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Heftchen im Bahnhof

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Im Internet trifft man viele Menschen, mit denen man gute Gespräche führen kann. Mit einem von ihnen (hallo, Charlie! :D) habe ich mich neulich mal über diese kleinen christlichen Heftchen unterhalten, die zuhauf in Bahnhofshallen herumliegen, so auch in der meiner Heimatstadt. Die meisten entsorge ich nach dem Lesen direkt, weil die Autoren die Verkündung des Christentums mit Hass gegen Andersgläubige und -lebende verwechseln. Eins habe ich aber mitgenommen, um es hier zu verbloggisieren. Es trägt den Titel „Alarm! Okkultismus! – Hände weg von Okkultismus und Aberglauben“.

Wie bei jeder guten Abhandlung folgt zuerst eine Definition der beiden Begriffe. Dann wollen wir doch mal sehen.

Okkultismus heißt Geheimwissenschaft. Darunter sind die Lehren und Praktiken zu verstehen, die sich mit der Wahrnehmung übersinnlicher Kräfte beschäftigen […]

So manche christliche Lehren sind für mich auch geheim, sprich nicht zu verstehen. Und unter „übersinnlich“ könnte man auch das Christentum fassen, wenn man es so bedenkt…

Aberglaube ist […] eine Weltanschauung, bei der man glaubt, ohne den lebendigen Gott durchs Leben zu kommen.

Das trifft auf den Atheismus ebenfalls zu. Oh, wo wir gerade dabei sind:

Ob jung oder alt, reich oder arm, ob gesund oder krank, jeder Mensch, der glaubt, ohne Gott mit dem Leben fertig zu werden, verfällt bewusst oder unbewusst auf irgendeine Weise diesem Teufelsdienst.

Whoa, Moment mal, habt ihr gerade gesagt, dass jeder, der euren Glauben nicht teilt, in die Hölle kommt?

Das Ganze wird an einer späteren Stelle noch bekräftigt, als gesagt wird: „Wer mit seiner Not nicht bei Gott Zuflucht nimmt, sondern solche Mittel und Irrlehren zur Hilfe nimmt, der geht mit dem Teufel ein Vertrauensverhältnis ein.“ Okay, ich ruf schon mal in der Hölle an…

Außerdem wird dann noch mal eben erklärt, wer der Teufel ist. Unter anderem wird über ihn gesagt, dass er zum Bösen verführt. Mich würde ja mal interessieren, was die Autoren dieses Heftchens alles als „böse“ fassen.

Ein paar Beispiele für Okkultismus und Aberglauben werden jedenfalls genannt. Eins davon: auf Zahlen achten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlensymbolik#Zahlensymbolik_in_der_Bibel

Auch Tagewählen – auf gewisse Tage, Stunden und Zeiten achten, die bestimmen, was man tut oder lässt – wird als schlecht angesehen. Ein wahrer Christ würde schließlich niemals bestimmte Tage einführen, an denen geruht oder kein Fleisch gegessen werden soll.

Oh.

Was gibt’s noch?

Meditative Praktiken. […] Diese Praktiken werden oft – als harmlose Übungen getarnt – empfohlen, haben aber die Selbsterlösung zum Ziel. Auch die Gruppendynamik ist hier einzuordnen. Durch sie wird die Manipulation der Meinung der Gruppenmitglieder erreicht.

Nebenbei wird dann noch behauptet, dass Transzendentale Meditation häufig zu Psychosen führt. Da direkt hinterher gesagt wird, der Übende wisse nicht, dass TM ein klassisches Hindu-Ritual sei, nehme ich mal an, die beiden Umstände sind für die Autoren des Heftchens gleich schlimm.

Das Autogene Training ist auch schlimm, weil man ja schließlich dabei versucht, sich selbst von Sünden zu erlösen. Und Akupunktur ist böse. Jup, ich lande so was von in der Hölle.^^

Wer wissen will, wer hinter dem Heftchen steht: Es ist der Verein „Verbreitung der Heiligen Schrift“. Wer mehr wissen will: http://www.bruederbewegung.de/gruppen/geschlossen.html

Ich muss jetzt erst mal ganz viel Rammstein hören.^^

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Wie katholisch ist Kitschi

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Inzwischen dürfte auch der Letzte mitbekommen haben, dass ich mich sehr für Religionen interessiere. Heute begab es sich nun, dass ich den Kirchenboten durchblätterte. Eigentlich hatte ich etwas ganz Anderes gesucht, aber ich blieb an einem Selbsttest hängen, der sich da nannte „Sind Sie eigentlich noch katholisch?“.

Nun bin ich ja nicht katholisch, sondern lutherisch. Aber gerade deswegen könnte es mal ganz interessant werden für mich, dachte ich und sah mir die Sache mal genauer an.

Abgefragt wird, ob man dem katholischen Glaubensbekenntnis und seinen Teilen zustimmt (stimme zu / stimme nicht zu / weiß nicht), welche Kirchengebote man befolgt (mache ich / mache ich nicht / teilweise), ob man bestimmte Botschaften Jesu lebt (ja / nein / manchmal), welche Gebete man auswendig kann (ja / nein / ungefähr) und welchen katholischen Positionen man zustimmt (ja / nein / weiß nicht).

Beim Glaubensbekenntnis sah es noch ganz „gut“ aus. 8 von 16 Positionen konnte ich zustimmen. Vieles weiß ich nicht bzw. kann es mir nicht vorstellen. Was ich aber ganz sicher weiß: Ich glaube nicht an die „heilige katholische Kirche“, die „mehr Wahrheit in sich trägt als andere christliche Kirchen“.

Mit den Kirchengeboten hatte ich echte Probleme. Zählen Beichten nur, wenn ich sie einem Geistlichen anvertraue? Ich meine – ich weiß, dass ich das nicht muss, aber ich frage mich jetzt für die katholische Seite. Und was genau ist damit gemeint, wenn da steht „du sollst der Kirche in ihren materiellen Erfordernissen beistehen“? Ich bezahle Kirchensteuer und werfe ein paar Cent in den Beutel, wenn ich ein Kirchengebäude besichtigt habe, reicht das? Frage 3 war ganz interessant. Anscheinend ist es Pflicht eines gläubigen Katholiken, zur Todesgefahr die heilige Kommunion zu empfangen. In der Lage war ich Gott sei Dank (no pun intended) noch nie und werde es hoffentlich auch so bald nicht sein.

Die Botschaft Jesu befolge ich so naja. 77mal vergeben fällt mir schwer. Es gibt in meinem Leben bestimmte Dinge, die ich nicht verzeihen kann. Notleidenden helfe ich auch nicht immer. Und das mit dem Balken im eigenen Auge kennt ihr ja sicher. Aber was ich sehr gerne mache: Kranke besuchen. Ich weiß, wie bescheuert man sich fühlt, wenn man im Krankenhaus liegt und Angst hat, deswegen versuche ich immer, Leute zu besuchen, die sich gerade in einem solchen Haus befinden.

Von den Gebeten kann ich nur eins auswendig und den genannten Rest fast gar nicht. Das Vaterunser kann ich aber seit der Grundschule auswendig. (Lustigerweise. Damals habe ich ja gar nicht an Gott geglaubt.)

Die letzte Kategorie… war sehr geeignet dafür, mich daran zu erinnern, warum ich nicht der katholischen Kirche beigetreten bin. Das Abendmahl halte ich „nur“ für ein Erinnerungsmahl, der Papst ist für mich nicht das Oberhaupt aller Christen, meiner Meinung nach dürfen auch ruhig Frauen Priester werden, ich halte die Kommunion nicht für wichtiger als die Predigt, Ehen sind nicht unauflöslich und, das ist für mich fast am wichtigsten, ich halte Homosexualität NICHT für eine Sünde.

Und jetzt zur Auflösung…

Nein, wir sind nicht beim „großen Psychotest“ der Frauen- oder Fernsehzeitschrift. Hier gibt es keine Lösung nach Punkten. Ob Sie katholisch sind, glauben, empfinden, feiern, denken – das können nur Sie entscheiden – obwohl ein Abo der Kirchenzeitung durchaus dafür spricht! […]

Hm.

Irgendwie hat mich diese Auflösung enttäuscht – und dann auch wieder nicht. Man kann sagen, wenn Katholiken dieses und jenes glauben oder nicht, dann sind sie keine Katholiken mehr. Man kann auch sagen, Glaube lebt von Veränderungen. Ich kann dazu nur sagen: Einige Dinge müssen sich in der katholischen Kirche auf jeden Fall ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Bedeutungsschwanger, Teil 4

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Lukas und ich verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen. Wir liefen ein wenig durchs sonnige Frankfurt, aßen ein bisschen Eis und kuschelten in meinem Bett. Die Sonne schien und bruzzelte ordentlich. Jedenfalls ließ sie offenbar die Gehirne einiger Mitmenschen ordentlich braten, wie ich nach dem Nachmittag leider denken musste.
Es hätte so schön sein können. Zeit mit Lukas verbringen, sich daran erfreuen, wie die Dinge so liefen. Und vor allem nicht das erleben, was mir passierte.

Alle Menschen dieser Welt sind sicher schon mal sehr unangenehm aufgewacht. Ist mir auch schon öfters untergekommen. Aber selten war es so schlimm wie an diesem Tag.
Lukas und ich kuschelten in meinem Bett und hatten es sehr gemütlich. So gemütlich, dass wir nach einer Weile einfach wegdösten. Ich hatte es nicht mal gemerkt, bis Aurélie in mein Zimmer stürmte wie ein Stier in die Arena. Ich musste daran denken, wie ich neulich im Fernsehen einen durchgedrehten Stier gesehen hatte, der das Publikum attackierte. Lukas und ich schreckten hoch.
„Was ist denn los?“, murmelte ich.
„Ich kann kaum glauben, dass diese hinterlistige Schlampe so etwas Ekliges macht!“, schrie sie schon fast und streckte mir einen Gegenstand entgegen, der mir in meinen noch verschlafenen Augen so vorkam wie Annas Handy.
„Wie bitte? Zeig mal her!“, antwortete ich und riss Aurélie das Teil aus der Hand. Gierig las ich das, was auf dem Display angezeigt wurde. Eine SMS von vor ein paar Stunden.
Ich bin so froh, dass ich dich kennen gelernt habe. Ich hoffe, wir können viel Zeit miteinander verbringen. Ich liebe dich. Kati.
Ungläubig wie noch nie in meinem Leben starrte ich Aurélie an. „Und was ist jetzt genau dein Problem?“
„Also, ich bitte dich! So was ist doch total ekelhaft! Mädchen und Mädchen, bah! Und überhaupt – so was zu machen, ohne uns das zu sagen. Stell dir doch mal vor, wie oft sie uns nackt gesehen hat und sich wahrscheinlich noch daran aufgegeilt hat!“ Sie schüttelte sich. Ich mich innerlich auch.
„Sag mal, hast du sie noch alle? Es ist überhaupt nicht unnatürlich, wenn zwei Frauen was für einander empfinden! In welchem Jahrhundert lebst du eigentlich? Und wie würde es dir eigentlich gehen, wenn dir jeder Kerl pauschal unterstellen würde, du würdest dich an ihm aufgeilen? Sag mal, geht’s noch?“ Meine Stimme steigerte sich fast bis zum Überschlag. Lukas, der bis dahin nur still dagesessen und sich nicht getraut hatte, sich irgendwie zu äußern, stupste mich an und zeigte mit seinem Kinn auf die Tür. Und da stand Anna.
Ihr Mund stand offen. Das wäre mir wahrscheinlich auch so gegangen.
„Was… was machst du denn hier?“, stammelte ich hilflos. Ohne ein Wort ging sie zu mir und nahm mir das Handy aus der Hand. Dann starrte sie Aurélie an. Hasserfüllt. In ihren Augen bildeten sich Tränen.
„Raus!“, schrie Anna und zeigte auf die Zimmertür. „Raus mit dir! Ich will dich hier nie wieder sehen!“
Aurélies Blick war nicht zu deuten. Irgendwie leer. Jedenfalls schien es nicht so, als würde Anna ihr noch irgendetwas bedeuten.
Sie schnappte sich ihre im Flur liegende Tasche und verließ das Haus.
Anna klappte auf meinem Teppich zusammen. Sie weinte sich fast das Herz raus. Es kamen verheulte Wortfetzen aus ihr raus: „Wie kann sie nur… sie akzeptiert mich nicht… will sie nie wieder sehen!“
Um sie zu trösten, nahmen Lukas und ich sie in den Arm. Aber manchmal gibt es wohl einfach keinen Trost.

You’re too complicated
We should separate it
You’re just confiscating
You’re exasperating
This degeneration
Mental masturbation
Think I’ll leave it all behind
Save this bleeding heart of mine
It’s a matter of trust
Because you don’t care about us

Anna fühlte sich schrecklich. Es ist immer schrecklich, wenn du plötzlich feststellst, dass die Leute, mit denen jahrelang eine enge Freundschaft bestand, dich auf einmal verachten und ablehnen. Noch dazu aufgrund solch einer Sache. Wie geht man damit um, wenn man gerade damit angefangen hat, eine andere Seite an sich zu entdecken, mit der man selber noch nicht so recht umzugehen weiß und dann erhält man auch noch negative Reaktionen? Anna haute es ziemlich um, verständlicherweise. Mit Kati traf sie sich nur noch zu Hause, weil sie keine fremden Blicke mehr ertragen konnte.
Aurélie ließ sich nach dem Vorfall natürlich nicht mehr blicken. Wir legten auch keinen gesteigerten Wert drauf, zu wissen, wo sie war. Es war uns egal. Wir nahmen an, dass sie die meiste Zeit bei Freddy verbrachte.
Mir war aufgefallen, dass ich ihn, seit er mit Aurélie zusammen war, kaum noch gesehen hatte. Ein wahres Kunststück, wenn man bedachte, dass ich jetzt mit Aurélie zusammenwohnte. Sie saugte wohl seine ganze Zeit auf. Viel mehr als ein paar Gespräche waren da nicht zusammengekommen.
Besonders in Anbetracht der augenblicklichen Situation musste das dringend geändert werden. Ich rief ihn an.
„Steiner?“
„Sara hier, hallo. Na, wie geht’s?“
„Bescheiden, und dir?“
„Könnte besser sein. Wieso, was ist bei dir denn los?“
„Ich könnte mich erschießen. Aurélie hängt nur noch bei mir rum und schimpft und hetzt die ganze Zeit, dass meine Ohren schon am Bluten sind.“
Dann war meine Vermutung also richtig gewesen.
„Lass mich raten: Es hat was mit Anna zu tun, stimmt’s?“
„Ja, genau. Mal ehrlich, es ist mir mittlerweile ein Rätsel, wie ich diese Frau jemals lieben konnte.“
Ich war überrascht, so etwas zu hören, und dann auch wieder nicht. „Und was willst du jetzt unternehmen? Ist sie grade bei dir?“
„An sich schon, aber sie ist grad einkaufen.“ Freddy atmete tief durch. „Was werde ich schon machen wollen? Ich seh da absolut keine Zukunft mehr. Wer will auch schon mit einer Frau zusammen sein, die so einen Scheiß redet und einem dann auch noch die ganze Zeit stiehlt? Ich werde die Sache beenden, bevor sie meine Minibutze komplett in Beschlag nimmt.“
„Gute Entscheidung“, antwortete ich. „Aber achte dabei auf deinen Ton, bevor du dir ihren heiligen Zorn zuziehst. Wer weiß, was dann noch passiert.“

My big fat German wedding

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Schlaf vorher

Bei mir enorm schlecht. Von Monsieur weiß ich allerdings, dass er recht gut geschlafen hat.

Größter Nervositätspunkt

Als meine Eltern und ich schon eine Weile Richtung Ort des Geschehens unterwegs waren und ich meinen Vater bitten musste, das Fenster herunterzufahren, weil mir so schlecht war.

Die Standesbeamtin

Ich habe ja, unter anderem von meinem Fahrlehrer, gehört, dass die Standesbeamten in der viertgrößten Stadt Niedersachsens schrecklich sein sollen – unpersönlich und zickig. Das war in diesem Fall aber gar nicht so. Sie hat uns gefragt, wie lange wir schon zusammen sind, und ein schönes Gedicht rezitiert. Sie sah übrigens auch sehr gut aus, weswegen ein alleinstehender Freund hinterher fragte, ob ich ihn nicht mit ihr bekannt machen kann. 😀

WTF-Moment

Der war nicht bei mir. Schwager Nummer zwei hat sich aber darüber gewundert, was für einen merkwürdigen Wohnsitz ich habe. Ich musste es ihm dann erklären. Gott sei Dank ist diese Kindergeldgeschichte ja auch bald vorbei.

Schönster Moment

Als er Ja sagte. Dass er in seine Rede im Restaurant eine Anspielung auf Al Borland eingefügt hat, war aber auch nicht schlecht.

Rührendster Moment

Die Lieblingstante von Monsieur kam im Trauzimmer zu mir zum Gratulieren und ich konnte deutlich sehen, dass sie Tränen in den Augen hatte.

Ungewöhnlichster Moment

Als ich zum ersten Mal von Monsieur als meinem Mann sprach.

Die Fotografin

Sie hat sehr schöne Bilder gemacht… nur die ersten paar sind vermutlich nicht gut geworden, weil sie uns vorm Tor des Standesamtes haben wollte und da wir mittags geheiratet haben, schien die Sonne genau drauf.

Das Restaurant

Wir haben uns ein mexikanisches Restaurant ausgesucht, in dem wir zuvor schon mit meinen Eltern gespeist haben. Das Hauptkriterium war: Jeder kann oder darf dort essen – mein Vater verträgt weder Gluten noch Jodsalz; in unserem Freundeskreis gibt es Vegetarier und Fruktoseintolerante. Wir haben kein Menü vorgegeben, jeder durfte bestellen, was er wollte. Komplimente gab es vor allem für die Steaks und den einen Nachtisch (Vanilleeis mit Kahlúa). Ich selbst hatte einen Burrito, der sehr lecker war, aber auch scharf. Sehr scharf. Außerdem Nachos mit Guacamole, von denen irgendwie jeder am Tisch was haben wollte.

WTF-LOL-Moment

Mein, äh, Mann und ich wurden von der Fotografin in den kleinen Gang zwischen Standesamt und benachbarter Kirche gebeten, damit wir dort auch noch schöne Fotos machen konnten. Als wir dabei waren, merkte ich, dass ein gewisser Herr, der gut 21 Jahre älter ist als ich, heimlich Fotos aus dem Trauzimmerfenster heraus gemacht hat. 😀

Lustigster Moment

Da gab es viele, aber ich glaube, die Ehre gebührt dem Moment, in dem wir die Glückwunschkarte von Schwager Nummer eins gelesen haben… er hat Homer Simpson zitiert. „Und wenn du dein Essen nicht mehr schaffst, so esse ich es für dich auf.“

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Was zu lachen für zwischendurch

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Mein Arbeitsvertrag lag in der Post. Ich habe ihn mir mal kurz angeschaut und musste stutzen… ein Punkt verbietet mir doch tatsächlich explizit, in meiner Funktion „die Technologie von L. Ron Hubbard“ anzuwenden. Was muss meine Firma schon für schlechte Erfahrungen gesammelt haben?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Kassiererinnen, Personaler und die Deutsche Post

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Tagesordnungspunkt 1: Personaler

Ich habe ja nun einen Job. Ich musste aber auch sehr viel Unerfreuliches erleben. Leute ewig hinhalten und dann ohne Angabe von Gründen, stattdessen mit scheinheiligen Glück-Wünschen für die Zukunft absagen. Den größten Knaller landete aber eine so genannte soziale Organisation, bei der ich mich als Heilpädagogin in einem Kindergarten beworben hatte. Ich durfte einen Tag zum Hospitieren kommen, hatte Riesenspaß mit den Kindern… und wurde dann nicht genommen, weil ich nicht die staatliche Anerkennung als Heilpädagogin besitze. Ist ja nicht so, als wäre das bereits durch meinen Lebenslauf klargeworden…

Tagesordnungspunkt 2: Die Deutsche Post bzw. deren Unterhändler

Wenn ich nicht grad mit der Jobsuche beschäftigt war, habe ich Bachelorarbeit geschrieben. (Nach der ich immer noch nicht fertig bin, aber das ist ein anderes Thema.) Ich musste an einem Samstag drucken. Der Abgabetermin war Sonntag, der 27. September. In der Prüfungsordnung stand zwar, dass der Termin in solchen Fällen auf einen Montag verlagert wird, ich wollte das Ding aber einfach nur weghaben und suchte deswegen einen Post-Shop. War gar nicht so einfach, einen zu finden, der noch aufhatte.

In einem großen Kaufhaus fanden wir schließlich einen Verkaufspunkt. Ich fragte die Verkäuferin, ob ich hier ein Einschreiben verschicken kann (die Prüfungsordnung verlangt das so). Ich verstand nicht, was sie antwortete, weil sie im Laufen bereits zu einer anderen Kundin rannte. Fünf Minuten später war sie dann wieder bei mir. Sie sagte, es ginge nicht, obwohl es doch auf dem Schild stand. Dann schaute sie nach und meinte, es gebe hier wohl auf absehbare Zeit keine Einschreibemarken mehr. Nachgucken, ob es irgendwo in der Stadt einen anderen Laden gibt, wo ich es machen könnte, wollte sie auch nicht. Ich war halb am Verzweifeln, da meckert sie mich an: „Was wollen Sie Ihre Arbeit auch unbedingt an ’nem Samstag verschicken? Hätten Sie früher kommen müssen!“ Als mein Freund sagte, was er davon hielt, schmiss sie uns raus.

Ich fand schließlich heraus, dass ein von mir sehr geschätzter Asialaden in Bahnhofsnähe auch Pakete verschickt, und gab die Arbeit dort auf. Ich glaube, der Verkäufer hat sich etwas gewundert, als mein Freund sich für dessen Freundlichkeit bedankt hat. Nun dachte ich, die Geschichte sei damit erledigt. Denkste.

Vorgestern mailte mich das Prüfungsamt an, die Arbeit sei erst am 9. Oktober eingetroffen (wir erinnern uns: ich habe sie am 27. losgeschickt), und zwar beschädigt. Ich möge doch bitte vorbeikommen und belegen, dass ich die Arbeit rechtzeitig aufgegeben habe. Die Post hat von mir bereits eine gepfefferte Mail bekommen. Auf den Vorwurf selbst hat sie noch nicht geantwortet… nur gesagt, dass es noch etwas dauern kann, bis sie sich mit mir beschäftigt. Die Mail klang verdächtig nach Tagesordnungspunkt 1. Wenn noch etwas passiert: Will keep you posted.

(Tut mir leid, wenn ich da so ausgeholt habe, aber ich finde das einfach ungeheuerlich.)

Tagesordnungspunkt 3: Kassiererinnen

Nun ist es für Supermarktpersonal sicher ärgerlich, wenn ein Kunde an der Kasse nicht bezahlen kann. Aber muss man so laut, dass es jeder mitbekommt, eine Kollegin ausrufen mit den Worten „Kannst du hier mal ’n paar Sachen wegräumen, hier war wer, der hatte keine Kohle“?

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Wer immer tut, was er schon kann…

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…bleibt immer das, was er schon ist. Ich glaube zwar nicht, dass Henry Ford an Internettagebücher dachte, als er das schrieb, aber er hat trotzdem Recht.

Wer immer meint, mein Blog sei zu negativ und brauche Veränderung (und nicht nur das Blog), hatte Recht. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich mein Leben weiterführen soll. Oder auch nur diesen Blog. In der Zeit wäre z.B. einiges passiert, was bloggenswert gewesen wäre, aber positiv wäre nicht viel davon gewesen.

Ich habe mich auch gefragt, wie lesenswert mein Blog noch wäre, würde ich jeden Tag nur über das Positive in meinem Leben berichten. Vermutlich nicht sehr, denn vieles ist immer gleich, ich lebe zum Beispiel seit bald acht Jahren in ein und derselben tollen Beziehung. Nichtsdestotrotz sollte es möglich sein, ein Blog ein wenig positiver aufzubauen. Nicht nur den.

Ich habe mich dafür entschieden, als ersten Schritt den Blog insofern ein wenig umzubauen, als ich jetzt nur noch einmal in der Woche über Themen berichte, die nicht so positiv sind (aber trotzdem Aufmerksamkeit brauchen), und ansonsten ganz viele positive Sachen. (Oh, außerdem habe ich einige alte Artikel ein wenig modernisiert, aber das nur nebenbei.) Vielleicht wird ja dann alles automatisch besser. Ich hoffe es jedenfalls.^^

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin