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30 days music challenge

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Ich liebe Listen, vor allem, wenn sie über Musik gehen. Und so entdeckte ich neulich auf Twitter die #30daysmusicchallenge. Ich kenne mich allerdings, ich würde zwischendurch garantiert vergessen, die Lieder zu posten, also mache ich es jetzt einfach en bloc.

Ein Song, den du magst, der eine Farbe im Titel hat

Ein Song, den du magst, der eine Nummer im Titel hat

Ein Song, der dich an den Sommer erinnert

Ein Song, der dich an jemanden erinnert, den du lieber vergessen würdest

Ein Song, der LAUT abgespielt werden muss

Ein Song, der macht, dass du tanzen willst

Ein Song zum Dazu-Fahren

Ein Song über Drogen oder Alkohol

Ein Song, der dich glücklich macht

Ein Song, der dich traurig macht

Ein Song, der dir niemals auf den Wecker geht

Ein Song aus deinen Vor-Teenager-Jahren

Einer deiner liebsten Songs aus den 70ern

Ein Song, den du gern auf deiner Hochzeit hören würdest

Ein Song, der ein Cover von einem anderen Künstler ist

Eines deiner liebsten klassischen Lieder

Ein Song für ein Duett beim Karaoke

Ein Song aus dem Jahr, in dem du geboren wurdest

Ein Song, der dich übers Leben nachdenken lässt

Ein Song, der dir viel bedeutet

Ein Lieblingslied mit dem Namen einer Person im Titel

Ein Song, der dich nach vorne bringt

Ein Song, von dem du denkst, dass jeder ihn hören sollte

Ein Song von einer Band, von der du dir wünscht, sie wäre noch zusammen

*denkt lange nach*

Ein Song von einem Künstler, der nicht mehr lebt

Ein Song, der macht, dass du dich verlieben willst

Ein Song, der dein Herz zerbricht

Ein Song von einem Künstler, dessen Stimme du liebst

Ein Song aus deiner Kindheit

Ein Song, der dich an dich selbst erinnert

Puh, war das ne lange Liste. Fühlt euch gern berechtigt, eure eigenen Listen in die Kommentare zu posten.^^

Mit musikalischen Grüßen

Die Kitschautorin

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Sektweiber

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Ich dachte immer, es gibt nichts Fiesereres, als an einem Samstagabend mit nem Kopf so breit wie ne Tür vom Blockseminar zum Bahnhof zu laufen und dort auf ne Horde Junggesellenabschiede zu treffen. Tja, denkste.

Kennt ihr diese Frauengruppen, die man (meistens freitagmorgens) an Bahnhöfen oder in Zügen antrifft und Sekt trinken? Normalerweise sind die nur nervig, ich durfte diese Woche aber gleich zwei Gruppen treffen, die darüber hinaus auch noch fremdenfeindlich waren.

Eine Gruppe echauffierte sich über „Zigeuner“, mit allen Vorurteilen, die man so kennt gegenüber dieser Gruppe. Besonders drollig fand ich eine Frau, die sich darüber wunderte, dass „einer von denen“ eine brandneue Lederjacke, die vor einem Dönerladen während der dortigen Bestellung „kurz abgelegt wurde“, klauen wollte. Is klar, Ali.

Heute Morgen traf ich nun erneut auf eine sekttrinkende Frauengruppe. Sie erörterte die Fahrkartenmodalitäten. „Ach, wir machen das einfach wie die Ausländer. Die sagen auch immer ’no ticket, no money‘ und fertig.“

Was freue ich mich, wenn ich irgendwann die Pendelei los bin und so was nicht mehr hören muss…

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Butterkeks, Doppelkupplungsgetriebe, Apostasie

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(Vielen Dank an Klopfer für diesen tollen Titel. Ernsthaft, wtf? :D)

Freitag, 13 Uhr. Endlich hatte sie es geschafft. Eine Arbeitswoche war vorbei. Und die war diesmal so anstrengend gewesen wie noch nie. Den blöden Antrag zur Projektverlängerung fertigschreiben, unzählige Fälle bearbeiten und gerade noch die Sitzung mit ihren Vorgesetzten. Wer würde es ihr da übelnehmen, wenn sie etwas Entspannung brauchte?
Gerade so unauffällig, wie es möglich war, räumte sie die Hinterlassenschaften der Sitzung weg, damit sie sich endlich davonmachen konnte. Die Butterkekse in den Schrank, die Gläser in die Spülmaschine und ihre Akten in die Tasche. Sie überlegte kurz, ob die Spülmaschine so voll war, dass sie sie anstellen musste, und entschied sich dann dagegen. Und außerdem musste sie ja einen Zug kriegen. Schnell schloss sie ihr Büro ab und huschte davon.
Ungeduldig wartete sie auf den Bus, der sie zum Bahnhof brachte. Natürlich hätte sie auch ein Taxi nehmen können, aber an diesem Wochenende würde sie noch genug Geld ausgeben, da musste das nicht auch noch sein. So gab es halt zwanzig Minuten Fahrt und drei merkwürdige Gespräche mit Fahrgästen extra, bevor sie sich und ihren Rollkoffer zu Gleis 11 dirigieren konnte.
Unten angekommen konnte sie sich direkt wieder ärgern. Schaffte es die Deutsche Bahn eigentlich nie, ihre Züge mal pünktlich ankommen zu lassen? Gerade jetzt, wo es so wichtig war! Sie wartete eine gefühlte Ewigkeit, bis der Zug in die große Stadt endlich einfuhr und sie sich auf den blauartigen Sitzpolstern niederlassen konnte.
Und während der Zug davonfuhr, konnte sie all die Gedanken der letzten Woche langsam hinter sich lassen und darauf konzentrieren, was noch vor ihr lag. Sie wollte einen Freund besuchen, den sie länger nicht gesehen hatte. Seit sie berufstätig war, schafften sie es kaum noch, sich zu sehen, aber wenn, war es immer toll. Sie genoss seine Gesellschaft, die eine der wenigen Sachen war, die ihr Leben noch in irgendeiner Weise interessant machten.
Sie schrieb ihm kurz, dass sie im Zug saß und in gut vier Stunden ankäme, und ließ sich dann wieder in den Sitz sinken. Abgesehen vom Fahrkartenkontrolleur sprach sie mit niemandem und niemand mit ihr. Sie hatte es so an sich, sich abzuschirmen. Mit niemandem zu kommunizieren, mit dem es nicht unbedingt nötig war. Die meisten Menschen waren es eh nicht wert, dachte sie im Grunde. Sie war sich selbst der nächste Gesprächspartner, abgesehen von einigen wenigen Freunden vielleicht.
Ohne dass sie es wirklich registrierte, sank die Sonne immer weiter nach unten. Als sie schließlich den Zug verließ, war sie gar nicht mehr zu sehen. Sie schritt durch das Glasgebäude, in ihrer altgewohnten Ich-habe-zu-tun-bitte-sprechen-Sie-mich-nicht-an-Haltung, und setzte sich in die S-Bahn. Sie betrachtete all die Menschen, die dort saßen, ohne ihnen in die Augen zu sehen. Mit ihrem anthrazitfarbenen Hosenanzug stach sie schon etwas heraus, aber es gab andere Menschen, die mehr herausstachen als sie.
Schließlich kam ihre Station. Ihr Handy vibrierte zwei Mal, aber sie ging erst einige Meter, bevor sie dazu kam, nachzusehen, wer da etwas von ihr wollte.
Tut mir echt voll leid, aber ich muss noch was ganz Dringendes erledigen. Machts dir was aus, wenn wir uns ne halbe Stunde später treffen? Bis später, D.
Das konnte doch nicht wahr sein, oder? Das war doch nicht wahr, oder? Sie hatte eine total harte Arbeitswoche hinter sich, fuhr vier Stunden, um ihn zu sehen, und dann das? Was bildete der sich eigentlich ein?
Sie war so sauer, dass sie ignorierte, eigentlich noch zwei Straßen weiter zu müssen, und ging kurzerhand durch die nächstbeste Tür. Was zufällig die Tür einer Kneipe war.
Das Interieur war nicht gerade einladend, aber das war ihr dann auch egal. Sie sank auf einen Hocker am Tresen. „Na, auf Geschäftsreise?“, fragte sie der Wirt, und sie watschte ihn sogleich ab. „Das geht Sie nichts an. Ich hätte gerne ein großes Helles mit Schuss, bitte.“
Der Wirt zuckte mit den Augenbrauen und erledigte ihre Bestellung. Sie lehnte sich missmutig über den Tresen und wünschte, sie wäre zu Hause geblieben. Der Liebesfilm, den sie vor drei Wochen aufgenommen hatte, wäre eine viel angenehmere Gesellschaft gewesen als ein Typ, der sie einfach versetzte.
„Alles Idioten hier“, rief ein Typ in der Ecke laut, wofür er vom Wirt gemaßregelt wurde, mit recht unfreundlichen Worten. Irgendwie hatte der Besoffene da hinten Recht, dachte sie und musterte die anderen Gäste.
Da ging die Tür auf. Ein Kerl mit langen Haaren und Bart kam herein, bestellte ein Bier und setzte sich auf den Hocker neben sie. Ernsthaft? Neben sie? Wo noch so viele andere Plätze frei waren? Sie starrte auf das dunkle Holz des Tresens und hoffte, dass der Typ sie  nicht ansprechen würde.
„Was guckst du denn so missmutig?“
Tja, die Hoffnung war soeben gestorben. „Alles in Ordnung“, brummte sie. „Was macht so ’ne schöne Frau wie du an so ’nem Ort?“
„Sich die Birne wegsaufen“, antwortete sie, ohne hinzusehen, und holte ihr Handy aus der Tasche. Da war ja noch eine Nachricht.
Hallo, wie geht es dir? Papa und ich gehen gleich essen. Ruf doch mal wieder an! Grüße, Mama.
Das würde sie vielleicht sogar tun, wenn sie nur wüsste, was sie sagen sollte. So aufregend war ihr Leben nicht. Viel arbeiten, gelegentlich Freunde treffen. Sie schnaubte. Wenn die nicht gerade Anderes vorhatten.
„Ist wirklich alles in Ordnung?“, wollte ihr Sitznachbar wissen. „Wie würdest du dich denn fühlen, wenn du dich ewig auf ein Treffen mit deinem Kumpel freust und dann versetzt er dich einfach?“, rief sie und war im nächsten Augenblick selber erstaunt über diesen Ausbruch.
„Wohl nicht besonders gut“, entgegnete der Typ. Der Wirt stellte die Biere vor die beiden. Sie nahm sogleich einen großen Schluck. „Was hat er denn gesagt?“
Sie schnaubte wieder. „Er muss was total Wichtiges erledigen und ob es mir was ausmachen würde, wenn wir uns ’ne halbe Stunde später treffen. So ein Scheiß!“
„Moment, hast du nicht gerade gesagt, er hat dich versetzt?“, erkundigte sich der Typ verwirrt.
„Ja, und?“, war die Antwort.
Der Kerl lachte auf. „Mädel, ich hab keine Ahnung, was bei dir schiefgelaufen ist, aber bei dir muss was mächtig schiefgelaufen sein.“ Er trank von seinem Bier.
„Moment mal, was bil…“, wollte sie zu einer Riesenverteidigung ansetzen, als er sie unterbrach. „Schon klar, du bist wohl am liebsten allein und musst das auch jedem zeigen. Schon klar.“ Und er trank wieder.
Sie klappte den Mund auf und zu wie ein Fisch, der auf dem Trockenen lag. Erst viel später fiel ihr eine Antwort ein. „Bist du Jesus oder so? Glaubst du, in Menschen hineinsehen zu können?“
„Nein“, lachte er, „auch wenn ichs lange versucht hab. Ich hab mich sogar für Theologie eingeschrieben.“
„Theologie, Hilfe“, stöhnte sie. „Warum studiert man so was?“
„Damals hielt ich es jedenfalls für ’ne gute Idee. Nach 13 Semestern hab ich es sogar geschafft, mich für die Abschlussarbeit anzumelden.“
„Wow, total schnell“, meinte sie und zuckte mit den Augenbrauen.
„Hat am Ende aber nichts gebracht. Ich musste einsehen, dass Apostasie in den abrahamitischen Religionen nicht so das affengeile Thema ist.“
„Und stattdessen nervst du jetzt Frauen in Kneipen“, lachte sie auf und stierte wieder auf ihr Handy.
„Ich nerve niemanden, der nicht dazu einlädt“, sagte er, zwinkerte ihr zu und trank dann weiter von seinem Bier.
Sie sah auf ihre Armbanduhr und erschrak. In einem Zug trank sie den Rest ihres Bieres aus, unterdrückte einen riesigen Rülpser, so gut es ging, und knallte dem Wirt ihr Geld auf den Tresen. Dann eilte sie aus der Kneipe.
Eine Straße weiter sah sie aus dem Augenwinkel eine große Werbetafel für den neuesten koreanischen Kleinwagen mit Hybridantrieb und Doppelkupplungsgetriebe. Na, das wäre ja was für ihren Vater, der war total autoverrückt. Sie nahm sich vor, bald ihre Mutter zu fragen, ob er immer noch Autozeitschriften auf dem Klo las. Aber erst morgen. Erst musste sie zu ihrem Kumpel und ihm von dem Irren aus der Kneipe erzählen.

Party

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Das Leben ist eine Party.

Die coolen Kids werden sofort hereingelassen, während die uncoolen Kids um jede Möglichkeit kämpfen, eingelassen zu werden, und es entweder nicht schaffen oder nur als Getränkelieferant. Manchmal passiert auf Partys stundenlang nichts Relevantes und man sitzt einfach nur rum und quatscht. Manchmal sind Partys toll, manchmal hasst man sie. Manchmal sitzt man dort herum und denkt, dass alles scheiße ist, bis diese eine bestimmte Person auftaucht. Und auf manche Partys wäre man lieber nie gegangen, weil dort der Exfreund mit seiner Neuen auftaucht und ein öffentliches Vorspiel abhält. Bei manchen Partys merkt man auch erst hinterher, wie geil sie eigentlich wären. Manche Arten von Partys werden total gehypt und dann geht man selber hin und findet sie scheiße. Häufig traut man sich auf Partys nicht, aus sich herauszugehen. Manche Partys möchte man gar nicht verlassen und wenn die anderen merken, dass man weg ist, sind sie traurig darüber, und man musste trotzdem gehen.

Am allerwichtigsten: Partys gehen auch ohne Alkohol, aber mit machen sie mehr Spaß. 😉

Mit chipsessenden Grüßen

Die Kitschautorin

Kurzes Lebenszeichen

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Tagesordnungspunkt 1: Bachelorarbeitsgabenkrams and shit

Hallo. Ich lebe noch. (Wen das nicht freut, der möge bitte diesen Blog verlassen.^^)

Am 31. Juli war offizielle Deadline für die Abgabe meines zweiten Bachelorarbeitsversuches. Abgegeben habe ich aber am 29. Juli, weil ich das Ding einfach weghaben wollte.

An dem Tag ging die Bachelorarbeit auch in Druck. Leider konnte ich sie nicht mehr persönlich im Prüfungsamt Erziehungswissenschaft abgeben, weil der Copyshop bei der Bindung Mist gebaut hat und erst eine halbe Stunde fertig war, nachdem das Prüfungsamt geschlossen hatte. Glücklicherweise hatte ich den Tipp mit der Poststelle der Uni bekommen und konnte sie da abliefern. So war ich nicht erneut darauf angewiesen, sie mit der Post zu schicken (was beim letzten Mal enorm schief ging) oder erst Montag abzugeben (ja, das wäre erlaubt gewesen).

Und jetzt beginnt die große Warterei. Ich hoffe einfach, dass ich diesmal bestehe. Wenn ich nicht bestehe, ist mein Leben erst mal zu Ende.

Tagesordnungspunkt 2: Urlaub and shit

Ich befinde mich seit dem 1. August offiziell für zwei Wochen in Urlaub. Ich weiß, dass man normalerweise bei einer neuen Stelle erst nach einem halben Jahr Urlaubsanspruch hat und im August bei mir an sich viel auf der Arbeit passiert, aber es musste einfach sein und es ging dann auch anstandslos durch. Die Zeit habe ich dann genutzt, um zwei nördlich von mir wohnende Freunde zu nerven besuchen. Ich fands sehr lustig, ich hoffe, mein Gegenüber auch.^^

(Ich finde es übrigens außerdem sehr lustig, wie ich trotz Urlaub immer noch arbeitsmäßig von Tagesordnungspunkten rede. Naja, egal.)

Tagesordnungspunkt 3: Twitterkrams and shit

Ein User, mit dem ich regelmäßig auf oben genannter Plattform kommuniziere, erwähnte mich dankend in seinem Werk („für die interessanten Twitterkonversationen“). Ähm, okay.

Mit freundlichen Grüßen

Die hier hoffentlich bald wieder öfter schreibende Kitschautorin

Fünfundzwanzig

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Ich habe in meinem Leben einige blöde Sachen erlebt. Krankheiten, Menschen, die einem das Herz rausreißen und 12 Jahre deutsches Schulwesen. Umso erstaunlicher ist es, dass ich die ganze Zeit überleben konnte, seit meine Mutter mich aus ihrem Bauch flutschen ließ. Wer es nicht weiß: Das ist heute genau 25 Jahre her. (Ja, ich werde jeden, der mir nicht gratuliert, tothaten.)

Dass ich ein Vierteljahrhundert alt bin, verdient wohl eine angemessene Würdigung und so veranstaltete ich eine Draisinenfahrt mit anschließendem Umtrunk bei mir daheim. Auf der Hinfahrt mussten wir alle noch durch ein Gewitter, aber das hatte sich beruhigt. Lustig war auch: Der Draisinenveranstalter hatte uns alle eine Viertelstunde früher hinbestellt und kam dann selber mit einer Viertelstunde Verspätung an. 😀

Nach an uns vorbeiwatschenden nassen Ästen, einer uns anfeuernden Nordwestbahn und einer Kiste Mischbier war die Draisinenfahrt beendet. Hat viel Spaß gemacht. Um Mitternacht bekam ich viele schöne Geschenke, den weltbesten Kuchen und „Die Partei hat immer Recht“ als Lied. 😀

Der einzige Tiefpunkt des Abends war der Bruder der Nachbarin, der einem meiner Gäste ein paar Zigaretten ausgegeben hatte und das offenbar als Grund betrachtete, sich selbst einzuladen, sich mit einigen Gästen anzulegen, an die Tür zu kotzen, seinen Abfall auf unseren Balkon zu fegen und eine meiner Tassen kaputtzuschmeißen. Naja, immerhin hat er die Kippen wieder weggefegt. Zwar nicht in den Mülleimer, aber ich bin mir sicher, dass man sie an der Stelle vom Busch nicht sieht…

Gegen Mittag war ich mit meinen Leuten noch frühstücken, und vor ein bis zwei Stunden sind dann alle gefahren. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, Monsieurs Verwandtschaft zum Grillbuffet im örtlichen Gasthaus einzuladen, in einer halben Stunde sind sie hier… naja, man wird nur einmal fünfundzwanzig.

Oh, sehr schön ist es übrigens auch, wenn man sich Bekannte aus dem Internet einlädt, mit denen man sich dann einen Tag lang alle möglichen Spongebob-Sprüche an den Kopf wirft.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Vom Missbrauch der Disziplin

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Ich erwähnte ja neulich schon einmal, dass ich ein Seminar habe, das sich mit Buebs “Lob der Disziplin” befasst. Der Mann hat einige merkwürdige Ansichten, hier sind ein paar Beispiele.

Auf Seite 42 thematisiert er eine seiner Meinung nach eine ganz besonders tolle pädagogische Maßnahme:

Wenige verbinden Glück mit Taten der Nächstenliebe, weil sie zu solchen Taten wenig verführt sind. Kurt Hahn, der Gründer Salems, hat seinen Schulen eine geniale pädagogische Einrichtung mit auf den Weg gegeben, die Dienste. […] Jedes Mädchen und jeder Junge muss von der zehnten bis zur dreizehnten Klasse einen Nachmittag in der Woche, also zwei bis drei Stunden, im Dienste anderer Menschen verbringen. Es gibt technische Dienste, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk, der zahlenmäßig stärkste Dienst ist der Sozialdienst. […] Die Dienste sind verpflichtend und gerade darin liegt ihre Qualität. […] und Jugendliche erfahren, wie viel Freude und Glück das Helfen bereiten kann.

Glaubt der Mann wirklich, dass er auf die Weise tätige Nächstenliebe fördern kann? Der Zwang dürfte die meisten Leute doch eher zum Gegenteil bringen. Und so, wie sich der Abschnitt las, musste ich an eine Frau denken, die zwangsverheiratet wird und dann hinterher sagt, sie sei in ihrer Ehe ja total glücklich.

Doch die Merkwürdigkeiten gehen weiter. Auf Seite 66 verlangt er eine strengere Gesetzgebung bei Alkohol und Kippen:

Der Gesetzgeber erlaubt Alkohol und Zigaretten ab sechzehn. Warum eigentlich? Ich habe noch nie eine plausible Erklärung für diese Gesetze gefunden außer unsere puddinghafte Pädagogik. Amerika, das Land der Freiheit, besitzt eine jugendgerechtere, nämlich schützende Gesetzgebung.

Wie weltfremd ist der Mann? Glaubt er ernsthaft, Jugendliche würden aufhören, wenn das Schutzalter höher wäre? (Haben sie ja auch nicht, es wurde seitdem ja erhöht.) Verbote machen sexy! Außerdem: Was glaubt der Mann, warum die Leute bei den Spring Breaks immer so durchdrehen? So toll ist das in den USA auch nicht.

Mit pädagogischen Grüßen

Die Kitschautorin