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Zum letzten Mal minderjährig, Teil 2

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„Guten Morgen!“

„Guten Morgen, Herr Nowitzki!“, antwortete der Kurs gelangweilt.

„Es tut mir Leid, ich hoffe, ihr musstet nicht weinen, weil ich später komme“, versuchte unser Deutschlehrer zu scherzen. Anna, die neben mir sitzt, verdrehte die Augen und raunte mir ins rechte Ohr: „Wahnsinnig witzig!“ Das brachte mich jetzt aber zum Lachen.

„Ich musste noch etwas wegen der Literatur-AG besprechen“, informierte er uns.

„Was denn. wird die neuerdings von der Bräuning geleitet?“, versetzte Anna. Die Bräuning war die neue Deutschreferendarin an unserer Schule und sah aus wie ein Supermodel. Zweifellos war sie seine Lieblingskollegin. Ich lachte.

„Was ist los, Sara?“, fragte Herr Nowitzki und grinste sein Alle-finden-mich-toll-Grinsen.

„Nichts, ich freue mich nur so, dass Sie da sind“, gab ich zurück und grinste ebenfalls.

„Das ist schön“, meinte er und begann mit seinem Unterricht.

Heute hatte er eine Kurzgeschichte über ein Mädchen in der Pubertät mitgebracht. Die hatte ein total unordentliches Zimmer, ließ ihre Freunde auf ihren Turnschuhen unterschreiben, trug laut des Ich-Erzählers viel zu kurze Miniröcke, dafür immer einen riesenlangen Schal und hörte ihre Musik so laut, dass man denken könnte, sie hätte bei sich eine Disko aufgemacht. Ich konnte nicht genau sagen, wieso, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, als wollte Herr Nowitzki sich mit dieser Kurzgeschichte an uns heranschmeißen.

Ich musste an meine Mutter denken. Wenn ich ihr diese Geschichte gezeigt hätte, hätte sie mit Sicherheit so etwas gesagt wie: „Wieso hat der Autor eine Geschichte über dich geschrieben?“ Ihr Standardspruch war, dass ich mein Zimmer auch Labor nennen könnte, weil ich dort ja Unmengen an biologischen Studien betreiben würde. Sie fand es eine Unsitte, dass meine Freundinnen auf meiner Schultasche unterschrieben hatten, nervte mich ständig damit, dass ich „meine Kapelle“ zu laut aufgedreht hätte, und meine Outfits gingen ja sowieso schon mal gar nicht. Hätte ich all die Gesundheitsschäden abbekommen, die meine Mutter mir deswegen angedroht hat, wäre ich schon tot.

Ich dachte nach. Hatte sie diesen ganzen Kram einfach satt? Wollte sie deswegen wieder als Ärztin arbeiten? Irgendwie konnte ich das verstehen. Es kam gelegentlich vor – na gut, es kam ständig vor, dass ich absolut keine Lust mehr auf mein Leben hatte und alles radikal ändern wollte. Wie oft hatte ich mir nach dem Realschulabschluss schon gewünscht, ich hätte nicht mit der Schule weitergemacht, sondern eine Ausbildung begonnen?

„Sara, du siehst zwar gut aus, aber bitte pass trotzdem auf“, unterbrach der Obercasanova meine Gedanken.

Und Sie sehen zwar gut aus, nerven aber trotzdem sehr. Ich habe wichtigere Probleme als diese dämliche Geschichte, dachte ich und tat ab jetzt so, als würde ich aufpassen.

Zu Hause kam ich mir irgendwie sehr unwirklich vor.

Es geschieht selten, dass wir alle gemeinsam zu Mittag essen, da Lea häufig bei Freunden ist, Oma ihr Mittagessen meistens alleine einnimmt und Papa meist lange arbeitet.

Doch an diesem Tag saßen alle da. Oma trug ein glückliches großmütterliches Grinsen im Gesicht, was für sie schon verdammt ungewöhnlich war. Papa trug einen merkwürdigen Strickpullover mit einem noch merkwürdigeren, mir gänzlich unbekannten Pullunder darüber. Mama grinste ebenfalls wie ein Honigkuchenpferd, tat Paul etwas von der Suppe auf und sagte dabei etwas zu ihm, was Paul zu einer unheimlich witzigen Bemerkung veranlasste. Alle lachten.

Ich kam mir vor wie in einem Werbespot. Ich wusste nicht, was diese unheimlich wirkende Harmonie erzeugt hatte, aber ich würde es herausfinden.

In diesem Moment bemerkte mich meine Familie.

„Hallo, Sara, setz dich!“, rief Lea fröhlich und wies mir den freien Platz neben ihr zu.

„Na, Sara, wie war’s in der Schule?“, wollte Mama wissen, als ich mich setzte.

„Wie immer“, antwortete ich. „Ich bin heute Morgen mit Lea hingefahren, habe sechs Stunden abgesessen, und dann bin ich mit dem Bus wieder nach Hause gefahren.“

Ach, du nun wieder, ließ Mamas Blick verlauten. Sie nahm einen Löffel von der Suppe.

„Wieso bist du eigentlich schon zu Hause?“, fragte ich Papa.

„Ich habe mir frei genommen“, entgegnete er. Komisch, das tat er äußerst selten.

Ich begutachtete den Inhalt meines Tellers. Blassbräunliche Suppe mit Nudeln drin. Wirkte irgendwie künstlich, wie aus einer dieser Tüten, die Lea immer benutzte, wenn sie mal kochen sollte.

Paul erzählte etwas über die Tiere, die sie heute in seinem Unterricht behandelt hatten. „So groß sind die!“, rief er und breitete seine kleinen Arme dabei voll aus.

„Aha“, machte Mama und goss sich noch etwas Suppe nach.

„Wollen wir heute zusammen in den Zoo gehen und uns die Vögel ansehen?“, schlug Oma vor.

Das verwunderte mich wirklich. Normalerweise beschränkte sich Omas Kontakt mit ihren Enkelkindern darauf, sie (also uns) zu bitten, den Fernseher leiser zu drehen, etwas im Haushalt zu tun oder zu wettern, wir würden alle noch von der Schule fliegen, wenn wir unsere schulischen Pflichten weiter so vernachlässigten.

„Au ja“, rief Paul begeistert.

Ich probierte etwas von der Suppe. Sie schmeckte merkwürdig.

„Äh, Mama?“, setzte Lea an. Ich kannte sie ziemlich gut und wusste daher: Sie will irgendwas von Mama.

„Wir wollen morgen von Deutsch aus ein Kurstreffen veranstalten. Können wir das bei uns im Keller machen?“

Oh, oh, das gibt Ärger, dachte ich. Die Erwachsenen, besonders Mama, hatten es nämlich überhaupt nicht gerne, wenn Lea hier etwas veranstalten wollte. Sie hatten Fantasien, dass alle mit einer Alkoholvergiftung enden oder mindestens alles vollkübeln würden.

„Aber natürlich, Lea! Um wieviel Uhr soll es losgehen?“

„Um acht. Boah, danke, Mama! Ich muss gleich alle anrufen und ihnen das erzählen.“ Meine Schwester hat viele Angewohnheiten. Dazu gehören das Liegenlassen von benutztem Geschirr im Zimmer, bis es total schimmlig ist, das laute (und falsche) Trällern der aktuellen Charts im Bad und das vorzeitige Verlassen des Esstisches.

Komischerweise blieb Lea jetzt bis zum Schluss sitzen, obwohl sie doch gerade jetzt einen Grund dafür gehabt hätte, ihrer Angewohnheit Nummer drei nachzugehen.

Ich schlürfte noch einen Löffel Suppe. Die schmeckte wirklich zu merkwürdig.

„Ich hab keinen Hunger mehr“, murmelte ich und verließ die Küche. Ich bekam noch mit, wie Paul fragte, ob er die übrig gebliebene Suppe essen dürfe, und ein „Ja, klar“ zur Antwort bekam. Warum wollte mich eigentlich niemand darauf hinweisen, dass ich mir einen Erdbeerjogurt mitgenommen hatte, obwohl ich doch angeblich keinen Hunger mehr hatte?

Ich ging in mein Zimmer. Ein Nachgeschmack der komischen künstlichen Suppe, so glaubte ich, hing noch auf meiner Zunge.

Während ich den Erdbeerjogurt löffelte, dachte ich über die gesamte Situation nach. Heute Morgen beim Frühstück hatten sich noch alle angeschwiegen. Das war nachvollziehbar, nach dem Stress gestern. Aber dann hatte Lea auf der Fahrt zur Schule so entschlossen gewirkt. Wieso nur? Was hatte sie vor? Und was war von der zur Schau gestellten Harmonie beim Mittagessen zu halten? Ich verstand das einfach nicht.

Hatte Lea Mama davon abbringen können, in das Angebot ihrer Freundin miteinzusteigen? Waren deswegen alle so friedlich? Anders konnte ich mir das nicht erklären. Und doch spürte ich, das es so einfach nicht sein konnte. Irgendwas musste noch kommen, von dem ich wusste, dass es nicht gut war. Da war ich ganz unruhig.

Im verzweifelten Versuch, mich von der Problematik abzulenken, machte ich sogar endlich mal wieder meine Hausaufgaben.

Ein Zufall, der einen Blogeintrag auslöst

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Im Radiosender, für den ich arbeite, unterhielt ich mich heute mit den Schülerpraktikanten über die Suchmaschine “yasni.de”. Ich war neugierig, was diese Suchmaschine über mich wusste, und gab meinen Namen ein. Und da fand ich heraus, dass mein Artikel über Mobbing, den ich vor einigen Monaten für den Spießer geschrieben hatte (ist in der aktuellen Ausgabe gelandet), von Spiegel Online übernommen wurde:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/mobbing-im-internet-und-in-der-schule-taeter-und-opfer-erzaehlen-a-873794-3.html

Ich habe nur zufällig herausgefunden, dass der Artikel von Spiegel Online übernommen wurde, weil die Spießer-Redaktion es versäumt hatte, mich darüber zu informieren – sowohl persönlich als auch im Kleingedruckten des Auftrags damals. (Der gute Klopfer hatte den Artikel auf Spiegel Online gelesen, hatte mir aber auch nichts gesagt. Zwinkerndes Smiley) Nun gut, ich will mich jetzt den Kommentaren zum Artikel widmen. Normalerweise lese ich ja keine Online-Kommentare, außer es geht um Sachen, die ich verantwortet hab. Wie halt den Artikel über Mobbing.

Im Folgenden zitiere ich (nicht wörtlich, sondern aus dem Gedächtnis) Thesen, die meist vielfach vertreten wurden, und gebe meine Meinung dazu wieder.

Wer sich nicht wehrt, ist selber schuld

Wie ich in meinem Artikel bereits schrieb, ist Mobbing manchmal so heftig bzw. effektiv, dass man sich nicht mehr wehren kann oder nicht weiß, wie man es tun soll. Es ist ein wenig so, als wäre man ein kleines Insekt, das unversehens bei einer Spinne im Netz landet und dort festklebt und am Ende aufgegessen wird. Diese These ist auch aus einem anderen Grund falsch. Schwäche kann ja nicht die Entschuldigung für Mobbing (oder andere Untaten) sein. Erinnert mich ein klein wenig an die Vollhonks, die, wenn eine Frau vergewaltigt wurde, behaupten: “Die hat ja voll dazu aufgefordert mit ihrem Minirock!”

Gewalt kann eine Lösung sein

Zunächst mal bin ich grundsätzlich gegen Gewalt. Und selbst wenn es in manchen Fällen doch verständlich ist, weil man einfach nicht mehr weiter weiß: Für mich wäre Gewalt keine Option gewesen. Ich war mindestens ein Jahr jünger als alle anderen, ziemlich klein und schmal, und die meisten Mobber waren männlich. Da hätte ich mit Zuhauen nicht viel ausrichten können – es wäre vermutlich ein Schneiden ins eigene Fleisch gewesen.

gerichtliche Androhungen helfen

Da muss ich zugeben, dass ich dieses Mittel nicht ausprobiert habe. Allerdings hätte eine reine Androhung in meinem Fall wohl reichen müssen, da meine Eltern, so vermute ich, kaum das Geld für einen Prozess über hatten. Und wie ein Kommentator schon richtig erkannt hatte: Oft steht Aussage gegen Aussage. Und wem glaubt man dann? Den Leuten, die in der Überzahl sind – also den Mobbern.

Mobbing ist ganz normal, es wird nie aufhören, egal, was irgendwelche Sozialpädagogen-Gutmenschen behaupten und die Opfer müssen sich verbiegen

Mobbing ist NICHT ganz normal. Es ist unheimlich grausam. Der Mensch, der die Sozialpädagogen-Gutmenschen-Formulierung verwendete (im Übrigen hasse ich das Wort “Gutmensch”), suchte wohl nur eine Entschuldigung dafür, dass er selbst nicht genug Zivilcourage hat. Und was Opfer angeht, die sich verbiegen müssen: siehe oben.

die Leute, die ich damals gemobbt habe, sind heute erfolgreiche, anerkannte Leute

Auch das ist in meinen Augen keine Entschuldigung für Mobbing. Ich will an dieser Stelle mal einen etwas abgefahrenen Vergleich wagen, in der Hoffnung, dass man versteht, was ich meine: Wenn man an irgendeinem Gebäude Brandstiftung verübt und es kamen durch Zufall keine Menschen zu Schaden, bleibt es nichtsdestotrotz gefährliche Brandstiftung. Und dass die ehemals Gemobbten heute erfolgreich sind, heißt ja nicht, dass sie nicht trotzdem enorme psychische Probleme bekamen.

Stromberg würde sagen: Schule ist Krieg.

Da muss ich definitiv zustimmen. Es war für mich wie ein einziger Krieg, es war so, als ob ich durch ein Minenfeld laufen müsste, ohne auf eine zu treten. Hat geklappt, aber manchmal war ich verdammt dicht an einer Mine dran.

Kartoffeln sind in vielen Schulen in der Unterzahl, Türken kennen unsere Gesetze nicht, bloß die Scharia

An den User “dickebank”, falls er das lesen sollte: Es ist für mich unter aller Sau, dass du sofort wieder die “Scheiß-Ausländer”-Keule rausholen musstest. Erstens hat es überhaupt nichts mit dem Thema des Artikels zu tun, zweitens fällst du auf ein blödes Klischee rein und drittens möchte ich hinzufügen, dass ich damals auf eine Schule ging, auf der es Ausländer so gut wie gar nicht gab.

Mehrere Kommentatoren erzählten, dass sie ihre ehemaligen Mobber nach vielen Jahren wiedergesehen und die Mobber scheißfreundlich getan hätten. So etwas habe ich auch erlebt. Das im Artikel erwähnte “Wasch-dich-mal”-Mädel habe ich vor einigen Monaten in der Unimensa getroffen, als ich dort meinen Freund besuchte. Es folgte freundliches Geplapper à la “Und, was machstn du so?”. Leider war ich zu freundlich, um einfach zu sagen “Lass mich” und woanders hinzugehen. Ich hätt’s tun sollen.

An den Kommentaren fand ich generell schade, dass kaum einer auf die Artikel einging, sondern die meisten einfach nur ihre generellen Erfahrungen und Meinungen zum Thema “Mobbing” abließen. Aber gut, es ist Spiegel Online, da lese ich die Kommentare ja wie gesagt eh nie, weil ich davon nichts erwarte.

Schließen möchte ich mit einer wichtigen Information: Leider hat die Redaktion für die Veröffentlichung einen Hinweis in meinem Artikel herausgekürzt, den ich an dieser Stelle wieder einfügen möchte:

Ohne meine beste Freundin und meinen Freund hätte ich die Schule wahrscheinlich abgebrochen.

Falls ihr das lest: Vielen Dank noch mal.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kitschautorinnereien – Update

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Auf Wunsch habe ich hier noch mal eine aktuelle Liste meiner Ergüsse zusammengestellt.

Zum letzten Mal minderjährig

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-1/670170

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-2/670175

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-3/670251

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-4/670429

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-5/670543

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-6/670599

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-7/670611

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-8/670650

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-9/670664

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/zum-letzten-mal-minderjaehrig-teil-10/670716

Wo ist die Liebe hin?

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-1/671516

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-2/671633

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-3/671876

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-4/672051

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-5/672210

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-6/672460

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-7/673104

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-8/673352

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-9/673524

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/wo-ist-die-liebe-hin-teil-10/675167

Krümelmonster

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-1/675310

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-2/675322

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-3/675371

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-4/675377

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-5/675397

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-6/675411

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-7/675413

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-8/675417

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-9/675471

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-10/675487

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-11/675513

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-12/675540

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-13/675571

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-14/675587

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-15/675604

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-16/675627

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-17/675647

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-18/675667

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-19/675702

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-20/675714

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-21/675738

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-22/675763

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-23/675805

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-24/675818

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-25/675827

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-26/675854

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-27/675952

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-28/675976

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-29/675986

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-30/676004

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-31/676027

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-32/676041

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-33/676151

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-34/676229

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-35/676243

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/kruemelmonster-teil-36/676383

Bedeutungsschwanger

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-1/681825

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-2/682629

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-3/682820

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-4/780735

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-5/781272

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-6/784121

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-7/817156

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-8/817644

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-9/818781

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-10/832910

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-11/841005

http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/bedeutungsschwanger-teil-12/850947

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Breaking yawn

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Die älteste Jugendzeitschrift Deutschlands, dessen Ableger ich gerade schon besprach, hat immer weniger Leser, aber leider kauft sie immer noch irgendwer, und so ist sie immer noch im Handel erhältlich. Und auch hier gibt es einige amüsante Stellen.

Eine Sängerin, die ich nicht kenne, macht bei einer Sendung mit, die ich nie gesehen habe, und dabei passiert ihr ein Missgeschick unter Beteiligung eines Menschen, der an einer anderen Sendung teilgenommen hat, die ich nie gesehen habe.

Weil sie noch keinen Sport-Badeanzug hatte, rutschte ihr bei einem Sprung der Bikini weg – die Sängerin stand komplett nackt da. Gabby befürchtet nun, dass „Dschungelkönig“ Peer Kusmagk (36) ihren Popo gesehen hat – denn der war gerade hinter ihr. *Oops*

Ich wette, der sah ungefähr so aus:

Quelle: dt. Wikipedia

Da anscheinend alle Jugendlichen auf Twilight stehen (oh nein, bitte nicht), gibt es einen vierseitigen Artikel darüber, der in bester Bildmanier fast nur aus Bildern besteht. Und in der Heftmitte findet sich ein Poster von einer Band, die ich mit dreizehn sehr toll fand (Linkin Park). Damals, das ist sieben Jahre her, fand ich sie toll und habe meine Oma bekniet, mir zum Geburtstag die aktuelle Scheibe zu schenken. Heute würde ich die nicht mal geschenkt haben wollen. Doofe Zeitung, doofe Band. Passt.

Dr. Sommer möchte Jugendlichen erklären, was erotisch bedeutet. Ich möchte mal sagen, wer im bravolesenden Alter ist und das noch nicht weiß, sollte jegliche dahingehenden Aktivitäten unterlassen. Gegen die Dr.-Sommer-Rubrik habe ich nichts, aber bei der Ecke zum Thema Periode musste ich dann doch lachen (liegt an meinem kindischen Humor):

Im Durchschnitt werden etwa 65 Milliliter ausgeschieden. Das ist ungefähr eine halbe Kaffeetasse voll.

Bin ich die Einzige, die sich gerade vorstellt, wie die Fragenstellerin mit einer Tasse zwischen ihren Beinen herumsteht?

Anschließend gab es wieder einmal einen Bericht zum ersten Mal und ich frage mich, ob die Schreiberlinge der verschiedenen Zeitungen sich gegenseitig die Ideen klauen, weil sie keine mehr haben. Fünfundzwanzig Seiten später machte ich einen Ausflug in die Zeit, in der ich mich noch darum gerissen hätte, die Bravo oder Ähnliches zu lesen. Im zarten Alter von acht Jahren war ich der größte Fan der Band Echt und ich muss gestehen, ich habe immer noch ein Lied von ihnen auf meinem MP3-Player. Sie sind tatsächlich wieder in den Charts! Ich war total aus dem Häuschen.

Alles wird sich ändern, wenn wir groß sind…

Ja, da hatten sie wohl Recht. Oder?

Zu der Mädchen kann ich im Grunde gar nicht so viel sagen. Natürlich ist auch sie voll mit Stars, die ich nicht kenne, aber ich werde nun mal alt. Zwei Stellen sind mir dann aber doch aufgefallen.

Auf Seite 20 findet sich der Artikel „Was denken Jungs wirklich über diese Trendteile?“ Vorgestellt werden dem „Expertenteam“ unter anderem ein Poncho und ein Lederrock. Und wie nicht anders zu erwarten, fallen die Meinungen total unterschiedlich aus. Das hätte ich aber auch ohne Einladung von fünf männlichen Teenagern sagen können.

Gabi kann man immer fragen, wenn man Probleme hat, besonders im sexuellen Bereich, allerdings sollte man dann nicht erwarten, auch eine gute Antwort zu kriegen. Die dreizehnjährige Luisa wollte wissen, wie sie öfter zum Orgasmus kommt, und die Antwort begann so:

Liebe Luisa, jeder entdeckt seinen Körper in dem Alter, das für ihn richtig ist. Beim Solosex geht es nicht darum, schnell und oft zum Orgasmus zu kommen.

Anders gesagt: „Junge Dame, du bist für so etwas noch viel zu jung und du hast eh überhaupt keine Ahnung.“

Ich muss überlegen, was ich mit den drei Zeitungen jetzt noch anstelle. Ich glaube, die gäben nicht mal gutes Collagenmaterial ab… Bis auf die ja zwei Mal auftauchende Frau ohne Gesichtsausdrücke.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin