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Schlagwort-Archive: rest der welt

Der gute Rat

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„Wenn du mal ein bisschen mehr von der Welt sehen willst, solltest du das auf jeden Fall machen. Und China ist wirklich eine Reise wert. Ich war in der Verbotenen Stadt, das sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Und Lebensträume sind dafür da, dass man sie wirklich schnell verwirklicht. Warte damit nicht zu lange. Ich hatte mal einen Freund, der hat sein ganzes Leben vom Reisen geträumt, es aber nie gemacht. Mit 65 ist er in Rente gegangen, sein erstes Ziel war die Karibik. Und zurückgekommen ist er schon im Sarg.“

Mit nachdenklichen Grüßen

Die Kitschautorin

Und sonst, Kitschi?

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(inspiriert hiervon: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/ich-ueber-mich/ich-ueber-mich-gregor-gysi-und-sonst-herr-gysi-12787872.html)

Ein guter Arbeitstag beginnt mit Gebäck und etwas Lustigem.

Mein erstes Geld verdient habe ich bei meinem Opa, der stellvertretender Leiter einer DSV-Versuchsstation war, sprich: auf dem Feld.

Wenn ich mir im Flugzeug einen Sitznachbarn wünschen könnte, wäre es mein Freund.

Die Zeit vergesse ich im Internet.

Ich habe schon immer das Gefühl gehabt, ich sei ein Alien.

Ich habe noch nie geraucht.

Es bringt mich auf die Palme, wenn Leute fremden- oder frauenfeindliche Äußerungen von sich geben.

Ich bringe andere auf die Palme, wenn ich auf etwas reagiere, das ich als der letzten Frage zugehörig empfinde.

Ich verreise nie ohne ein Buch. Genau wie Herr Gysi, haha!

Mit 18 wollte ich ausziehen.

Heimat bedeutet für mich die viertgrößte Stadt Niedersachsens.

In meinem Lebenslauf steht nicht, dass ich fleißig war.

Mein Weg führt mich hoffentlich mal ins Ausland.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Nachtrag vom 8. November 2020: Ein guter Arbeitstag, das weiß ich inzwischen, kann auch mit dem Lächeln von Kollegen beginnen. Und Heimat ist für mich auch eher so dort, wo Menschen sind, die mir nahe stehen.

Geschützt: Der Beweis, dass die Bravo keinen Wert auf Qualität legt

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Schreibidee 1

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Die letzte Geschichte kam anscheinend ziemlich gut an – vielen Dank für die Komplimente, möchte ich an dieser Stelle noch einmal sagen. Ich werde, beginnend mit dem heutigen Eintrag, eine ganze Serie veröffentlichen. Sie basiert auf Schreibideen, die ich im Internet gefunden habe:

http://schreibschrift.wordpress.com/2011/08/17/300-schreibideen-aus-diesem-blog/

Die heutige Schreibidee hat mit Reportagefotos zu tun. Fotos generell sind eine ganz tolle Inspiration, kann ich nur empfehlen.

Viel Spaß mit der heutigen Geschichte.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Noch niemals in New York

„Wie geht es Ihnen heute?“ „Ach, wissen Sie, wenn man nichts mehr vom Leben zu erwarten hat…“ Diese Sätze hallten immer noch in Lenis Kopf nach. Ihre Enkelin war zu Besuch gewesen. Sie hatte eine DVD mitgebracht und so einen neumodischen Computer. Einen Läpptopp, wie sie gesagt hatte. Und dann hatte sie den Film gesehen, am Tag, bevor sie wieder zurückgefahren war. Ihr Sohn, der seine Tochter abgeholt hatte, hatte noch ein paar Worte mit ihr gewechselt, und dann war es das wieder gewesen mit den Ereignissen für diese Woche.

Leni sah auf die Wanduhr. Bald war es wieder Zeit für Kaffee und Kuchen. In der Wohnung unter ihr wurde schon eifrig mit Geschirr geklappert. Das konnte sie ganz genau hören. Das Einzige, was bei ihr zu hören war, war das Ticktack der Wanduhr. Sie schaute nach draußen. Ein paar Vögel flogen vorbei. In der Ferne konnte man sehen, wie ein Zug davonfuhr. Unten hing jemand Wäsche auf.

Leise seufzend und langsam erhob Leni sich vom grünen Ohrensessel und ging in die Küche. Unter ihren Füßen knatschte der Bodenbelag. Sie schaute aus dem Fenster. Draußen fuhren Autos vorbei. Etwa alle dreißig Sekunden eins. Wie gewöhnlich schaute sie, wie viel Grad es waren. Draußen zehn Komma drei, in der Wohnung achtzehn Komma neun.

Leni schaltete die Kaffeemaschine ein und stellte das Geschirr auf den Küchentisch. Bevor sie sich hinsetzte, drehte sie noch das alte Radio an.

Er zog die Tür zu, ging stumm hinaus,
ins neonhelle Treppenhaus,
es roch nach Bohnerwachs und Spießigkeit.
und auf der Treppe dachte er, wie wenn das jetzt ein Aufbruch wär,
ich müsste einfach geh’n für alle Zeit,
für alle Zeit…
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii,
ging nie durch San Francisco in zerriss’nen Jeans,
Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals richtig frei,
einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh’n.

Es wurde ein sehr nachdenklicher Kaffee. Sie vergaß sogar, Milch hinzuzufügen wie sonst immer. Als sie den Kaffee getrunken hatte, setzte sie sich wieder ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein, aber sie schaute gar nicht hin, ließ stattdessen die Gedanken schweifen.

Wirklich weggefahren war Leni in ihrem Leben nie. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern war sie früher immer an die Nordsee gefahren. Für mehr war kein Geld da gewesen. Nachdem der Nachwuchs ausgezogen war, hatten diese Ausflüge praktisch aufgehört. Lenis Mann hatte sehr viel gearbeitet und sie war Hausfrau gewesen. Als er in Rente gegangen war, hatte sie gehofft, mit ihm endlich mal eine große Reise unternehmen zu können. Drei Monate später war er gestorben. In ihrem Leben hatte sie noch nie mehr gesehen als ihr Haus und die Nordsee.

Leni begab sich wieder in die Küche, nahm die Kaffeedose, die im Regal neben dem Kalender stand, öffnete sie und zählte, was sie darin fand. Zufrieden nickte sie und telefonierte einmal im Wohnzimmer. Dann packte sie ein paar Kleidungsstücke in ihren alten Koffer, zog Jacke, Schal und Mütze an und verließ die Wohnung. Der freundliche junge Mann von gegenüber half ihr, den Koffer nach unten zu tragen. Dort wartete schon das Taxi. Sie stieg ein und sagte dem Fahrer: „Zum Flughafen, bitte.“