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Meine letzten drei Tage

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Tagesordnungspunkt 1: Ausflug ins kleinste Bundesland Deutschlands

Mein bester Freund ist gleichzeitig auch mein zukünftiger Schwager. Er ist schon vor einer ganzen Weile zu seiner Freundin nach Hessen gezogen. Jetzt sind sie aber wieder hier in der Gegend und ich nutzte die Chance, mit den beiden und einem Freund von ihnen in das kleinste Bundesland Deutschlands zu fahren.

Wir schauten uns das Überseemuseum an, das sich gleich neben dem Hauptbahnhof befindet (genauso wie ein Stück Berliner Mauer übrigens), und ich kann den Besuch wirklich nur empfehlen. Besonders für Asien- und Afrikafans. Wir fanden dort viele interessante Exponate, z.B. eine Trage, mit der man früher Könige herumgetragen hat. Weil ich sehr neugierig bin, bin ich mal hereingeklettert. Ja, das war erlaubt. Ich fand das Ding unglaublich eng, und so groß bin ich ja nun auch nicht. Dann ist der oben erwähnte Freund reingeklettert, und der Mann ist knapp unter zwei Meter groß. Das war ein Spaß!

Nachdem ich im Museumsladen drei Bücher (über China, Indien und Afrika) und einen kleinen Reisebegleiter gekauft habe (ich schätze, ich habe die Truppe damit geringfügig aufgehalten), gingen wir in die Stadt und ließen uns an einer Grünfläche nieder, um dort Döner bzw. Produkte eines Ladens, der wie ein Verkehrsmittel heißt, zu essen. Auf einmal hatten wir dann viele Leute, die mit uns aßen. Aber nicht Döner oder Sandwiches, sondern Suppe.

Als wir mit unserer Verköstigung fertig waren, gingen wir Richtung Schnoorviertel. Unterwegs sah ich viele schöne Gebäude, bei denen ich mir aber leider nicht gemerkt habe, wie sie heißen, was mir zu Hause Probleme bei der Benennung der Fotos einbringen sollte. Im Schnoorviertel wäre ich fast arm geworden, weil es dort viele tolle Läden gibt. Gott sei Dank konnte ich mich zügeln und kaufte dann nur zwei Emailleschilder. Eins mit einem Pin-up, das sich dank verschiedener Magnete als Kalender benutzen lässt, und eins mit dem Spruch: “Auf Rücksicht aus deine Mitmenschen: Fasse dich kurz!”. Oh, und eine Kugel Jogurt-Holunder habe ich auch noch gegessen, aber das war’s dann auch wirklich.

Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof kamen wir dann noch an einem Sexshop vorbei, wo der Freund und ich Porno-Pingpong gespielt haben. Vermutlich hält uns die Verkäuferin jetzt für unreif, weil wir so viel gelacht haben.

Tagesordnungspunkt 2: “Mädchen”-Test-Special

In einer Bahnhofsbuchhandlung fanden die Freundin meines besten Freundes und ich eine Zeitschrift, die uns (und allen mithörenden Fahrgästen) die Rückfahrt versüßen sollte: das aktuelle “Mädchen”-Test-Special. Wir haben alle Tests durchgeführt, für die in den knapp zwei Stunden Zeit war. Und zwar alle, egal, welches Geschlecht wir hatten, was dann oft für Irritationen sorgte, wenn mal wieder vom Traumboy die Rede war.

Es wird deutlich, dass wir (alle mindestens 18) nicht mehr in der normalen Mädchen-Leserinnen-Welt leben. Wir kannten keinen einzigen Song aus der Frage, was unser Lieblingssong denn ist, und auch keinen Promi aus der Frage, wer denn den coolsten Style hat. Interessant auch: Das Testergebnis ist oft konträr zu unserem tatsächlichen Wesen. Ich bin z.B. angeblich eifersüchtig, dabei gehöre ich schon zu den lockereren Frauen auf diesem Planeten. Richtig bescheuert war aber das Ergebnis, das ich beim Test “Welche Rolle spielst du in deiner Klasse?” bekam:

Durch deine Unzufriedenheit eckst du bei den anderen oft an. Oder kann es sein, dass du durch dein gespieltes Desinteresse zur unfreiwilligen Außenseiterin geworden bist? Wie auch immer: Diese Rolle macht doch doch nicht glücklich, oder? Bring dich etwas mehr in die Klassengemeinschaft ein, dann hast du auch Spaß an der Schule!

Bei solch oberflächlichen Menschen, wie ich sie in meiner Klasse hatte, will ich gar nicht dazugehören!

Oder nehmen wir z.B. den Test “Die Magie der Zahlen – Das verrät dein Geburtsdatum über dich”. Da ich an einem Dritten geboren wurde, bin ich total ordnungsliebend und durchstrukturiert und sollte mir mal einen Tag in der Woche nehmen, an dem ich rein nach dem Lustprinzip lebe… bester Witz des Jahrtausends!

Tagesordnungspunkt 3: “Neues vom Süderhof”

Vor einem Jahr schrieb ich hier darüber, dass ich oben genannte Serie gucken möchte, aber nicht kann. Vielleicht hat ja einer von der ARD meinen Artikel gelesen, ich weiß es nicht. Jedenfalls startete heute eine Wiederholung und ich habe mich sehr darüber gefreut. Aber als ich die heutige Folge dann anschaute, hatte ich eher gemischte Gefühle.

In der Folge geht es darum, dass sich Peggy in einen Jungen aus dem Kinderheim verliebt und auf einmal alles in Frage stellt. Ich fasste mir innerlich alle 30 Sekunden an den Kopf. Was da für Vorurteile kamen! “Wenn man keine Eltern hat, ist es doch ganz normal, dass man Blödsinn anstellt.” Meine Computerlehrerin von der Berufsschule meinte, dass man früher in den Lebenslauf schreiben musste, was die Eltern machten, und wenn das aus obigen Gründen nicht ging, dann bekam man nur schwer eine Stelle. Grausam.

Mich wundert aber auch ein wenig, wie die Familienmitglieder miteinander umgehen. Als Peggy sich darüber aufregt, wie wenig Verständnis den Heimbewohnern entgegengebracht wird, geht keiner auf das ein, was sie sagt, sondern fragt: “Was ist denn mit dir los?” Und die Welt aus diesen auf Kindersendern laufenden Jugendserien ist eine ganz andere. Da haben Jugendliche nie die Probleme, die man normalerweise als Jugendlicher so hat, und wenn, dann lassen sie sich total einfach lösen. Mal gucken, was da noch so kommt, vielleicht blogge ich dann wieder drüber.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Fragebogen zu Film und Kino

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Was ist wohl am naheliegendsten für eine Bloggerin, die kaum Filme kennt? Genau: ein Fragebogen zu dem Thema! (Ich habe ihn hier gefunden: http://medienjunkieblog.wordpress.com/2011/07/17/fragebogen-zu-film-und-kino/)

1.) Ein Film, den du schon mehr als 10 Mal gesehen hast:

“Die fabelhafte Welt der Amélie”.

2.) Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast:

Keiner.

3.) Ein Schauspieler, wegen dem du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen:

Ich glaube, am ehesten würde da Christoph Waltz passen.

4.) Ein Schauspieler, wegen dem du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen:

Til Schweiger.

5.) Filmmusical, dessen Songtexte du komplett auswendig kannst:

Komplett nicht, aber ich kann viele Stücke von “West Side Story” und “Linie 1”.

6.) Ein Film, bei dem du im Kino mitgesungen hast:

Kann mich nicht erinnern, das jemals getan zu haben.

7.) Ein Film, den jeder gesehen haben sollte:

“The King’s speech”.

8.) Ein Film, den du besitzt:

“Zwei glorreiche Halunken”.

9.) Ein Schauspieler, der seine Karriere nicht beim Film startete und der dich mit seinen schauspielerische Leistungen positiv überrascht hat:

Da fällt mir im Augenblick nur Omar Sy ein.

10.) Schon mal einen Film in einem Drive-in gesehen?

Nein.

11.) Schon mal im Kino geknutscht?

Na klar!

12.) Ein Film, den du schon immer mal sehen wolltest, du bist bisher aber nie dazu gekommen:

*denkt lange nach* Ich bin vor lauter Müdigkeit eingeschlafen, als ich “Octopussy” gesehen habe, zählt das auch?

13.) Hast du jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?

Nein, aber z.B. “The American” hätte ich gern vorm Ende abgedreht.

14.) Ein Film, der dich zum Weinen gebracht hat:

Vermutlich “Sicko”.

15.) Popcorn?

Hab ich kurz nach Weihnachten zum ersten Mal als schmackhaft erlebt. Aber bis jetzt nicht im Kino.

16.) Wie oft gehst du ins Kino?

Wenn’s hochkommt, alle paar Monate mal.

17.) Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen?

*denkt lange nach* “Der Medicus”.

18.) Dein Lieblingsgenre?

Da will ich mich gar nicht festlegen. Ich kann nur sagen, was ich wirklich nicht mag: Fantasy, Horror.

19.) Dein erster Film, den du im Kino gesehen hast?

*denkt lange nach* “Toy Story”.

20.) Welchen Film hättest du lieber niemals gesehen?

“Captain America – The first Avenger”.

21.) Der merkwürdigste Film, den du mochtest?

“Traumschiff Surprise – Periode 1”. Betonung auf ‘mochtest’.

22.) Der beängstigendste Film, den du je gesehen hast?

“Shutter Island”.

23.) Der lustigste Film, den du je gesehen hast?

Da will ich mich auch wieder nicht festlegen, aber der Simpsons-Film hat sicher gute Chancen.

24.) Ein deutscher Film, den jeder gesehen haben sollte?

“Russendisko”.

25.) Ein Kurzfilm, der dich begeistert hat?

“Pärchenabend” (mit Anna Maria Mühe und Hannah Herzsprung).

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Uni, Stadtbus und Mitbewohner

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Es gibt ja viele Studenten, die sich über ihre Mensa beschweren. Ich finde meine super. Bis jetzt hatte ich aber immer nur in der Hauptmensa gegessen, um etwas mehr Abwechslung zu bekommen – die Nudelbar war unentdeckt geblieben. Bis Dienstag. Weil mir der Speiseplan der Hauptmensa nicht zusagte, probierte ich Nudeln mit Walnusspesto. Es war einfach nur göttlich. Und ich finde, bei einem Preis von 2,65 Euro kann man nicht meckern (das war ein ziemlicher Nudelberg). Ich habe mir noch zusätzlich Pesto und haufenweise Parmesan aufgetan – und ich hätte noch viele andere Sachen nehmen können. Es war super.

Mit einem randvollen Bauch ging ich ins nächste Seminar. Leider war es relativ langweilig. Der Gipfel war eine Studie, die einige Referenten anführten und derzufolge der Konsum von textbezogenen Medien die Lesekompetenz fördert.

Quelle: blog.schalanda.name

Anschließend hatte ich ein Seminar, dessen Inhalt zwar ganz interessant war, aber ich habe bei diesem Dozenten immer Schwierigkeiten, mich auf das zu konzentrieren, was er sagt, denn sobald er den Mund aufmacht, höre ich das (und er sieht Cengiz auch noch ziemlich ähnlich):

Am Mittwoch besuchte ich von der Uni aus eine Moschee. Ziel: den Islam und seine Anhänger besser kennen lernen. Ich fand es unter aller Sau, dass ich mir, als ich davon erzählte, wieder die üblichen Vorurteile à la Überfremdung und so weiter anhören durfte. (Wenn ich so dran denke, wären genau die Leute eigentlich die richtigen Kandidaten für so einen Besuch gewesen.) Der Besuch hat mir gefallen. Es hätte allerdings geholfen, wenn das Mittagsgebet nicht auf Türkisch gewesen wäre. Es war sehr interessant, dass sich die Betenden (ausschließlich Männer) immer wieder auf den Boden warfen. Das soll übrigens eine Art Unterwerfung vor Allah darstellen.

Heute ist etwas sehr Trauriges passiert. Ich war im Bus nach Hause und bemerkte auf einmal ein Mädchen, das in sein Handy schluchzte. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist ein Freund von ihr gestorben. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Denn irgendwas muss man ja tun, aber was? Man will ja auch keine indiskreten Fragen stellen. Ich habe ihr dann einfach ein Taschentuch angeboten, ich musste auch bald aussteigen.

Zu Hause gab es dann allerdings gute Nachrichten. Die Mitbewohnersuche, die letzte Woche urplötzlich begann, ist schon wieder zu Ende. Es ist ein Kerl und er ist sehr nett. Das einzige Problem: Er sieht ziemlich gut aus. Nein, nicht das, was ihr jetzt denkt – gut aussehende Leute machen mich einfach unsicher. Sobald ich ihn sah, dachte ich nur noch daran, dass meine Haare fettig sind, dass ich einen blöden Pulli anhatte, dass sich ein Speckröllchen über meinem Hosenbund befindet… schrecklich. Ich hoffe, das wird sich nicht fortsetzen, wenn er im Verlauf der nächsten sechs Wochen hier einzieht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Krümelmonster, Teil 10

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Eine halbe Ewigkeit später trat ein großer, älterer Mann im weißen Kittel aus der Tür. Gero sprang sofort auf und ließ mich damit fast auf den Nebenstuhl fallen. „Ist Lea wieder bei Bewusstsein? Wie geht es ihr? Nun sagen Sie schon!“

Ich spürte, wie mein Herz schlug. Der Arzt schüttelte ihn notdürftig ab und antwortete: „Die Patientin ist jetzt wieder bei Bewusstsein.“

„Geht es ihr gut? Was ist mit dem Baby?“, rief ich, nicht weniger alarmiert.

„Soweit wir das feststellen konnten, ist mit dem Kind alles in Ordnung. Es werden allerdings weitere Untersuchungen nötig sein“, erklärte der Arzt. „Sie dürfen jetzt zu ihr, allerdings bitte einzeln.“ Er ging davon.

Gero und ich sahen uns an.

„Möchtest du zuerst reingehen?“, fragte ich ihn.

„Ja, bitte.“

Ich wusste nicht, was ich denken sollte, als ich nun ohne Gero auf dem Flur saß. Ich winkelte meine Beine an und umschlang sie mit den Armen. Die Gedanken kamen und gingen im Halbsekundentakt, während irgendwelche namenlosen Ärzte und Krankenschwester über den Flur stratzten.

Heute Morgen war ich aufgekratzt gewesen vor Glück und jetzt war ich so niedergeschlagen, wie es nur ging. Die Angst um meine Schwester hatte mich krank gemacht, und der Umstand, dass plötzlich eine kleine Person aufgetaucht war, wirbelte die ganze Situation durcheinander. Und was würde unsere Familie nur sagen?

Mir lief es kalt den Rücken herunter. Die Familie! Sie würden nicht gerade vor Glück schreien, das war klar.

„Du bist doch selbst noch ein Kind!“

„Das war ja klar, dass du wieder nicht aufpassen konntest! Du und dein nichtsnutziger Freund!“

„Und woher wollt ihr das Geld dafür nehmen?“

So oder so ähnlich stellte ich mir die Reaktionen unserer Familie auf Leas Schwangerschaft vor. Wahrscheinlich würden unsere Eltern Lea aus dem Haus schmeißen und Oma würde sie enterben, sie würden ihr jegliche Unterstützung streichen, so malte ich es mir aus. Unsere Eltern wären nicht eben begeistert davon, mit Mitte 40 schon Großeltern zu werden, das wusste ich ganz genau.

Ich hasste dieses Warten, es machte mich krank! Immer wieder stierte ich zur verschlossenen Zimmertür. Was beredeten die da drin wohl gerade? Was dachte Lea gerade? Ich vermochte es nicht, es mir auszumalen.

Irgendwann ging die Tür auf und Gero kam heraus. „Lea möchte dich jetzt sprechen. Sag mir bitte Bescheid, wenn ihr fertig seid. Ich gehe mal in die Cafeteria.“ Und weg war er.

Auf wackligen Beinen ging ich ins Zimmer.

Meine große Schwester lag im Bett, mit ausgestrecktem linkem Arm, wegen der Infusion. Sie wirkte sehr blass und als ich neben dem Bett stand, merkte ich es: Sie weinte.

Wortlos nahm ich sie in den Arm und streichelte ihr den Rücken. Sie weinte wie ein Springbrunnen, bis das Licht orangefarben ins Zimmer scheinte.

Ich wusste gar nicht, was ich zuerst sagen sollte. Die ersten Worte, die mir dann über die Lippen kamen, waren: „Was hat er gesagt?“

„Wer?“, schniefte Lea.

„Dein Verlobter“, antwortete ich.

„Was meinst du?“, entgegnete Lea, zu Recht verwirrt.

„Er hat sich als dein Verlobter ausgegeben, damit er mitfahren durfte. Sonst hätten sie ihn doch nie im Leben mitkommen lassen.“

„Phh“, schnaubte Lea. „So verliebt hat er gerade aber nicht gewirkt. Die ganze Zeit rief er: ‚So ein Mist, was machen wir jetzt?‘ Und wollte nicht eine Sekunde wissen, was ich darüber denke. So ein Arsch!“ Wütend schmiss sie ihr Kissen mit dem unangezapften Arm an die Wand.

Wenn ich es bis jetzt noch nicht gewusst hätte, dann hätte ich spätestens jetzt gewusst, dass die Situation ernst war, denn nicht mal im schlimmsten Streit hatte Lea ihren Freund als Arsch bezeichnet.

„Was denkst du denn darüber?“, wollte ich von ihr wissen.

„Was ich darüber denke? Ich denke darüber, dass ich keine Ahnung habe, was ich machen soll, und ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen soll, dass ich nicht Diabetes habe, wie ich eigentlich dachte, oder ob ich mich ärgern soll, weil ich jetzt Mutter werde! So ein Mist, was machen wir jetzt? Ach, verdammt!“ Lea fing wieder an zu weinen.

Ich streichelte ihr über den Kopf.

„Und was werden erst Mama und Papa sagen? Die schmeißen mich doch aus dem Haus, wenn sie das erfahren!“, schluchzte sie.

„Das werden sie schon nicht tun. Das dürfen sie gar nicht!“, versuchte ich, sie zu trösten. „Als deine Eltern sind sie gesetzlich verpflichtet, dich zu unterstützen.“

„Selbst wenn…“ Lea wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Gero verlässt mich doch garantiert, solche Geschichten hört man doch immer wieder. Wieso sollte er denn jetzt noch bei mir bleiben? Er wirkte nicht gerade begeistert, als er gerade hier war.“

„Weil er dich liebt, zum Beispiel? So, wie er um dich besorgt war, gerade, wirkte er nicht, als wollte er dich fallen lassen. Also, wenn er dich nicht liebt, dann… weiß ich auch nicht. Denkst du wirklich, dass er dich wegen dieser Sache verlässt? Die fehlende Begeisterung kannst du ja wohl kaum zählen. Du weißt, dass die Situation ernst ist, und daran bist du ja wohl auch ein bisschen schuld.“

„Das weiß ich doch!“, fauchte Lea. „Es ist nur… Es kommt alles so schnell, von einer Sekunde auf die andere werden unsere Leben so schnell verändert und ich kann nichts dagegen tun…“

„Aber du kannst das Beste daraus machen“, fiel mir dazu nur ein. „Du und Gero, ihr werdet schon die richtige Entscheidung treffen.“

„Wenn du meinst… Du, bitte sei mir nicht böse, aber bitte geh jetzt, ich möchte irgendwie versuchen, es unseren Eltern beizubringen.“ Lea griff nach dem Hörer des Telefons, das neben dem Bett stand, ließ mich aber nicht aus den Augen.

„Na gut. Ich besuche dich morgen wieder.“ Ich umarmte meine große Schwester noch einmal kurz und schloss dann die Tür hinter mir.

Würde sie wirklich unsere Eltern anrufen oder nur in der Krankenschwesternstation anrufen und um ein Glas Wasser bitten? Ich wusste es nicht.

Auf dem Flur kam mir jemand entgegen. Es war Gero. Mir kam auf einmal diese Filmmusik in den Sinn, die Mundharmonika aus diesem einen Film, wie hieß der noch gleich? „Spiel mir das Lied vom Tod“, genau. Ich erinnerte mich an einen Augenblick vor ungefähr acht Jahren. Da musste ich elf oder zwölf gewesen sein, Opa hatte noch gelebt. Im Fernsehen hatte er sich diesen Film angesehen, und ich hatte währenddessen bei ihm auf dem Sofa gesessen und Hausaufgaben gemacht oder so. Der Film war erst ab sechzehn und als Mama das gemerkt hatte, wurde sie furchtbar böse. Ich schluckte.

„Du bist immer noch hier?“, sagte ich schließlich, als Gero und ich uns trafen.

„Ja. Wo sollte ich sonst auch hin? Wie geht es ihr jetzt?“

„So mittel“, antwortete ich. „Bitte sag mir Bescheid, ob sie unsere Eltern angerufen hat.“

„Mach ich, ich muss jetzt unbedingt zu ihr!“, rief er und eilte an mir vorbei.

Er hatte tatsächlich gewartet. Die ganzen Stunden, während Lea und ich im Zimmer gewesen waren, hatte er geduldig gewartet. Ich musste zugeben, dass mich das erstaunte. War das nun ein Zeichen seiner tiefen Liebe zu meiner Schwester? War das nun ein Zeichen dafür, dass er bei ihr bleiben und alle Widrigkeiten, die sie noch erwarteten, zusammen mit ihr durchstehen würde?

Ich verließ das riesige Krankenhaus.

Songs für verschiedene Gelegenheiten

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Ich wollte wie Coldmirror (http://kaltspiegel.tumblr.com/post/64145996096/i-wanted-to-try-one-of-those-songmix-memes-but-the) einen Liedermix machen, mich aber nicht auf 8tracks anmelden. Also gibt es jetzt hier einfach eine Liste mit passenden Liedern und den jeweiligen Links.

1.) Ein Lied über Tiere: Die Ärzte – Käfer http://www.youtube.com/watch?v=HNmN695uGB4

2.) Ein intelligentes, inspirierendes Lied: Malvina Reynolds – Little boxes http://www.youtube.com/watch?v=2_2lGkEU4Xs

3.) Ein unglaublich dummes Lied: Babyshambles – French dog blues http://www.myvideo.de/watch/7120862/Babyshambles_French_Dog_Blues

4.) Ein gruseliges, verwirrendes Lied: Farin Urlaub – Unter Wasser http://www.youtube.com/watch?v=HZ67ZU_wm24

5.) Ein süßes, friedliches Lied: Yann Tiersen – La valse des vieux os http://www.youtube.com/watch?v=sUZ3TLLpjMY

6.) Ein atemberaubendes, episches Lied: Two Steps From Hell – Heart of courage http://www.youtube.com/watch?v=LRLdhFVzqt4

7.) Ein vulgäres, obszönes Lied: Placebo – Spite & malice http://www.youtube.com/watch?v=ZLsd_j6beNA

8.) Ein Lied ohne Stimme: Jan Hammer – Crockett’s theme http://www.youtube.com/watch?v=_UmOY6ek_Y4

9.) Ein Lied, das älter ist als du: Elvis Presley – Jailhouse rock http://www.youtube.com/watch?v=qDID_E0FDUU

10.) Ein Lied, um deine Subwoofer zu testen: Zombie Nation – Kernkraft 400 http://www.youtube.com/watch?v=z5LW07FTJbI

11.) Ein Lied, das dir ein Freund gezeigt hat: JBO – Walk with an erection http://www.youtube.com/watch?v=CUiCsV5K-Es

12.) Ein Lied, um auf Ärsche zu starren: Fall Out Boy – This ain’t a scene, it’s an arms race http://www.youtube.com/watch?v=GNm5drtAQXs

13.) Ein Lied über Essen: Patrick Star – Salatsoße http://www.youtube.com/watch?v=cluUwB28XDA

14.) Du hast keine Ahnung, warum du dieses Lied gespeichert hast: Mickie Krause – Geh doch zu Hause http://www.myvideo.de/watch/478462/Mickie_Krause_mit_geh_doch_zu_Hause

15.) Ein unnötiger Dubstep-Remix: Coldmirror – In der Dubstep-Bäckerei http://kaltspiegel.tumblr.com/post/59577180652/in-der-dubstep-backerei-ich-musste-den-song

Viel Spaß beim Anhören.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Disketten und Idiotie

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Gestern habe ich zum ersten Mal, seit ich aus der zweitgrößten Stadt Deutschlands wiederkam, etwas unternommen, das über Essensbeschaffung hinausging. Ich hatte einen ganz schönen Tag. Er fing damit an, dass ich meinen Thalia-Gutschein, den mein Freund mir zum Geburtstag geschenkt hatte, einlöste. Für zwei Bücher: “Meine russischen Nachbarn” von Wladimir Kaminer und “Neue Nazis” von Toralf Staud und Johannes Radke. Ich bin gerade dabei, diese Bücher zu lesen, und ich muss an dieser Stelle einmal festhalten, dass ich einfach nur erschüttert darüber bin, wie stark die rechte Szene in Deutschland mittlerweile ist. Ich bin erst bei ungefähr einem Drittel des zweiten Buches, und ich habe schon x Geschichten über rechte Verbrechen und darüber gelesen, wie man versucht, sie zu ignorieren. Viele Leute scheinen immer noch zu denken, dass man Rechtsextremismus am besten loswird, wenn man ihn nicht beachtet. Dabei ist Dortmund auf die Weise zu einer Hochburg von autonomen Nationalisten geworden.

Nachdem ich den Buchhandel mit 17,98 Euro unterstützt hatte, traf ich mich mit meiner besten Freundin. Wir alle wissen, dass Disketten ein veraltetes Speichermedium sind, und einige Leute haben sich überlegt, wie man die 3,5-Zoll-Scheiben wiederverwenden kann. Antwort: Untersetzer für Gläser und Becher. Ich hatte noch einen Haufen Disketten übrig, die ich dann an meine beste Freundin weitergegeben habe. Allerdings erst, nachdem wir zusammen ausgewertet haben, was sich auf den Scheiben befand. Meinen eigenen Tower hatte es leider beim Versuch, die Teile zu lesen, zerlegt (wahrscheinlich ist das Netzteil im ihr-wisst-schon), also suchten wir in den Computerräumen der Uni nach Computern mit Diskettenlaufwerk. Und so erfuhr ich ganz nebenbei davon, was die Uni sich geleistet hat.

Ein sehr wichtiges Unigebäude wurde wegen Brandschutzbestimmungen einfach mal quasi dichtgemacht. Die Seminar-, Computerräume und Hörsäle oberhalb des Erdgeschosses dürfen gar nicht mehr genutzt werden. Die Veranstaltungen, die dort stattfinden, müssen in andere Gebäude verlegt werden und die Studenten, die sie belegt haben, müssen wahrscheinlich am Samstag in der Uni antanzen. Und die großartige und total wichtige Naturwissenschaftsbibliothek kann nur noch als Magazin genutzt werden. Ich war unglaublich sauer, als ich gestern davon gehört habe. Mein Freund meinte dazu: “Gut zu wissen, dass ich einen Großteil meines Studiums in so einer Bude verbracht habe.”

Zu Hause untersuchte ich alle Dateien, die wir von meinen alten Disketten heruntergeholt hatten. Leider konnten wir nicht mehr alles retten, aber das ist bei Teilen, die vor fünf Jahren zum letzten Mal benutzt wurden und weit älter sind, wohl nur normal. Unter den Sachen, die wir retten konnten, waren uralte Kurzgeschichten von mir und eine Tagebuchdatei, die ich angefertigt hatte, als ich vierzehn bis fünfzehn Jahre alt war. Als ich die zirka 100 Seiten las, rief ich laufend: “Oh mein Gott, ist das peinlich!” Und es stimmt. Ich hatte damals absolut null Schreibtalent und habe immer nur kitschige Geschichten geschrieben, in denen die Heldinnen ihren Traumboy fanden. Außerdem habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich vor neun Jahren ziemlich panne gewesen muss. Wenn ich nur daran denke, was ich da über den Kerl geschrieben habe, in den ich fast die ganze Gymnasialzeit unsterblich verliebt war… oh Mann. Naja, irgendwie war es doch amüsant. Aber ich würd’s nie jemandem zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kinderfernsehen

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Körperlich habe ich mich inzwischen soweit wieder erholt. Meine schlechte gesundheitliche Verfassung und der Stress wegen dem Praktikum hatten aber zur Folge, dass ich den Terminvorgabe für einen Artikel nicht mehr einhalten konnte. Natürlich hätte ich auch so versuchen können, einen Artikel über “grünes” Internet zu schreiben, er wäre aber nicht viel mehr als grüne Grütze geworden, haha. Der Redaktion ist übrigens erst nach zehn Tagen aufgefallen, dass da doch was fällig war, und das bestimmt auch nur, weil ich mich nach erfolgter Genesung um einen anderen Auftrag bewarb.

Wenn ich nicht arbeite, hänge ich zu Hause herum und surfe im Internet oder schaue mir irgendwelche Fernsehserien an (meist auf DVD). Früher war ja vieles besser, wenn auch nicht alles, und so stehe ich auf viele ältere Serien. Als Kind war ich ein großer Fan der Serie “Neues vom Süderhof”. Aus Nostalgie- oder ähnlichen Gründen wollte ich die Serie gerne haben. Bei den Kommentaren eines Episodenführers stieß ich auf eine E-Mail-Adresse, an die man bei Interesse an der Serie schreiben sollte. Das habe ich dann auch getan.

Die Person, die sich hinter der Adresse verbarg, besaß so ungefähr alles, was jemals an deutschsprachigen Fernsehserien und –filmen gelaufen war. Ich habe dann gesagt, dass ich außer der oben genannten Serie gern noch eine andere hätte, ihr Angebot aber doch nicht in Anspruch genommen, aus zwei Gründen:

1.) Sie wollte für etwas, das sie selbst aus dem Fernsehen aufgenommen hatte und zwölf DVDs verbraucht hätte, knapp 30 Euro haben. Zum Vergleich: Eine Spindel mit 50 neuen Rohlingen kriegt man auf Amazon für ca. 15 Euro.

2.) Der Name, der in der E-Mail-Adresse angegeben war, und ihr eigener Name stimmten nicht überein. Begründung: “Ich habe die E-Mail-Adresse meiner Oma benutzt wegen Spam.” Ja nee, ist klar.

Ich habe dann noch mal per Mail beim NDR, der die Rechte an “Neues vom Süderhof” besitzt, angefragt, ob die Serie im Fernsehen wiederholt wird bzw. wo man sie sich auf DVD kaufen kann. (Auf Amazon hatte ich dazu nichts gefunden.) Die Antwort lautete folgendermaßen:

Die von Ihnen gesuchte Sendung wird nach unseren Informationen in nächster Zeit leider nicht wiederholt. Änderungen im Programmablauf sind jedoch den Programmplanern vorbehalten, sodass eine Wiederholung zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen ist. Wir möchten Sie daher bitten, auf die Angaben in
Ihrer Fernsehprogrammzeitschrift bzw. in der Tagespresse zu achten. Oder Sie besuchen uns im Internet. Unter www.ndr.de finden Sie unsere aktuellen Programme und alles Wissenswerte rund um unsere Sendungen.

Über den NDR Mitschnittservice haben Sie jedoch die Möglichkeit, von ausgewählten NDR Fernsehproduktionen einen Sendemitschnitt auf DVD zu erhalten. Die Kosten für einen Mitschnitt sind individuell und ergeben sich aus dem
Verwendungszweck und der Sendelänge.

Heißt: Ich hab keine Chance, die Serie jemals wieder zu sehen, außer ich besorge sie mir illegal im Netz oder kaufe mir VHS-Kassetten (ich habe keinen Rekorder mehr). Und der Mitschnittservice ist so teuer, dass ich keinem empfehlen würde, ihn zu nutzen, aber das nur nebenbei. Ich finde das ziemlich blöd vom NDR.

Einige haben sich beim Lesen der letzten Geschichte vielleicht gedacht: “Wie, die ist zweiundzwanzig und guckt immer noch Kinderserien? Wie abartig!” Dazu kann ich nur sagen: Bockmist. Ich finde es sehr bescheiden, dass man Leuten mit Eintritt der Volljährigkeit sofort abspricht, sich mit “kindischen” Sachen zu beschäftigen. (Damit meine ich nicht nur Fernsehserien, aber auch die.) Aufmerksame Leser werden sich eventuell noch daran erinnern, dass mir mal die Zurechnungsfähigkeit abgesprochen wurde, als ich sagte, dass ich gerne Spongebob gucke. Dabei sind nicht alle Leute, die erwachsen sind und so was mögen, automatisch dumm. Und: Man kann gar nicht durchweg Erwachsenen-Sachen machen, irgendwann muss man sich mit etwas, sagen wir, weniger Anspruchsvollem beschäftigen. Klopfer hat das heute in einem Tweet sehr gut zusammengefasst:

sag dir immer: „wir hören nicht auf zu spielen, weil wir erwachsen werden, sondern werden erwachsen, weil wir aufhören zu spielen“

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Bücher und ich

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Ich liebe Bücher. Ich arbeite langsam daran, mir eine eigene Privatbibliothek aufzubauen. Ich frage mich oft, was man über mich rausfinden könnte, wenn man meine Büchersammlung sähe. Man sagt ja, dass die Bücher, die man liest, viel über einen aussagen. In meiner Sammlung findet man alles Mögliche. Romane und Nonfiktionales, Klassiker und moderne Werke, Bücher, die aus der Unibibliothek abgesondert wurden und die ich umsonst mitgenommen habe, lustige, traurige Bücher, Erwachsenenkram, Jugend- und ein, zwei Kinderbücher. Es ist so viel, dass sich mein eines Brett im Flurschrank bereits leicht durchbiegt. (Ich hab da nicht alles reingepackt, aber das Material des Schranks ist wohl nicht besonders hochwertig.)

In meinen Regalen stehen zurzeit enorm viele Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Das sind auch ganz unterschiedliche Bücher. „The graves are not yet full“ von Bill Berkeley oder David Humes „Untersuchung über den menschlichen Verstand“ zum Beispiel. Letzteres habe ich mitgenommen, als ich den Kurztrip nach Dortmund machen musste wegen der schriftlichen Übersetzerprüfung in Englisch, in der guten Absicht, es endlich durchzukriegen. Hat nicht geklappt, ich hatte keinen Nerv dafür. Ich hab nur ungefähr fünf Seiten geschafft und bin somit auf Seite 70 oder so, seit einem Dreivierteljahr. Ich weiß, dass ich ganz viele nicht ausgelesene Bücher habe (und dass die Bücherorgien-Serie darauf wartet, endlich beendet zu werden), und trotzdem bestelle ich mir immer neues Zeug, das ich dann zuerst lese – aber nur die relativ leichte Kost. Ein oder zwei Mal war ich auch noch im traditionellen Buchladen. In einem knappen Monat geht es wieder einmal zu meinen Großeltern. Ich hoffe, dass ich während der Fahrt das eine oder andere Buch durchkriege.

In meinem Regal steht auch irgendein Werk von Peter Scholl-Latour, das ich noch nicht gelesen habe und dessen Titel ich grad nicht mehr zusammenkriege. Ich besitze es seit bestimmt fünf Jahren. Meine Mutter wollte es wegwerfen, aberich habe es vorm Müll gerettet, denn Bücher wirft man nicht weg. (Dazu hier noch ein schöner Text: http://www.klopfers-web.de/kol19.php)

Als ich noch in einem kleinen Dorf in der Nähe von hier lebte, traf man mich fast jeden Sonntag in der Bücherei an. Irgendwann erzählte die Bibliothekarin, dass sie dort 4500 Bücher hätten – davon habe ich bestimmt ungefähr die Hälfte gelesen. Alles, was mich interessierte – der Rest war dann langweilige Hausfrauenliteratur und Kinderbücher. Davon hat mich fast nichts interessiert. Ich habe schon recht früh zu den Büchern für Jugendliche ab 14 Jahren und zu den Erwachsenenbüchern, die keine langweilige Hausfrauenliteratur waren, gegriffen. Ich weiß auch noch, wie die Bibliothekarin uns (meine damalige Grundschulklasse) durch den Raum führte (es ist wirklich nur ein ziemlich kleiner Raum) und, als wir vor der Jugendliteratur standen, sagte: „Das interessiert euch jetzt noch nicht.“ Ich finde es blöd, so etwas zu sagen. Wenn man sich für „höhere“ Literatur interessiert, sollte das einem Kind nicht verboten werden.

Manche Bücher habe ich mir dort auch ganz oft ausgeliehen. Eins davon habe ich mir jetzt gekauft, für einen Cent plus Versandkosten. „Stern oder Schnuppe“ von Wilhelm Topsch. Es geht um ein vierzehnjähriges Mädchen, dessen Eltern sich trennen und die deswegen von Hamburg in ein Kuhkaff ziehen muss. Beim Zurechtkommen auf einer neuen Schule helfen ihr ihr Computer und später auch der Kerl aus der Computer-AG. Das Buch ist wahnsinnig witzig. Besonders empfohlen sei hier die Stelle, an der sie ihre Mutter mit einem fremden Kerl trifft. Seid ihr neugierig? Dann kauft euch das Buch!

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Gedanken beim Lesen des Flimmo

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Die Ausgabe, die ich heute bespreche, beinhält (-haltet?) ein Special zum Thema “Star Wars”. Dazu kann ich gar nicht so viel sagen, da ich die Filme nicht kenne. Das Special endet allerdings mit einigen Tipps für Eltern. Die Ratschläge, nicht alle Merchandise-Produkte zu kaufen und eigene Star-Wars-Spiele zu entwickeln, finde ich richtig gut. Man will ja auch nicht, dass die eigenen Kinder total verwöhnt und unkreativ werden. Die Idee, die Filme zusammen mit dem Nachwuchs zu gucken, finde ich auch ganz gut, allerdings glaube ich kaum, dass sich Kinder darauf einlassen, zumindest nicht ältere. Ich hätte in dem Alter keine Lust gehabt, Sachen nur unter der Aufsicht der Eltern tun zu dürfen.

Wer das Fernsehen als Strafe oder Belohnung einsetzt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass es damit an Bedeutung gewinnt und der Reiz noch größer wird. Bei schlechten Noten sollte man lieber gemeinsam nach Ursachen suchen und über Lösungen nachdenken.

Das kann ich bestätigen. Meine blauen Briefe der Klassen acht bis zehn resultierten daraus, dass ich lieber vorm Fernseher hing, als zu lernen oder Hausaufgaben zu machen. Verbote brachten aber nichts. Ich setzte bei Verboten alles daran, doch irgendwie fernzusehen oder wenn das nicht klappte, wenigstens irgendwas anderes zu machen. Gelernt hab ich in solchen Fällen jedenfalls nie.

Es ist übrigens interessant, wie doch die Meinungen über ein bestimmtes Thema auseinandergehen können. In der Rubrik “Rundum vermarktet” wird Benjamin Blümchen besprochen und kommt gut weg. Ein Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung, den ich vor einiger Zeit gelesen habe, verdammt den Klassiker mehr oder weniger, da er ein zu negatives Bild von Politik zeichnet.

Leider muss ich wieder meckern. Die Einstufung der Serien ist immer noch merkwürdig. Eine Serie wie “The Big Bang theory” steht unter der Kategorie “Kinder finden’s prima”. Ich habe mit Leuten gesprochen, die die Serie häufiger gucken als ich, und sie sind der Meinung, dass es aufgrund des Humors eher nicht für Kinder bis 13 Jahren geeignet ist. Richtiger Müll wie Christopher Posch, “Mitten im Leben” oder “Schwiegertochter gesucht” steht nur unter “Mit Ecken und Kanten” und nicht etwa unter “Nicht für Kinder”, wohin er gehört. Dabei sind die Begründungen sogar ziemlich gut. Das erinnert mich an meinen ehemaligen Deutschlehrer aus der Zehnten, der immer werweißwieviel an meinen Aufsätzen auszusetzen hatte und mir dann doch eine Drei minus gab.

Es stand diesmal zwar mehr Gutes drin, aber wenn ich Kinder hätte, würde ich mich immer noch nicht auf den Flimmo verlassen. (Es ist sowieso keine gute Idee, sich dafür allein auf ein Heft zu verlassen. Selber durchs Programm surfen ist besser.)

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin