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Schlagwort-Archive: protest gegen nazis

Kurz kommentiert (mehr oder weniger), Teil 40

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http://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2017/01/09

So sehr ich Nationalismus, Nationalsozialismus und Populismus verabscheue: Wenn man, wie in oben verlinkter Pressemitteilung geschehen, diese drei Begriffe wild durcheinanderwirft, kommt nur Mist dabei heraus. Es handelt sich hierbei um drei grundverschiedene Phänomene. Diese können sich zwar überschneiden, aber es ist wahnsinnig wichtig, auf die richtigen Begrifflichkeiten zu achten, damit man sie angemessen behandeln (sprich bekämpfen) kann.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Stöckchen oder nicht Stöckchen

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Vor einiger Zeit musste ich an das hier denken, und auch wenn mir das Stöckchen keiner zugeworfen hat, würde ich gern damit spielen.

12 Dinge, die dich ärgern

– Fremdenfeindlichkeit

– Homophobie

– Misogynie

– Krieg

– Leute, die, wenn sie einen Zug wegen einer Bombenentschärfung nicht nehmen können, sich lang und breit über die Unzuverlässigkeit der Bahn ärgern oder zig Mal erwähnen, dass sie schneller gewesen wären, wenn sie den Bus XY genommen hätten statt des Schienenersatzverkehrbusses

– wenn Züge zu spät kommen, weil die Bahn am falschen Ende spart und Gegengleise abbaut

– die Unfähigkeit der Betreuer in meinem bevorzugten Uni-Computerraum

– auf Gläubige herabblickende Menschen

– wenn mein Smartphone mitten in einer langweiligen Vorlesung leergeht

– die Engstirnigkeit gewisser alter Menschen

– das für mich zuständige Bafögamt

– Leute, die glauben, Depressionen könne man ganz einfach behandeln

11 Dinge, ohne die du nicht leben könntest

– Wasser

– Essen

– angemessene Temperaturen

– Mediziner

– Liebe

– Internet

– Bücher

– Schlaf

– Gott

– meinen schwarzen Kajal

– mein Smartphone

10 Dinge, auf die du dich freust

– endlich mit meinem Freund zusammenzuwohnen

– meine Bachelorarbeit

– das Abendessen

– die nächste Sitzung vom Gebärdensprachkurs

– den 4. Dezember

– den nächsten Gottesdienst mit meinem Lieblingspastor

– endlich diese Monty-Python-Sendung zu gucken, die ich vor vier Wochen aufnehmen ließ

– die Masterzeugnisverleihung eines gewissen Informatikers

– irgendwann mal Kinder zu haben

– den nächsten Urlaub

9 Dinge, die du täglich trägst

– einen BH

– eine Armbanduhr

– meine Brille

– einen Slip

– einen Titanring mit Diamant (mein Verlobungsring)

– mein Essen ins Zimmer

– Zweifel an der Zukunft

– meine Dreckwäsche irgendwohin

– einen Silberring (Geschenk von meiner Mutter)

8 Serien bzw. Filme, die du immer wieder schauen könntest

– “The King’s speech”

– “Ein Herz und eine Seele”

– “Die fabelhafte Welt der Amélie”

– “Hör mal, wer da hämmert”

– “Spongebob Schwammkopf”

– “Zwei glorreiche Halunken”

– “Der Vorname”

– “LOL – Laughing out loud”

7 Objekte, die du täglich anfasst

– Klopapier

– meinen Laptop

– die Fernbedienung meines DVD-Players

– meinen DVD-Player

– die Steckdosenleiste, an der mein Laptop, das dazugehörige Hub und mein DVD-Player hängen

– Besteck

– Gebäck

6 Dinge, die du jeden Tag tust

– aufs Klo gehen

– sprechen

– im Internet surfen

– lesen

– kochen

– an die Uni denken

5 Lebensmittel, ohne die du nicht leben könntest

– Nudeln

– Schokolade

– Erdbeeren

– Käse

– Tomaten

4 Menschen, mit denen du gerne mehr Zeit verbringen würdest

– die lustigen Leute von Alsterfilm

– meine beste Freundin

– mein bester Freund (der gleichzeitig auch mein zukünftiger Schwager ist, ist das nicht cool?)

– seine Freundin

3 deiner momentanen Lieblingslieder

– Muse – Hysteria

– Postmodern Jukebox feat. Robyn Adele Anderson – Talk dirty

– Pet Shop Boys – Go west

2 Menschen, die dein Leben sehr beeinflusst haben

– mein Vater

– seine Mutter

1 Mensch, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen könntest

– mein Freund

So, fühlt euch frei, eure Meinung dazu oder eure eigenen Fragebogen-Füllungen in die Kommentare zu schreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Jahresrückblick 2013

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1.       Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war dein Jahr?

8. Es ist kein großer Mist passiert wie die letzten beiden Jahre, aber einige sehr schöne Sachen.

2.       Zugenommen oder abgenommen?

Es wird wohl ungefähr gleich geblieben sein. Zumindest sehe ich nicht wesentlich fetter aus.

3.       Haare länger oder kürzer?

Mehr oder weniger gleich… irgendwie finde ich einfach, dass mir kurz vor schulterlang am besten steht.

4.       Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Weder noch, allerdings ist laut Optikertest eine Hornhautverkrümmung dazugekommen. Ich war deswegen aber noch nicht beim Augenarzt. Müsste ja auch erst mal wieder einen guten finden.

5.       Mehr Kohle oder weniger?

Ein bisschen weniger, weil mir vom Bafög-Höchstsatz jetzt knapp 150 Euro abgezogen werden, aber das ist okay.

6.       Besseren Job oder schlechteren?

Schlechter.

7.       Mehr ausgegeben oder weniger?

Genau kann ich das nicht sagen. Ich habe aber versucht, mich etwas zurückzuhalten.

8.       Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?

Mrs Elch hat Mutterpasshüllen verlost, ich habe mitgemacht, eine gewonnen und sie an eine zu dem Zeitpunkt schwangere Freundin weitergegeben.

9.       Mehr bewegt oder weniger?

Mehr, ich gehe jetzt einmal in der Woche schwimmen.

10.   Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?

Ein paar Erkältungen und dieses merkwürdige Brustdrücken. Also, vielleicht drei. Smiley mit geöffnetem Mund

11.   Davon war für dich die Schlimmste?

Natürlich das Brustdrücken. Ich dachte teilweise, ich müsste sterben.

12.   Der hirnrissigste Plan?

Das Praktikum in der zweitgrößten Stadt Deutschlands.

13.   Die gefährlichste Unternehmung?

Den ganzen Tag bei stechender Sonne draußen herumzulaufen. Das hat mich ins Krankenhaus gebracht.

14.   Die teuerste Anschaffung?

Vermutlich irgendwelche Zugtickets.

15.   Das leckerste Essen?

Mein Freund und ich haben vor einigen Wochen zusammen eine göttliche Lasagne gemacht.

16.   Das beeindruckendste Buch?

Philippe Pozzo di Borgo – “Ziemlich beste Freunde. Das zweite Leben des Philippe Pozzo di Borgo”.

17.   Der ergreifendste Film?

“Der Butler”. Ich hätte nicht so leben können wie er. Ich wäre regelmäßig explodiert.

18.   Die beste CD?

Ich habe mir in diesem Jahr keine CD gekauft.

19.   Das schönste Konzert?

Ich war nur auf einem Konzert, aber das war ganz cool – Emil Bulls.

20.   Die meiste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

21.   Die schönste Zeit verbracht mit?

Mit meinem Freund.

22.   Zum ersten Mal getan?

Eine Hochzeitsmesse besucht. In einem evangelischen Gottesdienst gewesen (und zwar an Weihnachten sowie im Ausland, außerdem wurde er von einer Frau geleitet). Einen White Russian getrunken. An einer Internet-Fernsehsendung teilgenommen. Durch eine Uniklausur gefallen. Ein indisches Restaurant besucht. Eine Zeitschrift abbestellt. Mit einer Frau zusammengewohnt, mit der ich nicht verwandt war. Diverse Rezepte ausprobiert, z.B. grünes Pesto und Nougatringe. Meinen Laptop in die Reparatur gegeben. Einen Graphic Novel gekauft. Bei “Gay in May” gewesen. Gegenstand eines Interviews gewesen. Zwecks Recherche die Juristenbibliothek besucht. Die Hamburger Unimensa ausprobiert. Ein Museum in der zweitgrößten Stadt Deutschlands besucht. Ein Telefoninterview geführt, bei dem ich nicht mitschreiben konnte und das dazu noch sehr merkwürdig verlief. In Hessen gewesen. Ein Buch auf Reisen geschickt. Eine Obdachlosenzeitung gekauft. Erdnuss- und Mohn-Mandel-Eis gegessen. Fleisch mit Gesicht zu mir genommen. Eine Petition gestartet. In einem bosnischen Restaurant gewesen. Die Nudelbar meiner Mensa ausprobiert. Sarrazin gelesen. Heißen Met probiert. Die Bundeskanzlerin live gesehen.

(Heilige Scheiße, ist das viel…)

23.   Nach langer Zeit wieder getan?

Mir einen angetrunken.

24.   Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Heimweh. Diverse Seminarssitzungen. Frage 11.

25.   Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Meine Petition zu unterschreiben.

26.   Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Eine DVD von “Susi und Strolch”.

27.   Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das zweite Fotobuch von Farin Urlaub.

28.   Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich liebe dich und möchte für immer mit dir zusammen sein.“

29.   Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

So ziemlich dasselbe wie bei Frage 28.

30.   Dein Wort des Jahres?

Christentum.

31.   Dein Unwort des Jahres?

Linksgrün.

32.   Dein(e) Lieblingsblogs des Jahres?

“Topf voll Gold” und Publikative.org.

33.   Verlinke deine Rückblicke der vorigen Jahre.

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/01/01/jahresruckblick-2011/

https://kitschautorin.wordpress.com/2012/12/23/soundtrack-of-2012/

https://kitschautorin.wordpress.com/2013/01/01/2013-omfg/

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für das Jahr 2014

Die Kitschautorin

Juden und Kroaten

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Im Studium sollte man sich die Veranstaltungen aussuchen, die einen thematisch am meisten interessieren. Ich bin sehr glücklich mit meiner Auswahl, allerdings hatte die auch zur Folge, dass ich gestern wegen eines Seminars (“Biografien von Migranten der ersten Generation und ihrer Kinder”) zwei Termine wahrnehmen musste. Aber ich habe es recht gern getan.

Meine Hausarbeit zwecks Erwerb von Leistungspunkten möchte ich über das jüdische Leben in der viertgrößten Stadt Niedersachsens schreiben. Mir wurde von der Dozentin nahegelegt, doch die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht zu besuchen. Ich musste stehen, weil der Andrang so groß war. Aber das war schnell vergessen. Die Reden der letzten beiden Oberbürgermeister waren gut, die Schüler, die die Gedenkfeier gestalten durften, warfen viele interessante Fragen auf. Wäre man damals Nazi gewesen? Was kann man tun, damit so was nie wieder passiert?

Auf die Feier an sich folgte noch eine Kranzniederlegung dort, wo früher mal die Synagoge war. Der Kantor der örtlichen jüdischen Gemeinde trug ein Gebet vor, von dem ich nichts verstanden habe, außer Auschwitz, Treblinka, Majdanek. Es war sehr eindrucksvoll, denn er hat eine Wahnsinnsstimme. Er hätte gar kein Mikrofon gebraucht. Wer sich selbst davon überzeugen will: Ich habe gerade herausgefunden, dass er einen Youtubekanal hat (www.youtube.com/user/BaruchChauskin). Oder hört euch die ersten paar Sekunden meines Beitrags an: http://osradio-podcast.de/2012/09/11/judischer-abend-im-felix-nussbaum-haus/

Nachdem ich mich von der Feier erholt hatte, musste ich schon wieder los, diesmal ging es in ein bosnisches Restaurant (wir waren auf Suche nach Spuren der Gastarbeiter aus dem früheren Jugoslawien). Das Essen (bei mir war es Peperonata, also Reis mit Fleisch und Soße) war sehr lecker. Allerdings ist das Restaurant wohl nichts für Leute, die kein Fleisch essen wollen. Denen wären nur die Vorspeisen geblieben. Die Restaurantbesitzerin war sehr nett und beantwortete bereitwillig alle Fragen über ihre kroatische Herkunft.

Das war’s für heute von mir. Ich muss gleich noch mal in die Uni und lasse mir dort etwas über Pädagogik in der Nazizeit und über die EU erzählen. Mal sehen, ob dort was Spannendes passiert. In der EU-Veranstaltung bestimmt nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Autoaufkleber

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Als ich gestern von der Uni nach Hause kam, sah ich in meiner Straße ein Auto mit einem Aufkleber, der besagte, dass der Autobesitzer nach 1945 geboren sei und der Welt daher einen Scheiß schulde. Ich hätte dem Autobesitzer gern per Klebezettel mitgeteilt, was ich darüber denke. Leider hatte ich keine da. Dann halt hier:

Natürlich sind Leute, die nach 1945 geboren wurden, nicht für die Verbrechen der Nazis verantwortlich. Ich finde es aber falsch, jedwede Verantwortung von sich zu schieben. Man schuldet der Welt mindestens, dass sich die Jahre 1933 bis 1945 nicht wiederholen. Gut, das gilt natürlich nicht nur für Deutsche.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Wochenendausflug

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Ich lebe in der viertgrößten Stadt Niedersachsens. Wenn ich neuen Bekanntschaften den Ortsnamen verrate, wissen sie nicht immer, wo das liegt, und so wurde ich schon mal in Hessen verortet. Wo ich in Wahrheit noch nie war. Bis zum letzten Wochenende.

Da habe ich es endlich mal geschafft, Freunde von mir zu besuchen, die seit einigen Monaten in der siebtgrößten Stadt Hessens leben. Die Stadt kommt mir ziemlich klein vor – sie ist ja auch kleiner als meine Heimatstadt –, aber sie ist schön. Ich war mit meinen Freunden und meinem Freund in der Innenstadt unterwegs. Dort sind mir zwei Sachen aufgefallen:

1.) Erdnuss- und Mohn-Mandel-Eis schmecken hammergeil.

2.) Die Aufkleber. In meiner Heimatstadt pappen überall irgendwelche Aufkleber, mit den unterschiedlichsten Motiven und Sprüchen. Ich habe mir in letzter Zeit angewöhnt, zu schauen, ob Nazischeiße dabei ist (um das gegebenenfalls unschädlich zu machen). In der siebtgrößten Stadt Hessens musste ich mir gar keine Sorgen machen. Im Gegenteil, allenthalben waren irgendwelche Anti-Nazi-Aufkleber. Wenn man weiß, dass die Hälfte der Einwohner Studenten sind, ist das aber gar nicht mehr so verwunderlich.

Zwischendurch habe ich auch die Zeit gefunden, zwei Bücher zu lesen, die meinen Gastgebern gehören: “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, Band 5” von Bastian Sick und “Hipster Hitler” von Archana Kumar und James Carr. Zu Bastian Sick kann man stehen, wie man will. Natürlich macht er viele Fehler und sein Verständnis von Sprache ist nicht astrein, aber er schafft es, das Thema Grammatik unterhaltsam zu behandeln. Als ich “Hipster Hitler” las, musste ich laufend aufstöhnen, weil der Titelheld so doof ist. Lektüre sehr zu empfehlen.

Am Tag der deutschen Einheit werde ich für ein paar Tage zu meinen Großeltern fahren. Ich weiß noch nicht, was da passieren wird, aber ich werde da das Buch, das ich vor knapp zwei Wochen in meiner Heimatstadt gefunden habe, wieder auf Reisen schicken.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nach dem Rechten sehen

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Wahlen sind eine der wenigen Möglichkeiten, die man als Bürger hierzulande noch hat, wenn es darum geht, mitzugestalten, und ich nehme diese Möglichkeit gerne wahr. Deswegen habe ich heute per Brief gewählt. Als ich den Umschlag mit den angeforderten Unterlagen öffnete, war ich erst mal total überfordert. So viele bunte Zettel und Umschläge! Aber als ich die Anleitung gefunden hatte, ging alles ganz leicht. Zusätzlich zum Bundestag durfte ich auch einen Landrat wählen. Da ich keine Ahnung hatte, dass diese Wahl angesetzt war, wusste ich auch zunächst nicht, wen ich wählen sollte, und habe erst mal alle Kandidaten gegoogelt. Bei den meisten habe ich nicht mal herausfinden können, wofür sie eigentlich stehen. Aber ich habe dann doch jemanden gefunden.

Wählen ist bekanntlich wie Zähneputzen: Wenn man’s nicht macht, wird’s braun. Leider gibt es Leute, bei denen es quasi so oder so braun wird. Und sie hängen fleißig Wahlplakate auf. Ich möchte mich am liebsten übergeben, wenn ich diese menschenverachtenden NPD-Wahlplakate sehe. (Unverständlich auch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Kassel, dass die Teile nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen: http://www.publikative.org/2013/09/15/kz-gedenkstaette-erstattet-anzeige-gegen-npd/) Ich freue mich immer, wenn sie verschwinden. Vor der Grundschule, in die mein Freund vor Ewigkeiten mal gegangen ist, hingen zwei Teile, die sind jetzt weg. Ich freue mich auch sehr über kreative Aktionen gegen NPD-Wahlplakate. Eine besonders schöne Idee findet man hier:

http://www.kaputtmutterfischwerk.de/?p=4157

In der Stadt meines besten Freundes gab es diese tolle Aktion:

http://www.ruhrbarone.de/giessen-meine-oma-mag-auch-sinti-und-roma/

Wo ich gerade von meinem besten Freund sprach: Übernächstes Wochenende werde ich es zum ersten Mal seit seinem Umzug schaffen, ihn zu besuchen. (Bin gespannt, wie es sein wird. Ich war noch nie in Hessen.) Ich werde sieben Stunden lang mit Bummelzug dorthin unterwegs sein, weil mein Geld etwas zu knapp für den Fernzug war. Den werde ich dann nutzen, wenn ich mich am Tag der deutschen Einheit Richtung Großeltern aufmache. Der Tag der deutschen Einheit ist sehr wichtig für mich, weil ich ohne Wiedervereinigung vermutlich nie in Westdeutschland gelebt hätte. Ich bin schon unzählige Male über die ehemalige innerdeutsche Grenze gefahren. Wenn man die A20 nimmt, erkennt man immerhin noch an einem Schild, dass man die Grenze überquert. An der Bahnstrecke Hamburg-Rostock weist nichts darauf hin. Man erkennt nur allmählich an den verlassenen LPG-Gebäuden und den Plattenbauten, dass man bereits im Osten angekommen ist. Neulich gab es im NDR einen interessanten Bericht über den Bahn-Grenzverkehr auf der Strecke, die ich schon öfters befahren habe:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin18881.html

Auf langen Fahrten ist Musik besonders gut. Heute kam das neue Album einer meiner Lieblingsbands heraus. Früher hat mein bester Freund immer für mich Musik geladen, weil er schon ein musicload-Konto hatte. Ich habe die Musik jetzt über Amazon geladen. Ging schnell und gut. Das neue Album von Placebo gefällt mir. Ich denke, dass man beim mittlerweile fast 41jährigen Brian Molko von einer in Würde gealterten Stimme sprechen kann. “Rob the bank” mochte ich wegen des etwas abgedrehten Textes nicht so sehr, aber insgesamt bereue ich es nicht, die 9,89 Euro ausgegeben zu haben.

Morgen wird es hier wieder einen neuen Kurzgeschichtenteil geben. Bis dahin:

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Disketten und Idiotie

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Gestern habe ich zum ersten Mal, seit ich aus der zweitgrößten Stadt Deutschlands wiederkam, etwas unternommen, das über Essensbeschaffung hinausging. Ich hatte einen ganz schönen Tag. Er fing damit an, dass ich meinen Thalia-Gutschein, den mein Freund mir zum Geburtstag geschenkt hatte, einlöste. Für zwei Bücher: “Meine russischen Nachbarn” von Wladimir Kaminer und “Neue Nazis” von Toralf Staud und Johannes Radke. Ich bin gerade dabei, diese Bücher zu lesen, und ich muss an dieser Stelle einmal festhalten, dass ich einfach nur erschüttert darüber bin, wie stark die rechte Szene in Deutschland mittlerweile ist. Ich bin erst bei ungefähr einem Drittel des zweiten Buches, und ich habe schon x Geschichten über rechte Verbrechen und darüber gelesen, wie man versucht, sie zu ignorieren. Viele Leute scheinen immer noch zu denken, dass man Rechtsextremismus am besten loswird, wenn man ihn nicht beachtet. Dabei ist Dortmund auf die Weise zu einer Hochburg von autonomen Nationalisten geworden.

Nachdem ich den Buchhandel mit 17,98 Euro unterstützt hatte, traf ich mich mit meiner besten Freundin. Wir alle wissen, dass Disketten ein veraltetes Speichermedium sind, und einige Leute haben sich überlegt, wie man die 3,5-Zoll-Scheiben wiederverwenden kann. Antwort: Untersetzer für Gläser und Becher. Ich hatte noch einen Haufen Disketten übrig, die ich dann an meine beste Freundin weitergegeben habe. Allerdings erst, nachdem wir zusammen ausgewertet haben, was sich auf den Scheiben befand. Meinen eigenen Tower hatte es leider beim Versuch, die Teile zu lesen, zerlegt (wahrscheinlich ist das Netzteil im ihr-wisst-schon), also suchten wir in den Computerräumen der Uni nach Computern mit Diskettenlaufwerk. Und so erfuhr ich ganz nebenbei davon, was die Uni sich geleistet hat.

Ein sehr wichtiges Unigebäude wurde wegen Brandschutzbestimmungen einfach mal quasi dichtgemacht. Die Seminar-, Computerräume und Hörsäle oberhalb des Erdgeschosses dürfen gar nicht mehr genutzt werden. Die Veranstaltungen, die dort stattfinden, müssen in andere Gebäude verlegt werden und die Studenten, die sie belegt haben, müssen wahrscheinlich am Samstag in der Uni antanzen. Und die großartige und total wichtige Naturwissenschaftsbibliothek kann nur noch als Magazin genutzt werden. Ich war unglaublich sauer, als ich gestern davon gehört habe. Mein Freund meinte dazu: “Gut zu wissen, dass ich einen Großteil meines Studiums in so einer Bude verbracht habe.”

Zu Hause untersuchte ich alle Dateien, die wir von meinen alten Disketten heruntergeholt hatten. Leider konnten wir nicht mehr alles retten, aber das ist bei Teilen, die vor fünf Jahren zum letzten Mal benutzt wurden und weit älter sind, wohl nur normal. Unter den Sachen, die wir retten konnten, waren uralte Kurzgeschichten von mir und eine Tagebuchdatei, die ich angefertigt hatte, als ich vierzehn bis fünfzehn Jahre alt war. Als ich die zirka 100 Seiten las, rief ich laufend: “Oh mein Gott, ist das peinlich!” Und es stimmt. Ich hatte damals absolut null Schreibtalent und habe immer nur kitschige Geschichten geschrieben, in denen die Heldinnen ihren Traumboy fanden. Außerdem habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich vor neun Jahren ziemlich panne gewesen muss. Wenn ich nur daran denke, was ich da über den Kerl geschrieben habe, in den ich fast die ganze Gymnasialzeit unsterblich verliebt war… oh Mann. Naja, irgendwie war es doch amüsant. Aber ich würd’s nie jemandem zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Prosaisches Intermezzo

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Ich hab ja schon im letzten Eintrag etwas über mein zweiwöchiges Intermezzo in der zweitgrößten Stadt Deutschlands bzw. deren Umgebung erzählt, aber da ist noch mehr und das kommt jetzt.

Wie angekündigt waren mein Freund und ich unterwegs, um uns das Erotic Art Museum anzusehen. Das hatte, warum auch immer, gerade nicht auf, und das, obwohl ich die Öffnungszeiten vorher im Internet überprüft hatte. Die kurzfristig ausgewählte Alternative, das Kommunikationsmuseum, existierte nicht mehr, wie uns die nette Apothekerin, die dort arbeitete, wo das Museum laut veraltetem Reiseführer (boah, bin ich froh, dass das nicht mein eigener war, der ist noch älter) sein sollte, mitteilte. Sie empfahl uns dann das Museum für Kunst und Gewerbe und da fuhren mein Freund und ich dann hin.

Ich fand das Museum auch sehr gut. Es gab dort Fotos von Steve McCurry zu sehen, einem amerikanischen Fotografen und Fotojournalisten. Einige von euch kennen vielleicht sein Bild eines afghanischen Mädchens mit grünen Augen. Am eindrucksvollsten fand ich das Foto dieses Jungen hier: http://2.bp.blogspot.com/-_8z3lV3appc/ULXtBToY3mI/AAAAAAAACco/qnXY74xf8CE/s1600/PERU-10027_2.jpg Ich fand es ziemlich hart, einige von euch vielleicht auch. Doch nicht nur Steve McCurrys Fotos sind sehenswert, man findet im Museum für Kunst und Gewerbe auch eine Ausstellung von “bösen Dingen”. Das wird dort ganz unterschiedlich definiert: von kitschigem Zeugs über rassistische Sachen bis zu Produkten, die zwar an sich nicht böse sind, aber unter Kinderarbeit etc. hergestellt wurden. Übrigens: Ihr könnt das, was ihr als “böse Dinge” definiert, dort gegen andere “böse Dinge” eintauschen. Wenn ich das mal vorher gewusst hätte.

Wenn mein Freund nicht zu Besuch gekommen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich zum Christopher Street Day aufgemacht. So begegneten uns, während wir durch die Stadt unterwegs waren, halt immer wieder als Frauen verkleidete Männer. (Ich weiß jetzt nicht genau, ob ich da “Transsexuelle” schreiben sollte. Aber ich glaube, Leute, die sich immer als Frau geben, obwohl sie eigentlich Männer sind, sehen normalerweise nicht so aus wie z.B. die Person mit lila Perücke und Schnurrbart, die mir in der U-Bahn begegnete. Ich weiß es nicht.)

Während der zwei Wochen, die ich bei einer Verwandten meines Freundes untergekommen war, hatte ich auch einen Fernsehanschluss, von dem ich häufig Gebrauch gemacht habe. Da gab’s unheimlich viel Zeug, das ich nicht vermisst habe, aber über einiges habe ich mich auch gefreut, z.B. die Wiederholung von “60 x Deutschland – die Jahresschau”. Sehr interessant fand ich ja den kleinen Clip über die Gebühreneintreiber der Bundespost (was hatte die Post denn mit Fernsehen zu tun?), die genauso klangen wie die GEZ.

Jedes Gerät ist sofort nach Inbetriebnahme anzumelden!

Man hat dort auch ziemlich viel über die DDR und die Nachwirkungen der NS-Diktatur gesehen und das hat mich etwas ins Grübeln gebracht. Wie hätte ich mich verhalten, wenn ich in einem solchen System gelebt hätte (oder leben würde)? Hätte ich mich angepasst oder wäre ich zur Widerstandskämpferin geworden? Oder wäre ich irgendwo dazwischen gelandet? Es ist ja immer leicht, zu sagen, dass man sich gegen ein solches System gestellt hätte. Aber wenn man drin ist, ist es doch nicht so einfach. Was nicht heißt, dass man es nicht versuchen sollte. Aber es ist halt nicht einfach.

Bemerkenswert, allerdings im negativen Sinn, fand ich einen Typen, der bei “mieten kaufen wohnen” eine Wohnung suchte. Bekanntermaßen wird im Privatfernsehen ziemlich viel gefakt und ich hoffe auch, dass der Typ, der in der Sendung frauenfeindlichen Scheiß im Dutzend raushaute,

Meine Freundin kommt nicht mit zur Wohnungsbesichtigung, weil ich ja die Miete bezahle und sie da also keine Mitspracherechte hat und in ein paar Monaten eh wieder abhaut.

nicht echt war. Wenn sie ihm abhaut, weiß ich auch genau, warum. Ich würde mit ihm nicht zusammenleben, geschweige denn Kinder haben wollen, denn ein guter Vater wäre er sicher nicht. Als ich das im IRC sagte, fing aber sofort jemand an, von entrechteten Vätern zu labern, die ja allzu oft nur der Zahlmeister seien bei irgendwelchen Kindern, die sie nie zu sehen kriegen würden wegen biestigen Müttern und die so genannte Gleichberechtigung würde ja eh nur Bevorteilung von Frauen bedeuten und so weiter und so fort. Ja nee, is klar.

Nun bin ich also wieder zu Hause, kann es aber wegen andauernder Schwindelgefühle und diversen anderen Problemen nicht so richtig genießen. Hoffentlich geht das bald wieder weg. Der Arzt, den ich heute Vormittag konsultiert habe, sagt aber ja. Also dürft ihr euch bald auf neue Blogeinträge von mir freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Die Mitte der Gesellschaft

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In meinem Lieblingsforum vertrat neulich ein Nutzer folgende Meinung:

Vielmehr wird gesamtgesellschaftlich mit dem „Rechtsextremismus“- und „Kampf gegen Räääächts“-Gedöns hervorragend vom Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft abgelenkt.

Die Organisatorin der Ausstellung über Neofaschismus, über die ich vor einiger Zeit einen Radiobeitrag anfertigte, sagte etwas Ähnliches. Mich brachte das Ganze zum Grübeln. Ich war nun schon auf mehreren Demos gegen Rechtsextremismus, aber das kann nicht die alleinige Lösung sein. Ich wusste: Die Leute, mit denen ich gesprochen hatte und die fremdenfeindliche Äußerungen getätigt hatten – eine Freundin, die gegen Zigeuner wetterte, der antiislamische Onkel meines Freundes –, waren keine Nazis. Aber was soll man da tun?

Ich schrieb dem Urheber des obigen Zitats eine Nachricht und er antwortete recht ausführlich. Als einen Lösungsansatz führte er an, dass Deutsche mehr Kontakt mit Minderheiten bekommen müssen. Das konnte ich sofort nachvollziehen. Der Onkel meines Freundes kennt keine Moslems und war noch nie in einer Moschee. Und überhaupt: Man hegt doch immer Phobien gegenüber Sachen, die man nicht kennt.

Ein weiterer Lösungsansatz: Überwindung von strukturellem Rassismus. Im Besonderen ist damit „Racial Profiling“ gemeint. In zwei Paragrafen des Bundespolizeigesetzes steht, dass „verdachtsunabhängige Personenkontrollen“ durchgeführt werden dürfen, um die unerlaubte Einreise von Ausländern nach Deutschland zu verhindern. Die Folge: Leute, die wie Ausländer aussehen, werden verstärkt kontrolliert. Obwohl das so nicht im Gesetz steht. Und diskriminierend ist. Wer mehr darüber lesen will: http://www.sueddeutsche.de/politik/racial-profiling-bei-der-polizei-menschenrechtler-wollen-verbot-rassistischer-personenkontrollen-1.1706061

Besonders erschütternd fand ich eine Geschichte, die der Forenuser kürzlich mitbekam und die ich hier einmal wiedergeben möchte:

Als mein afrikanischer Student neulich überfallen wurde, hat sich die Polizei einen Scheißdreck dafür interessiert. Erst als er darauf hinwies, dass noch eine StudentIN, schon dem Namen nach weiß, betroffen war, wurden auf einmal alle Kräfte mobilisiert, um nach dem bis heute flüchtigen und bewaffneten Täter zu suchen. Während der Verhöre wurde mein schwarzer Student die ganze Zeit nur dumm angemacht und man hat mit ihm nur das Nötigste gemacht, während mit meiner weißen Studentin ordentlich umgegangen wurde und sie sich (obwohl nicht direkt involviert) sogar Fotos von bekannten Kriminellen anschauen durfte.

Er selber ist schwarzer Deutscher und durfte deswegen schon einiges durchmachen. Er wurde schon als Werte vernichtender Asylant beschimpft. Und wenn er in Leipzig (einer Stadt mit ziemlich geringem Ausländeranteil) durch die Straßen geht, krallen sich die Leute an ihren Wertsachen fest.

Natürlich ist es wichtig, Rechtsextreme genau zu beobachten. Aber das Gleiche gilt auch für die Mitte der Gesellschaft. Für die Leute ohne Springerstiefel, Glatze oder Baseballschläger.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin