hörte ich lautes Gelächter. Ich drehte mich zur Ecke, aus der es gekommen war, und erblickte unsere Begleitpersonen. Na, die verstanden sich ja immer noch prächtig. Das wunderte mich bei Herrn Nowitzki allerdings nicht wirklich. Mit seiner Art und seinem Aussehen schaffte er es einfach, jede Frau um den Finger zu wickeln.

Ich schaute mir Frau Lacombe genauer an und wieder einmal fiel mir auf, wie ähnlich sie meiner Mutter doch sah. Frau Lacombe lachte jetzt, für meine Mutter ging es zu Hause bestimmt nicht so lustig zu.

Wahrscheinlich würde Mama alles dafür geben, so eine, hm, lebenslustige Frau wie meine Französischlehrerin zu sein. Bestimmt sah sie den Wiedereinstieg in die Arbeit als ersten Schritt dahin an. So gesehen fand ich es echt schade, dass der Rest der Familie sich so gegen Mamas Arbeitswunsch stellte.

Na toll! Da hatte ich mich für Paris gemeldet, weil ich mich von zu Hause ablenken wollte, und hatte das genaue Gegenteil erreicht. Ich seufzte und drehte meinen Kopf traurig in die andere Richtung.

Da passierte etwas. Jemand hob meinen Blick auf und hielt ihn fest, wenn man das mal so sagen kann. Dieser Jemand war Frederik, in unserem Jahrgang besser bekannt als Freddy.

Er war ein ziemlich schräger Vogel. Seine Haare trug er raspelkurz und orange, er trug ständig irgendwelche Band-T-Shirts (von total unbekannten Bands), und es soll Leute geben, die ihn außerhalb des Unterrichts noch nie reden gehört haben. Außer seinen Freunden vielleicht.

Irgendwas irritierte mich an der Art, wie er mich anstarrte. Von der Seite, den Kopf leicht nach unten geneigt. Und außerdem ließ er meinen Blick wirklich nicht los, Freddy schaute mich die ganze Zeit an, ich verstand nicht, wieso und zog meine linke Augenbraue fragend hoch, doch Freddy erklärte nichts und wendete seine Augen auch nicht von mir ab.

Komisch. Irgendwo hatte ich diese Sorte Blicke doch schon mal gesehen. Wo war das nur?

Bevor mir die Antwort einfiel, fuhr der Nachtzug nach Paris auch schon ein und Freddy und ich setzten uns in zwei entfernte Abteile. Ich dachte über diese Situation am Gleis auch nicht weiter nach. Dazu war ich eh viel zu müde.