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Schlagwort-Archive: Kommunikationstechnologien

Neulich auf Twitter

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Auf Twitter landete ein Artikel des Domradios in meiner Timeline, der thematisierte, dass Papst Franziskus Internetkonzerne für den Kampf gegen Kindesmissbrauch in die Pflicht genommen hat. Ich kommentierte dazu: „Erst mal an die eigene Nase fassen.“ Daraufhin bekam ich Folgendes zu hören:

Hatte ich, und genau das hatte ich auch geantwortet, betreffende Nutzerin wünschte sich trotzdem von mir, etwas reflektierter zu argumentieren. Das will ich an dieser Stelle gerne versuchen: Papst Franziskus tut nicht genug, um den unzähligen Fällen von Missbrauch in seiner Kirche beizukommen. Eine Weitergabe von Informationen oder Verdachtsfällen an staatliche Stellen ist nicht vorgesehen. Im Vatikan herrscht ein Klima des Schweigens. Daran sollte Papst Franziskus arbeiten, bevor er Schuld an Internetkonzerne abschieben will. Oft genug kamen missbrauchende Geistliche ungeschoren oder mit lächerlichen Strafen davon. Die ganze Sache stinkt zum Himmel. Um nicht zu sagen: Der Gestank hat Substanz.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Der politische Fragebogen

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(gesehen in der ZEIT, 2. Oktober 2019)

1. Welches Tier ist das politischste?

Da halte ich es mit Ulrich Matthes und sage: die Ameise. Weil sie einen Staat aufbaut.

2. Welcher politische Moment hat Sie geprägt – außer dem Kniefall von Willy Brandt?

Vermutlich der Besuch des damaligen polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk in meinem Gymnasium, bei dem er nur sehr vage Antworten auf die Schülerfragen gab.

3. Was ist Ihre erste Erinnerung an Politik?

Ich glaube, die Ehre gebührt meiner Mutter, die sagte, sie würde SPD wählen, weil sie dann mehr Kindergeld bekäme.

4. Wann und warum haben Sie wegen Politik geweint?

Niemals.

5. Haben Sie eine Überzeugung, die sich mit den gesellschaftlichen Konventionen nicht verträgt?

Nicht dass ich wüsste.

6. Wann hatten Sie zum ersten Mal das Gefühl, mächtig zu sein?

Könnte sein, dass ich nach den Anti-ACTA-Demonstrationen das Gefühl hatte.

7. Und wann haben Sie sich besonders ohnmächtig gefühlt?

Als Donald Trump gewählt wurde.

8. Wenn die Welt in einem Jahr untergeht – was wäre bis dahin Ihre Aufgabe?

Meinen Lieben bis dahin eine möglichst schöne Zeit zu bereiten.

9. Sind Sie lieber dafür oder dagegen?

10. Welche politischen Überzeugungen haben Sie über Bord geworfen?

Ich halte die Linkspartei nicht mehr für prinzipiell unwählbar.

11. Könnten Sie jemanden küssen, der aus Ihrer Sicht falsch wählt?

Was heißt „falsch“? Es gibt gewisse Grenzen. Es gibt Parteien, die wären okay, bei manchen käme es drauf an, und andere wie die AfD wären ein KO-Kriterium.

12. Haben Sie mal einen Freund oder eine Freundin wegen Politik verloren? Und wenn ja – vermissen Sie ihn oder sie?

Verloren nicht, aber es gab heftige Streits.

13. Welches Gesetz haben Sie mal gebrochen?

Ich wäre schön dämlich, das hier aufzuschreiben, aber ich bin nicht schlimmer als der Kerl, der über meinem PC-Tisch hängt.

14. Waren Sie in Ihrer Schulzeit beliebt oder unbeliebt, und was haben Sie daraus politisch gelernt?

Unbeliebt. Und ich habe daraus gelernt, dass man sich für Schwächere einsetzen muss.

15. Welche politische Ansicht Ihrer Eltern war Ihnen als Kind peinlich?

Damals hatte ich noch keinen Blassen von Politik.

16. Nennen Sie eine gute Beleidigung für einen bestimmten politischen Gegner.

„Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch!“ (Joschka Fischer zu Richard Stücklen)

17. Welche Politikerin, welcher Politiker hat Ihnen zuletzt leidgetan?

Kein(e) Bestimmte(r).

18. Welche Politikerin, welcher Politiker müsste Sie um Verzeihung bitten?

Jens Spahn, weil es in Krankenhäusern, auf Geburtsstationen und mit der medizinischen Versorgung auf dem Land so furchtbar aussieht.

19. Welche Politikerin, welcher Politiker sollte mehr zu sagen haben?

Keine Ahnung…

20. Welche politische Phrase möchten Sie verbieten?

Alles, was Maybrit Illner in ihrem „Politiker-Deutsch“-Wörterbuch so behandelt…

21. Finden Sie es richtig, politische Entscheidungen zu treffen, auch wenn Sie wissen, dass die Mehrheit der Bürger dagegen ist?

Kommt drauf an.

22. Was fehlt unserer Gesellschaft?

Wärme.

23. Welches grundsätzliche Problem kann Politik nie lösen?

Dass Menschen egoistisch und scheiße sind.

24. Sind Sie Teil eines politischen Problems?

Auch da halte ich es mit Ulrich Matthes und sage: mein ökologischer Fußabdruck.

25. Nennen Sie ein politisches Buch, das man gelesen haben muss.

Naja, was heißt „muss“… aber wenn es zählt: „Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen“ von Jennifer Teege.

26. Bitte auf einer Skala von eins bis zehn: Wie verrückt ist die Welt gerade? Und wie verrückt sind Sie?

12.

27. Der beste politische Witz?

Neulich haben mein Mann und ich einen sehr lustigen Abend damit verbracht, uns haufenweise DDR-Witze vorzulesen. Stellvertretend verlinke ich hier einen.

28. Was sagt Ihnen dieses Bild?

Ich kann das gerade nicht formulieren. Ich finde es nur sehr bemerkenswert, was aus zwei der drei Männer geworden ist.

29. Wovor haben Sie Angst – außer dem Tod?

Klimawandel.

30. Was macht Ihnen Hoffnung?

Dass es so viele junge Menschen gibt, die sich gegen den Klimawandel einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurzes Lebenszeichen

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Tagesordnungspunkt 1: Bachelorarbeitsgabenkrams and shit

Hallo. Ich lebe noch. (Wen das nicht freut, der möge bitte diesen Blog verlassen.^^)

Am 31. Juli war offizielle Deadline für die Abgabe meines zweiten Bachelorarbeitsversuches. Abgegeben habe ich aber am 29. Juli, weil ich das Ding einfach weghaben wollte.

An dem Tag ging die Bachelorarbeit auch in Druck. Leider konnte ich sie nicht mehr persönlich im Prüfungsamt Erziehungswissenschaft abgeben, weil der Copyshop bei der Bindung Mist gebaut hat und erst eine halbe Stunde fertig war, nachdem das Prüfungsamt geschlossen hatte. Glücklicherweise hatte ich den Tipp mit der Poststelle der Uni bekommen und konnte sie da abliefern. So war ich nicht erneut darauf angewiesen, sie mit der Post zu schicken (was beim letzten Mal enorm schief ging) oder erst Montag abzugeben (ja, das wäre erlaubt gewesen).

Und jetzt beginnt die große Warterei. Ich hoffe einfach, dass ich diesmal bestehe. Wenn ich nicht bestehe, ist mein Leben erst mal zu Ende.

Tagesordnungspunkt 2: Urlaub and shit

Ich befinde mich seit dem 1. August offiziell für zwei Wochen in Urlaub. Ich weiß, dass man normalerweise bei einer neuen Stelle erst nach einem halben Jahr Urlaubsanspruch hat und im August bei mir an sich viel auf der Arbeit passiert, aber es musste einfach sein und es ging dann auch anstandslos durch. Die Zeit habe ich dann genutzt, um zwei nördlich von mir wohnende Freunde zu nerven besuchen. Ich fands sehr lustig, ich hoffe, mein Gegenüber auch.^^

(Ich finde es übrigens außerdem sehr lustig, wie ich trotz Urlaub immer noch arbeitsmäßig von Tagesordnungspunkten rede. Naja, egal.)

Tagesordnungspunkt 3: Twitterkrams and shit

Ein User, mit dem ich regelmäßig auf oben genannter Plattform kommuniziere, erwähnte mich dankend in seinem Werk („für die interessanten Twitterkonversationen“). Ähm, okay.

Mit freundlichen Grüßen

Die hier hoffentlich bald wieder öfter schreibende Kitschautorin

Hochzeitsforum

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Ich verfolge ja die Devise: Ich versuche, vieles zu wissen, und wenn ich etwas nicht weiß, suche ich mir jemanden, der es mir sagt. Als ich mich letztes Jahr dafür entschied, zu heiraten, wusste ich über vieles, wie ich es machen wollte, aber ich wusste nicht, wo man Einladungskarten herbekommt. Also suchte ich mir ein Hochzeitsforum im Internet und fragte da nach.

Nachdem ich die gewünschte hilfreiche Information bekommen hatte, postete ich noch zwei oder drei Beiträge – und dann gar nichts mehr. Warum, fragt ihr euch vielleicht. Ich sage es euch.

Im Wesentlichen hatte ich zwei Probleme. Das erste Problem ist gemeinhin als „Bridezilla“ bekannt. Die beste Freundin kommt zum Anprobe-Termin zwei Minuten zu spät, weil sie ein Real Life hat? Was für eine egoistische Zicke! Ein Stückchen Tüll ragt beim Kleid dahin, wo es nicht hinsollte? Bei welchem Saftladen habe ich denn mein Kleid gekauft?!? Und wenn auf der Torte ein Marzipanröschen zu viel prangt, ist die Hölle los.

Das zweite Problem ist der – ich fasse es jetzt mal so zusammen – Umgang mit den jeweiligen Partnern. Es ist in dem Forum grundsätzlich üblich, statt „Zukünftiger“ nur „Z“ zu schreiben. Es wirkt immer so, als wäre der Mann die zehn anderen Buchstaben nicht wert, zumal viele Userinnen (denn natürlich sind es nur Userinnen) offen zugeben, dass der Partner bei der Hochzeitsplanung nicht viel zu sagen hat. „Der hat ja nun mal keine Ahnung von Dekoration oder Musik!“ Der Höhepunkt war dann eine Frau, die mit ihrem Mann schon zwei Kinder hatte – eines davon war ein Säugling – und ihn bestürmte, noch ein drittes zu zeugen. „Ja, ich weiß, wir sind grad mit dem Winzling so beschäftigt, aber ich will doch so gern eine Prinzessin!“ Ich hoffe, der Mann merkt noch rechtzeitig, dass er die Prinzessin bereits im Haus hat, wenn ihr versteht, was ich meine.

Und dann gab es noch ein ganz komisches Erlebnis. Mein Mann hat einmal gesagt, dass manche Frauen nur um der Hochzeit willen heiraten wollen. Daran musste ich denken, als ich im Forum von einer Frau las, deren Mann ihr drei Wochen nach der Hochzeit gestand, dass er sie auf dem Junggesellenabschied im besoffenen Zustand mit einer Prostituierten betrogen hatte. Sie schrieb davon, wie sehr sie das verletzt hatte – um nahtlos von den Planungen der Flitterwochen zu berichten. Was sollte das denn bitte? Wenn mein Partner so was mit mir anstellt, dann denke ich doch nicht mehr daran, mit ihm in die Flitterwochen zu fahren. Oder ich gebe gleich offen zu, dass ich das Ganze nur gemacht habe, um mich einen Tag lang wie eine Königin zu fühlen. Versteht ihr das?

Mit ratlosen Grüßen

Die Kitschautorin

PS: Der eine oder andere fragt sich jetzt vielleicht, warum ich über so etwas Irrelevantes geschrieben habe. Ich komme aber einfach nicht damit klar, dass manche Frauen wegen Kleinigkeiten so austicken und ihre Partner so respektlos behandeln.

Neulich im Internet

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Forendiskussionen

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

12 von 12 mal anders

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Seit Ewigkeiten nehme ich mir vor, bei „12 von 12“ teilzunehmen, und gestern habe ich das erste Mal rechtzeitig daran gedacht. Dummerweise habe ich momentan kein Smartphone (und die Digicam wird nur für wirklich besondere Anlässe benutzt). Also machen wir das heute etwas anders. 12 GIFs, die einigermaßen darstellen, was ich gestern so getrieben habe. (Und damit ihr keinen epileptischen Anfall bekommt, als Links.)

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Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kitschi leistet Detektivarbeit

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Vor ziemlich genau einem Jahr, ich war gerade hierher gezogen, bekam ich einen Anruf von einer Rechtsanwaltskanzlei. Für einen Herrn Z. – die Familie, die direkt vor meinem heutigen Mann und mir hier wohnte, hieß nicht Z., sondern B., aber okay.

Diese Woche bekam ich dann einen Anruf vom Kundencenter einer bekannten spanischen Bank (bei dem man meinen fünfbuchstabigen Nachnamen partout nicht auf die Reihe bekam), man habe an Herrn Z. eine Frage wegen eines Kredits. Da wurde ich dann skeptisch. Ich fragte einen guten Bekannten, der zufällig bei meinem Provider arbeitet, ob der Rufnummern mehrmals vergibt.

Einen Tag später bekam ich einen Anruf vom Schornsteinfeger, ebenfalls für Herrn Z. – weil der recht redselig war, erfuhr ich den Ort und eine Hausnummer. Der Ort war nicht der, in dem wir wohnen, teilt sich mit diesem aber die Vorwahl. Jetzt war ich mir sicher, dass er die Rufnummer hatte, die mein Mann und ich jetzt haben. Fragt sich nur, warum die Rechtsanwaltskanzlei, die Bank und der Schornsteinfeger nicht die aktuelle Nummer von Herrn Z. haben. Falls es eine gibt. Watson und ich bleiben dran.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Internet und Spam

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Tagesordnungspunkt 1: Internet?

Da ich jetzt wieder Internet habe, habe ich mich getraut, das Buch zu lesen, das mir vor kurzem geschenkt wurde: “Ohne Netz – Mein halbes Jahr offline” von Alex Rühle. Ein zweifellos interessantes Buch. Ein gutes Buch? Ich weiß nicht. Der Schreibstil lässt gelegentlich zu wünschen übrig und obwohl der Autor betont, nicht in die allgemeinen Lamentationen übers Internet einsteigen zu wollen, klingen manche Stellen doch danach. Auf zwei Stellen möchte ich hier genauer eingehen.

Am Schluss des Buches rät er seinen Lesern Folgendes:

Tauscht eure Smartphones ein gegen so einen Knochen, das macht euch unabhängiger.

Das ist doch ein wenig zu kurz gedacht. Natürlich sollte man sich davon freimachen, immer und überall alles zu machen, ohne Smartphone wären meine letzten Wochen aber kein Spaß geworden. Er beschwert sich doch selbst ständig darüber, dass er irgendwelche Leute bitten muss, Sachen für ihn zu recherchieren. Ohne mein Smartphone hätte ich weder mit einigen meiner Freunde in Kontakt bleiben noch meine Unisachen angemessen organisieren können. Und mir würden noch weitere Dinge einfallen, die ohne das Gerät unmöglich gewesen wären.

Die zweite Stelle ist aus einem anderen Grund bemerkenswert: Er erzählt davon, dass er mal einen Text über die “immer merkwürdigeren Auswüchse der Kindersicherheitsindustrie” geschrieben hat, als Beispiel nennt er Telefone, die wie elektronische Fußfesseln funktionieren. Er stellt – zu Recht – die Frage, ob es den Eltern, als die Kinder waren, nicht wichtig war, auch mal etwas Geheimes tun zu können. Und was passierte nach Veröffentlichung des Artikels? Tausende Kontaktversuche besorgter (Groß-)Eltern, die wissen wollten, wo man die tollen Überwachungsgeräte herbekommt. Ich glaub’s ja nicht.

Tagesordnungspunkt 2: Spam

Apple wollte mich warnen, mein iTunes-Konto sei vorübergehend eingefroren worden. (Ich bin nicht bei iTunes.)

Dies ist eine automatische Nachricht von dem System, damit Sie wissen, dass Sie müssen innerhalb von 24 Stunden Ihre iTunes Store ID Account-Informationen zu bestätigen.
Ihr Konto wurde temporär eingefroren, wenn es um Ordnung zu schützen.
Das Konto wird auch weiterhin eingefroren werden, bis es genehmigt wird, und bestätigen Sie Sie Kontoinformationen.
Sobald Sie Ihr Konto Datensätze aktualisiert haben Ihre Angaben werden bestätigt und Ihr Konto wird starten wie gewohnt wieder funktionieren .
:Klicken Sie hier Um fortzufahren, Ihre Kontoinformationen zu bestätigen

Dies wird Ihnen helfen, in der Zukunft zu schützen.
Der Vorgang dauert nicht länger als 2 – 7  Minuten.

Darunter stand dann noch Folgendes:

Copyright © 2015 App1e Inc.

Netter Versuch.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 32

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https://www.youtube.com/watch?v=D8RuERP1Kw8

Während ich das Video geschaut habe, sagte ich unzählige Male “Ich kotz gleich”. Ich kann gar nicht sagen, wie widerlich ich das finde. Eingebildete Reiche, die sich von dem Plebs abschotten, der keine mehrere tausend Dollar Gebühr löhnen kann. In was für einer kranken Gesellschaft leben wir eigentlich?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Existierende und ehemalige Staaten

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Ich war über Weihnachten mit meinem Freund bei meinen Eltern. Es war sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Dafür gab es mehrere Gründe. Einer davon: Wetter und Lichtverhältnisse. Es zieht ganz schön runter, wenn es die ganze Zeit regnet und nie richtig hell wird bzw. um drei schon wieder ganz dunkel ist. Ein anderer: die Sprachbarrieren. Ich wünsche mir manchmal, dass ich nicht dauernd irgendwelchen Leuten sagen muss: “Jag kan inte tala svenska.” Gott sei Dank können die alle Englisch.

Ich war einige Male in Begleitung meines Vaters einkaufen. Es ist unglaublich, was es in den dortigen Supermärkten alles (nicht) gibt. Jogurt in Milchkartons, Eintopf in wurstförmigen Pellen und wenn man ungesalzene Butter will, muss man richtig lange suchen. Ich habe dort aber richtig lecker gegessen. Danach lag ich oft halbkomatös auf dem Sofa und habe ein wenig gelesen. “Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?” zum Beispiel. Das Buch hat mich gut unterhalten (bis auf die letzten beiden Kapitel, die aber sehr gut geschrieben sind, sowie das Kapitel über moderne Technologien, das mir ein wenig zu ablehnend herüberkommt). Kann man sich ruhig kaufen.

Am 24. gab es Geschenke. Ich habe so viele Süßigkeiten bekommen, dass ich nicht weiß, wie ich das jemals wieder aufessen soll. Erstaunlich, dass mein Koffer mit dem ganzen Zeugs nicht die Obergrenze am Flughafen geknackt hat. Am 25. war ich zum zweiten Mal in meinem Leben in einem Weihnachtsgottesdienst. Weil ich gerne verstehe, was mir erzählt wird, war ich in der Deutschen Kirche Stockholm. Die kannte ich zwar schon von Fotos, aber als ich drinsaß, war ich beeindruckt von all der Pracht. So viel Gold und Schmuck hatte ich noch nie in einer Kirche gesehen. Der Gottesdienst war wirklich schön, aber ich fand es schade, dass ich die Lieder noch nicht kannte. Bis auf das Schlusslied natürlich, das, wie mir gesagt wurde, in keinem lutherischen Weihnachtsgottesdienst fehlen darf: “Oh du fröhliche”.

Gegessen habe ich immer zusammen mit meiner Familie. Mein Vater erzählte da einige, ähm, interessante Geschichten. Wie er mal mit meinem Opa zusammen in Tschechien war, dort eine AC/DC-Platte gekauft und eine Heidenangst hatte, damit erwischt zu werden. Oder wie Helmut Schmidt den Weihnachtsmarkt in der Kreisstadt besuchte, weswegen massenweise Stasi-Menschen im Dorfpark herumlungerten. Der war nämlich auf dem Weg. Mein Vater war auf dem Weg zur Schule, auf einmal hielt ihn einer der Typen an und sagte: “Hier kannst du nicht weitergehen.” Er musste wieder umdrehen. Übrigens war er damals elf Jahre alt.

Als ich die Stasi-Weihnachtsmarkt-Geschichte im IRC erzählte, kam aber jemand an, der die DDR ganz knorke findet. Und ich kann es einfach nicht verstehen. Wie kann jemand diesen Unrechtsstaat nur toll finden? Sicher, einige Aspekte daran waren nicht verkehrt. Aber den ganzen Staat? Niemals. Arbeiten wir daran, dass es so was nie wieder gibt. Dort kann man nicht anständig leben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin