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Disketten und Idiotie

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Gestern habe ich zum ersten Mal, seit ich aus der zweitgrößten Stadt Deutschlands wiederkam, etwas unternommen, das über Essensbeschaffung hinausging. Ich hatte einen ganz schönen Tag. Er fing damit an, dass ich meinen Thalia-Gutschein, den mein Freund mir zum Geburtstag geschenkt hatte, einlöste. Für zwei Bücher: “Meine russischen Nachbarn” von Wladimir Kaminer und “Neue Nazis” von Toralf Staud und Johannes Radke. Ich bin gerade dabei, diese Bücher zu lesen, und ich muss an dieser Stelle einmal festhalten, dass ich einfach nur erschüttert darüber bin, wie stark die rechte Szene in Deutschland mittlerweile ist. Ich bin erst bei ungefähr einem Drittel des zweiten Buches, und ich habe schon x Geschichten über rechte Verbrechen und darüber gelesen, wie man versucht, sie zu ignorieren. Viele Leute scheinen immer noch zu denken, dass man Rechtsextremismus am besten loswird, wenn man ihn nicht beachtet. Dabei ist Dortmund auf die Weise zu einer Hochburg von autonomen Nationalisten geworden.

Nachdem ich den Buchhandel mit 17,98 Euro unterstützt hatte, traf ich mich mit meiner besten Freundin. Wir alle wissen, dass Disketten ein veraltetes Speichermedium sind, und einige Leute haben sich überlegt, wie man die 3,5-Zoll-Scheiben wiederverwenden kann. Antwort: Untersetzer für Gläser und Becher. Ich hatte noch einen Haufen Disketten übrig, die ich dann an meine beste Freundin weitergegeben habe. Allerdings erst, nachdem wir zusammen ausgewertet haben, was sich auf den Scheiben befand. Meinen eigenen Tower hatte es leider beim Versuch, die Teile zu lesen, zerlegt (wahrscheinlich ist das Netzteil im ihr-wisst-schon), also suchten wir in den Computerräumen der Uni nach Computern mit Diskettenlaufwerk. Und so erfuhr ich ganz nebenbei davon, was die Uni sich geleistet hat.

Ein sehr wichtiges Unigebäude wurde wegen Brandschutzbestimmungen einfach mal quasi dichtgemacht. Die Seminar-, Computerräume und Hörsäle oberhalb des Erdgeschosses dürfen gar nicht mehr genutzt werden. Die Veranstaltungen, die dort stattfinden, müssen in andere Gebäude verlegt werden und die Studenten, die sie belegt haben, müssen wahrscheinlich am Samstag in der Uni antanzen. Und die großartige und total wichtige Naturwissenschaftsbibliothek kann nur noch als Magazin genutzt werden. Ich war unglaublich sauer, als ich gestern davon gehört habe. Mein Freund meinte dazu: “Gut zu wissen, dass ich einen Großteil meines Studiums in so einer Bude verbracht habe.”

Zu Hause untersuchte ich alle Dateien, die wir von meinen alten Disketten heruntergeholt hatten. Leider konnten wir nicht mehr alles retten, aber das ist bei Teilen, die vor fünf Jahren zum letzten Mal benutzt wurden und weit älter sind, wohl nur normal. Unter den Sachen, die wir retten konnten, waren uralte Kurzgeschichten von mir und eine Tagebuchdatei, die ich angefertigt hatte, als ich vierzehn bis fünfzehn Jahre alt war. Als ich die zirka 100 Seiten las, rief ich laufend: “Oh mein Gott, ist das peinlich!” Und es stimmt. Ich hatte damals absolut null Schreibtalent und habe immer nur kitschige Geschichten geschrieben, in denen die Heldinnen ihren Traumboy fanden. Außerdem habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich vor neun Jahren ziemlich panne gewesen muss. Wenn ich nur daran denke, was ich da über den Kerl geschrieben habe, in den ich fast die ganze Gymnasialzeit unsterblich verliebt war… oh Mann. Naja, irgendwie war es doch amüsant. Aber ich würd’s nie jemandem zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Mein geliebter Computer

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Vor neun Tagen blieb mein Freund im Laptopkabel hängen, das ich unachtsamerweise mit dem Gerät verbunden gelassen hatte, und zog ihn vom Tisch runter. Das Gerät lief an sich noch, nur das Kabel und das Gehäuse waren leicht verbogen, aber soweit war alles in Ordnung. Bis ich tags darauf leicht am Kabel drehte, als ich den Computer auf den Tisch stellen wollte, und sich das Gerät schlagartig ausschaltete. Das passierte an dem Tag dann noch einmal, weswegen ich den PC dann vor einer Woche in die Reparatur gegeben hatte.

Der Verkäufer im Computerladen wies mich darauf hin, dass die Reparatur sehr lange dauern könne und dass der zuständige Mitarbeiter erst am Montag Zeit habe, sich um meinen Laptop zu kümmern. Als ich am Montag nachfragte, was denn nun genau bei meinem Rechenknecht gemacht werden müsse, bekam ich zur Antwort, dass man sich mein Gerät noch nicht angeschaut habe. Das wurde dann einen Tag später erledigt, genauso wie der Rückruf, der eigentlich Dienstag hätte erfolgen sollen und dann Mittwochmorgen im Seminarraum kam. Dann erhielt ich aber überraschenderweise die Nachricht, dass mein Computer wieder repariert sei. Ich ließ “Demokratietheorien” ausfallen, um die Kiste abzuholen. So sehr sehnte ich mich nach meinem geliebten Computer.

Im Computerladen erfuhr ich dann auch, was mit der möglicherweise sehr langen Dauer der Reparatur gemeint war. Natürlich sei der Kurzschluss-Fehler an meinem Gerät soweit behoben, allerdings könne man mein Akkukabel so nicht wieder zurechtbiegen und überhaupt sei es doch besser, wenn ich einige Teile austauschen würde. Der Verkäufer präsentierte mir einen Kostenvorschlag, der mit hundertfünfzig Euro ungefähr die Hälfte des Neupreises meines Laptops bedeutete. (Für das Netzteil waren 35 Euro angesetzt. Ein zu meinem Modell – Compaq Presario CQ57 – passendes Netzteil gab es bei Amazon schon für 14 Euro.) Ich sagte, ich wolle erst mal testen, ob das Ding denn jetzt läuft und wenn nicht, würde ich einige Teile austauschen lassen. Es ist jetzt nicht ganz 48 Stunden her, dass ich meinen Klapprechner abgeholt habe, und er läuft wunderbar. Ich kann mich aufs Bett legen und hinterher wieder mit dem Teil an den Tisch setzen, ohne dass ich einen ungewollt schwarzen Bildschirm erhalte.

Getestet habe ich meine Kiste unter anderem durch Ausprobieren eines neuen Programms – Visio 2013. Mir wurde in einem Pädagogikseminar ein Ergebnisprotokoll für eine Arbeitsgruppensitzung aufs Auge gedrückt (vermutlich, weil ich das Ganze als Einzige richtig vorbereitet hatte). Eine Aufgabe war, Rousseaus Erziehungskonzeption in einem grafischen Schema darzustellen. Ich fragte meinen Informatikerfreund, welches Programm dafür am besten geeignet wäre, und er antwortete: “Visio”. Da ich eine Studentenlizenz habe, konnte ich mir das Programm kostenfrei herunterladen und installieren (was ziemlich lange gedauert hat – vermutlich länger, als dann das Diagramm zu erstellen).

Gerade kam mir eine Idee: Was würdet ihr davon halten, wenn ich lustige Diagramme, also z.B. Flussdiagramme, erstellen und hier im Blog posten würde? Ich bräuchte nur ein paar Themenanregungen. Also, schreibt mir fleißig Kommentare.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin