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Schlagwort-Archive: homophobie

30 days music challenge

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Ich liebe Listen, vor allem, wenn sie über Musik gehen. Und so entdeckte ich neulich auf Twitter die #30daysmusicchallenge. Ich kenne mich allerdings, ich würde zwischendurch garantiert vergessen, die Lieder zu posten, also mache ich es jetzt einfach en bloc.

Ein Song, den du magst, der eine Farbe im Titel hat

Ein Song, den du magst, der eine Nummer im Titel hat

Ein Song, der dich an den Sommer erinnert

Ein Song, der dich an jemanden erinnert, den du lieber vergessen würdest

Ein Song, der LAUT abgespielt werden muss

Ein Song, der macht, dass du tanzen willst

Ein Song zum Dazu-Fahren

Ein Song über Drogen oder Alkohol

Ein Song, der dich glücklich macht

Ein Song, der dich traurig macht

Ein Song, der dir niemals auf den Wecker geht

Ein Song aus deinen Vor-Teenager-Jahren

Einer deiner liebsten Songs aus den 70ern

Ein Song, den du gern auf deiner Hochzeit hören würdest

Ein Song, der ein Cover von einem anderen Künstler ist

Eines deiner liebsten klassischen Lieder

Ein Song für ein Duett beim Karaoke

Ein Song aus dem Jahr, in dem du geboren wurdest

Ein Song, der dich übers Leben nachdenken lässt

Ein Song, der dir viel bedeutet

Ein Lieblingslied mit dem Namen einer Person im Titel

Ein Song, der dich nach vorne bringt

Ein Song, von dem du denkst, dass jeder ihn hören sollte

Ein Song von einer Band, von der du dir wünscht, sie wäre noch zusammen

*denkt lange nach*

Ein Song von einem Künstler, der nicht mehr lebt

Ein Song, der macht, dass du dich verlieben willst

Ein Song, der dein Herz zerbricht

Ein Song von einem Künstler, dessen Stimme du liebst

Ein Song aus deiner Kindheit

Ein Song, der dich an dich selbst erinnert

Puh, war das ne lange Liste. Fühlt euch gern berechtigt, eure eigenen Listen in die Kommentare zu posten.^^

Mit musikalischen Grüßen

Die Kitschautorin

Das Beste von letzter Woche bis jetze

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Tagesordnungspunkt 1: Literatur

Neulich las ich ja „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling. Vermutlich dadurch animiert lieh ich mir auf der Arbeit seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ aus. Es war wieder toll, es zu lesen. Ich könnte jetzt einiges darüber erzählen, was er geschrieben hat, aber das würde dem Werk vermutlich nicht gerecht werden, also lest es lieber selbst. Nur über eine Szene möchte ich hier mal kurz ein paar Worte verlieren.

Irgendwo in Spanien kauft sich Hape Kerkeling eine Süddeutsche und liest sie. In der Zeitung ist auch ein Artikel darüber, dass Franz Müntefering alle schwulen Politiker dazu aufforderte, sich öffentlich zu outen, weil Schwule ja nun mal Menschen wie alle anderen seien. Die CSU ist dagegen, Begründung: Sexualität sei Privatsache eines jeden. Hape Kerkeling wird zu Recht total wütend darüber. Er gibt zu bedenken, dass ja auch niemand etwas dagegen habe, wenn ein Mann und eine Frau in aller Öffentlichkeit heiraten et cetera. Im Anschluss gibt er dann noch ein paar sehr wütende Statements zum Thema „Katholische Kirche und Homosexualität“ ab. Stellvertretend sei hier dieser Satz genannt, der meine Meinung dazu im Prinzip auch komplett wiedergibt:

Glauben die ernsthaft, dass Gott genauso kleingeistig und ideologisch wie sie selber ist?

(Ich muss das Buch bald mal wieder zurückgeben… aber es gefällt mir so gut… hach.)

Pilgern steht ja auch auf meiner Löffelliste. Mal sehen, wann ich das schaffe. Ich habe ja auch noch gar keine Ahnung, wo ich gerne pilgern würde und wie lange. Und wie viel mein armer, relativ schwach trainierter Körper aushält. (Tipps gerne in die Kommentare!)

Tagesordnungspunkt 2: Zeugnisse

Ich lebe und arbeite in Niedersachsen. Vor kurzem gab es hier Zeugnisse und am Dienstag kam eine Mutter mit ihrem Sohn beim Gemeindetreff vorbei. Und ich sag mal so, ich war meiner Mutter hinterher sehr dankbar dafür, dass sie nie in meiner Anwesenheit ihren Freundinnen mein Zeugnis gezeigt und detailliert die weitere Schullaufbahn erörtert hat.

Tagesordnungspunkt 3: Schlagzeug

Am Sonntag war ich mit einem Freund unterwegs und aus dem Schaufenster des örtlichen Trödelladens grinste mich ein Schlagzeug an. Ich überlegte hin und her… das Teufelchen auf meiner Schulter hat schließlich gewonnen und ich hab das Ding gestern tatsächlich gekauft. Der Besitzer des Ladens hat sich total gefreut.

„Wie, stand das Ding so lange bei Ihnen rum?“

„Ne, aber dauernd haben Leute drauf rumgetrommelt! Und die konnten das alle nicht! Das nervt!“

Nach ein bisschen Fachsimpelei über Phil Collins und andere Musiker machten wir uns ans Einladen. Als er meinen kleinen Wagen sah, staunte er nicht schlecht. Aber (*hebt den Zeigefinger*) nach ein bisschen Tetris-Spielen passte das Ding tatsächlich komplett rein. (Auch gut zu wissen.)

Das Schlagzeug steht jetzt bei mir im Keller. Mal sehen, wo es seinen endgültigen Platz bekommt… und zwar am besten isoliert, sodass ich nicht noch mehr Stress mit der Nachbarin kriege.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Ich las gerade, dass „Der Junge muss an die frische Luft“ verfilmt werden soll… das muss ich mir unbedingt ansehen.

PPS: Weiß jemand, wo ich gute Sticks herbekomme?

Valerie und der Priester

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Neulich bin ich auf ein interessantes Projekt gestoßen. Die atheistische Berliner Journalistin Valerie Schönian begleitet ein Jahr lang den Priester Franziskus von Boeselager. Und lernt enorm viel über ihn und seinen Glauben. Zu einigen Artikeln möchte ich jetzt meine Gedanken niederschreiben.

Zu Hause bei Franziskus im Sauerland

Valerie schreibt darüber, dass in Franziskus‘ Familie der christliche Glaube ganz selbstverständlich präsent war, anders als bei ihr. Das erinnerte mich an etwas, das mein Vater neulich gesagt hat. „Wir sind halt nicht damit aufgewachsen. Sonst wären wir vielleicht auch Christen geworden.“

Ich bin ja nun auch nicht damit aufgewachsen und habe mich trotzdem irgendwann taufen lassen, dachte ich gerade. Aber so ganz stimmt das ja auch nicht. In meiner Welt, anders als bei meinen Eltern, war der christliche Glaube ja durch Schule und Freunde durchaus präsent. Andererseits war die Mehrheit in meiner Heimat ja nicht evangelisch, sondern katholisch. Und ich habe immer gesagt, dass die Schulzeit mich dem Glauben nicht gerade näher gebracht hat. Hm.

Ich glaube, wer hier aufwächst, hat immer einen Bezug zu Gott. Man kann sich vielleicht gegen ihn entscheiden, aber ignorieren kann man die Idee von ihm nicht.

Das schreibt Valerie über Franziskus‘ Heimat, und ich glaube, bei mir in meiner kleinen Heimat nördlich der drittviertgrößten Stadt Niedersachsens war das genauso. Man konnte Gott und das Christentum da gar nicht ignorieren.

Franziskus‘ Eltern sagen, dass sie ihren Kindern den katholischen Glauben schon mitgeben wollten, nur weniger streng. Irgendwann werden mein Mann und ich sicher auch Kinder haben, und wir reden jetzt schon gelegentlich darüber, wie wir das mit dem Glauben genau machen wollen. Werden sie getauft? Beten wir mit ihnen? Gehen wir mit ihnen in die Kirche und wenn ja, in welche? Kommt an Weihnachten das Christkind oder der Weihnachtsmann? Alles noch ungeklärte, aber wichtige Fragen.

Valerie schreibt darüber, dass Franziskus vor dem Essen betet und dass sie vorher niemanden kannte, der das tut. Ich kannte auch nur eine Person und selbst die tut das nicht immer. Dann war ich drei Tage im Kloster. Die Schwester, mit der ich Kontakt hatte, betet grundsätzlich vorm Essen, egal, zu welcher Tageszeit oder wer mit ihr isst. Ich finde das gewöhnungsbedürftig und ich tue es selbst auch nicht. Aber falsch finde ich das nicht unbedingt. Für die Speisen, die man hat, sollte man schon dankbar sein.

In dem Text geht es auch darum, wie ein Unfall von Franziskus‘ Schwester die Eltern wieder näher zum Glauben führte. Ich finde es toll, dass die das geschafft haben. Ich meine, ich zweifle heute noch oft genug an Gott. Gerade, wenn mir irgendwas Schlimmes passiert.

Wandmomente: Unsere Gespräche über Homosexualität stecken fest

Wenn zwei so unterschiedliche Menschen wie Valerie und Franziskus aufeinandertreffen, bleibt es ja nicht aus, dass es manchmal hakt. Ein wichtiger Punkt ist da Homosexualität. Für Valerie wie für mich, sozusagen. Ich habe lange gezögert, mich einer christlichen Kirche anzuschließen, weil ich spürte, dass da für manche Menschen eben nicht alle gleich sind.

Franziskus sagt, dass nach dem Verständnis der katholischen Kirche eine Ehe darauf ausgerichtet ist, Kinder zu bekommen. Aber es gibt ja auch Paare, die keine bekommen können oder wollen. Was ist mit denen? Die dürfen heiraten. Gleichgeschlechtliche Paare können ja auch miteinander Kinder haben, Stiefkinder oder adoptierte Kinder zum Beispiel. Warum sollen die das nicht haben dürfen?

Franziskus sagt, dass er damit niemanden oder diskriminieren will. Ich sehe das ein bisschen anders.

Er ist genauso Christ wie ich. Aber es gibt da trotzdem einen Punkt, bei dem man nicht zusammenkommen kann. Ein Wandmoment halt, wie Valerie sagt.

Vorweihnachtszeit mit einem Priester

Ich muss ja sagen, Weihnachten ähnelt bei mir eher dem Weihnachten von Valerie – mit Weihnachtsmärkten, Plätzen, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, geliebte Menschen treffen und so. Aber ein bisschen hat mich schon gestört, dass Weihnachten bei mir vergleichsweise wenig mit dem Christentum zu tun hatte die letzten Jahre. Obwohl ich ja Christin bin. Und seit 2013 Weihnachten jedes Jahr in der Kirche war. Letztes Heiligabend waren Monsieur und ich also im 23-Uhr-Gottesdienst. Und ich habe sogar aus meiner brandneuen Lutherbibel die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Monsieur hätte nicht unbedingt auf einem Kirchbesuch bestanden. Naja, er war auch lange Jahre Lektor und in seinem Leben wahrscheinlich öfter in der Kirche, als ich es je sein werde.

Als ich den Abschnitt über die Austeilung des Abendmahls las, wurde ich wieder wütend. Mich macht immer noch total krank, dass offiziell kein gemeinsames Abendmahl möglich ist. Und dass ich das vermutlich nicht mehr erleben werde.

Drei Gottesdienste und eine heilige Nacht

Weiter oben schrieb ich, dass ich es etwas schade finde, wenn Weihnachten wenig mit dem Christentum an sich zu tun hat. Nichtsdestotrotz denke ich, dass auch Nichtchristen das Weihnachtsfest feiern können. Valerie schreibt, dass es ihr um die Familie geht, und das finde ich auch gut.

Sie schreibt außerdem, dass sie beim dritten Gottesdienst verwirrt darüber ist, wann was gesungen und gemacht wird (beim letzten Gottesdienst war das ja noch ganz anders). Das Gefühl kenne ich gut. Selbst wenn ich in einen ganz normalen evangelischen Gottesdienst gehe, kenne ich einige Teile der Liturgie nicht. Und als ich im Kloster mitgebetet habe, meine Güte…

Ihr Glaube ist fast anfassbar.

Das ist, was bei mir mehr ankommt als die Worte, und das so viele Menschen an Weihnachten in die Kirche treibt, auch wenn sie sonst nie kommen.

Ich glaube, das war lange Jahre mein Problem. Glaube war für mich nie anfassbar quasi, und dann habe ich irgendwann Menschen getroffen, bei denen das anders war. Hätte ich diese Menschen nicht getroffen, wäre ich wohl keine Christin geworden.

tl;dr: Das Projekt „Valerie und der Priester“ ist sehr interessant. Es gibt viele wichtige Einsichten und ich denke, dass man viel lernen kann, wenn man Menschen kennen lernt, die ganz anders sind als man selbst. Offenheit natürlich vorausgesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Advocatus diaboli

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Neulich las ich, auf Empfehlung einer sehr netten Klosterschwester, das Buch „Wenn dir das Lachen vergeht“ von Willibert Pauels. Willibert Pauels ist Büttenredner im Kölner Karneval und katholischer Diakon. Und er hat jahrelang mit Depressionen gekämpft. Ich kann das Werk nur empfehlen. Jeder, der Informationen über diese psychische Krankheit sucht bzw. mehr darüber wissen will, ist damit gut beraten. Dennoch gab es da einige Stellen, die ich hier jetzt mal besprechen will.

Normalerweise sage ich ja immer etwas scherzhaft, dass ich Niedersächsin mit mecklenburgischem Migrationshintergrund bin. Genauso gut könnte ich jedoch sagen, ich bin Lutheranerin mit atheistischem Migrationshintergrund. Und das macht sich bei gewissen religiösen Texten immer bemerkbar.

Herr Pauels ist zum Beispiel der Meinung, dass eine atheistisch-materialistische Weltsicht, in der es keinen Geist gibt, sondern nur Materie, eine tiefe Trostlosigkeit zur Folge habe. Und da frage ich mich: Muss es das automatisch? Es gibt viele Atheisten, die mit sich und ihren Ansichten total zufrieden sind. Die eben nicht in eine große Sinnkrise geraten.

Oder kannst du deinem Kind in die Augen schauen und ihm erklären: Du, Kind, bist letztlich nichts anderes als ein Zellhaufen, der biochemisch reagiert. Und wenn ich dich lieb habe, Kind, ist auch das letztlich nichts anderes als eine biochemische Reaktion in meinem limbischen Gehirnlappen.

Man korrigiere mich, wenn ich falsch lege, aber ich interpretiere diese Stelle so, als würde er allen Atheisten unterstellen, sie könnten so etwas wie Liebe gar nicht empfinden, weil sie schließlich nicht an Gott glauben und deswegen keine Ahnung davon haben. Meine Eltern sind Atheisten und ich habe nie das Gefühl gehabt, sie würden mich oder meinen Bruder nicht lieben, nur weil ihnen laut ihrer Ansicht kein Gott Liebe ins Herz gepflanzt hat.

An einer anderen Stelle geht Herr Pauels auf die Bedeutung des Karnevals in der katholischen Welt ein. In diesem Zusammenhang schreibt er wie folgt:

Im Übrigen gehört die angebliche Leib- und Sinnenfeindlichkeit der Kirche zu den großen, aber unausrottbaren Irrtümern. Der ausgelassenste, der rauschhafteste Karneval wird in den katholischen Ländern Mittel- und Südamerikas gefeiert. Unvorstellbar etwa, dass der erotischste Tanz, der Tango, im nordamerikanischen Bible Belt erfunden worden wäre. Oder in Dschalalabad… Unvorstellbar.

Das erinnert mich daran, als ich sechs Jahre alt war. Meine Mutter hatte mir total verboten, von den Süßigkeiten im Küchenschrank zu naschen. Und genau deswegen habe ich es mit Freude getan. :3

Über Papst Benedikt schreibt er auch. Er sagt, dass die jungen Leute, die Benedikt beim Weltjugendtag zujubelten, verstanden hätten, dass es um „solche Fragen“ (gemeint sind die, naja, sehr traditionellen Positionen, die der emeritierte Papst vertritt) in der Religion nur am Rande geht. Und er zitiert sich selbst aus einer alten Zeitungskolumne:

Es war köstlich zu beobachten, mit welcher Verbissenheit kritische Medien immer wieder versuchten, die Themen Sexualmoral und Frauenpriestertum in den Mittelpunkt zu stellen, und von den Jugendlichen (die zum allergrößten Teil nicht die rigorose Sexualmoral der katholischen Kirche befolgen) ebenso regelmäßig als Antwort bekamen: Das ist mir doch egal…

Liebe Kritiker, kapiert doch endlich: All diese Punkte, die ihr mit empörter Aufgeregtheit, zum Teil auch berechtigt, thematisiert, sind aus der Perspektive einer gesunden Religiösität Randthemen.

Es ist also ein Randthema, wenn über die Hälfte der Weltbevölkerung diskriminiert wird? Wenn man gläubige Menschen nicht dazu zulässt, das Wort Gottes zu verkünden, nur weil ihnen nichts zwischen den Beinen baumelt? Wenn man junge Menschen davon abhält, ein gesundes Geschlechtsleben zu entwickeln, aufgrund total überkommener Moralvorstellungen? Wenn mein guter Freund seine große Liebe nicht heiraten darf, weil die ein Mann ist?

Da kann er noch so lange Papst Benedikt zitieren, dass jeder von Gott geliebt ist. Nach solchen Zitaten wie dem da oben glaubt man das auch nicht mehr unbedingt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Leukämie ist ein mieses Arschloch

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Guido Westerwelle ist gestern gestorben. Ich war politisch gesehen nicht mit ihm einer Meinung, aber sein Tod ist trotzdem traurig. Noch dazu, wenn man weiß, wie es passiert ist. So etwas gönne ich keinem. Herr Westerwelle hatte akute Leukämie, die vor zwei Jahren diagnostiziert wurde, und wenn man nicht zufällig darüber gestolpert wäre, wäre er schon viel eher gestorben.

Er hat dem Spiegel ein längeres Interview gegeben letzten November. Es ist wirklich sehr interessant: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/guido-westerwelle-im-spiegel-gespraech-und-dann-stirbste-a-1083100.html Er redet darüber, was er bereut, über seine Erfahrungen mit Homophobie, über Möllemanns Antisemitismus und vieles mehr.

Wie immer, wenn irgendwo irgendwas passiert, schaut man, ob man die Nachricht mit sich selber verbindet. Ich musste ziemlich schnell an meinen Großvater denken. Der leidet zwar an einer anderen Form der Leukämie und lebt nun schon über neun Jahre damit, aber es gibt Zeiten, wo es ihm auch richtig schlecht geht. Einmal hätte er fast eine Knochenmarkspende gebraucht. Als ich erfahren habe, dass er krank ist, habe ich mich direkt typisieren lassen (und ich kann euch nur empfehlen, das auch zu tun). Mein Großvater muss höllisch aufpassen. Krankheiten, die normale Menschen sehr einfach wegstecken würden, bringen ihn immer gleich ins Krankenhaus. Ich hoffe, dass er irgendwann nicht mehr leiden muss. Dass irgendwann niemand mehr daran leiden muss.

Grüße

Die Kitschautorin

Bedeutungsschwanger, Teil 5

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Dieses Telefonat hatte ich auf dem Weg von der Haltestelle nach Hause geführt. Eigentlich war es ein ganz normaler Tag gewesen. Bis auf die Tatsache, dass Aurélie nirgendwo zu sehen war. Ihre Sache. Früher war sie fest in unseren Alltag integriert gewesen, wie das eben so war bei guten Freunden, und jetzt war sie quasi weg. Nur noch für Freddy vorhanden. Und bald nicht mal mehr das.
Ich leerte ganz normal den Briefkasten, steuerte mit der daraus entnommenen Korrespondenz die Wohnung an und ging hinein. Gerade, als ich mein Zimmer aufschließen wollte, klingelte es an der Tür. Überrascht ging ich zur Gegensprechanlage. Anna steckte den Kopf aus ihrer Zimmertür.
„Hallo, wer ist da?“
„Hi, wir sind’s, Lea und Gero. Können wir raufkommen?“
„Öh, na klar, kommt ruhig her!“ Ich drückte den Türöffner und ein paar Sekunden später standen meine Schwester und ihr Freund in der Tür. Zur Begrüßung umarmtem Anna und ich sie herzlich.
Wir setzten uns in Annas Zimmer. Ich saß auf dem Bett. Anna hatte sich neben mir im Schneidersitz niedergelassen und umklammerte ihr Herzkissen. Sie sah aus, als hätte man ihr alles Blut aus dem Körper gesaugt.
Gut gelaunt fragte Lea: „Ist Aurélie noch nicht von der Uni wieder da?“
Betretenes Schweigen. Bis Anna zischte: „Die dumme Kuh kann bleiben, wo der Pfeffer wächst!“
Erschrocken fragte Lea, was mit unserer ehemals so guten Freundin geschehen war, dass Anna so etwas von sich gab.
„Tja, was soll ich sagen“, antwortete Anna. Sie sah meiner Schwester in die Augen. „Ich bin mit Kati zusammen, sie hat sich furchtbar darüber aufgeregt, das sei unnatürlich und so weiter, und dann hab ich sie aus der Wohnung geworfen.“
Lea und Gero standen die Münder offen. Meine Schwester ging kurz auf Anna zu und umarmte sie. „Mein Gott, Anna, das… hab ich ja gar nicht gewusst… und das mit Aurélie tut mir so wahnsinnig Leid!“
„Naja, was soll ich sagen. Immerhin eine weitere Idiotin enttarnt!“ Anna bemühte sich um ein Lächeln.
„Ich finde solche Leute furchtbar. Was soll denn bitte unnatürlich daran sein, wenn sich zwei Frauen lieben? Ist doch das Normalste von der Welt!“, regte sich Gero auf.
„Was ist jetzt eigentlich mit Freddy? Habt ihr den noch mal gesehen?“, erkundigte sich Lea.
„Ich hab grad noch mit ihm telefoniert“, erzählte ich.
„Echt? Was hat er so gesagt?“
„Dass sie nur noch bei ihm rumhängt, er sie mittlerweile unausstehlich findet und er sich von ihr trennen will.“ Ich guckte in der Runde herum.
Anna stand auf. Sie fuhr sich durch die Haare, ging zum Fenster, riss die Vorhänge auf, öffnete das Fenster, setzte sich wieder hin und machte einen auf erwartungsvolle Vorbeugung. „Na, warum seid ihr denn jetzt eigentlich hier?“
Blickaustausch. „Naja, ich weiß nicht, ob wir das jetzt noch verraten sollen“, gab Lea zu. Worauf Anna erwiderte: „Wieso nicht?“
„Nun ja… ist ja jetzt nicht grad ‘ne fröhliche Begegnung hier!“, warf Gero ein.
„Na und? Ich will nicht, dass ihr umsonst gekommen seid, und ich will auch nicht den Rest meines Lebens rumtrauern! Freuen wir uns lieber, dass Aurélie hier bald weg ist! Und jetzt sagt mir, wieso seid ihr hier?“, rief Anna mit einer solchen Energie, dass wir uns alle ungläubig anguckten.
Nachdem mehrere Blicke hin- und hergewechselt waren, sprachen Lea und Gero aus, was ihnen auf dem Herzen lag und der Grund ihres Besuches war:
„Wir heiraten!“
Zwei Worte, und doch so viel mehr als nur zwei Worte. Anna war die Erste, der in lauter Freude das Gesicht entrückte, nur Sekunden vor uns. Danach stürzten wir uns alle in die Arme, jubelten und freuten uns mit den Neuverlobten.
„Aber ihr wolltet doch gar nicht – du hast dich doch neulich noch mit Oma gestritten, weil du nicht wolltest!“
„Naja, es war nicht unbedingt so, dass ich nicht wollte, ich mag nur nicht zu etwas gezwungen werden!“ Leas Mund verzog sich zu einem Grinsen. „Und außerdem, denk mal an die ganzen Steuervorteile!“
„Ich finde ja nun nicht unbedingt, dass die allein ein Grund zum Heiraten sind“, mahnte Anna. „Wann genau soll die Hochzeit denn stattfinden?“
„Nächste Woche Freitag.“
Wir schauten uns erstaunt an. „So schnell? Gerade du?“
„Ja, ich bin immer wieder für Überraschungen gut“, schmunzelte meine Schwester.
„Aber wie habt ihr denn das geschafft? Das ist ja ‘ne richtige Blitzhochzeit!“, bemerkte Anna ganz richtig.
„Naja, ich wollte das Ganze halt unbedingt durchziehen, bevor…“ Lea senkte ihren Kopf Richtung übergroßen Bauch.
„Ja, aber, bist du denn verrückt?“, gab ich zurück. „Der Geburtstermin ist doch schon in zwei Wochen? Was musst du denn da unbedingt noch vorher heiraten?“
„Keine Sorge“, versicherte mir Lea, „die Kleine kommt genau am Sechzehnten zur Welt. Keinen Tag früher. Ich hab das alles mit der Gyn abgesprochen.“
So sicher war ich mir da nicht. „Naja, du warst schon immer dafür bekannt, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.“

Der nächste Tag barg viele aufregende Begebenheiten und Aufgaben. Im Positiven wie im Negativen. Ich musste wieder einmal eine Runde Dienst im Café schieben, aber das war im Grunde keine wirkliche Arbeit, denn es machte viel Spaß und kurz vor Semesterende kamen nicht mehr so furchtbar viele Gäste. Nicht zuletzt gab es gut Geld dafür. Wer konnte das nicht gebrauchen?
Nach der Schicht hatte ich mich mit Kati verabredet; ich wollte mit ihr in die Stadt gehen. Da sie ein Händchen für Mode hatte, hatte sie sich bereit erklärt, bei der Wahl meiner Garderobe für nächste Woche Freitag zu helfen. Ich hatte davon ja überhaupt keine Ahnung. Shoppen war mir im Allgemeinen ein Graus.
Kurz, bevor meine Schicht endete, so eine halbe Stunde etwa, kam Kati ins Studentencafé, ließ sich auf einen Hocker am Tresen nieder und bestellte einen Kaffee.
„Na, wie isses?“, begrüßte ich sie.
„Ach, die ganze Welt verändert sich so schnell!“, bekam ich zur Antwort.
Ich streute ein Kaffeepulverherz auf die Milchhaube. „Als hätte ich das nicht schon dreitausend Mal gehört in der letzten Zeit.“
Kati nickte lebhaft. „Ja, das stimmt aber auch. Ich hab ‘ne neue Freundin, ich verlier ‘ne gute Freundin, jetzt wird auch noch geheiratet…“
„Du bist übrigens auch herzlich eingeladen.“ Ich stellte den Kaffee vor ihr hin.
„Ich weiß nicht, ob ich kommen will.“ Missmutig starrte sie auf das Kakaopulverherz.
„Wieso nicht? Es wird sicher eine sehr schöne Feier. Und uns allen wird sicher was fehlen, wenn du nicht dabei bist.“
„Meinst du?“ Sie schaute auf. „Und wenn da wieder irgendwelche Idioten sind?“
„Auf die musst du scheißen!“, sagte ich in aller Deutlichkeit. „Sind nur nette Leute eingeladen. Aurélie darf also zum Beispiel schon mal gar nicht kommen.“
„Na dann.“
„Du darfst jetzt ja nicht den Fehler machen und dich eingraben! Hat deine Liebste übrigens auch gesagt.“
„Wann das denn?“
„Na, gestern Abend.“
Sie schlürfte einen großen, großen Schluck von ihrem Kaffee. Und dann sah sie mich wieder an. „Eigentlich hast du Recht.“ Kurzer Blick auf die Uhr. „Dann gehen wir also mal gleich los, um für dich nach den umwerfendsten Hochzeitsoutfits zu gucken, die es gibt.“ Jetzt lächelte Kati sogar.
Nach einem kurzen Blick auf die Wanduhr beschloss ich ebenfalls, dass es Zeit war, loszufahren, hing die Schürze an die Wand und wir machten uns auf den Weg.

An diesem Nachmittag hatte ich gelernt, dass Shoppen durchaus unterhaltsam sein konnte, vorausgesetzt, man nahm jemanden mit, der dafür geeignet war, und besuchte die richtigen Läden. Bis jetzt war ich eigentlich fast nur in Familienbegleitung unterwegs (wie toll das ausgehen kann, weiß sicherlich jeder junge Erwachsene), und die wenigen Male, die ich mich seit meiner Volljährigkeit in Läden gewagt hatte, waren immer einhergegangen mit furchtbarer Beleuchtung in viel zu kleinen Umkleidekabinen und mit noch kleineren Klamotten. Wenn man manche Geschäfte besuchte, konnte man echt glauben, auf der Welt gebe es nur noch Frauen mit Größe 36 oder kleiner.
Aber an diesem frühen Sommernachmittag war alles anders. Ich hatte eine kompetente Beraterin dabei, die Verkäuferinnen kümmerten sich auch um mich, und außerdem gingen wir nicht in die Massengeschäfte; da gab es sowieso nicht das, was wir suchten. Dutzende Teile hatten wir ausprobiert, bis ich zwei schicke Teile gefunden hatte. Eins davon in Leas Wunschfarbe Rot. Da etwas Schönes zu finden, war eine Heidenarbeit. Ich dachte eigentlich immer, Rot würde mir überhaupt nicht stehen. Doch schließlich hatte ich etwas Passendes gefunden und es sah sogar ganz gut aus.
Ich konnte es gar nicht erwarten, nach Hause zu kommen. Ich wusste nämlich, dass Lukas zu Hause bereits auf mich wartete. Er hatte mir geschrieben, dass er etwas früh dran war, um mich für die Bandprobe abzuholen. Also öffnete ich die Tür, brüllte ein „Hallo, ich bin da!“ in die Wohnung und verzog mich sogleich mit meinen Einkäufen in die Toilette. Zuerst wollte ich ihm mein wunderschönes Kleid zeigen, das für die kirchliche Hochzeit gedacht war. Ich streifte es also über und lief in die Küche, aus der ich seine Stimme vernahm. „Hallo, wie findest…“ Der Rest des Satzes blieb mir im Hals stecken.

Bedeutungsschwanger, Teil 4

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Lukas und ich verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen. Wir liefen ein wenig durchs sonnige Frankfurt, aßen ein bisschen Eis und kuschelten in meinem Bett. Die Sonne schien und bruzzelte ordentlich. Jedenfalls ließ sie offenbar die Gehirne einiger Mitmenschen ordentlich braten, wie ich nach dem Nachmittag leider denken musste.
Es hätte so schön sein können. Zeit mit Lukas verbringen, sich daran erfreuen, wie die Dinge so liefen. Und vor allem nicht das erleben, was mir passierte.

Alle Menschen dieser Welt sind sicher schon mal sehr unangenehm aufgewacht. Ist mir auch schon öfters untergekommen. Aber selten war es so schlimm wie an diesem Tag.
Lukas und ich kuschelten in meinem Bett und hatten es sehr gemütlich. So gemütlich, dass wir nach einer Weile einfach wegdösten. Ich hatte es nicht mal gemerkt, bis Aurélie in mein Zimmer stürmte wie ein Stier in die Arena. Ich musste daran denken, wie ich neulich im Fernsehen einen durchgedrehten Stier gesehen hatte, der das Publikum attackierte. Lukas und ich schreckten hoch.
„Was ist denn los?“, murmelte ich.
„Ich kann kaum glauben, dass diese hinterlistige Schlampe so etwas Ekliges macht!“, schrie sie schon fast und streckte mir einen Gegenstand entgegen, der mir in meinen noch verschlafenen Augen so vorkam wie Annas Handy.
„Wie bitte? Zeig mal her!“, antwortete ich und riss Aurélie das Teil aus der Hand. Gierig las ich das, was auf dem Display angezeigt wurde. Eine SMS von vor ein paar Stunden.
Ich bin so froh, dass ich dich kennen gelernt habe. Ich hoffe, wir können viel Zeit miteinander verbringen. Ich liebe dich. Kati.
Ungläubig wie noch nie in meinem Leben starrte ich Aurélie an. „Und was ist jetzt genau dein Problem?“
„Also, ich bitte dich! So was ist doch total ekelhaft! Mädchen und Mädchen, bah! Und überhaupt – so was zu machen, ohne uns das zu sagen. Stell dir doch mal vor, wie oft sie uns nackt gesehen hat und sich wahrscheinlich noch daran aufgegeilt hat!“ Sie schüttelte sich. Ich mich innerlich auch.
„Sag mal, hast du sie noch alle? Es ist überhaupt nicht unnatürlich, wenn zwei Frauen was für einander empfinden! In welchem Jahrhundert lebst du eigentlich? Und wie würde es dir eigentlich gehen, wenn dir jeder Kerl pauschal unterstellen würde, du würdest dich an ihm aufgeilen? Sag mal, geht’s noch?“ Meine Stimme steigerte sich fast bis zum Überschlag. Lukas, der bis dahin nur still dagesessen und sich nicht getraut hatte, sich irgendwie zu äußern, stupste mich an und zeigte mit seinem Kinn auf die Tür. Und da stand Anna.
Ihr Mund stand offen. Das wäre mir wahrscheinlich auch so gegangen.
„Was… was machst du denn hier?“, stammelte ich hilflos. Ohne ein Wort ging sie zu mir und nahm mir das Handy aus der Hand. Dann starrte sie Aurélie an. Hasserfüllt. In ihren Augen bildeten sich Tränen.
„Raus!“, schrie Anna und zeigte auf die Zimmertür. „Raus mit dir! Ich will dich hier nie wieder sehen!“
Aurélies Blick war nicht zu deuten. Irgendwie leer. Jedenfalls schien es nicht so, als würde Anna ihr noch irgendetwas bedeuten.
Sie schnappte sich ihre im Flur liegende Tasche und verließ das Haus.
Anna klappte auf meinem Teppich zusammen. Sie weinte sich fast das Herz raus. Es kamen verheulte Wortfetzen aus ihr raus: „Wie kann sie nur… sie akzeptiert mich nicht… will sie nie wieder sehen!“
Um sie zu trösten, nahmen Lukas und ich sie in den Arm. Aber manchmal gibt es wohl einfach keinen Trost.

You’re too complicated
We should separate it
You’re just confiscating
You’re exasperating
This degeneration
Mental masturbation
Think I’ll leave it all behind
Save this bleeding heart of mine
It’s a matter of trust
Because you don’t care about us

Anna fühlte sich schrecklich. Es ist immer schrecklich, wenn du plötzlich feststellst, dass die Leute, mit denen jahrelang eine enge Freundschaft bestand, dich auf einmal verachten und ablehnen. Noch dazu aufgrund solch einer Sache. Wie geht man damit um, wenn man gerade damit angefangen hat, eine andere Seite an sich zu entdecken, mit der man selber noch nicht so recht umzugehen weiß und dann erhält man auch noch negative Reaktionen? Anna haute es ziemlich um, verständlicherweise. Mit Kati traf sie sich nur noch zu Hause, weil sie keine fremden Blicke mehr ertragen konnte.
Aurélie ließ sich nach dem Vorfall natürlich nicht mehr blicken. Wir legten auch keinen gesteigerten Wert drauf, zu wissen, wo sie war. Es war uns egal. Wir nahmen an, dass sie die meiste Zeit bei Freddy verbrachte.
Mir war aufgefallen, dass ich ihn, seit er mit Aurélie zusammen war, kaum noch gesehen hatte. Ein wahres Kunststück, wenn man bedachte, dass ich jetzt mit Aurélie zusammenwohnte. Sie saugte wohl seine ganze Zeit auf. Viel mehr als ein paar Gespräche waren da nicht zusammengekommen.
Besonders in Anbetracht der augenblicklichen Situation musste das dringend geändert werden. Ich rief ihn an.
„Steiner?“
„Sara hier, hallo. Na, wie geht’s?“
„Bescheiden, und dir?“
„Könnte besser sein. Wieso, was ist bei dir denn los?“
„Ich könnte mich erschießen. Aurélie hängt nur noch bei mir rum und schimpft und hetzt die ganze Zeit, dass meine Ohren schon am Bluten sind.“
Dann war meine Vermutung also richtig gewesen.
„Lass mich raten: Es hat was mit Anna zu tun, stimmt’s?“
„Ja, genau. Mal ehrlich, es ist mir mittlerweile ein Rätsel, wie ich diese Frau jemals lieben konnte.“
Ich war überrascht, so etwas zu hören, und dann auch wieder nicht. „Und was willst du jetzt unternehmen? Ist sie grade bei dir?“
„An sich schon, aber sie ist grad einkaufen.“ Freddy atmete tief durch. „Was werde ich schon machen wollen? Ich seh da absolut keine Zukunft mehr. Wer will auch schon mit einer Frau zusammen sein, die so einen Scheiß redet und einem dann auch noch die ganze Zeit stiehlt? Ich werde die Sache beenden, bevor sie meine Minibutze komplett in Beschlag nimmt.“
„Gute Entscheidung“, antwortete ich. „Aber achte dabei auf deinen Ton, bevor du dir ihren heiligen Zorn zuziehst. Wer weiß, was dann noch passiert.“