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Schlagwort-Archive: pink

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 20

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http://taz.de/Schoenheitssalon-Monaco-Princesse/!112991/

Im Teaser des taz.de-Artikels steht: “Die Kritik daran ist groß”. Das kann ich mir gut vorstellen. Es fängt damit an, dass der Schönheitssalon von oben bis unten pink ist. Selbst wenn es das ist, was die Zielgruppe mag (was man ja auch hinterfragen kann) – davon bekommt man ja Augenkrebs. Aber wenn das das geringste Problem wäre… Julias Vater war der einzig Intelligente, der im Artikel auftauchte. Er wollte da raus. Ich hoffe, er setzt sich irgendwann gegen seine Partnerin durch, die die kleine Julia zu einer verdammten Prinzessin heranzüchten möchte. Ich habe ja nichts dagegen, wenn sich Frauen aufstylen, aber der Salon richtet sich an Mädchen ab fünf Jahren. Meine Mutter hat mir kein bisschen Schminke erlaubt, als ich ein Kind war, und jetzt verstehe ich das durchaus. Ich finde dieses Geschäftskonzept aus zwei Gründen fürchterlich:

1.) Kinder sollten in dem Alter spielen und toben können.

2.) Es ist einfach falsch, Mädchen auf Schönheit und Oberflächlichkeit zu trimmen. (Das gilt für Jungs natürlich genauso.)

Ich will die ganzen Mütter gar nicht kennen, die laut der Salonbesitzerin zuhauf in den Laden rennen, um ihre Töchter zu verziehen. Wenn ich lese, was Patricia und ihre fünf- und siebenjährigen Töchter da verzapfen, wird mir übel. Solche Mütter sollten keine Kinder erziehen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Ich weiß noch, wie

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(Reaktion auf diesen Eintrag hier: http://rowennightfall.wordpress.com/2013/02/16/das-rad-der-zeit/)

Ich bin jetzt 21. Und es wundert mich, wie die Zeit doch vergangen ist. Das Gefühl habe ich nicht zum ersten Mal. An unserer Schule ist es Brauch, dass für die Abizeitungen alle Schulklassen am Anfang und am Ende fotografiert werden. Ich weiß noch genau, wie ich im zarten Alter von elf Jahren an der Tischtennisplatte fürs Foto posierte und mich fragte, wie die Gymnasiumszeit wohl wird. Als ich fast achtzehn war, durfte ich mich dann wieder dort aufstellen und dachte: Wow, die Zeit ist ja wie im Flug vergangen.

Mein Leben war, bis ich sechzehn wurde, nicht besonders aufregend. Man kann es mit einer Achterbahn vergleichen, bei der man sehr lange einfach nur am Boden herumtuckert und dann geht es plötzlich ohne Vorwarnung steil nach oben. In mein siebzehntes Lebensjahr fielen die erste selbst veranstaltete Party, der Eintritt in die Kursstufe und die ersten Liebesabenteuer, um nur einige aufregende Sachen zu nennen. Anstatt jeden Sonntag in die Kirche geschleppt zu werden wie andere, die ich kenne, ging ich sonntagmorgens häufig in die Bücherei und mokierte mich dann über die Dorfbevölkerung, die nach dem brav besuchten Gottesdienst in die Bücherei kam, um mit der Bibliothekarin den neuesten Dorfklatsch auszutauschen. Was mir aus der Zeit auch noch in Erinnerung geblieben ist, sind die ewig langen Busfahrten zur Schule und insbesondere nach Hause. Ich hatte während der Kursstufe mindestens ein Mal pro Woche bis zur neunten Stunde – damals gab es um die Zeit allerdings keine Schulbusse mehr und mein Heimatdorf hatte keinen Bahnhof. Also musste ich erst vom Gymnasium zum Bahnhof laufen und dann über eine Stunde durch die Gegend tuckern. Mit Umsteigezeit. Die Einzige, die ich kannte, die noch früher aufstehen musste als ich, war meine beste Freundin. Mit 15 hatte ich eine französische Austauschschülerin zu Gast, der das frühe Aufstehen extrem missfiel. Die haben aber auch viel humanere Unterrichtszeiten als wir, da kann ich das schon verstehen. In den Schulbussen gab es extrem viele Idioten und die einzige Rettung war mein MP3-Player, auf den ich heute immer noch nicht verzichten kann, wenn ich unterwegs bin.

Meine beste Freundin traf ich quasi nur in der Schule. Ich habe heute immer noch in guter Erinnerung, wie wir in den großen Pausen über den Schulhof stratzten und uns über alles Mögliche unterhielten. Im Sommer saßen wir auch oft unter dem Riesenbaum am Fluss, der ans Schulgelände angrenzt. Außer ihr hatte ich keine Freunde, zumindest keine, die ich heute als solche bezeichnen würde.

All das, was ich nicht selbst erlebte, konnte ich gut durch Geschichten ausgleichen, die sie mir erzählte. Aus der Kirche geklautes Weihwasser, Leute, die versucht hatten, ein Gummibärchen zu destillieren und so weiter.

Als ich noch jung war, hatte ich ziemlich viel Blödsinn im Kopf, auch wenn ich lange nicht so wild war wie andere. Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke, wie ich kurz nach meinem fünfzehnten Geburtstag in Gesellschaft einer damaligen Freundin auf dem örtlichen Schützenfest anderthalb V+ (!!!) getrunken hatte. Ich war wahnsinnig stolz auf die ungeheure Menge gewesen und darauf, dass weder meine Eltern noch mein Bruder etwas mitgekriegt hatten. Ich weiß auch noch, wie mir meine beste Freundin mal ein Rezept für einen „sehr gesunden“ Vitamintrunk gegeben hatte. Zutaten: eine Wasserflasche und eine Packung Vitamintabletten. Ich fand die Idee total klasse und hatte mir die Zutaten schon besorgt. Gerade habe ich mit meiner besten Freundin über die Geschichte gesprochen und sie sagte, dass eine Freundin von ihr auf diese Weise eine Klausur nicht mitschreiben musste… Hilfe. Irgendwie bin ich froh, dass es dann doch nicht dazu kam, dass ich das Zeug getrunken habe.

Zugtickets kosteten damals noch nicht so viel Geld wie heute. Ich habe trotzdem so lange, wie es ging, noch die Kinderfahrscheine gekauft (endlich mal eine Sache, für die mein junges Aussehen gut war). Einmal hab ich in der Stadt eine CD gekauft und auf dem Rückweg dann darauf spekuliert, dass mich niemand kontrolliert, weil ich für die CD das mit ausgegeben habe, was ich eigentlich für die Rückfahrkarte gebraucht hätte. Hat geklappt. Wenn ich eine Kugel Eis kaufen wollte, musste ich dafür in die nächstgrößere Stadt fahren, denn die Pizzeria, die bis dahin alle Dorfbewohner mit Kugeleis versorgt hatte, war irgendwann pleite gegangen.

Ich hatte erst sehr spät Internet bekommen. Ganz selten durfte ich an den Computer meiner Eltern, um den Modemanschluss zu nutzen. (Das Modem war übrigens pink. Cool, nicht?) Ich weiß noch, wie ich mal ein Bild von meiner besten Freundin und ihrem damaligen Freund aufrufen wollte, das sie mir per Mail geschickt hatte. Der Bildaufbau dauerte ZWEI Minuten. So lange brauche ich heute, um meinen Posteingang durchzugucken. Den Computer benutze ich damals wie heute, um Geschichten zu schreiben, nur kann ich es jetzt quasi überall machen, wenn nur der Akku voll genug ist.

Ich habe mit meiner besten Freundin immer noch regen Kontakt, aber irgendwie vermisse ich die Zeit der gemeinsamen Gänge über den Schulhof. Wenn ich am Bahnhof hier im Ort ankomme, weil mein Freund (den ich immer noch habe, seit ich 16 bin) hier wohnt, muss ich jedes Mal daran denken, wie ich zum ersten Mal hier war. Ich habe an der Maitour der Clique meiner besten Freundin teilgenommen. Ich trank ziemlich viel Alkohol (was aus heutiger Sicht schon gar nicht mehr so viel war) und hatte wahnsinnigen Spaß.

Tagebuch geschrieben habe ich früher übrigens auch. Irgendwo habe ich noch eine riesige Datei gespeichert mit Einträgen aus meinem früheren Leben. Wobei ich gar nicht weiß, wie ich da noch rankommen soll – ich vermute, dass sich die Einträge auf einer Diskette befinden. Wäre aber witzig, sich all das Zeugs mal wieder durchzulesen.

Hilfe, jetzt klinge ich wahrscheinlich wie eine alte Oma, die ihren Enkeln von früher erzählt. Naja, was soll’s.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Aussehen

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Eigentlich sollte ich, während ich diesen Satz schreibe, in der Schule sitzen und auf das Eintreffen des Lehrers warten. Da ich mittlerweile aber nur noch flüstern kann, habe ich mich dazu entschieden, zu Hause zu bleiben und freue mich darüber, dass ich einen Laptop habe. Dadurch verfüge ich auch im Bett über Internet.

Gestern im Unterricht sagte einer der Lehrer (Engländer), dass man in seiner Heimat, wenn man bspw. bunte Haare oder andere Klamotten hat, durchaus angesprochen wird, Komplimente bekommt und gefragt wird, wo man XY her hat. In Deutschland sei es dagegen seiner Meinung nach so, dass man dann komisch angeguckt wird und es wird über einen getuschelt. Ein Mädchen aus meiner Klasse bestätigte diese These, indem sie sagte, wenn sie jemanden mit pinken Haaren sehe, denke sie, der habe einen an der Waffel. Normalerweise wundere ich mich ja über gar nichts mehr, aber…

Ich finde es toll, wenn jemand anders aussieht als alle anderen und ein bisschen mehr Individualität kann auf keinen Fall schaden. Das ist einer der Gründe, aus denen ich das Dorfleben nicht vermisse. Dort wurde man angeschielt, wenn man nur ein bisschen anders war als die anderen. Ich will das ganz bestimmt nicht wiederhaben.

In einem der Foren, in denen ich bin, gab es eine Diskussion darüber, ob Menschen im Alter noch attraktiv sein können. Die einen sagten, sie könnten keine Menschen attraktiv finden, die ihre Eltern oder Großeltern sein könnten. Die anderen (zu denen ich auch gehöre) sagten, dass das durchaus möglich sei. Ich meine, seht euch Clint Eastwood an!

Dieser Mann, der schon bald mein Uropa sein könnte, sieht mit fast 82 Jahren noch blendend aus. Wahrscheinlich sind die Leute, die denken, im Alter wird man zwangsweise hässlich, der Grund dafür, dass es in dieser Gesellschaft so einen verdammten Jugendwahn gibt. Ich hoffe, die Menschen sehen irgendwann ein, dass Alter auch schön sein kann. Oder pinke Haare.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Grattis på födelsedagen

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Es hat eine Weile gedauert, bis ich dazu gekommen bin, einen Artikel darüber zu schreiben, aber ich bin am 3. Juli 20 Jahre alt geworden. Zwanzig! Wow! Wäre ich eine Katze, wäre ich schon voll alt. So fühle ich mich jedenfalls grade.

Letztes Jahr hatte ich ja schon einmal den Versuch gestartet, in meinen Geburtstag hereinzufeiern, und es ist grandios in die Hose gegangen. Deswegen war ich etwas skeptisch, aber die Party wurde wunderbar und ging bis ca. 2 Uhr morgens. Ich habe auch viele tolle Geschenke bekommen, von denen ich hier einige aufzählen möchte:

– zwei pinkfarbene Kerzengläser

– ein SpongeBob-Poster

– diverse Süßigkeiten

– ein Sexstellungs-Quartett

Nicht so toll hingegen waren die Klamotten, die mir meine Oma aufgedrängt hat (Zitat mein Freund: „Du siehst aus wie eine alte Frau“) – ich habe sie am Wochenende besucht. Ich will gar nicht so viele Worte darüber verlieren, wie, ähm… anstrengend der Besuch für mich war. Es lässt sich ohnehin viel besser in einem Bild beschreiben:

Ich brauche Urlaub vom Urlaub. Gott sei Dank habe ich jetzt Sommerferien, also kann ich das auch verwirklichen.

Jetzt versuche ich mal konsequent, ich zu sein und zu tun, was ich will. Am Computer Zitate sammeln, surfen und chatten. Kiloweise ungesundes Essen in mich reinfuttern. SpongeBob auf DVD gucken. Auf meiner zweiten Geburtstagsparty wahnsinnig intelligente Gespräche über Zeichentrickserien und Sex führen. Und, ganz wichtig: mein Geburtstagsgeld für ach so furchtbare Kleidung und ach so unnütze Bücher ausgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin