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Nazis und Austauschstudenten

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Ich war schon immer der Meinung, dass die Vergangenheitsbewältigung in punkto Nationalsozialismus nicht so gut geklappt hat. Aber selten war es so deutlich wie in der vorletzten Sitzung des Seminars „Eichmann in Jerusalem“. Eugen Steimle, ranghoher Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und verantwortlich für Massenmorde in der Sowjetunion, wurde zuerst zum Tode und dann zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, wovon er sechs Jahre absaß. Nach der Freilassung arbeitete er als Gymnasiallehrer für Deutsch (!) und Geschichte (!!). Werner Heyde, einer der Hauptorganisatoren der Euthanasiemorde, konnte nach dem Krieg als Arzt praktizieren. Das gehört zu den Gründen, aus denen ich mir immer an den Kopf fasse, wenn mal wieder irgendjemand behauptet, man solle die Nazizeit doch langsam mal vergessen. Wie kann man so was nur vergessen?

Derselbe Dozent, der das Eichmann-Seminar gibt, ist auch für das Seminar „Integration oder Assimilation?“ verantwortlich. Vor kurzem beschäftigten wir uns ja mit Sarrazin. Der Dozent überlegte, was er in der letzten Sitzung mit uns anstellt, meinte aber, dass wir uns Sarrazin als Gast wohl nicht leisten könnten, denn der nehme 15000 Euro. 15000 Euro für so einen Müll. Wow. Wir alle wissen ja, dass es Fremdenfeindlichkeit nicht nur in Deutschland gibt. In der Schweiz (dem Land, aus dem unser Dozent kommt) gibt es eine von der SVP ausgehende Initiative gegen die „Masseneinwanderung“ der Deutschen. Am 9. Februar soll es sogar einen Volksentscheid darüber geben. Und so, wie’s aussieht, liegen die Antideutschen vorn.

Bevor mein Dozent in der Schweiz lebte, kam er aus Griechenland. Auch die Familie seiner Frau stammt daher. Sein Schwiegervater war mal Austauschstudent in Österreich und lebte dort bei einer alten Nazitante, die die ganze Zeit Nazilieder vor sich hersang. Unwissend, was das alles bedeutete, nahm der damals junge Mann die Lieder in sich auf. Zig Jahre später trifft dieser mittlerweile alt gewordene Mann auf den Freund seiner Enkelin. Er bekommt mit, dass dieser Deutscher ist. Und um sich mit ihm gut zu stellen, singt der alte Mann eins der Lieder aus seiner Untermieter-Zeit. Das kam nicht so gut an.

Heute hatte ich nun wieder eine Sitzung „Eichmann in Jerusalem“. Diesmal ging es u.a. um die Kollaboration in Frankreich. Und ich war eine von ganzen zwei Studenten, die sich schon vor dem Referat mit diesem Thema beschäftigt haben. Eine Studentin, die in Basel zur Schule gegangen ist, erklärte sogar, dass das Ganze bei ihr im Unterricht niemals thematisiert wurde. Schockierend.

Es gibt natürlich auch lustige Momente in meinem Studium. In einem meiner Seminare gibt es einen Erasmus-Studenten aus Spanien. Mit Vornamen heißt er Jesús, was immer wieder Anlass für verschiedene Witze ist. Beispiel: Er fehlte in der letzten Sitzung vor Weihnachten und meine Dozentin äußerte sich folgendermaßen:

Jetzt ist bald Weihnachten und ausgerechnet heute ist Jesús nicht da.

Die Dozentin hat in der letzten Sitzung aber auch eine furchtbare Geschichte erzählt: Sie hat mal (in Gedenken an ihre Mutter, die sich selbst vorwarf, nicht genug für die Rettung der Sinti und Roma getan zu haben) Stolpersteine verlegen lassen. Als sie sah, dass diese dreckig geworden waren, putzte sie die Steine. Es kamen Leute an und haben sie gefragt: „Müssen Sie das machen? Sind Sie Hartz IV?“

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Das Browser-Tipp-Alphabet-Spiel

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(auf http://dasnuf.de/zeug/das-browser-tipp-alphabet/ gefunden und für cool befunden)

A – amazon.de. Weil ich ständig meine Wunschzettel aktualisiere und neue Bücher bestelle.

B – bahn.de. In letzter Zeit musste ich ziemlich oft verreisen.

C – change.org. Ich unterschreibe dort ständig irgendwelche Petitionen. Hab jetzt sogar selber eine erstellt, siehe unten.

D – duesterkitsch.jp.pn. Manche Bilder sind nett und so bin ich irgendwie hängengeblieben.

E – ehrlichforum.iphpbb3.com/forum/20934508nx3903/und-weiter-gehts-in-der-lindenstrasse-f11/. Ich habe diese Serie nur ein oder zwei Mal gesehen, dank dieser Seite bin ich aber trotzdem bestens darüber informiert, was da abgeht. Keine Ahnung, warum ich mir das durchlese, ohne die Serie zu gucken.

F – forum.fernsehkritik.tv. Mein absolutes Lieblingsforum. Smiley mit geöffnetem Mund

G – garfield.com. Weil er mir so ähnlich ist. Smiley mit geöffnetem Mund

H – hallegartlage.de. Am Samstag war ich auf dem Herbstjahrmarkt. Es war super.

I – ircstuff.de/eggdrop/iz-service/funktion/ Ich glaube, es ging um den Bot, den ich in meine IRC-Channels gesetzt habe.

J – nix. Komisch, früher hätte da mindestens das eine Video von Junesex gestanden.

K – klopfers-web.de. Meine Lieblingsinternetseite.

L – lindenstrasse.de. Siehe E.

M – massengeschmack.tv. Ich bin Abonnentin der Magazine Fernsehkritik-TV und Presseschlau.

N – ndr.de/regional/niedersachsen/emsland/index.html. Man will ja darüber informiert sein, was in der eigenen Region abgeht.

O – osradio-podcast.de. Ich habe nach meinen eigenen Beiträgen gesucht. Nein, nicht, weil ich meine Stimme so geil finde.

P – pons.eu

Q – queer.de

R – rosenhof-os.de. Meine Lieblingsdisco. Ich muss unbedingt mal wieder hin.

S – studiblog.net. Haben mich, nachdem ich dort kommentiert hatte, angeschrieben, ich solle auch für sie bloggen. Bin skeptisch.

T – twitter.com. Ich liebe Twitter einfach.

U – unblockyoutube.us. Weil es so viele Videos gibt, die ich mag, die aber in Deutschland eine Sperre haben.

V – vos.info

W – wordpress.com

X – nix

Y – youtube.com/?gl=DE&hl=de

Z – zufallsgenerator.net. Wenn ich mich mal wieder nicht entscheiden kann.

Meine Petition zum Thema “Blutspende für Männer, die Sex mit Männern haben” hat übrigens noch viel zu wenig Unterstützer! Jetzt unterschreiben und verbreiten! http://tinyurl.com/p6w37xr Die Regelung ist diskriminierend und gehört abgeschafft. Je früher das gelingt, desto besser.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nur ein paar Sekunden

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…dauert es, eine Petition zu unterschreiben und zu verbreiten. Ich würde mich freuen, wenn ihr sie für meine überhättet:

http://www.change.org/de/Petitionen/bundes%C3%A4rztekammer-m%C3%A4nner-die-sex-mit-m%C3%A4nnern-haben-sollen-nicht-mehr-automatisch-von-der-blutspende-ausgeschlossen-werden

Männer, die Sex mit Männern haben, sollten nicht mehr automatisch von der Blutspende ausgeschlossen werden. Zu den Gründen habe ich einiges im Petitionstext geschrieben. Je mehr Unterstützer die Petition bekommt, desto besser.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Die Kitschautorin

Level up

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Die erste Vorlesungswoche meines 2. Semesters an der Uni ist vorbei. Einige Ereignisse möchte ich jetzt mit euch teilen. Am Mittwochmorgen hatte ich einen Pressetermin in einer Schule. Da ich etwas zu früh vorm Klassenraum, in dem der Termin stattfinden sollte, erschien, setzte ich mich auf den Boden und blätterte in ein paar mitgebrachten Magazinen. Als ein zufällig vorbeigehender Lehrer merkte, dass ich auf dem Boden saß und von der Presse war, kontaktierte er sogleich den ebenfalls vorbeigehenden Schulleiter und der pflanzte mich und einen zu der Zeit gerade ankommenden Mitarbeiter der örtlichen Zeitung in einen leeren Klassenraum. War ganz nett. Am witzigsten war jedoch, dass der Lehrer mich für eine zu spät gekommene Schülerin hielt.

In der Uni selbst gab es auch einige ganz lustige Vorkommnisse. In einem Pädagogikseminar müssen alle eine Hausarbeit schreiben. Die Dozentin bat darum, alle Teile der Hausarbeit in einer einzigen Datei abzuliefern – und nicht etwa Deckblatt, Gliederung und Kapitel getrennt. Wer zur Hölle gibt ein Deckblatt als gesonderte Datei ab?

Einen Tag später nutzte eine studentische Initiative einige Veranstaltungen, um sich dort vorzustellen. Und da ich zwar sowohl die Veranstaltung “Einführung in die Wirtschafts- & Sozialstatistik” als auch die Veranstaltung “Einführung in die Internationalen Beziehungen” besuche, das aber nicht auf alle Teilnehmer zutrifft, kam ich gleich zwei Mal in den Genuss der Präsentation. Und deswegen hörte ich auch zwei Mal, wie eine Studentin ihrer Sitznachbarin gegenüber die falsche Betonung des Namens einer brasilianischen Stadt bemängelte, in dem sich ein Projekt dieser studentischen Initiative abspielte.

Es heißt Tô Ligado und nicht Tô Ligado!

Naja, nicht jeder kann Portugiesisch. In der Veranstaltung “Internationale Beziehungen” gab es noch ein Knallerzitat (diesmal aber positiv gemeint):

Theorien sind wie Brillenträger: Manche sind kurzsichtig.

Der Dozent teilte auch noch weitere Weisheiten mit dem Plenum. Er vertritt die Ansicht, dass Sozialwissenschaftler im Grunde alle Weltverbesserer seien, weil sie sich mit der Frage befassen würden, wie man diese Welt noch besser machen kann, und zur Auflockerung trug er uns ein kleines Gedicht zum Thema vor, das ihr unter folgendem Link findet:

http://www.lesekost.de/gedicht/HHLG26.htm

Ansonsten finde ich mich ganz gut zurecht und ich hoffe, das ist auch bei euch der Fall.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Gerade per Telefon erfahren: Mein vierzehnjähriger Bruder ist mittlerweile 1,80 m groß (ihm fehlen also noch acht Zentimeter, bis er meinen Dad auch noch überragt hat). Er wächst so schnell, dass er mittlerweile mehr Paar Schuhe im Schrank hat als jede shoppingsüchtige Frau, und er ist total dünn, weil er gar nicht so schnell essen kann, wie er wächst. o_O