RSS-Feed

Schlagwort-Archive: Selbstreflexion

Fastentagebuch, Teil 2

Veröffentlicht am

Montag, 12. März 2018

08:08 h

Dass ich letzte Woche drei Mal Sport geschafft habe, war auch alles. Ich hab die Schnauze voll. Sobald ich bei meinen Eltern bin, hör ich wahrscheinlich auf. Verurteilt mich ruhig dafür, ich kann nicht mehr.

09:27 h

Ich wurde von der Erzieherin darauf hingewiesen, dass meine Gojibeeren ungesund sind. Naja, ich würde hier niemals was essen, was wirklich offensichtlich ungesund ist, so wie Süßigkeiten oder Mecces. Aber Gojibeeren? Come on… Oh, und ich wollte das Brot des Mädchens klauen, das neben mir sitzt. Waaaah!

10:40 h

Ich möchte noch anfügen, dass ich meinen Eltern auf keinen Fall vorschreiben will, was sie einkaufen wollen. Brot werde ich also wohl essen. Beim Rest… mal gucken. Ich weiß nicht, was ich denen überhaupt von der Fastenzeit erzähle. Sie würden es eh nicht verstehen. Die Sportregel dürfte kein Problem sein. Kraftraum im Haus, Schwimmbad in Fußweite. Aber mit der Regel habe ich eh nicht das Problem. Sondern mit dem Essen. Waaaah!

Dienstag, 13. März 2018

08:26 h

Ich fühle mich ziemlich demoralisiert. Das Essen ist nicht dran schuld, aber es hilft nicht gerade. Ich konnte noch nichts essen (oder trinken…), weil ich in einen Stau geraten bin. Gestern war Essen schwierig, weil ich einen handfesten Migräneanfall hatte. Als ich „starke“ Aromen dann wieder ertragen konnte, gab’s Quinoa-Curry-Fisch-Bratlinge. War sogar ganz nice.

12:09 h

Der Nuss-Frucht-Mix, den mir mein Mann gestern gekauft hat, war sehr nice. Obwohl ich eigentlich keine Rosinen mag. Hm. In other news, ich hatte die Idee, meine Stimmung in Zukunft nur noch mit Ess- / Trinkgelüsten auszudrücken. Beispiel: „Heute ist mir nach Keksen“ oder „Heute ist mir nach ’nem starken, handfesten Whisky“…

14:16 h

Ich probier mal das ausm letzten Eintrag aus.

Vorspeise: Tomaten-Feta-Salat, Getränk: Rosé

Hauptspeise: Maccheroncini alla matriciana, Getränk: irgendein schöner, lieblicher Rotwein

Dessert: Vanilleeis mit Kahlúa, und dazu vielleicht noch’n schöner Daiquiri.

Das wäre das, worauf ich Bock habe!

16:47 h

Sachen, die ich stattdessen hatte: Süßigkeiten, ein Muffin eines Schülers, der gestern Geburtstag hatte, und eine halbe Dose Spam. Wie so’n Hund. Aber ich fühl mich ja auch wie einer.

Dienstag, 20. März 2018

11:44 h

Ich habe das Fasten offiziell abgebrochen, und zwar schon Donnerstag. Und nein, ich bin noch nicht bei meinen Eltern. Die Migräne, die ich letzte Woche hatte, wurde und wurde nicht besser. Beim Schulausflug am Mittwoch war mir zwischendurch so schwindlig, dass ich dann doch lieber einen Termin beim Arzt ausgemacht habe. Da war ich dann Donnerstag, und ich fühlte mich so dreckig, dass er mich eine ganze Weile krankschreiben wollte. Daraus wurde dann nur Freitag, weil ich mittlerweile Osterferien habe, aber dennoch… ich sah Donnerstag so fertig aus und war es auch, mein Mann bot mir sein Standardrezept gegen Kranksein an – Hühnersuppe -, und ich wollte, dass es mir wieder besser geht. Also habe ich angenommen. Und es schmeckte so gut. Obwohl ich eigentlich nicht so auf Hühnersuppe stehe. Ich wollte das Fasten wieder aufnehmen, sobald es mir wieder besser ging. Das war schon Freitag der Fall, aber ich hatte so was von die Schnauze voll, sodass ich es endgültig gelassen habe. Man kann sich halt darüber streiten, ob mein Ernährungsplan, so wie ich ihn geplant habe, wirklich gut ist. Sinniger wäre es zum Beispiel, einfach weniger zu essen (aber nicht gänzlich zu verzichten), das Ganze dafür aber über Ostern hinaus zu machen. Und überhaupt: Wenn als Ziel hinter dem Ganzen steht, dass ich mich hübscher fühle, bringt dieses Fasten eh nicht viel, sondern ich muss ein paar andere Dinge ändern.

Der häufige Sport war eine tolle Sache. DAS würde ich auch gerne weitermachen. Kann ich derzeit allerdings nicht so richtig. Ich war gestern beim Orthopäden, und der hat bei mir das Impingement-Syndrom entdeckt (für alle Googlefaulen und Nichtmedizinischgebildeten: Schleimbeutelentzündung in den Schultern). Mal sehen, welche Übungen ich noch ausführen kann. Ansonsten bleibt mir noch zu sagen, dass ich allen Weiterfastenden gutes Gelingen und viele geistige Einsichten wünsche.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Advertisements

30 days music challenge

Veröffentlicht am

Ich liebe Listen, vor allem, wenn sie über Musik gehen. Und so entdeckte ich neulich auf Twitter die #30daysmusicchallenge. Ich kenne mich allerdings, ich würde zwischendurch garantiert vergessen, die Lieder zu posten, also mache ich es jetzt einfach en bloc.

Ein Song, den du magst, der eine Farbe im Titel hat

Ein Song, den du magst, der eine Nummer im Titel hat

Ein Song, der dich an den Sommer erinnert

Ein Song, der dich an jemanden erinnert, den du lieber vergessen würdest

Ein Song, der LAUT abgespielt werden muss

Ein Song, der macht, dass du tanzen willst

Ein Song zum Dazu-Fahren

Ein Song über Drogen oder Alkohol

Ein Song, der dich glücklich macht

Ein Song, der dich traurig macht

Ein Song, der dir niemals auf den Wecker geht

Ein Song aus deinen Vor-Teenager-Jahren

Einer deiner liebsten Songs aus den 70ern

Ein Song, den du gern auf deiner Hochzeit hören würdest

Ein Song, der ein Cover von einem anderen Künstler ist

Eines deiner liebsten klassischen Lieder

Ein Song für ein Duett beim Karaoke

Ein Song aus dem Jahr, in dem du geboren wurdest

Ein Song, der dich übers Leben nachdenken lässt

Ein Song, der dir viel bedeutet

Ein Lieblingslied mit dem Namen einer Person im Titel

Ein Song, der dich nach vorne bringt

Ein Song, von dem du denkst, dass jeder ihn hören sollte

Ein Song von einer Band, von der du dir wünscht, sie wäre noch zusammen

*denkt lange nach*

Ein Song von einem Künstler, der nicht mehr lebt

Ein Song, der macht, dass du dich verlieben willst

Ein Song, der dein Herz zerbricht

Ein Song von einem Künstler, dessen Stimme du liebst

Ein Song aus deiner Kindheit

Ein Song, der dich an dich selbst erinnert

Puh, war das ne lange Liste. Fühlt euch gern berechtigt, eure eigenen Listen in die Kommentare zu posten.^^

Mit musikalischen Grüßen

Die Kitschautorin

Bevor ich sterbe, möchte ich

Veröffentlicht am

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Aktion-Before-I-die-Eine-Ode-an-Leben,beforeidie120.html

Ich finde diese Aktion klasse. Wir alle sollten darüber nachdenken, was unsere Wünsche sind, die wir uns unbedingt erfüllen möchten. Außerdem finde ich es interessant, zu lesen, was sich andere so wünschen. Als ich davon las, wusste ich genau, dass ich auch teilnehmen möchte, und das habe ich auch getan, als die Aktion in meiner Stamm-Mensa zu Gast war:

https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/15534718618/

(Die fünfte Ergänzung stammt von mir.)

Ich fand es erstaunlich, zu lesen, dass sich so viele Studenten Kinder wünschen. Aber irgendwie hat es mich auch gefreut. Blöd fand ich hingegen, dass einer an die Tafel schrieb, er wolle in den Dschihad ziehen:

https://www.flickr.com/photos/100511533@N08/15534718538/

Ob Troll oder Islamist, das geht gar nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin

Mein Unitag

Veröffentlicht am

9 h 59: Zweiter Tag im Blockseminar “Wie sich Werte bilden”. Er beginnt damit, dass wir eine “kleine Selbstreflexion mit dem Ziel der Selbstachtsamkeit” ausfüllen sollen – man könnte es auch “Wie erfahre ich schnellstmöglich total private Sachen über meine Mitstudenten?” nennen, denn wir sollen den Kram miteinander diskutieren. Entweder sind mir die Sachen zu privat oder ich weiß gar nicht, was ich antworten soll. Schlussendlich bekritzele ich den Fragebogen. Eine Mitstudentin bewundert, dass ich in der Lage bin, “Ich will nach Hause” auf Russisch zu schreiben. Die Dozentin meint, solch eine Übung könne man auch gut in der Schule machen. Eine Kommilitonin kommentiert dies folgendermaßen: “Weil wir ja auch alle Lehrer werden wollen. NICHT.”

10 h 20: Aus reiner Langeweile versuche ich, die WLAN-Einstellungen am Smartphone zu reparieren. Damit ich nicht in den verbleibenden knapp drei Tagen meinen ganzen restlichen mobilen Traffic verbrauchen muss. Ich bin übrigens erfolgreich.

10 h 24: “Die Eltern struggeln so, wie man selbst struggelt.” Mein Sprachherz blutet.

11 h 24: Ich kenne viele MINT-Leute, die meine Studiengänge für Laberfächer halten. Auch wenns nicht stimmt – dieses Seminar würde ich ihnen nicht zeigen. Die Dozentin beherrscht die einzigartige Kunst, etwas, das man mit wenigen Worten prima ausdrücken könnte, in x Worte zu hüllen, und einem somit komplett das Interesse an einem eigentlich interessanten Thema zu nehmen.

11 h 25: Mittlerweile bete ich, dass mir die Optiker endlich Bescheid geben, dass meine neue Brille fertig ist, damit ich eine Ausrede habe, hier zu verschwinden.

12 h 48: “Häh, wieso ist das so schwer, gleichen Lohn für Männer und Frauen durchzusetzen? Die Zahlen kann man ja ganz leicht ändern!” Wo bin ich hier gelandet? (Als ich das einen Kommilitonen fragte, antwortete er: “Das frage ich mich seit fünf Semestern.”)

14 h 15: Ich bekam zwei Nachtische (Schoko-Erdnuss-Creme mit Vanillesoße, yummy), weil eine Mitstudentin ihren nicht mehr wollte. Somit hatte der Tag immerhin etwas Gutes.

14 h 52: Ein Student hält einen Vortrag über den Wert des Lebens. Er geht hierbei auf Artikel 7 der Allgemeinen Menschenpflichten, wo z.B. das hier

Jede Person ist unendlich kostbar und muß unbedingt geschützt werden.

drinsteht, ein. Dieser Satz hat Grenzen. Was ist mit Sterbehilfe? Was ist mit Suizid? Unglaublich schwere, aber immerhin mal interessante Fragen.

15 h 00: Der Vortragende stellte ein interessantes Beispiel: Würden wir eher ein 12jähriges Mädchen aus einem brennenden Haus retten oder einen 65jährigen rauchenden Politiker? Alle waren dafür, das Mädchen zu retten. Nur eine sagte, es sei unabwägbar.

15 h 16: Jemand meinte, dass die Entscheidung, wen man rettet, erst dann zufällig sei, wenn alle Faktoren (Rauchen etc.) bei beiden zu rettenden Personen genau gleich seien. Ansonsten klammere man sich immer an irgendeinen Strohhalm, der einem die Entscheidung abnimmt. Nach dem studentischen Vortrag beendet die Dozentin die Sitzung und ich gehe etwas nachdenklich nach Hause. Und das nicht nur wegen der aufgeworfenen philosophischen Probleme. Es sollte einem zu denken geben, wenn studentische Vorträge besser sind als alles, was die Lehrbeauftragten von sich geben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kitschautorin